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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN
IN ISRAEL
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Anschrift:
Sderot Hame'iri 2
Kirjat
Mosche
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- 91032 Jerusalem ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WA'ETCHANAN
Nr. 627
13. Aw 5767
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 2) 6519 780
e-mail: kimizion@012.net.il
separate Homepage:
www.kimizion.org
-Archiv der
"Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag'
den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in
der Tora (Dt. 3,23-7,11):
Fortsetzung Moschehs
Rückblicksrede, Bitte, doch einwandern zu dürfen, und deren göttliche
Ablehnung; Ermahnung, die Tora nicht zu ändern; Warnung vor Götzendienst;
Zufluchtstädte; Wiederholung der 10 Gebote; das Schma-Gebet; Vermeiden
von Mischehen; nochmalige Aufforderung zur Vertreibung der Ka'ananiter.
| Am
Schabbes-Tisch...
Doppelte Tröstung
Rav Eran Tamir
Rabbiner an MACHON MEIR |
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Die Kapitel der Tröstung,
die wir in den Haftarot der kommenden Wochen lesen werden, beginnen wir
mit dem Vers: "Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer G~tt"
(Jeschajahu 40,1). Dabei gilt es zu verstehen, warum das Wort "tröstet"
wiederholt wird, reicht denn einmal nicht aus? Diese Frage erhält
weiteren Schliff, wenn wir uns dazu das letzte Thema im Talmudtraktat "Makkot"
ansehen (24a/b), wo von der Zerstörung Jerusalems und des Tempels
die Rede ist, dem Exil und der Erniedrigung der Juden und den Erfolgen
der Völker - die schwersten von allen Schlägen (=Makkot), die
in diesem Traktat erwähnt werden. Auch dort, als Rabbi Akiwa lächelte
und die anderen Weisen tröstete, die bei jenem furchtbaren Anblick
in Tränen ausbrachen, antworteten sie ihm zweifach: "Akiwa, du hast
uns getröstet, Akiwa, du hast uns getröstet". Was soll diese
doppelte Tröstung also bedeuten?
Hieraus lernen wir ein wichtiges
Prinzip, Fundament unseres Glaubens und unserer Auffassung vom Leben: Der
Mensch steckt fest in der Gegenwart. Er befasst sich mit der Befriedigung
seiner Bedürfnisse und der Erledigung seiner Angelegenheiten. Das
trifft nicht nur auf das Leben des Einzelnen zu, sondern auch auf das Leben
des ganzen Volkes. Nicht selten ist das Leben der Gegenwart schwer und
kompliziert, ein Problem jagt das andere, ein Schlag folgt dem nächsten.
Das kann den Menschen an den Rand der Verzweiflung treiben, weil er keine
Zukunft im Leben sieht, und schon erst recht nicht, wie diese so komplizierte
Gegenwart, in ihrer verwirrenden und undurchsichtigen Erscheinungsform,
ein Teil seiner erstrebenswerten Zukunft sein soll. Wir stecken zum Beispiel
schon seit Jahren bis zum Hals in zwei zentralen Themen, beides Fragen
des Überlebens: die Sicherheit im Hinblick auf den Feind von außen,
und die Wirtschaft im Hinblick auf die israelische Gesellschaft im Innern.
Beide geben uns keinen Spielraum mehr für Gedanken und aktive Beschäftigung
mit den wirklich wichtigen Fragen: Wozu dies alles? Das Wesen der Dinge
und deren Bedeutung? In Wirklichkeit werden wir uns erst nach Lösung
der genannten existenziellen Probleme der Beantwortung der wesentlichen
Fragen zu unserem Selbst und dem Zweck unseres Lebens zuwenden können,
um zu unserem wirklichen Selbst und Selbständigkeit zu gelangen.
Doch in der Zwischenzeit,
angesichts zahlreicher Probleme, die immer mehr und größer zu
werden scheinen, bis dass die großen allgemeinen Grundwerte ganz
aus dem öffentlichen Bewusstsein zu verschwinden drohen, verlieren
viele von uns die Hoffnung auf die uns in Wirklichkeit würdige Zukunft,
und ganz sicher sehen sie nicht, wie diese problembeladene Gegenwart zu
jener Zukunft führen soll. Darum brauchen wir doppelte Tröstung:
Die eine, dass wir trotz allem am Ende zur guten und vollkommenen Zukunft
gelangen werden, und die zweite, dass wir durch all dies, die krummen und
die verachtenswerten, eigentlich überflüssigen Ereignisse, dass
ausgerechnet und gerade diese uns zu der erstrebten Zukunft bringen werden
(Selbstverständlich müssen wir trotzdem mit allen Kräften
versuchen, die Probleme der Gegenwart zu bewältigen...). So wie sich
Rabbi Akiwa mit der furchtbaren Zerstörung auseinander setzte, der
Zerstörung des Tempels und des Landes Israel, und des schrecklichen
Exils, trösten auch wir uns heute, betrachten wir mit Augen des Glaubens
alles, was uns vergönnt ist, den Gang unserer Erlösung im Allgemeinen
und die damit verbundenen Komplikationen im Einzelnen, wie es Rabbiner
Awraham Jizchak Kuk in seinem Kommentar zu den Agadot im Traktat Schabbat
"Ejn Aja" beschrieb: "..bei allem, was mit dem Leben verbunden sein
wird, kann man sich darauf verlassen, aus ihm selbst, seinen Taten oder
seinen Handlungen, zu irgend einer Zeit, das Gute und das Gerade hervorzubringen,
das in ihm; die guten und die erhabenen Gefühle, die angenehmen und
die schönen Genüsse, die zu ihrer Zeit gut sind und auch für
die kommende Zukunft und die Ewigkeit; gut für den, der sie genießt
als auch für die Allgemeinheit. Und wegen dieser erhöhten Seite,
die das Ziel des Lebens darstellt, für welches die ganze Welt geschaffen
wurde, ist es wert, auch all die Begleiterscheinungen zu erleiden und zu
ertragen, auch wenn sie häufig vom guten und geraden Wege abweichen
und die Geradheit des Bewusstseins von der Bestimmung des Leben verkrümmen
- trotzdem gibt es letztendlich in jeder Sache und Angelegenheit ein bestimmtes
Verhältnis zum Guten und zur Geradheit, zur Weisheit und zur Gerechtigkeit,
auf langem oder auf kurzem Wege, weswegen es angebracht ist, auch das Minderwertige
und die verkrummten Überflüssigkeiten zu erdulden. Und je mehr
der Mensch eine feinfühlige Seele entwickelt, voll weiten Wissens,
wird er mit größerer Leichtigkeit auch den in der Tiefe eines
jeden Ereignisses des Lebens verborgenen guten Inhalt finden, der von sich
aus nicht besonders auf das Gute und das Würdige ausgerichtet ist,
dass sich jeder Mensch reines Herzens danach sehnen würde...".
| HaRav
Aviner
Wen soll ich heiraten?
Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa
von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt |
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"Israel hatte keine fröhlicheren
Festtage als den 15. [Tu b']Aw und Jom Kippur, denn an diesen pflegten
die Töchter Jerusalems in geborgten weißen Gewändern auszugehen,
um nicht die zu beschämen, die keine eigenen hatten... Jüngling,
erhebe deine Augen und schaue, wen du dir wählest..." (Ta'anit 26b,
Mischna).
-Wie trifft man Entscheidungen?
-Das ist gar nicht so leicht
zu sagen. Den meisten Menschen gelingt es nicht, Entscheidungen zu treffen.
Es gibt sogar eine eigene Wissenschaft zum Thema Entscheidungshilfe, die
sich mathematischer Hilfsmittel bedient und vor allem auf militärischem
Gebiet und in der Wirtschaft zur Anwendung kommt.
-Ich habe aber all das nie
gelernt und muss trotzdem jetzt die wichtigste Entscheidung meines Lebens
fällen: Wen soll ich heiraten?
-Warum hälst du sie
für die wichtigste?
-Weil sie sich nicht auf
einen bestimmten Bereich im Leben beschränkt, wie z.B. der Beruf,
sondern alle Lebensbereiche betrifft. Und diese Entscheidung läßt
sich nicht rückgängig machen - dafür bete ich jedenfalls.
-In diesem Falle musst du
jetzt genau definieren, wozu du heiraten willst, und dementsprechend werden
wir die Maßstäbe festlegen, den richtigen Partner auszuwählen.
-Ich will mal so sagen:
Ich suche eine Freundin fürs Leben. "Partnerschaft oder Tod". Eine
Freundin fürs Leben ist für mich eine Frage von Leben und Tod,
und dennoch zögere ich schon viele Jahre.
-Du zögerst, weil du
eine Partnerin mit allen nur erdenklichen guten Eigenschaften suchst...
-Ist das etwa nicht legitim?
Ich heirate doch nur ein einziges Mal!
-Nein! Deswegen heiratest
du noch nicht einmal ein einziges Mal... Du wirst niemals eine Freundin
fürs Leben finden, die exakt deinen Vorstellungen entspricht. Darum
musst du dir die wichtigsten Kriterien überlegen und abwägen.
Ich frage noch einmal: Wozu suchst du eine Freundin fürs Leben?
-Ich verstehe deine Frage
nicht. Wozu eine Freundin?
-Ich will dir das erklären:
Es gibt verschiedene Arten Freundschaft, wie Maimonides zur Mischna der
"Sprüche der Väter" (1,6) "Erwirb dir einen Freund" schrieb.
Nebenbei bemerkt lernt man daraus, daß man in diese Verbindung sein
ganzes Leben lang investieren muss, damit sie Erfolg hat. Doch das gehört
hier nicht zum Thema.
-Da bin ich anderer Ansicht.
-Ich freue mich, daß
du das sagst.
-Wieso?
-Darauf komme ich später
zurück. Es gibt also drei Sorten Freundschaft; 1. wegen der Nützlichkeit,
2. wegen der Seelenruhe, 3. für gemeinsame spirituelle Weiterentwicklung.
Zu 1. nützliche Freundschaft
ähnelt einer Geschäftspartnerschaft, 2. dient dem Streben nach
seelischer Ausgeglichenheit, und 3. bedeutet einen Zusammenschluss zum
Erreichen gemeinsamer Ideale.
-Widersprechen sich diese
Ziele denn nicht?
-Keinesfalls. Sie gehören
nur zu verschiedenen Auswahlkriterien. Wenn du eine Partnerin für
gemeinsame Ideale suchst, musst du dich nach einem intelligenten Mädchen
umsehen, fleißig, ordentlich, begabt, effizient, über einen
guten Beruf verfügend, so vermögend wie möglich. Wenn du
aber die seelische Ausgeglichenheit bevorzugst, eine, mit der du dich gut
fühlen kannst, eine angenehme Begleiterin, der du deine Geheimnisse
erzählen kannst, dann musst du ein nettes und freundliches Mädchen
suchen, das deine Liebe und Zuneigung erweckt, mit dem du lange, seelenvolle
Gespräche führen kannst. Wenn du aber eine Partnerin für
deine spirituellen Ideale suchst, für den Dienst an G~tt im Allgemeinen,
und für die Aufzucht von Kindern im Einzelnen - dann musst du ein
gutherziges Mädchen suchen, eines mit guten Eigenschaften, mit Himmelsfurcht,
mit Mütterlichkeit und Ernsthaftigkeit.
-Es geht aber doch nicht
das eine ohne das andere. Wenn ich sie nicht liebe, können wir auch
kein gutes Elternpaar abgeben, und wenn sie das Haus in ein Tohuwabohu
verwandelt, fahre ich aus der Haut, ich kenne mich doch!
-Natürlich. In jeder
Ehe kommen alle drei Typen zur Geltung. Die Frage ist bloß, welcher
für dich der entscheidende ist, welches Kriterium wichtiger, welches
weniger. Wo wärst du eher zu Kompromissen bereit, und wo eher nicht.
-Weißt du, jetzt hast
du mich vor eine noch schwerere Entscheidung als zu Anfang gestellt.
-Inwiefern?
-Ich will mal mit einem
Sprichwort antworten: Sage mir, was für einen Ehepartner du suchst,
und ich sage dir, wer du bist. Ich muss mich eigentlich jetzt entscheiden,
wer ich bin und was ich mein ganzes Leben lang sein will, und wieviel Mühe
ich mein Leben lang ins Eheleben stecken will.
-Du hast's erfasst. Darum
habe ich mich auch gefreut, wie dir dieser Punkt vorhin schon aufgefallen
war. Mein Freund - du suchst einer Partnerin für deine Ideale.
-Du hast mir wirklich sehr
geholfen, ich danke dir vielmals.
-Als Dank brauchst du mir
nur eine Einladung zu deiner Hochzeit zu schicken. Das würde mir große
Freude machen.
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