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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN
IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT TEZAWE Nr. 757 13. Adar 5770
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
Telefax: +972 (0)72 230 0891
e-mail: kimizion@012.net.il
separate Homepage:
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-Archiv der
"Betrachtungen"
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den Rabbi" auf deutsch
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Ex. 27,20 - 30,10):
Die
Priester - Aharon und seine Söhne; Priesterkleidung und -ausstattung; besondere
Opfer und Amtseinführung; das tägliche Opfer; Opferdienst nur im Heiligtum und
nur durch Priester; der Räucheraltar und der Dienst des Räucherwerkes im
Heiligtum.
Haftara: Schmu'el I, 15, 1-34
Donnerstag: Fasten Esther Schabbat Sachor Sonntag (+Montag) : Purim
Der
Stand der Dinge...
Krieg gegen Amalek Rav Dov Begon
Leiter von MACHON MEIR |
Eines
der Gebote lautet, am Schabbat vor Purim den Abschnitt "Gedenke was dir
Amalek getan auf dem Wege bei eurem Auszuge aus Ägypten" (Dt. 25,17-19)
aus der Tora zu lesen. Und was hat er uns getan? "Der dich auf dem Wege
anfiel und deinen Nachtrab erschlug, all die Schwachen hinter dir, du aber
warst matt und müde" (ebda.). Raschi: "anfiel (karcha) - kar
und cham, Kälte und Hitze, er hat dich abgekühlt und deine
Siedehitze lauwarm gemacht; denn die Völker hatten sich gefürchtet, euch
anzugreifen; da kam dieser und fing an und zeigte anderen den Weg; das gleicht
einem siedenden Kessel, in den kein Mensch steigen kann; da kommt ein
Nichtswürdiger und springt hinein; obschon er sich verbrennt, so hat er ihn
doch vor den anderen kalt gemacht".
Beim
Auszug aus Ägypten erkannten und wussten Israel und die Völker, die die Wunder
des Auszuges gesehen hatten, dass das Volk Israel als der Erstgeborene des
Schöpfers gilt - und wehe jenem, der ihnen auflauerte und sie bekämpfte, bis
dass die Nationen von Angst und Furcht, ja Lähmung erfasst wurden, wie es im
"Lied am Meer" heißt: "Es hören's die Völker, sie beben: Zittern
ergreift die Bewohner Peleschet. Da erschrecken die Stammfürsten Edoms, die
Mächtigen Moaws, sie ergreift Beben, vor Angst aufgelöst sind alle Bewohner
Kana'ans. Es falle über sie Schrecken und Angst; an der Größe deines Armes
erstarren sie wie Stein" (Ex. 15,14-16). Da kam Amalek und brachte einen
Zweifel in die Herzen der Völker und eines Teils des Volkes Israel - sind die
Israeliten wirklich das vom Herrn auserwählte Volk? Ist es wirklich unmöglich,
gegen Israel zu kämpfen und ihnen Böses zu tun? Das Ziel Amaleks war das Säen
von Zweifel, Zweifel an der Einzigartigkeit und am Vorzug des Volkes Israel. So
gleicht der Zahlenwert der Buchstaben Amaleks (=240) dem Zahlenwert des Wortes Safek
(Zweifel). Amalek gehört zu den Nachkommen Eßaws des Bösewichts, ein Feind
Israels - er versuchte, Eßaws Testament zu erfüllen, der uns bis auf die
Knochen hasste. Seine Ursprünge jedoch sind auf die Urschlange zurück zu
führen, die das Gift des Zweifels in die Herzen von Adam und Chawa gab, als sie
vom Baum des Wissens von Gut und Böse aßen - hatte G~tt die Welt wirklich zum
Guten geschaffen, oder ist die Welt, in der wir leben, vielleicht böse? Das
brachte schließlich dunkle Traurigkeit über die Seele und über die ganze
Menschheit. Die Schlange wollte G~ttes Licht in der Welt auslöschen, und dieses
Licht will auch Amalek auslöschen, das sich in der Welt durch das Volk Israel
offenbart.
Nach
dem Stand der Dinge müssen wir uns vergegenwärtigen, dass auch in unserem Zeitalter
die Nachfolger Amaleks am Werke sind, die wie Haman das jüdische Volk
vernichten wollen und Zweifel in den Herzen der Völker und Israels an unserer
Einzigartigkeit als durch den Schöpfer auserwähltes Volk zu säen, das der Welt
Licht und Güte bringen soll.
Und
darum kämpfte Jehoschua bin Nun beim Auszug aus Ägypten gegen Amalek und
besiegte ihn. Auch gegen Ende des babylonischen Exils plante Haman der
Bösewicht die Vernichtung aller Juden, und es geschah ein Wunder, so dass er
und seine Söhne am Galgen endeten. Aber in unserer Zeit, im Zeitalter der
Wiedererstehung der jüdischen Nation, erhob sich ein Monstrum in Deutschland,
plante und führte aus den Mord an sechs Millionen Juden, möge G~tt ihr Blut
rächen. Und in diesen unseren Tagen plant ein anderer Hasser die Vernichtung
des Staates Israel durch Atomwaffen, er schickt seine Handlanger und
Mittelsmänner im Libanon und in Gasa, Hisbollah und Hamas, die uns mit Raketen
beschießen, um der Welt zu zeigen, dass es möglich ist, Israel zu provozieren
und zu erniedrigen und das Licht zu löschen, das vom heiligen Lande ausgeht.
Wir müssen uns darum wieder aufrichten und mit aller Macht unserer
Verteidigungsstreitkräfte jene bekämpfen, die uns vernichten wollen. Dadurch
wird sich an uns das göttliche Versprechen erfüllen, das bereits Jehoschua
gegeben wurde, wie es heißt: "Und der Ewige sprach zu Moscheh: Schreibe
das zum Andenken in das Buch und tue es Jehoschua kund: dass ich das Andenken
Amaleks auslöschen will soweit der Himmel reicht... Weil seine Hand wider den
Thron G~ttes, darum führt Krieg der Ewige wider Amalek von Generation zu
Generation" (Ex. 17,14/16).
Gut
Purim, und in Erwartung der vollkommenen Errettung, Rav Dov Begon
Kinder,
Kinder...
Offener Brief zu Purim
Rav Elischa Aviner
Rabbiner von Mizpe Nevo und Leiter des Kollels
der Jeschiwa Ma'ale Adumim |
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Wie
feiern wir Purim? Endlich ist es da - das Purimfest. Sehnsüchtig erwartet,
hoffnungsfroh herbei gewünscht steht es vor der Tür. Wir hatten recht mit
unseren großen Erwartungen, weil es wirklich ein Sphären verwurzelt ist, bis
dass es die Kabbalisten mit Jom Hakippurim verglichen. Darum darf man es nicht
"verpassen", es vorüber gehen lassen, ohne einen Nutzen daraus
gezogen zu haben, ohne aus der Begegnung mit ihm etwas gelernt zu haben, ohne
unsere geistige Welt bereichert zu haben.
I.
Festfreude
1.
Was macht uns Freude? Dazu antwortet der Midrasch: "Es steht geschrieben: Diesen
Tag hat der Ewige geschaffen, lasst uns jubeln und uns freuen an ihm (Psalm
118,24), [an ihm - ] nun wissen wir noch nicht, woran sich zu freuen, am Tag
oder am Heiligen, gelobt sei er? Das erklärte [König] Schlomo: Wir wollen
froh sein und jubeln mit dir (Hohelied 1,4), und auch: Wonniglich freue
ich mich des Ewigen" (Jeschajahu 61,10; Jalkut Schimoni). Manche glauben,
weil uns ein Wunder an einem bestimmten Tag geschah, reicht es, jedes Jahr an
diesem Datum ein Freudenfest abzuhalten ("am Tag"). Das ist aber ein
Irrtum: diese statische Freude reicht nicht, die Freude muss auch eine
bestimmte Zielrichtung und Bedeutung haben - Freude an G~tt. Wie freut man sich
an G~tt? Wir freuen uns an seiner Nähe, wir freuen uns in Liebe zu G~tt und an
seiner Liebe an uns, an seinem Verhältnis zu uns, an der Annäherung, mit der er
uns sich annähert; an der göttlichen Rettung.
2.
Die Menschen neigen dazu, ihre Nächsten an ihrer Freude zu beteiligen, Freude
mit ihnen zu teilen. Das ist die Basis für das Gebot Mischloach manot (Versendung
von Leckerbissen) - eine Freude, bei der sich Alle mit Allen freuen. Manche
glauben allerdings irrtümlich, dass diese Freude auch das Lachen über Andere
beinhaltet, z.B. jemanden rein zu legen, "in den April zu schicken",
um ein Lachen zu erzeugen. Anstatt sich mit den anderen zu freuen, freuen sie
sich auf Kosten anderer. Nicht nur, dass sie damit die erwünschte Freude
verfehlen, sie erreichen genau ihr Gegenteil. Die innerliche Freude muss sich
vom Menschen auf seine Umgebung übertragen, darf sich aber nicht in Giftpfeile
verwandeln, mit denen die Umgebung geärgert wird.
3.
Eines der Gebote dieses Tages ist das Erfreuen anderer, und zwar in Gestalt des
Gebotes der Armengeschenke. Nicht nur Freude mit dem Nächsten teilen, sondern
Freude bei jenen erwecken, die sonst keinen Anteil an ihr haben. So heißt es
bei Maimonides: "Es gibt keine größere und prächtigere Freude als das
Erfreuen der Herzen der Armen, der Waisen, der Witwen und der Konvertiten, denn
wer das Herz jener Unglücklichen erfreut, ähnelt der göttlichen Präsenz, wie es
heißt: ..zu beleben den Mut der Gebeugten und zu beleben das Herz der Niedergeschlagenen"
(Jeschajahu 57,15; Gesetze von der Megilla 2,17). Freue dich darum mit deinen
Freunden und deinen Bekannten, aber vergiss dabei nicht jene, die nichts zu
lachen haben. Die Pflicht des Erfreuens bezieht sich hauptsächlich auf jene
Letztgenannten.
II.
Wein
Ein
Sprichwort besagt: "Wenn Wein hinein geht, kommt das Geheimnis
heraus" (Eruwin 65a, Sanhedrin 38a). Erklärung: Der Wein legt das
Innenleben offen. Darum eile dich nicht mit dem Weintrinken, wenn dein
Innenleben nicht rein ist. Wenn der Weingenuss Schätze von erhabenen Gedanken
und edlen Bestrebungen offenbart, die in dir verborgen waren, dann nur zu,
trinke Wein und offenbare deine Geheimnisse. Wenn der Wein dich aber dazu
bringt, Unsinn heraus zu würgen, Dummheiten und Schlimmeres, dann versuche erst
gar nicht, dich zu betrinken. Warte geduldig ab, bis sich dein Innenleben
geläutert und dich gereinigt hat, und lass den Wein erst dann dein Geheimnis
offenbaren.
III.
Nacht und Tag
Die
Gebote von Purim sind am Tage auszuführen. Wer es am Abend oder in der Nacht
tut, hat seine Gebotspflicht nicht erfüllt. Eine Ausnahme bildet das Lesen der
Estherrolle, das am Abend statt findet und am Tage wiederholt wird. Doch auch
hierbei liegt das Schwergewicht des Gebotes auf dem Lesen am Tage. Auch die
Festfreude, das Festmahl und der Weingenuss müssen tagsüber abgehalten werden,
am Abend erfüllt man damit keinerlei Gebotspflicht, wie es ausdrücklich im
Schulchan Aruch heißt (O.C. §695,1): "Wer das Purimmahl in der Nacht
abhielt, hat seine Pflicht nicht erfüllt", doch Rabbiner Moscheh Isserles
fügte hinzu: "Trotzdem freue man sich auch am Abend und mehre ein wenig
seine Mahlzeit". Diese Weisung soll nicht den Schwerpunkt der
Gebotsordnung verschieben: die Hauptsache bleibt der Tag - und ein wenig bei
Nacht. Darum muss man sehr darauf achten, dass dieses "wenig" nicht
die Festfreude am Tage beeinträchtigt. Wer die ganze Nacht auf Purimparties
verbringt und dabei Unmengen von Wein konsumiert, gefährdet die Festfreude am
Tage, die schließlich das Hauptgebot darstellt. Wie das? Es ist sehr zu
bezweifeln, dass er am Tage auf seinen Beinen stehen kann, ob er am Tage
überhaupt noch einen Tropfen Wein zu sich nehmen und das Gebot der Festfreude
erfüllen kann. Darum muss man die Verhältnismäßigkeit einhalten, die das Gesetz
vorgab: die Hauptsache am Tage, und etwas am Vorabend.
IV.
Das Lesen der Megilla
Jedem
Juden ist es geboten, die Megilla zu lesen oder ihrer Lesung zuzuhören. Es gibt
viele Arten des Zuhörens, doch das Minimum, das man von einem intelligenten
Menschen erwarten kann, ist das Folgen des Fortgangs der Ereignisse in der
Megilla, das Erfassen des Ablaufs der Geschehnisse und in alledem das Erkennen
der Hand G~ttes, die die menschliche Geschichte und die Generationen des
jüdischen Volkes lenkt. Das ist nur möglich, wenn man die Megilla
kontinuierlich liest. Wenn das Lesen aber ständig durch ausgiebiges
"Hamanschlagen" unterbrochen wird, ist es unmöglich, richtig
zuzuhören und sich den Inhalt der Megilla vorzustellen. Jeder Vers steht für
sich alleine, manchmal hört man nur zusammenhanglose Worte. Durchblick und
tieferes Verständnis - Fehlanzeige. Darum ist das "Hamanschlagen" auf
ein vernünftiges Maß zu begrenzen, um so das Gebot der Megillalesung
vorschriftsmäßig zu erfüllen.
V.
Gefahr
Lebensgefahr
verdrängt alle Gesetze der Tora, sogar die Purimgebote. Darum gibt es auch an
Purim keinerlei Erlaubnis, sich in Gefahr zu begeben. Keine Knallkörper und
kein Alkohol am Steuer.
Zurück
zum Anfang: Der Hauptinhalt des Purimfestes ist die Freude an G~tt. Das ist
keine schwere Aufgabe, wenn man sich ihr bloß bewusst ist. Lasst die Freude
nicht uns beherrschen und den Herrn der Welt vergessen machen, vielmehr wollen
wir Freude mehren in Anhänglichkeit an G~tt.
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