DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
"Jerusalem
Reclamation Project"
AUF HEBRÄISCH:
Diese Woche in der Tora (Ex. 10,1
- 13,16):
In der Tora findet sich kein ausdrückliches Gebot, die Kinder zum Glauben an G~tt und die Erfüllung der Gebote zu erziehen. Es gibt allerdings ein Gebot, das eine gewisse Ausnahme von dieser Regel darstellt, und damit die Regel neu definiert, nämlich: "Und an jenem Tage sollst du deinem Sohne erzählen: Das ist um dessentwillen, was der Ewige an mir getan, als ich aus Ägypten zog" (Ex. 13,8). Der Gebotsablauf des Sederabends ist voll von verschiedenen erzieherischen Weisungen, die sich auch auf andere Gebiete übertragen lassen. Das Gesetz, das Erzählungs-Gebot ausgerechnet in der Nacht zum 15. Nissan zu erfüllen, lernen die talmudischen Weisen aus den Worten "um dessentwillen", d.h. zur Stunde, da Matza und Maror (Bitterkraut) vor dir liegen. Der Wert des Erzählens liegt gerade in der begleitenden Veranschaulichung. "vor dir liegen", und nicht nur als frontaler Anblick, sondern mit Geschmack, den man im Mund fühlen kann - "Matza und Maror". Obwohl der Text der Pessach-Hagada seit ehedem feststeht, ändert sich doch die Erzählung je nach der jeweiligen Situation (außerdem kennt doch jeder die Antworten an die "4 Söhne"). Folgendes schrieb Maimonides in den Gesetzen von Chametz und Matza: "Je nach Verstand des Sohnes lehrt ihn der Vater. Und zwar: Wenn er klein oder dumm ist, sagt er ihm: Mein Sohn, wir alle waren Knechte in Ägypten wie dieses Dienstmädchen oder wie dieser Knecht, in Ägypten. Und in dieser Nacht löste uns der Heilige aus, gelobt sei er, und führte uns hinaus in die Freiheit. Und wenn der Sohn groß und klug ist, erzählt er ihm, was uns in Ägypten widerfuhr, und von den Wundern, die durch unseren Lehrer Moscheh an uns vollbracht wurden; alles entsprechend dem Verstande des Sohnes" (7.Kap., Hal.2). Die Geschichte für den großen Sohn wird dessen Fähigkeit angepasst, abstrakte Begriffe zu verstehen, während die Geschichte für den kleinen Sohn von Demonstrationsobjekten begleitet wird, die aus der ihm bekannten Umwelt stammen. Diese Tatsache kommt in einer besonderen Formulierung bei Maimonides zum Ausdruck: "In jeder einzelnen Generation muss der Mensch sich selbst vorstellen, als ob er selber in diesem Moment aus der Knechtschaft Ägyptens loszog" (Hal.6). Nicht wie die übliche Formulierung in der Hagada, dass der "der Mensch sich selbst sehen muss, als ob...", sondern "vorstellen". Daher der Brauch in einigen Teilen des jüdischen Volkes, wonach die Eltern vor ihren Kindern eine kleine Vorstellung zur Veranschaulichung des Auszugs aus Ägypten geben. Ein zentraler Bestandteil der Hagada ist die Frage. Selbst wenn eine Erzählung von attraktiver Veranschaulichung begleitet wird, reicht sie doch nicht an die Geschichte, die als Antwort auf eine beunruhigende Frage erzählt wird. Darüber schrieb Maimonides: "Und man muss in dieser Nacht eine Änderung machen, so dass die Kinder es sehen und fragen: Was ist in dieser Nacht anders als in allen anderen Nächten? ["Ma nischtana.."], bis dass [der Vater] ihnen antwortet und zu ihnen spricht: So und so geschah es, und so und so war es. Was mache er anders? Er verteile ihnen Röstähren und Nüsse und rückt ihnen vor dem Essen den Tisch weg, und einer schnappt dem anderen die Matze aus der Hand, und ähnliche Dinge" (Hal.3). Man soll die Kinder also nicht nur einfach das Ma nischtana aufsagen lassen, sondern muss für eine andere Atmosphäre sorgen, eine besondere, aussergewöhnliche, die von innen zur Frage herausfordert, auch wenn sie sich nicht wörtlich artikuliert. Und was unterscheidet diese Nacht nun wirklich von allen anderen Nächten? Der Wert dieser Frage ist so groß, dass sie auch dann gestellt wird, wenn nur Erwachsene anwesend sind: "Hat er keinen Sohn - fragt ihn seine Frau. Hat er keine Frau - fragt einer den anderen: Was ist in dieser Nacht anders, sogar, wenn alle Toragelehrte sind. Ist er allein - fragt er sich selber: Was ist in dieser Nacht anders" (ebda.). Die Frage verfolgt zwei Ziele. Das erste ist das Erzeugen echten Interesses. Wer sich für etwas interessiert, wird auch hinhören, zuhören, verstehen, verinnerlichen und behalten. Das zweite, nicht weniger wichtig, besteht im Wachhalten der Aufmerksamkeit der Zuhörer. Im Gesetzeswerk Mischna brura heißt es dazu: "Dadurch erwacht in ihnen das Interesse an all den Bräuchen und Änderungen in dieser Nacht und fragen die Fragen des Ma nischtana. Und im Talmud: Damit sie nicht einschlafen, und fragen. Denn die Hauptsache dieses Gebotes besteht in der Antwort auf die Frage seines Sohnes... (Und nicht, wie manche tun... dass man nach dem Aufsagen des Ma nischtana die Kinder schlafen schickt, die deshalb keine Antwort auf ihre Frage wissen)". Ein weiterer Vorteil der Frage des Kindes besteht in der Möglichkeit, die Antwort auf jenen Punkt zu richten, der das Kind in diesem Moment interessiert, wobei die Situation verhindert wird, wobei gute und erhabene Dinge vorgebracht werden, die für das Kind, das gerade vor uns sitzt, nicht relevant sind. Maimonides erwähnt ein weiteres Prinzip erfolgreicher Erläuterung: "Man beginnt mit der Schande und endet mit Lob, und wie? Er beginnt und erzählt, am Anfang waren unsere Vorväter, in den Tagen von Terach und davor, Ketzer, die dem Wahn folgten und dem Götzendienst nachliefen, und er endet mit dem Glauben der Wahrheit, dem G~tt uns nahebrachte, uns von den Irrenden unterschied und uns seiner Einheit näherbrachte. Und er fängt an und erzählt, dass wir Knechte waren dem Pharao in Ägypten, und all das Böse, das er uns angetan hatte, und endet mit den Zeichen und Wundern, die uns widerfuhren, und mit unserer Freiheit" (Hal.4). Das Verständnis wird durch den Vergleich der wechselnden Situationen erzielt. Dennoch sollte man auf einer optimistischen Note endigen, die ermuntert und erfreut. "Man beginnt mit der Schande und endet mit Lob". Das ist, kurz gesagt, die
Lehre von der Erziehung; der Rest - geh hin und lerne.
Frage: Ich habe gehört, es gebe viele Fälle von Säuglingen, die durch Impfen Schaden erlitten, dass Impfen überhaupt überflüssig sei, im Gegenteil die natürliche Widerstandskraft des Kindes schwächt, dass wegen Impfen Krankheiten wie Autismus stark zunahmen, dass viele Krankheiten nicht wegen der Impfungen verschwanden, sondern wegen verbesserter Hygiene, dass es nur den wirtschaftlichen Interessen der Pharma-Konzerne diene, dass man den armen Babies einfach Gift einspritzt und viele solche Behauptungen mehr. Antwort: Natürlich schreibt die Tora nicht vor, gegen welche Krankheit man sich impfen lassen soll, in welchem Alter, mit welchem Serum und in welcher Dosis. Die Tora ist kein medizinisches Handbuch. Sie verlangt nur, auf die Ärzte zu hören, wie es heißt: "und lasse ihn heilen" (Ex. 21,19) - natürlich auf einen wirklichen Arzt, nicht auf jemanden, der sich als Arzt ausgibt. Die Frage lautet also, was macht man, wenn die Ärzte sich nicht einig sind - die einen behaupten, Impfen sei gefährlich und bringen eine lange Liste von Argumenten, und die anderen behaupten, sich nicht impfen zu lassen sei gefährlich, und bringen nicht weniger überzeugende Argumente? Beim Sanhedrin, wenn einige der Weisen den Angeklagten für schuldig halten, und andere für unschuldig, entschied die Tora, dass man der Mehrheit folge (Ex. 23,2). So auch bei den Ärzten - man folge der Mehrheit. Z.B. in der Frage, ob jemand an Jom Kippur essen muss (Schulchan Aruch O.C. §618). Die Mehrheit der Ärzte auf der Welt, und in Israel, sind eindeutig fürs Impfen, und nicht nur die Mehrheit, sondern fast alle. Darum lautet die Halacha so wie sie. Damit ist die Diskussion beendet, das ist eine Halacha wie jede andere auch. Sogar noch mehr, denn bekanntlich wiegt die Gefahr schwerer als das Verbot (Chulin 10a). Deshalb ist das Folgende nicht als religionsgesetzliche Diskussion zu verstehen, denn das Gesetz wurde ja bereits entschieden, sondern als Erläuterung, um die Dinge unserem Verstande und unserem Herzen näher zu bringen. 1. Behauptung: In vielen Fällen kamen Kinder durch Impfen zu Schaden. Antwort, oder vielmehr zwei Antworten: 1. Diese Aussage ist unwahr. Solche Fälle sind äußerst selten. Natürlich bedeutet das für so ein Kind einen 100%igen Schaden, aber es ist eben doch die Ausnahme. Jedes Jahr werden hunderttausende Säuglinge geimpft - und wieviele davon zu ihrem Nachteil? Der Beweis - wieviele Klagen auf Schadenersatz sind bei den Gerichten anhängig? 2. Selbst wenn es so wäre - bei jeder ärztlichen Behandlung besteht eine gewisse Gefahr. Doch muss man immer die Alternative berücksichtigen, und auch dabei folgt man der Mehrheit. Auch dabei heißt es: "und lasse ihn heilen", d.h. der Arzt hat die Erlaubnis [der Tora] zu heilen, denn wenn es ungefährlich wäre, hätte er ja die Pflicht dazu und bräuchte keine Sondererlaubnis vom Herrn der Welt. 2. Behauptung: Warum ein Baby durchs Impfen in mögliche Gefahr bringen, wo es doch jetzt gesund ist? Antwort: Bereits der "Tiferet Israel" hatte entschieden, auch wenn momentan keine Gefahr besteht, darf man eine geringe Gefährdung eingehen, um eine große und wahrscheinliche zukünftige Gefährdung zu verhindern (Joma 8.Kap.,3). So verhält es sich auch mit der vorbeugenden Medizin. 3. Behauptung: Die das Impfen befürwortenden Ärzte seien nicht vertrauenswürdig, da sie den Interessen der Pharamaindustrie in die Hände spielen, die dadurch Milliarden verdienen. Antwort: Das ist eine nichtswürdige Behauptung, die eigentlich keiner Antwort wert ist. Die Ärzte der Welt seien bereit, jedes Jahr eine halbe Milliarde Kinder für Geld zu vergiften - das noch nicht einmal in ihre eigenen Taschen fließt?! Wenn schon, könnte man die gegenteilige Behauptung aufstellen, dass alle möglichen betrügerischen Heiler mit ihren alternativen Methoden Milliarden verdienen. 4. Behauptung: Impfungen seien überhaupt unnötig, man darf der Natur nicht ins Handwerk pfuschen. Am besten verhalte man sich auf natürliche Weise. Antwort: Das ist der Glauben der "Christian Scientists". Sicher soll man so natürlich wie möglich leben, aber auch damit darf man nicht übertreiben. Essen denn die Naturapostel nur rohe Kartoffeln - oder gekochte, knabbern Weizenkörner oder backen Brot, weben Kleidungsstücke oder bedecken sich mit Feigenblättern, gehen zu Fuß oder benutzen Verkehrsmittel, blinzeln mit den Augen oder tragen Brillen auf der Nase, schreien über kilometerweite Entfernungen oder benutzen das Telefon, stecken einen kleinen Stab auf die Hand als mobile Sonnenuhr, oder bevorzugen eine elektronische Armbanduhr, schreiben sie ihre gelehrten Aufsätze mit Feder und Granatapfelsaft auf Papyrus, oder mithilfe eines modernen Computers? 5. Behauptung: Die Eltern tragen die Verantwortung für ihr Kind und keiner kann ihnen da dreinreden. Antwort: Der Herr der Welt kann sicher für sie entscheiden, und wir erwähnten bereits die Halacha in diesem Falle. Auch die Gesellschaft pflegt auf verschiedenen Gebieten für die Bürger zu entscheiden, wo jene einen Mangel an Verantwortung zeigen. Selbst in liberalen Staaten wird man zum Anlegen eines Sicherheitsgurtes im Auto verpflichtet, Sturzhelm für Motorradfahrer, Verbot verschiedener Drogen usw., und ebenso ist die Gesellschaft berechtigt und verpflichtet, Eltern Entscheidungen und sogar das Sorgerecht für die Kinder abzunehmen, denen es an elterlicher Verantwortung mangelt. Entsprechend kann sie auch in unserem Fall entscheiden, wenn die Eltern unverantwortlich handeln. Schließlich sterben viele Kinder wegen unterlassener Impfungen. Kann so ein Kind sein Blut einfordern? Und wird ein Kind, das an Kinderlähmung erkrankt, seine Eltern verklagen?! Darüberhinaus kann ein ungeimpftes Kind, das erkrankt, andere Kinder anstecken, die noch nicht geimpft wurden, denn die Impfungen erfolgen ja nicht gleich nach der Geburt. So ein Kind bedeutet eine Gefahr, und die Gesellschaft darf sich schützen. Es gibt halachische Autoritäten, die den Behörden das Recht zusprechen, Zwangsimpfungen zum Schutze der Allgemeinheit durchführen zu lassen. Solche Fälle kommen andauernd vor. In letzter Zeit z.B. pflegte ein bestimmter Teil der Bevölkerung seine Kinder nicht gegen Masern zu impfen, doch der Virus befällt auch Kinder impfwilliger Eltern, da erst im Alter von 1 Jahr geimpft wird. An machen Orten wurden ganze Pflegestätten befallen, und man überlegte schon, die Impfung gegen Masern-Röteln-Mumps auf 9 Monate vorzuziehen. Doch auch ohne gesetzliche Impfpflicht lässt sich dieses Problem lösen, indem man nämlich ungeimpften Kindern die Aufnahme in Kindertagesstätten, Kindergarten, Schule usw. verweigert, wie es z.B. in den USA gehandhabt wird. 6. Behauptung: Im Körper strömen viele Energien, und auch jede Impfung hat ihre eigene Energie, die die Energie des Körpers stört und verschiedene Krankheiten hervorruft. Antwort: Unsinn, solche Energien gibt es nicht und hat es nie gegeben, sie wurden noch nie von irgendeinem Instrument gemessen. Wenn es sich um physikalische Energien handelt, müssen sie mit elektronischen o.ä. Geräten messbar sein, und wenn es sich um spirituelle Energien handelt, muss ihre Existenz aufgrund von Tora und Prophetie bewiesen werden. 7. Behauptung: Es gebe viele wissenschaftliche Untersuchungen, die bewiesen, dass Impfen schadet. Antwort: Es gibt auch entgegengesetzte Untersuchungen, und wie gesagt richtet man sich dabei nach der Mehrheit. Man muss aber wissen, dass nicht jede Untersuchung unbedingt die wissenschaftlichen Kriterien erfüllt. Um das sicherzustellen, muss sie in einer seriösen wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht werden, wo sie scharfer Kritik ausgesetzt ist. Ohne das handelt es sich lediglich um Vermutungen. 8. Behauptung: Impfungen haben der Menschheit nicht den geringsten Nutzen gebracht. Antwort: Eine glatte Lüge. Die Impfungen sind die größte Errungenschaft der modernen Allgemeinmedizin und ihnen ist es zu verdanken, dass verschiedene Krankheiten vollkommen oder fast vollständig verschwanden, z.B. Hepatitis A (90%iger Rückgang), Hirnhautentzündung (95%). Bei Kleinkindern: Polio, Diphterie, Masern, Keuchhusten, Tetanus, Röteln (der Mutter während der Schwangerschaft) u.v.a.m. 9. Behauptung: Es stimmt wohl, dass viele Krankheiten verschwanden - aber wegen verbesserter Hygiene. Der Beweis: der Rückgang dieser Krankheiten erfolgte noch vor Erfindung des entsprechenden Serums. Antwort: Sicher haben Fortschritte bei der Hygiene einen segensreichen Einfluss auf die Krankheitsbekämpfung. Doch konnte sie die Krankheiten nicht beseitigen - und gerade das gelang durch Impfen. Man muss die enormen Veränderungen zur Kenntnis nehmen, die sich in den letzten fünfzig Jahren ereigneten. Seitdem wurden viele neue Impfungen eingeführt. Seit dem Beginn der Impfung gegen Hepatitis A im Jahre 5759/1999 ist diese Krankheit fast vollständig verschwunden. Bestimmt nicht wegen einer revolutionären Verbesserung der Hygiene. Und auch heutzutage, mit aller Hygiene, brechen immer wieder Epidemien aus, wo nicht geimpft wurde. Wie in Irland vor drei Jahren, als Gerüchte über gefährliche Nebenwirkungen der Masernimpfung in Umlauf kamen. Die Impfquote sank von 100% auf 30%, woraufhin eine Masernepidemie ausbrach mit Tausenden Krankenhausfällen und vielen Toten - mehr als auf dem gesamten amerikanischen Kontinent. Auch in Israel gibt es bei Teilen der Öffentlichkeit, die sich nicht impfen lassen, viele Fälle von Ansteckung. 10. Behauptung: Viele Kinder werden nicht geimpft, und es passiert ihnen gar nichts. Antwort: Das kommt vom "Herdenschutzeffekt", weil sie nämlich von einem Ring geimpfter Kinder umgeben sind. Wo sich aber Nischen ungeimpfter Bevölkerung bilden, brechen Epidemien aus. Als im Jahre 5763/2003 ein charedisches Kind mit Masern zu Pessach nach Israel kam, gab es bei den Charedim eine Masernepidemie, weil sich viele von ihnen aus ideologischen Gründen nicht impfen lassen. Innerhalb von zwei Wochen kam es zu 60 Krankheitsfällen. Auch muss man die möglichen Komplikationen bedenken, wie Lungenentzündung, Hirnhautentzündung oder sogar Tod. Die Rabbiner gaben Weisung zu impfen; innerhalb weniger Tage wurden tausende Kinder geimpft und die Epidemie gestoppt. Im Jahre 5765/2005 gab es bei den Amish Fälle von Kinderlähmung, worauf die Ältesten entschieden, von nun an wird geimpft. In Bayern, wo nur etwa 75% gegen Masern geimpft werden, brach 5762/2002 eine Masernepidemie aus, als über 1000 Kinder innerhalb kurzer Zeit erkrankten. 11. Behauptung: Masernimpfung verursacht Autismus und ähnliche Störungen, tatsächlich wuchs die Zahl der Autisten stark an. Antwort: Diese Behauptung wurde schon längst widerlegt. In Dänemark wurde eine Studie veröffentlicht, bei der 400.000 geimpfte mit 100.000 ungeimpften Kindern verglichen wurden, und bei beiden Gruppen gab es den gleichen Prozentsatz von Autisten. Aus England stammt eine Studie, wonach die Zahl der Impfungen konstant blieb, die Zahl der Autisten jedoch anstieg. Das ist also nicht der Grund, wahrscheinlich eher eine Änderung in den Prüfkriterien oder eine höhere Bereitschaft zur Untersuchung und Erfassung. 12. Behauptung: Man spritzt den Kindern Stoffe ein, deren Unbedenklichkeit nicht bewiesen wurde und denen womöglich krebsförderne oder andere Schadstoffe beigemischt wurden. Antwort: Nicht richtig. Das Impfen stellt die fortschrittlichste medizinische Technologie der Welt dar, jährlich werden eine halbe Milliarde Kinder geimpft. Sie unterliegt ständiger Kontrolle auch in Israel, die Wirkungen werden untersucht, Verbesserungen vorgenommen und manche Mittel, wenn nötig, aus dem Verkehr gezogen. 13. Behauptung: Vielleicht wird sich in Zukunft der große Schaden offenbaren, den die Impfungen verursachten? Antwort: Mit dieser Behauptung lässt sich alle Medizin und überhaupt alle Technologie stoppen. Vielmehr sagten wir bereits, hierbei gilt: "und lasse ihn heilen", der Arzt hat die Erlaubnis zu heilen, und nachdem die Wissenschaftler die Sache soweit wie möglich untersuchten und dann freigaben, sind keine weiteren Befürchtungen angebracht. 14. Behauptung: Dem Körper werden alle möglichen giftigen Chemikalien eingeflößt, wie Quecksilber, Aluminium und Formalin. Antwort: Richtig. Die Mengen sind jedoch so winzig, dass sie weit unter den erlaubten Mengen liegen, und viel weniger, als in Baby- und Kindernahrung enthalten sind. 15. Behauptung: Wenn es schon sein muss, sollte man wenigstens damit warten, bis der Säugling kräftig genug ist, also etwa ein Jahr. Antwort: Die meisten Seuchen treffen Kinder unter einem Jahr. 16. Behauptung: "Ich kenne viele Fälle, wo das Baby gleich nach der Impfung von hohem Fieber, Krämpfen und anderen beängstigenden Symptomen befallen wurde". Antwort: Das sind alles bekannte Begleiterscheinungen, auf die der Beipackzettel des Serums aufmerksam macht. 17. Behauptung: Bei gegen Hepatitis geimpften Kindern wurden plötzlich Autismus oder Diabetes festgestellt. Antwort: Das hat nichts mit der Impfung zu tun. Dieser Zusammenhang besteht zufällig, nicht ursächlich. In Israel gibt es ungefähr 200.000 geimpfte Kinder, und sicher werden sich bei vielen von ihnen alle möglichen Krankheiten entwickeln, unabhängig vom Impfen. Diese anekdotale Verbindung hat keinen wissenschaftlichen Wert. 18. Behauptung: Letztendlich besteht bei uns keine Seuchengefahr, warum also wegen minimaler Wahrscheinlichkeit impfen lassen? Antwort: Das ist genau der Grund - weil geimpft wird, besteht keine Seuchengefahr. Und die Gefahr besteht immer, denn es halten sich bei uns alle möglichen Leute aus allen möglichen Ländern auf, wo nicht überall geimpft wird. 19. Behauptung: Der Säugling verfügt über natürliche Immunkräfte, die ausgerechnet von der Impfung geschwächt werden. Das sagt doch der gesunde Menschenverstand. Antwort: Diese Behauptung stammt von bestimmten Lehren wie der Homöopathie, die jedes wissenschaftlichen Beweises entbehren, und auch jedes gesunden Menschenverstandes. Der gesunde Menschenverstand besagt, dass der Mensch nicht wie durch Wunder allen möglichen Krankheitserregern standhält, vielmehr muss er diese Fähigkeit stufenweise erwerben. Vor 2100 Jahren schützte sich Mithridates Eupator "der Große" König von Pontus in Kleinasien vor allen möglichen Giften durch allmähliche Gewöhnung an Blut von Enten, die diese Gifte gefressen hatten. Ebenso gab es Pferde und Menschen in der Steiermark, die gegen große Mengen Arsen immun waren, weil sie sich an die Einnahme gewöhnten. Ebenso die Immunität von Imkern und Schlangenfängern durch berufsbedingte Gewöhnung. 20. Behauptung: Letztendlich gibt es doch Schadensfälle durch Impfung! Antwort: Nein, und selbst wenn - das ist ganz normal in der Medizin. Darum beten wir "heile uns, und wir werden geheilt" (Schmone-Esre). Ist das denn nicht logisch, wenn G~tt heilt, dass wir geheilt werden?! Erklärte man: Menschliche Heilung heilt einerseits, macht aber auch krank, und man muss den Nutzen gegen den Schaden abwägen. Wenn aber G~tt heilt, entsteht kein Schaden. Und wie wir bereits zu Anfang
erwähnten, besteht bei allen Behauptungen und Antworten kein Spielraum
zur Frage, zu impfen oder nicht zu impfen, vielmehr dienen sie nur der
Erläuterung des Themas, denn das Gesetz wurde bereits durch den, "der
alles Fleisch heilt und wunderbar wirkt" (Segensspruch) entschieden, nämlich
dem medizinischen Mittelweg zu folgen, den Ärzten, die mit dem "Ebenbild
G~ttes" in Form wissenschaftlichen Verstandes ausgestattet sind - jene
sind seine Boten.
Weitere Kommentare
von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen auf hebräisch
im Internet (audio/online):
Radio "Reschet Moreschet" -
Desgleichen Radio "Kol-Chai", Di.
23.00-24.00,
MACHON MEIR
MACHON ORA - für Frauen
Neu! Wir freuen uns,
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