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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN
IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJECHI
Nr. 749 16. Tewet 5770
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 72) 230 0891
e-mail: kimizion@012.net.il
separate Homepage:
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-Archiv der
"Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag'
den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Gen. 47,28 - 50,26):
Jakov
segnet Josef und seine anderen Söhne vor seinem Tode in Ägypten; der Segen
bezeichnet die Charaktereigenschaft eines jeden der 12 Stämme; großer Trauerzug
und Begräbnis in der Machpela-Höhle; Josef prophezeit, dass G~tt die Kinder
Israels ins Land der Vorväter zurückbringen wird und bittet, dann seine Gebeine
zum Begräbnis dort mitzunehmen.
Haftara: Kö. I, 2, 1-12
Am
Schabbes-Tisch...
Josef und die Schöpfung der Welt
Rav Eran Tamir
Rabbiner an MACHON MEIR |
 |
Der
anscheinend gewaltige Unterschied zwischen den Versen, die das Buch Bereschit /
Genesis eröffnen, und denen, die es beenden, kann großes Staunen hervor rufen.
Gibt es doch kaum eine eindrucksvollere Eröffnung als die Schaffung der Welt
aus dem Nichts, eine göttliche Schöpfung voller Macht und Größe sowohl in
quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht, ganze spirituelle und
materielle Welten voller Potenziale und Lebenskräfte, die von unendlicher
Weisheit zeugen, die in ihnen verborgen ist. Man braucht sich bloß die Natur
anzuschauen - von der selbst heutzutage, mit der enormen Entwicklung des
menschlichen Verstandes, die Wissenschaft nur ein wenig zu offenbaren vermochte
- um etwas von dem "Urknall" zu spüren, der mit den ersten Worten der
Eröffnung des Buches Bereschit geschildert wird: "Im Anfang schuf G~tt den
Himmel und die Erde". Dem stehen die letzten Verse des Buches gegenüber,
die vom Tode Josefs berichten, von der Einbalsamierung seiner Leiche und von
seiner Aufbewahrung in einem kleinen dunklen Sarg, in einem Lande voll
physischem Schmutz und spiritueller Unreinheit - dem Lande Ägypten, sie sehen
blass aus, komprimiert und beschränkt, sogar erschütternd im Vergleich mit der
großartigen Eröffnung. Gibt es denn etwas Geringeres als einen toten Körper in
einem kleinen engen Sarg, in Ägypten, dem Zentrum der ägyptischen Weltkultur?
Gibt es denn eine "armseligere Stimme" als diese? Kann das denn wahr
sein? Wie gerieten wir von "Im Anfang schuf G~tt den Himmel und die
Erde" zu "Und Josef starb... und sie balsamierten ihn ein, und man
legte ihn in eine Lade in Ägypten"? Kann man sich etwas g~ttbehüte
Bedrückenderes und Deprimierenderes vorstellen?! Und die Frage stellt sich nur
noch schärfer und bohrender, wenn wir an die Zukunft denken - wie sollte es
weiter gehen?! Wohin konnten wir von hier aus schon gelangen? Lässt sich
überhaupt an eine Weiterentwicklung denken, oder ist hier g~ttbehüte die
Geschichte schon zu Ende?
Doch
gerade diese extreme und scharfe Fragestellung weist uns die Richtung der
Lösung, denn genau das wollte uns die Tora lehren. Manchmal, wenn es um
wesentliche und bedeutungsschwere Dinge geht, die in großartigen, langwierigen
und komplizierten Entwicklungsprozessen verwirklicht werden, gibt es Zeitpunkte
des Insichgehens, ein Konzentrieren auf ihren inneren Kernpunkt. Von außen
betrachtet sieht es nach Schrumpfen und Schwäche aus, alles welkt dahin und
wird leblos, doch von innen kehrt alles zu seinen Fundamenten zurück, zu seinen
Ursprüngen, was ein erneutes Wachstum in die richtige Richtung ermöglicht.
Manchmal muss man einen kranken Spross auswachsen lassen, wobei gerade dessen
problematische Blüte, und nur diese, die gewünschte Pflanze hervor bringt. Das
gilt für das Privatleben des Menschen und erst recht bei der Erlösung der Welt
durch die Erlösung Israels. Man kann es mit einem Baum im Herbst vergleichen,
der seine Blätter abwirft. Nach außen hin sieht der Baum nackt und bloß aus,
ohne Leben, als sei er abgestorben und nicht mehr zu retten, doch wissen wir
alle, dass der Baum gerade im Winter seine ganze Kraft im Inneren bewahrt,
damit er im kommenden Frühling mit neuen Kräften in voller Pracht erstrahlt.
Der Sarg Josefs in Ägypten, Josef, der seinen Namen nicht änderte, der sich
kein neues Volk wählte und der sein Land nicht vergaß, ist jener Josef der
Gerechte, der von seinem Anfang bis zu seinem Ende in komprimierter Form die
Zielrichtung der Schöpfung der Welt verkörpert. Josef in seinem Sarg in Ägypten
ist das Leuchtfeuer, der Richtungsgeber für die zeitweilige, schwere
Lebenswirklichkeit der Familie Jakovs in Ägypten - "G~tt wird euer
gedenken, dann bringet meine Gebeine hinauf von hier" (Gen. 50,25). Er
steht für das Ziel, und er ist der Katalysator, der sicher stellt, dass die
Schöpfung von Himmel und Erde an ihr Ziel in der Erlösung Israels gelangt, im
Auszug aus Ägypten. Gerade aus der Enge, wie dem engen Sarg Josefs, der in
Ägypten verblieb, wird sich das Volk Israel nach 210 Jahren bitteren und
schweren Exils erinnern, in welche Richtung es sich wenden soll und welche
Bestimmung für sein Leben vorgesehen ist, indem es den Sarg von Ägypten nach
dem Lande Israel mit sich führt, denn ohne ihn wären sie unmöglich aus Ägypten
heraus gekommen.
So
wie damals - auch heute. Wir befinden uns in einer Zeit, in der sich alles
aufzulösen scheint, auseinander fällt, alle nationalen "Mythen"
zerbrechen - wohin führt unser Weg? Doch gerade jetzt befinden wir uns am
Zeitpunkt der inneren Sammlung. Die äußerlichen Wertvorstellungen verfallen,
die oberflächlichen und einseitigen "Ideen" werden entkräftet, doch
in Wirklichkeit kehrt alles im Verborgenen, für das Auge unsichtbar, zu seinem
Ursprung und seinen Wurzeln zurück. Von dort beginnt eine neue Blüte, eine
wirkliche und großartige Blüte, bis hin zu unserer baldigen vollkommenen
Erlösung.
| Der Stand der Dinge...
Der Ewige ist König - da zittern die Völker!
Rav Se'ev Karov
Leiter der Jeschiwa in Karnej Schomron |
[Zum
Jahrestag des Krieges gegen die Hamas im Gasastreifen]
Je
weiter unser Kampf gegen die Hamas im Gasastreifen voran kam und der Feind
schwere Verluste einstecken musste, desto lauter wurden die Stimmen der Völker
gegen uns. Viele Leute fragen sich woher das kommt. Warum hörten wir während
all der Jahre des Beschusses unserer zivilen Siedlungen und Städte aus dem
Gasastreifen so gut wie keine Stimmen aus der Weltöffentlichkeit, die sich aber
plötzlich entsetzt zeigt und den Kämpfen und der Tötung von Zivilisten ein Ende
setzen will?
Kann
es sein, dass ihr Beweggrund ein moralischer ist, wenn sie die Tötung vieler
Zivilisten sehen?
Wie
kommt es, dass Staaten wie die USA, die im Kampf gegen den Terror Tausende
unschuldiger Menschen töteten, uns sagen, wir sollen die Bürger von Gasa
beschützen?
Man
kann dazu alle möglichen und unmöglichen Gründe anführen, von denen ein Teil
sogar der Realität nahe kommen könnte, doch der hauptsächliche Beweggrund ist
ein ganz anderer.
Zu
dem Vers aus den Psalmen: "Der Ewige ist König - da zittern die
Völker" (99,1) heißt es im Midrasch: "Als die Völker der Welt hörten,
dass G~tt das Horn Israels erhebt und sie in ihr Land hinein bringt, begannen
sie zu zürnen".
Die
Völker der Welt haben an unserer göttlichen Botschaft etwas auszusetzen. Der
Kampf der Völker gegen Israel ist kein Kampf um "Gebiete" oder um
diese oder jene Nutzungsrechte. Ihr Kampf gegen uns ist ein Kampf gegen unseren
G~tt, gegen die Idee, die wir in der Welt verkörpern.
Sie
müssen zeigen, dass das jüdische Volk im Unrecht und unmoralisch ist. Sie
versuchen die ganze Zeit, uns nicht zu stark werden zu lassen, denn wenn wir
stark wären, würde sich zeigen, dass wir recht haben.
Solange
das Volk Israel das Licht seiner Kraft unter den Scheffel stellt, solange wir
auch Verluste einstecken und nicht die Oberhand gewinnen, können uns die
Nationen der Welt "ertragen". Sie fühlen sich nicht von uns bedroht,
wenn wir einigermaßen still halten.
Wenn
wir aber anfangen, unser Haupt zu erheben und zu herrschen, dann fühlen sie,
wie G~tt zurück kehrt, in der Welt zu herrschen, und das erregt ihren Zorn.
Der
Ewige ist König - wann zeigt sich G~ttes Königtum in der Welt? Wenn Israel sein
Haupt erhebt. Wenn die Israeliten zurück kehren, über das Land zu herrschen,
"auf dem beständig die Augen des Ewigen deines G~ttes sind" (Dt.
11,12), dann spüren die Nationen im Innersten ihres Lebens, dass G~tt höchstselbst
zurück kehrt, um über die Welt zu herrschen.
Darum
ist es den Nationen so wichtig, den Aufstieg Israels zu bremsen. Darum geben
sie sich solche Mühe, unser "moralisches Minus" zu demonstrieren. So
versuchen sie, unsere moralische Herrschaft abzuwenden, d.h. die Moral G~ttes.
Es
handelt sich um ein Ritual, das sich bei allen Kriegen Israels wiederholt.
Jedes Mal, wenn wir anfangen, es mit unseren Siegen "zu übertreiben",
erheben sich der Zorn der Völker und der Antisemitismus zu neuen Höhen.
"Wenn
die Völker der Welt die Reinheit des Glaubens der Heiligkeit Israels spüren,
finden sie keine Ruhe und wollen ihr Andenken auslöschen, indem sie ihnen
giftige Verleumdungen anhängen, dass sie die geordnete Lebensweise
durcheinander bringen und die Welt ins Unglück stürzen... und darum streben sie
nach ihrer Vernichtung mit der Behauptung, das Glück erreiche die Welt nur
durch die Unterdrückung Israels... doch gerade während des Schäumens der Völker
über Israel hat es die Pflicht, sich in absoluter Vereinigung mit G~tt zu
vereinen und das Wesen ihrer Heiligkeit und des Geistes ihres Glanzes zu
bewahren" (Rabbiner Moscheh Charlap, früherer Leiter der
Merkas-Harav-Jeschiwa in Jerusalem).
Unsere
Aufgabe besteht darin, uns nicht vom "Aufschrei" der Nationen und dem
Gerassel der Medien durcheinander bringen zu lassen. Unser Krieg ist so sehr
rechtens und mehr als moralisch. Er ist so sehr rechtens, weil man uns
beschießt, um uns zu vernichten, er ist so sehr moralisch, weil dies unser Land
ist (inklusive Gasastreifen), und wir hüten uns vor der Tötung von Zivilisten
so weit wie möglich, und vielleicht zu sehr.
Für
eine korrekte und tiefgreifende Sicht müssen wir die Dinge in einem anderen
Licht betrachten, um zu verstehen, dass es bei diesem Krieg um die Herrschaft
G~ttes in der Welt geht. "Der Ewige ist König - da zittern die
Völker".
Frage und Antwort
Siebenarmiger Leuchter
Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von
Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer
Altstadt |
|
Frage: Wenn nicht an Chanukka, darf man einen
siebenarmigen Leuchter anzünden?
Antwort: Es ist verboten, irgendeinen der Gegenstände des
Tempels nach zu machen. (Awoda sara 43a). Es kann sein, dass Ihr Leuchter nicht
genau wie die Menora des Tempels aussieht, das macht allerdings keinen
Unterschied, denn jeder siebenarmige Leuchter wäre für den Gebrauch im Tempel
zulässig. Als die Chaschmonäer nach dem Sieg über die Griechen in den Tempel
kamen, hatten sie nicht genug Material zur Verfügung, um eine prächtige Menora
anzufertigen, und so machten sie nur eine einfache. Im Mischnakommentar des
Maimonides (Menachot 3,7) ist eine Menora mit geraden Armen abgebildet, nicht
runden. Es besteht eine Meinungsverschiedenheit darüber, ob dieses Modell
korrekt ist. Wie dem auch sei, ein siebenarmiger Leuchter, wie auch immer
geformt, ist verboten. Es gibt aber einige Lösungsmöglichkeiten: 1. Eine
originelle Entscheidung unseres Lehrmeisters, Rabbiner Zwi Jehuda Kuk, der
Rabbiner Jitzchak Herzog (einer der früheren israelischen Oberrabbiner)
zustimmte, lautet: Man kann den Leuchter auf einer Unterlage wie Tisch oder
Regal mit Schrauben befestigen, dann würde er nicht länger als
"Gegenstand" gelten. Ein Gegenstand ist etwas, das herum getragen
werden kann, und jetzt kann er nicht mehr herum getragen werden. 2. Bringen
Sie einen zusätzlichen Arm an. Wie in der berühmten Frage zu Chanukka, zu der
es hundert Antworten gibt: Wenn genug Öl für einen Tag da war, so dauerte das
Wunder doch nur sieben Tage, und warum feiern wir dann Chanukka acht Tage? Eine
der Antworten von Rabbiner A.J.Kuk lautet: Weil es verboten ist, ein
Tempelgerät nach zu machen, fügten die Weisen dem Chanukkafest einen Tag hinzu,
sonst wäre es ja verboten gewesen, eine Chanukkia zu benutzen. Man kann also
einen Arm hinzu fügen. 3. Sie können einen Arm entfernen, so dass ein sechsarmiger
Leuchter entsteht. Weitere Kommentare von
Rabbiner
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