Die folgenden beiden Briefe der früheren israelischen Oberrabbiner
wurden in der
gegen die christliche Mission in Israel gerichteten Schrift
"HaOjew HaNozri" (Jerusalem 5760)
von Rabbiner Schlomo Aviner, Oberrabbiner von Bet El und
Leiter der Jeschiwa "Ateret Kohanim", abgedruckt.
Übersetzung: R. Plaut

ÜBERSETZUNG:
[Staatswappen Israels]
Israel Me'ir Lau
Oberrabbiner Israels
Vorsitzender des obersten Rabbinatsgerichtes
Mit G~ttes Hilfe
7. Tewet 5760
16. Dezember 1999
An
Rabbiner Schlomo Chajim Hakohen Aviner m.g.t.e.a.*
Bet El
Frieden und Segen,
Wie ich hörte, stehen Euer Ehren kurz vor der Veröffentlichung
einer Schrift zum Thema
Vorsicht vor der Mission.
Seit Jahren versucht die Mission, die Herzen unserer Brüder der
Kinder Israels vom
Wege der Tora und des Glaubens abzuwenden. Ihre Absicht ist es, vom
Volke des G~ttes
Israels jüdische Seelen widerspenstig und abtrünnig zu machen,
um sie dann unter den
Nichtjuden zu assimilieren.
In diesen Tagen, während sich das Datum nähert, das den Namen
"das neue Millennium"
trägt, erhebt sich diese Angelegenheit mit besonderem Nachdruck
und besonderer Stärke.
Unter den Pilgern, die während dieser Periode in unserem Land
erwartet werden, gibt es
welche, die die Herausforderung der Konvertierung jüdischer Seelen
vor Augen haben.
Auch in theologischer Hinsicht gibt es unter ihnen jene, die glauben,
die wahre Erlösung
werde erst kommen, wenn es keine jüdische Wesensheit mehr gibt.
Darum ist unseren Brüdern, den Kindern Israels, dieser Zustand
und diese große Gefahr,
die ihnen droht, bekanntzumachen, rechtzeitig auf der Hut zu sein,
den Blick zu schärfen
und mit Nachdruck und Stärke gegen jeden Versuch der Missionierung
zu protestieren.
Manchmal nutzen die Missionare die Notlage von Hilfsbedürftigen
und der schwachen
Bevölkerungsschichten aus, und man muss wissen, dass es verboten
ist, von ihnen
irgendeinen Genuss zu erhalten.
Wir müssen den Glauben an die Tora Israels stärken, die Himmelsfurcht
mehren und so
keinem fremden Verursacher oder einer anderen Religion den Bewegungsraum
geben, in
unser Haus einzudringen.
Gebe G~tt, dass wir in diesen Tagen seine Rückkehr nach Zion sehen
mögen und der
wahren Erlösung Israels teilhaftig werden.
Als Bitte des die baldige Erlösung Erwartenden,
[Unterschrift]
[*möge er gute Tage erleben, amen]
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ÜBERSETZUNG:
[Staatswappen Israels]
Elijahu Bakschi-Doron
Rischon-LeZion [Ehrentitel des Oberhauptes der sefardischen Juden]
Oberrabbiner Israels
Mit G~ttes Hilfe
12. Tewet 5760 [21. Dez. 99]
Über den Vers "Ihr sahet ihre Gräuel und ihre Götzen
aus Holz und Stein, aus Silber und
Gold" (Dt. 29,16) sagte einer der großen [Rabbiner], Götzendienst
mache auf den ersten
Blick einen so abstoßendenden und widerwärtigen Eindruck,
dass er sich verstandesmäßig
nicht aushalten lässt. Im Laufe der Zeit jedoch gewöhnt man
sich an das Abstoßende, sieht
es nur als Holz und Stein und fühlt schon nicht mehr die Widerwärtigkeit,
und noch
später werden Holz und Stein in den Rang von Silber und Gold erhoben,
die das Herz
des Menschen anziehen. Darum warnte König Schlomo [Salomo] "Halte
fern von ihr
deinen Weg, und nahe nicht der Türe ihres Hauses" (Sprüche
5,8), und es ist uns
geboten, noch nicht einmal den Namen eines Götzendienstes zu erwähnen,
geschweige
denn einen Genuss daraus zu ziehen.
In nächster Zeit werden voraussichtlich tausende christlicher Pilger
ins Land kommen,
unter ihnen Missionare, die unbescholtene jüdische Seelen einzufangen
drohen, sowohl
durch direkte Propaganda, als auch im Rahmen von Hilfs- und
Unterstützungsinstitutionen, Adoption von Siedlungen und ähnlichem.
Zu unserem
Leidwesen gibt es viele Überläufer, die unter verschiedenen
Namen wie z.B. messianische
Juden und ähnliches auftreten, die unbescholtene jüdische
Seelen zu fremden Glauben
hinüberziehen und schon viele zu Fall brachten.
Darum sollte man sich hüten, in irgendeiner Weise mit ihnen zusammen
zu arbeiten und
erst recht nicht einen Genuss von ihnen erlangen; sich entfernen und
alle missionarische
Propaganda abweisen, auf jedem möglichen Wege, von den Häusern
Israels, und recht tat
mein Freund, der weise Rabbiner Schlomo Aviner m.g.t.e.a.*, der den
Standpunkt der
Tora in dieser Angelegenheit bekanntmachte. "Dem Ermahner und dem Gewissenhaften
gib Frieden fließend wie die Wasser des Flusses" [aus dem Gedicht
"Dror jikra"].
Mit Segenswünschen
[Unterschrift]
[*möge er gute Tage erleben, amen]