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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN
IN ISRAEL
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Sderot Hame'iri 2
Kirjat
Mosche
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- 91032 Jerusalem ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT MIKEZ
Nr. 698
30. Kislev 5769
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 72) 230 0891
e-mail: kimizion@012.net.il
separate Homepage:
www.kimizion.org
-Archiv der
"Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag'
den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Gen. 41,1
- 44,17):
Pharaos Träume und Josefs Deutung:
7 fette und 7 Hungerjahre, Josef Vizekönig, Anlage von Vorratsspeichern,
Neuordnung der ägyptischen Wirtschaft, Josefs Brüder kommen Getreide
zu kaufen, erkennen ihn aber nicht.
Schabbat Chanukka
+ Rosch Chodesch
Chanukka ssame'ach!
>>Midrasch
"Ma'asse Chanukka"<<
Am
Schabbes-Tisch...
Träume sind
Schäume?
Rav Eran Tamir
Rabbiner an MACHON MEIR |
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In den gegenwärtigen
Wochenabschnitten treffen wir häufig auf Träume. Jakov träumt,
Josef träumt, sogar Pharao träumt. Was haben wir überhaupt
von Träumen zu halten?
Auf den ersten Blick scheint
es dazu bereits im Tanach [Tora, Nevi'im, Ketuvim - 5 Bücher
Moscheh, Propheten, Schriften] widersprüchliche Verse zu geben, wie
bereits der Talmud hinterfragt: "Raba wies auf einen Widerspruch hin: Es
heißt: im Traume rede ich zu ihm (Num. 12,6), dagegen heißt
es: die Träume reden Nichtigkeit?!" (Secharja 10,2; Brachot
55b). Vermittelt der Traum nun das Wort G~ttes, oder vielleicht nur Phantasien
und Lügen? Die Auflösung im Talmud: "Das ist aber kein Widerspruch;
das eine durch einen Engel, das andere durch einen Dämon" (ebda.).
Wir lernen daraus von der Existenz zweier Arten Träume, oder genauer
gesagt, von zwei Arten der Vorstellung, die dem Traum als Quelle dienen.
Eine erhabene Vorstellung "durch einen Engel", und eine niedere Vorstellung
"durch einen Dämon". Mit der erhabenen Vorstellung ist die Prophetie
gemeint, die absolute göttliche Wahrheit, und wenn ein Mensch ein
spirituelles Leben auf der Grundlage von göttlichen Werten führt,
entwickelt er sich Stufe um Stufe bis hin zum Höhepunkt, der Prophetie
- der Begegnung mit dem Worte G~ttes, das zu ihm aus der Höhe gelangt,
die weit über dem Gipfel des menschlichen Verstandes liegt, der den
Beschränkungen und den Grenzen der diesseitigen Welt unterliegt, wie
Rabbiner A.J.Kuk bemerkte: "In der Schatzkammer des Vorstellungsvermögens
ruhen alle Wahrheit und alle Größe, die Schritt für Schritt
durch die verengenden und klärenden Kanäle des Verstandes erläutert
werden... Unser rationaler Verstand ist nichts anderes als ein kleiner
Schüler, der ein wenig das ganze reichhaltige und heilige Lebenslicht
der Schatzkammer des Vorstellungsvermögens erklärt... gebet Ehre
der Lebenskraft unseres höchsten Vorstellungsvermögens, das sich
über alle Engen und trockenen Beschränkungen der Bedingungen
der armen und trockenen Wirklichkeit erhebt..." (Orot Hakodesch
I, S.223).
Traum (Chalom) kommt
von Gesundung (Hachlama)... Wir sind zwar Nachkommen von Propheten,
aber selbst keine Propheten. Darum sind unsere Träume ungeklärt
und es ist uns verboten, unser tägliches Leben nach unseren Träumen
auszurichten. Dazu müssen wir uns vielmehr unseres Verstandes und
unserer Einsicht bedienen, oder wie es im Talmud heißt: "Der Traum
ist ein Sechzigstel Prophetie". Er hat zwar etwas von Prophetie an sich,
doch bleibt ein so geringer Anteil irrelevant [bei bestimmten Verboten
gilt ein Anteil bis zu einem Sechzigstel als vernachlässigbar, d.h.
erlaubt] und kann keinen entscheidenden Einfluss auf unsere praktische
Lebensführung nehmen. Wie es an anderer Stelle im Talmud heißt,
ging die Prophetie von den Propheten auf die Weisen über, und daher
findet sich das Wort G~ttes bei der Weisheit der Tora und ihrem Studium.
Im Unterschied dazu gibt
es allerdings auch eine niedere Vorstellungskraft, die auf den primitiven
und tierischen Vorstellungen des Menschen beruht, Vorstellungen, deren
praktische Verwirklichung ihm nicht "gelingt", die ihm aber in seinen Träumen
erscheinen und dort in der ganzen Tiefe ihrer Niedrigkeit und Unreinheit
ausbrechen, wie Rabbiner Kuk schrieb: "Die Grobheit des gesellschaftlichen
Lebens, das tief in seinen materiellen Aspekten steckt, drängt das
Licht des Traumes aus der Welt, den Glanz seiner Weite, seine höchste
Erhebung über die traurige Wirklichkeit, bis sich die Welt von den
Giftbissen der Wirklichkeit vor Schmerzen windet, in Ermangelung des Glanzes
des Traumes...". Ohne diesen Glanz ist das natürlich ein sinnloser
Traum, was seinen Inhalt angeht, und seine einzige ernsthafte Bedeutung
besteht darin, dass der so einen Traum träumende Mensch vor sich selbst
Rechenschaft ablegen muss... Wir sind das Volk Israel, das Volk der Träume,
wir wissen uns über den logischen Verstand und die praktische Wirklichkeit
zu erheben, obwohl uns die Pflicht obliegt, mit aller Kraft in diesen zu
wirken, trotz unserer Beschränkungen. Doch unsere Träume, unsere
Bestrebungen und Unternehmungen sind wahrhaftig und werden sich eine nach
der anderen am Ende des langen und komplizierten historischen Prozesses
verwirklichen, kein Jota der prophetischen Visionen über unser Volk,
unser Land und unsere Tora wird verloren gehen. Wie relevant sind doch
die Worte Rabbiner Kuks über unser Zeitalter: "Die großen Träume
bilden das Fundament der Welt. Es gibt verschiede Stufen. Es träumen
die Propheten, im Traume rede ich zu ihm (Num. 12,6). Es träumen
die Dichter im Wachzustand, es träumen die großen Denker von
der Weltverbesserung. Es träumen wir alle wenn der Ewige zurück
führt die Weggeführten Zions (Psalm 126,1)". Und mit G~ttes
Hilfe werden wir durch unsere Arbeit und unsere Anstrengungen die vollständige
Erfüllung unseres Gebetes erleben: "Und unsere Augen mögen schauen
wenn du nach Zion zurück kehrst in Erbarmen" (Schmone-Esre
Gebet), und damit wird die Welt ihre Gesundung in der Verwirklichung ihrer
wahrhaftigen göttlichen Träume erlangen.
| HaRav
Aviner
Zwei Väter
erklären Chanukka - aus weltlicher und aus streng-orthodoxer Sicht
Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa
von "Ateret Kohanim/Jeruschalajim" in der Jerusalemer Altstadt |
|
1. Gespräch:
-Aba, wie haben wir die
Griechen besiegt?
-Mit G~ttes Hilfe natürlich.
-Wem hat G~tt denn geholfen?
-Bekanntlich den Chaschmonäern.
-Wer war denn das?
-Deine heiligen Priester
("Al Hanissim"), große Gerechte.
-Nicht Soldaten?!
-Doch...äh, ja, Soldaten.
-Die haben mit richtigen
Waffen gekämpft?
-J-ja... mit Waffen...
-Dann waren die also gar
nicht religiös, oder von den pro-staatlich Religiösen?
-Woher denn? Natürlich
waren sie Streng-Orthodoxe (Charedim)!!
-Charedim gingen
zur Armee?!
-Damals ja...
-Aber wofür denn?
-Natürlich um das Volk
Israel zu retten.
-Warum gehen wir dann heute
nicht zur Armee?
-Nicht nötig. Die Tora,
die wir so intensiv studieren, beschützt uns.
-Also brauchen wir gar keine
Armee!
-Richtig. Die Tora beschützt
uns.
-Und damals beschützte
uns die Tora nicht?
-Natürlich beschützte
sie uns! Durch das Verdienst der Tora siegten sie.
-Wozu brauchten sie denn
dann Waffen?
-Weil... äh, durch
das Verdienst der Tora... siegten sie mit Waffen.
-Warum gehen wir also nicht
zur Armee und siegen durch das Verdienst der Tora?
-Nicht nötig. Die Nichtreligiösen
und die Nationalreligiösen gehen und siegen durch das Verdienst unseres
Torastudiums.
-Warum blieben die Chaschmonäer
dann nicht in ihren Jeschiwot und ließen durch das Verdienst ihrer
Tora die damaligen Nicht- und Nationalreligiösen siegen?
-Damals gab es solche noch
nicht. Alle waren Charedim.
-Die Chaschmonäer waren
keine Nationalreligiösen?
-Um G~ttes Willen! Das ist
eine neue Erfindung: Tora plus jüdisch-religiöser Nationalismus.
-Was bedeutet "jüdisch-religiöser
Nationalismus"?
-Staat und Armee, solche
Sachen.
-Und die Chaschmonäer
kämpften nicht in der Armee und gründeten keinen Staat?
-Doch... Vielleicht wollten
sie es gar nicht wirklich... aber sie hatten keine andere Wahl.
-Und jetzt haben wir die
Wahl, ohne Armee auszukommen? Haben wir keine Feinde?
-Ich sagte dir bereits,
wir müssen Tora lernen. Und dann tut G~tt uns ein Wunder und vernichtet
alle unsere Feinde!
-Warum hat G~tt dann nicht
alle unsere Feinde zur Zeit von Chanukka vernichtet? Vielleicht, weil sie
nicht Tora lernten?
-Um G~ttes Willen. Tatsache
ist, "dass das frevelhafte griechische Reich gegen dein Volk Israel aufstand,
sie deine Lehre vergessen und die Satzungen deines Willens übertreten
zu machen" ("Al Hanissim").
-Aber die Chaschmonäer
kämpften, dann waren sie also doch Nationalreligiöse?
-G~tt behüte. Sie waren
Charedim...
ganz und gar Charedim...
* * *
2.Gespräch:
-Aba, wie haben wir die
Griechen besiegt?
-Mit der Armee natürlich.
-Wir hatten damals eine
Armee?
-Nicht direkt... die Chaschmonäer
haben das irgendwie organisiert...
-Und warum haben sie das
nicht vorher organisiert? Was war passiert?
-Die Griechen ließen
die Juden keine Gebote erfüllen, Schabbat und solche Sachen.
-Religiöse Sachen?
-Genau.
-Und dafür zogen sie
in den Krieg?!
-Jaja, die Religiösen
machen aus jeder Kleinigkeit eine große Geschichte mit Demonstrationen
und Kriegen.
-Die Chaschmonäer,
die gegen die Griechen kämpften, waren also Religiöse?
-Unmöglich. Du weißt
doch, dass die Religiösen nicht zur Armee gehen.
-Aber vielleicht waren die
Chaschmonäer Nationalreligiöse?
-Unmöglich. Das ist
eine neue Erfindung, Religion in den Staat und überall rein zu mischen..
-Wen stört das?
-Natürlich stört
das! Religion bringt die staatlichen Institutionen und die Armee, an sich
gute und gesunde Dinge, durcheinander und schwächt sie.
-Du hast aber doch gerade
gesagt, der Aufstand brach aus, weil die Chaschmonäer Gebote erfüllen
wollten?
-Na und?
-Wenn sie es mit der Religion
hielten, wie konnten sie dann gewinnen?
-Woher soll ich das wissen?...
Vielleicht hat ihnen G~tt geholfen...
-Gibt's denn sowas?
-Natürlich nicht. Ich
wollte sagen, sie glaubten, G~tt helfe ihnen, und dann haben sie gesiegt...
-Aber gerade die Anhänger
der griechischen Kultur kämpften doch überhaupt nicht!
-Logisch, sie waren doch
für die Griechen.
-Die waren also nicht für
einen jüdischen Staat. Dann hatten also ausgerechnet die Religiösen
ein jüdisches Staatsbewusstsein!
-Na und?
-Warum sind wir dann also
nicht auch religiös und stützen damit besser unsere staatlichen
Institutionen?
-Heute ist das anders. Man
muss für den jüdischen Staat und nichtreligiös sein, das
ist am gesündesten.
-Aber soweit ich verstehe,
waren die Chaschmonäer religiös und für den Staat?
-Woher denn?! Sie waren
nicht religiös... Vielleicht Nichtreligiöse von einer anderen
Sorte... auf jeden Fall Nichtreligiöse...
[Die Idee zu diesen Dialogen
stammt aus einem anonymen Artikel, den mir ein Bekannter gab].
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