DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJECHI
Nr. 749
16. Tewet 5770

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 

Diese Woche in der Tora (Gen. 47,28 - 50,26):

Jakov segnet Josef und seine anderen Söhne vor seinem Tode in Ägypten; der Segen bezeichnet die Charaktereigenschaft eines jeden der 12 Stämme; großer Trauerzug und Begräbnis in der Machpela-Höhle; Josef prophezeit, dass G~tt die Kinder Israels ins Land der Vorväter zurückbringen wird und bittet, dann seine Gebeine zum Begräbnis dort mitzunehmen.

Haftara: Kö. I, 2, 1-12

Am Schabbes-Tisch...
 

Josef und die Schöpfung der Welt
 
 
 

Rav Eran Tamir
Rabbiner an MACHON MEIR

Der anscheinend gewaltige Unterschied zwischen den Versen, die das Buch Bereschit / Genesis eröffnen, und denen, die es beenden, kann großes Staunen hervor rufen. Gibt es doch kaum eine eindrucksvollere Eröffnung als die Schaffung der Welt aus dem Nichts, eine göttliche Schöpfung voller Macht und Größe sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht, ganze spirituelle und materielle Welten voller Potenziale und Lebenskräfte, die von unendlicher Weisheit zeugen, die in ihnen verborgen ist. Man braucht sich bloß die Natur anzuschauen - von der selbst heutzutage, mit der enormen Entwicklung des menschlichen Verstandes, die Wissenschaft nur ein wenig zu offenbaren vermochte - um etwas von dem "Urknall" zu spüren, der mit den ersten Worten der Eröffnung des Buches Bereschit geschildert wird: "Im Anfang schuf G~tt den Himmel und die Erde". Dem stehen die letzten Verse des Buches gegenüber, die vom Tode Josefs berichten, von der Einbalsamierung seiner Leiche und von seiner Aufbewahrung in einem kleinen dunklen Sarg, in einem Lande voll physischem Schmutz und spiritueller Unreinheit - dem Lande Ägypten, sie sehen blass aus, komprimiert und beschränkt, sogar erschütternd im Vergleich mit der großartigen Eröffnung. Gibt es denn etwas Geringeres als einen toten Körper in einem kleinen engen Sarg, in Ägypten, dem Zentrum der ägyptischen Weltkultur? Gibt es denn eine "armseligere Stimme" als diese? Kann das denn wahr sein? Wie gerieten wir von "Im Anfang schuf G~tt den Himmel und die Erde" zu "Und Josef starb... und sie balsamierten ihn ein, und man legte ihn in eine Lade in Ägypten"? Kann man sich etwas g~ttbehüte Bedrückenderes und Deprimierenderes vorstellen?! Und die Frage stellt sich nur noch schärfer und bohrender, wenn wir an die Zukunft denken - wie sollte es weiter gehen?! Wohin konnten wir von hier aus schon gelangen? Lässt sich überhaupt an eine Weiterentwicklung denken, oder ist hier g~ttbehüte die Geschichte schon zu Ende?

 
Doch gerade diese extreme und scharfe Fragestellung weist uns die Richtung der Lösung, denn genau das wollte uns die Tora lehren. Manchmal, wenn es um wesentliche und bedeutungsschwere Dinge geht, die in großartigen, langwierigen und komplizierten Entwicklungsprozessen verwirklicht werden, gibt es Zeitpunkte des Insichgehens, ein Konzentrieren auf ihren inneren Kernpunkt. Von außen betrachtet sieht es nach Schrumpfen und Schwäche aus, alles welkt dahin und wird leblos, doch von innen kehrt alles zu seinen Fundamenten zurück, zu seinen Ursprüngen, was ein erneutes Wachstum in die richtige Richtung ermöglicht. Manchmal muss man einen kranken Spross auswachsen lassen, wobei gerade dessen problematische Blüte, und nur diese, die gewünschte Pflanze hervor bringt. Das gilt für das Privatleben des Menschen und erst recht bei der Erlösung der Welt durch die Erlösung Israels. Man kann es mit einem Baum im Herbst vergleichen, der seine Blätter abwirft. Nach außen hin sieht der Baum nackt und bloß aus, ohne Leben, als sei er abgestorben und nicht mehr zu retten, doch wissen wir alle, dass der Baum gerade im Winter seine ganze Kraft im Inneren bewahrt, damit er im kommenden Frühling mit neuen Kräften in voller Pracht erstrahlt. Der Sarg Josefs in Ägypten, Josef, der seinen Namen nicht änderte, der sich kein neues Volk wählte und der sein Land nicht vergaß, ist jener Josef der Gerechte, der von seinem Anfang bis zu seinem Ende in komprimierter Form die Zielrichtung der Schöpfung der Welt verkörpert. Josef in seinem Sarg in Ägypten ist das Leuchtfeuer, der Richtungsgeber für die zeitweilige, schwere Lebenswirklichkeit der Familie Jakovs in Ägypten - "G~tt wird euer gedenken, dann bringet meine Gebeine hinauf von hier" (Gen. 50,25). Er steht für das Ziel, und er ist der Katalysator, der sicher stellt, dass die Schöpfung von Himmel und Erde an ihr Ziel in der Erlösung Israels gelangt, im Auszug aus Ägypten. Gerade aus der Enge, wie dem engen Sarg Josefs, der in Ägypten verblieb, wird sich das Volk Israel nach 210 Jahren bitteren und schweren Exils erinnern, in welche Richtung es sich wenden soll und welche Bestimmung für sein Leben vorgesehen ist, indem es den Sarg von Ägypten nach dem Lande Israel mit sich führt, denn ohne ihn wären sie unmöglich aus Ägypten heraus gekommen.

 
So wie damals - auch heute. Wir befinden uns in einer Zeit, in der sich alles aufzulösen scheint, auseinander fällt, alle nationalen "Mythen" zerbrechen - wohin führt unser Weg? Doch gerade jetzt befinden wir uns am Zeitpunkt der inneren Sammlung. Die äußerlichen Wertvorstellungen verfallen, die oberflächlichen und einseitigen "Ideen" werden entkräftet, doch in Wirklichkeit kehrt alles im Verborgenen, für das Auge unsichtbar, zu seinem Ursprung und seinen Wurzeln zurück. Von dort beginnt eine neue Blüte, eine wirkliche und großartige Blüte, bis hin zu unserer baldigen vollkommenen Erlösung.

Der Stand der Dinge...

Der Ewige ist König - da zittern die Völker!

Rav Se'ev Karov 
Leiter der Jeschiwa in Karnej Schomron

[Zum Jahrestag des Krieges gegen die Hamas im Gasastreifen]

Je weiter unser Kampf gegen die Hamas im Gasastreifen voran kam und der Feind schwere Verluste einstecken musste, desto lauter wurden die Stimmen der Völker gegen uns. Viele Leute fragen sich woher das kommt. Warum hörten wir während all der Jahre des Beschusses unserer zivilen Siedlungen und Städte aus dem Gasastreifen so gut wie keine Stimmen aus der Weltöffentlichkeit, die sich aber plötzlich entsetzt zeigt und den Kämpfen und der Tötung von Zivilisten ein Ende setzen will?

 Kann es sein, dass ihr Beweggrund ein moralischer ist, wenn sie die Tötung vieler Zivilisten sehen?

Wie kommt es, dass Staaten wie die USA, die im Kampf gegen den Terror Tausende unschuldiger Menschen töteten, uns sagen, wir sollen die Bürger von Gasa beschützen?

Man kann dazu alle möglichen und unmöglichen Gründe anführen, von denen ein Teil sogar der Realität nahe kommen könnte, doch der hauptsächliche Beweggrund ist ein ganz anderer.

Zu dem Vers aus den Psalmen: "Der Ewige ist König - da zittern die Völker" (99,1) heißt es im Midrasch: "Als die Völker der Welt hörten, dass G~tt das Horn Israels erhebt und sie in ihr Land hinein bringt, begannen sie zu zürnen".

Die Völker der Welt haben an unserer göttlichen Botschaft etwas auszusetzen. Der Kampf der Völker gegen Israel ist kein Kampf um "Gebiete" oder um diese oder jene Nutzungsrechte. Ihr Kampf gegen uns ist ein Kampf gegen unseren G~tt, gegen die Idee, die wir in der Welt verkörpern.

Sie müssen zeigen, dass das jüdische Volk im Unrecht und unmoralisch ist. Sie versuchen die ganze Zeit, uns nicht zu stark werden zu lassen, denn wenn wir stark wären, würde sich zeigen, dass wir recht haben.

Solange das Volk Israel das Licht seiner Kraft unter den Scheffel stellt, solange wir auch Verluste einstecken und nicht die Oberhand gewinnen, können uns die Nationen der Welt "ertragen". Sie fühlen sich nicht von uns bedroht, wenn wir einigermaßen still halten.

Wenn wir aber anfangen, unser Haupt zu erheben und zu herrschen, dann fühlen sie, wie G~tt zurück kehrt, in der Welt zu herrschen, und das erregt ihren Zorn.

Der Ewige ist König - wann zeigt sich G~ttes Königtum in der Welt? Wenn Israel sein Haupt erhebt. Wenn die Israeliten zurück kehren, über das Land zu herrschen, "auf dem beständig die Augen des Ewigen deines G~ttes sind" (Dt. 11,12), dann spüren die Nationen im Innersten ihres Lebens, dass G~tt höchstselbst zurück kehrt, um über die Welt zu herrschen.

Darum ist es den Nationen so wichtig, den Aufstieg Israels zu bremsen. Darum geben sie sich solche Mühe, unser "moralisches Minus" zu demonstrieren. So versuchen sie, unsere moralische Herrschaft abzuwenden, d.h. die Moral G~ttes.

Es handelt sich um ein Ritual, das sich bei allen Kriegen Israels wiederholt. Jedes Mal, wenn wir anfangen, es mit unseren Siegen "zu übertreiben", erheben sich der Zorn der Völker und der Antisemitismus zu neuen Höhen.

"Wenn die Völker der Welt die Reinheit des Glaubens der Heiligkeit Israels spüren, finden sie keine Ruhe und wollen ihr Andenken auslöschen, indem sie ihnen giftige Verleumdungen anhängen, dass sie die geordnete Lebensweise durcheinander bringen und die Welt ins Unglück stürzen... und darum streben sie nach ihrer Vernichtung mit der Behauptung, das Glück erreiche die Welt nur durch die Unterdrückung Israels... doch gerade während des Schäumens der Völker über Israel hat es die Pflicht, sich in absoluter Vereinigung mit G~tt zu vereinen und das Wesen ihrer Heiligkeit und des Geistes ihres Glanzes zu bewahren" (Rabbiner Moscheh Charlap, früherer Leiter der Merkas-Harav-Jeschiwa in Jerusalem).

Unsere Aufgabe besteht darin, uns nicht vom "Aufschrei" der Nationen und dem Gerassel der Medien durcheinander bringen zu lassen. Unser Krieg ist so sehr rechtens und mehr als moralisch. Er ist so sehr rechtens, weil man uns beschießt, um uns zu vernichten, er ist so sehr moralisch, weil dies unser Land ist (inklusive Gasastreifen), und wir hüten uns vor der Tötung von Zivilisten so weit wie möglich, und vielleicht zu sehr.

Für eine korrekte und tiefgreifende Sicht müssen wir die Dinge in einem anderen Licht betrachten, um zu verstehen, dass es bei diesem Krieg um die Herrschaft G~ttes in der Welt geht. "Der Ewige ist König - da zittern die Völker".


Frage und Antwort
 
Siebenarmiger Leuchter

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt

Frage: Wenn nicht an Chanukka, darf man einen siebenarmigen Leuchter anzünden?

Antwort: Es ist verboten, irgendeinen der Gegenstände des Tempels nach zu machen. (Awoda sara 43a). Es kann sein, dass Ihr Leuchter nicht genau wie die Menora des Tempels aussieht, das macht allerdings keinen Unterschied, denn jeder siebenarmige Leuchter wäre für den Gebrauch im Tempel zulässig. Als die Chaschmonäer nach dem Sieg über die Griechen in den Tempel kamen, hatten sie nicht genug Material zur Verfügung, um eine prächtige Menora anzufertigen, und so machten sie nur eine einfache. Im Mischnakommentar des Maimonides (Menachot 3,7) ist eine Menora mit geraden Armen abgebildet, nicht runden. Es besteht eine Meinungsverschiedenheit darüber, ob dieses Modell korrekt ist. Wie dem auch sei, ein siebenarmiger Leuchter, wie auch immer geformt, ist verboten. Es gibt aber einige Lösungsmöglichkeiten: 1. Eine originelle Entscheidung unseres Lehrmeisters, Rabbiner Zwi Jehuda Kuk, der Rabbiner Jitzchak Herzog (einer der früheren israelischen Oberrabbiner) zustimmte, lautet: Man kann den Leuchter auf einer Unterlage wie Tisch oder Regal mit Schrauben befestigen, dann würde er nicht länger als "Gegenstand" gelten. Ein Gegenstand ist etwas, das herum getragen werden kann, und jetzt kann er nicht mehr herum getragen werden. 2. Bringen Sie einen zusätzlichen Arm an. Wie in der berühmten Frage zu Chanukka, zu der es hundert Antworten gibt: Wenn genug Öl für einen Tag da war, so dauerte das Wunder doch nur sieben Tage, und warum feiern wir dann Chanukka acht Tage? Eine der Antworten von Rabbiner A.J.Kuk lautet: Weil es verboten ist, ein Tempelgerät nach zu machen, fügten die Weisen dem Chanukkafest einen Tag hinzu, sonst wäre es ja verboten gewesen, eine Chanukkia zu benutzen. Man kann also einen Arm hinzu fügen. 3. Sie können einen Arm entfernen, so dass ein sechsarmiger Leuchter entsteht.

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