DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT SCHEMINI
Nr. 762
26. Nissan 5770

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 

Diese Woche in der Tora (Lev. 9,1-11,47):

Aharon bringt Sühnopfer für seine Beteiligung am "Goldenen Kalb"; Stiftszelt-Einweihungsopfer und göttliche Erscheinung vor dem versammelten Volk; zwei der Söhne Aharons werden für falsches Räucherwerk von himmlischem Feuer getötet; Speisegesetze, erlaubte und verbotene Tiere.

Haftara: Schmu'el II, 6,1-23, 7,1-17


Am Schabbes-Tisch...
 

Was geschieht mit uns?
 
 
 

Rav Eran Tamir
Rabbiner an MACHON MEIR

Oft, wenn wir uns die Art und Weise unserer Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen überlegen, politischen, militärischen, moralischen, etc., Probleme, mit denen sich auch andere Nationen konfrontiert sehen, wundern wir uns, wie die Völker der Welt ganz richtig mit ihnen umgehen, und wir, das Volk Israel, das weiseste der Völker, sich bei der Lösung Mal um Mal vergreift? Wo bleibt der sagenhafte jüdische Verstand? Was geschah mit der jüdischen Moral? Woher wissen zum Beispiel die Amerikaner, wie man mit Terrorismus und Terroristen im fernen Irak umzugehen hat in einer Auseinandersetzung, die Aggressivität und Grausamkeit gegen den Feind einschließt sowie das Halten von Gefangenen in amerikanischen Gefängnissen dortselbst, und wir, das Volk Israel, wissen nicht, wie man ein für alle Mal den Beschuss von Sderot stoppt, der schon acht Jahre andauert, und das hier, in unserem eigenen Land?

Wie kann es angehen, dass Israelis in der Welt als unhöflich und rüde bekannt sind und von den anerkannten Regeln des Verhaltens in der westlichen Welt abweichen, während sich diese Völker durch Geduld, Höflichkeit und menschenwürdige Beziehungen auszeichnen?

Die grundlegende Antwort auf diese Frage erhalten wir am Ende unseres Wochenabschnittes, wo von den für Juden erlaubten und verbotenen Speisen die Rede ist. Obwohl dort nun gelehrt wird, welche Tiere, Vögel, Fische und Insekten verboten sind, entschied die Tora, das Thema wie in Vers Lev. 11, 44 zusammen zu fassen: "Denn ich bin der Ewige, euer G~tt; so heiliget euch, dass ihr heilig seid, denn ich bin heilig; und verunreinigt euch nicht durch all das Gewimmel, das auf dem Lande kriecht". Auf den ersten Blick äußerst verwunderlich, warum es die Tora für nötig befand, im abschließenden Vers, der das Volk Israel erwähnt, das sich mit Hilfe der Nahrungsmittel heilig halten und die Seele nicht verunreinigen soll, betont, dass wir uns ausgerechnet nicht durch den Verzehr von Krabbeltieren verunreinigen sollen! Und was ist mit den anderen verbotenen Tieren?! Der Vers hätte doch besser lauten sollen: "...verunreinigt nicht eure Seelen", allgemein abgefasst, ohne Details?

Dazu erklärte Rabbiner Naftali Z.J. Berlin aus Woloschin (der Neziw), die Ergänzung "durch all das Gewimmel, das auf dem Lande kriecht" hat eine ganz wesentliche Bedeutung, denn "wer seine Seele mit von der Tora verbotenen Nahrungsmitteln verunreinigt, wird seine Natur soweit pervertieren, bis dass er auch Dinge isst, die der gesunde Menschenverstand widerlich findet. Und wie bei jedem Material und jeder Form, je entwickelter die Form, desto schwächer ihr Material, und wenn die Form verloren geht, verläuft sich auch das Material, mehr als weniger entwickeltes Material. So verhält es sich auch mit der Seele - die Seele und der Verstand des Menschen sind höher entwickelt als die Seele des Tieres, und wenn Seele und Verstand des Menschen verderben, so wird er übler als ein Tier und überaus schädlich, und ebenso ist die jüdische Seele höher entwickelt entsprechend des ihr innewohnenden Tora-Verstandes, und wenn dieser Tora-Verstand verdorben wird, wird sie übler als eine Menschenseele, die keinen Tora-Verstand hatte, und sie schreckt nicht vor dem Essen von abscheulichen Dingen zurück wie vom Gewimmel, das auf dem Lande kriecht". Noch detaillierter beschrieb dies Rabbiner A.J.Kuk in seiner Ansprache zum Schabbat Hagadol: "Wie in allen Ordnungen der Schöpfung - die ruhende Materie, die wachsenden Pflanzen, die Lebewesen, der sprechende Mensch - die jeweils höhere Ordnung auch die Vorzüge der niederen Ordnungen beinhaltet - die Pflanzen enthalten z.B. Bestandteile der ruhenden Materie, und die Lebewesen die Kraft des Wachstums der Pflanzen, und der sprechende Mensch die Lebenskraft der Lebewesen... so verhält es sich auch mit dem Volk Israel, das doch sicher den Vorzug der Menschenwesen erwarb, seitens ihrer Eigenschaft als Menschen... doch obwohl jede Stufe die Teile der darunter liegenden Stufen benötigt, so bedient sie sich ihrer nicht entsprechend der Umgebung, in der sie sich normalerweise befinden, d.h. in der niedrigeren Stufe, sondern passt sie dem Wert ihrer eigenen Stufe gemäß dem Wert zu Beginn ihrer Schöpfung an. Die Pflanze nimmt sich nicht die ruhende Materie, um dann hinterher darauf die Kraft des Waschstums einwirken zu lassen, sondern von Anbeginn ihrer Existenz entsteht sie entsprechend der notwendigen Eigenheit des Vorzugs des Wachstums; ebenso das Lebewesen, das das Wachstum entsprechend seiner Lebenskraft einsetzt, und genauso muss der Sprechende, der bereits über die Freiheit der Entscheidung verfügt, an allen seinen Aspekten am Lebendigen ausgerichtet sein, nur dienen sie bei ihm dem Ziel der verstandesmäßigen Redekraft, d.h. der Ehrlichkeit und der Gerechtigkeit, und ebenso muss sich der menschliche Aspekt Israels unbedingt nach der Quelle Israels ausrichten und nicht nach einem anderen Felde".

Erläuterung: Als G~tt seine Welt nach den bekannten Abstufungen erschuf - ruhende Materie, wachsende Pflanzen, Lebewesen, der sprechende Mensch, Israel - oder allgemein ausgedrückt: natürlich-materiell und geistig-göttlich, fügte er in jeder höheren Stufe zu ihrer Vervollkommnung die jeweils niedrigeren Stufen ein. Die Integration der niederen Stufe in der höheren erfolgt jedoch nicht nach dem Wert der niederen Stufe, sondern nach dem Wert der höheren Stufe, d.h. es gibt ruhende Materie an sich, und ruhende Materie auf der Stufe des Wachsenden, und wiederum andere ruhende Materie auf dem Niveau der Lebewesen usw., und all das, damit jede höhere Stufe in die Pflicht gelangt, ihren höheren, für sie charakteristischen Wert zu offenbaren, und wenn sie das nicht tut, kann sie noch nicht einmal auf der niedrigeren Stufe existieren und verfällt der Selbstzerstörung. Die natürlichen Lebenskräfte zum Beispiel, die bei den Tieren von Instinkten geleitet werden, unterstehen beim Menschen nicht den Instinkten, denn sonst würde sich der Mensch mit dieser niedrigeren Stufe begnügen, vielmehr erscheinen jene Kräfte beim Menschen in ihrer angemessenen Form nur nach dem klärenden Einsatz des Verstandes und der freien Entscheidung. Wenn der Mensch jedoch nicht seinen Verstand für seine Entscheidungen benutzt, wird er fehlerhaft handeln und Verderben über sich bringen, im Gegensatz zu den Tieren, die ihr Instinkt vor solchem Abgleiten schützt, über den der Mensch jedoch nicht verfügt.

Und so gelangen wir zu unserem Thema: Alle verstandesmäßigen und moralischen Lebenskräfte des Menschen bestehen im Volke Israel nicht nach dem gleichen Muster wie bei den anderen Völkern, sondern entsprechen dem besonderen seelisch-spirituellen Wert Israels. Und deshalb erscheint das Menschenwesen im Volke Israel nur dann in seiner richtigen Form, wenn das Volk Israel seine Seele, seine wahre Gestalt offenbart. Wenn aber nicht, gelangt es zu größeren Verderbnissen als andere Völker, gerade wegen seiner höchsten Stufe, die es kennzeichnet... Das ist es, was die Tora sagte; wenn wir uns nicht durch die erlaubten Speisen heiligen, werden wir ins Verderben absinken und schließlich Kriechtiere essen, die jeder normale Mensch verabscheut, denn bei uns stammt das Vermeiden solcher "Speisen" von der uns eigenen besonderen Seele, und nicht wie bei anderen Menschen aus einfacher, natürlicher Abscheu.

Mögen wir wissen, uns und unsere göttliche Eigenheit zu offenbaren, und dann werden wir auch wissen, wie wir uns mit den anderen Themen, die heute auf der Tagesordnung stehen, auseinander zu setzen haben, seien es politische, militärische oder moralische Themen, mit G~ttes Hilfe.



Frage und Antwort
 
 

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt


Frage: Muss Medizin als koscher bescheinigt sein, sei es für Pessach, sei es für das ganze Jahr?
Antwort:
Als allgemeine Regel gelten alle Medikamente als koscher, auch für Pessach, die keinen Geschmack haben, da sie kein Nahrungsmittel sind. Wir können sogar eine Medizin mit Geschmack zu einer Medizin ohne Geschmack machen, und zwar indem wir sie in dünnes Papier einwickeln.

Frage: Ein Alternativ-Mediziner riet mir, meine schwielige Hand mit Reis zu bestreuen und in den Sand zu stecken. Mein Vater sagt mir aber, ich soll nicht auf ihn hören. Was soll ich tun?
Antwort:
Nichts. Aberglauben.

Frage: Ist es verboten, neben einem Spiegel zu sitzen?
Antwort:
Aberglauben.

Frage: Müssen die Eltern für etwas bezahlen, das ihr Kind kaputt machte?
Antwort:
Ja, um es vor himmlischer Strafe zu schützen, wenn es erwachsen wird, und um es vor dem Bet Din zu schützen, das es bestrafen müsste.

Frage: Ich möchte für ein Jahr aufhören zu arbeiten, um Tora zu lernen. Sollte ich das tun und auf G~tt vertrauen, dass er mich solange versorgen wird?
Antwort:
G~ttvertrauen ist der Glaube, dass G~tt seine Versprechen erfüllen wird. Da G~tt Ihnen aber nichts dergleichen versprochen hat, können Sie ihm nicht Ihre Entscheidung aufzwingen.

Wenn meine Frau mit mir spricht

(aus Rav Aviners wöchentlicher Kolumne zu Eheangelegenheiten im Parscha-Blatt von "Rosch Jehudi")

Es ist ein heiliger Moment, wenn meine Frau mit mir reden will. Ich meine nicht, wenn sie fragt, wo ist das Schulbrot für Jossi oder wo ist der Bleistift. Ich meine eine persönliche Unterhaltung. Darum bereite ich mich vor, wie bei allen heiligen Handlungen: Ich schalte mein Handy ab, zieh das Telefonkabel heraus und stell die Türklingel stumm (ich habe heraus gefunden, wie man das macht). Da ich aber nicht weiß, wie man Jossi, Ricki und Talli abschaltet, gebe ich ihnen was Interessantes zu spielen. Wenn sie trotzdem weinen oder schreien, ist das schon in Ordnung, ich habe nämlich gelernt, es ist sogar gut für sie, wenn sie nicht alles bekommen, was sie wollen. Dann setze ich mich ihr gegenüber, oder neben sie, je nachdem, und höre zu. Es ist doch so interessant. Verstehen Sie mich nicht falsch - meine Frau ist weder Professorin, Dozentin oder Künstlerin. Sie ist viel mehr: Sie ist meine Frau. Es ist wohl wahr, wenn jemand anderes so mit mir reden würde, wäre ich tödlich gelangweilt. Aber weil sie meine Frau ist, ist es interessant. Ich fange an zu glauben, dass wir zwei Wesen sind, die in Wirklichkeit eines sind.



Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen auf hebräisch im Internet (audio/online):
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- englischsprachige Sendungen und Nachrichten
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