DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT SCHEMINI
Nr. 612
26. Nissan 5767

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 

Diese Woche in der Tora (Lev. 9,1-11,47): 
Aharon bringt Sühnopfer für seine Beteiligung am "Goldenen Kalb"; Stiftszelt-Einweihungsopfer und göttliche Erscheinung vor dem versammelten Volk; zwei der Söhne Aharons werden für falsches Räucherwerk von himmlischen Feuer getötet; Speisegesetze, erlaubte und verbotene Tiere.
 
 
 
Am Schabbes-Tisch...

Fremdes Feuer

Rav Jakov Halevi Filber 
Rabbiner an der "Merkas-Harav" Jeschiwa, Jerusalem

Jeder, der sich mit dem Tode der Söhne Aharons beschäftigt, sollte sich vor Augen führen, daß hier nicht von Durchschnittsbürgern die Rede ist, sondern von hochkalibrigen Gerechten, wie der Talmud jeruschalmi hervorhebt: "Warum erwähnt er den Tod der beiden Söhne Aharons an Jom Kippur? Um zu lehren: So wie Jom Kippur für Israel Sühne bringt, ebenso bringt der Tod der Gerechten Sühne für Israel" (Joma 1.Kap., Hal.1). Der Midrasch zum Vers "Und dorthin werde ich mich verfügen zu den Kindern Israel" (Ex. 29,43) ergänzt: "Dieser Spruch wurde Moscheh am Sinai gesagt, und er verstand nicht dessen Bedeutung, bis dieses Geschehnis zu seinen Händen kam; da sagte Moscheh zu Aharon: Mein Bruder, am Sinai wurde mir gesagt, daß ich in Zukunft dieses Haus heiligen werde, und es durch einen großen Menschen heiligen werde, und ich dachte, es werde entweder durch mich oder durch dich geheiligt, und jetzt [stellt sich heraus, daß] deine beiden Söhne größer sind als ich und du. Als Aharon hörte, daß seine Söhne himmelsfürchtig waren, schwieg er und erhielt Lohn für sein Schweigen" (Wajikra raba 12,2). Demnach begingen sie mit ihrem dargebrachten Feuer gar keine Sünde, denn das Gesetz lautet: "..obgleich ein Feuer vom Himmel herabstieg, so ist es dennoch Gebot, auch profanes zu holen" (Joma 21b), wie geschrieben steht: "Die Söhne Aharons, des Priesters, sollen Feuer auf den Altar tun" (Lev. 1,7). Nach dem einfachen Wortsinne der Schrift bestand ihre Sünde demnach nicht im Darbringen des Feuers, sondern in der Ausführung ohne spezifischen Auftrag - "das er ihnen nicht geboten" (Lev. 10,1). Doch darüberhinaus offenbaren uns die talmudischen Weisen im Midrasch, daß neben der ausdrücklich erwähnten Sünde noch andere Gründe beim Tode der Söhne Aharons im Spiele waren: "Die Söhne Aharons starben nur, weil sie das Gesetz in Anwesenheit ihres Lehrers Moscheh lehrten" (Wajikra raba 20,6), und fügten hinzu: "wegen vierer Dinge starben die Söhne Aharons: wegen der Annäherung [in das Heiligtum] und wegen der Opferung [eines nicht gebotenen Opfers], wegen fremden Feuers und weil sie nicht einander um Rat fragten" (20,8). Andere von den Weisen brachten dort im Midrasch folgende Gründe vor: "wegen vierer Dinge starben die Söhne Aharons: weil sie Wein getrunken hatten, weil sie nicht die vorgeschriebenen Gewänder trugen, weil sie eintraten, ohne sich Hände und Füße gewaschen zu haben, und weil sie keine Kinder hatten" (20,9). In Wirklichkeit besteht kein Widerspruch zwischen dem Text der Tora und dem Midrasch, denn das "unheilige Feuer, das er ihnen nicht geboten" war bloß der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachte, nach einer ganzen Reihe von anderen Sünden.

Die Sünde von Nadaw und Awihu begann nicht am achten Tage der Einweihung, vielmehr hatten sie schon vorher, bei der Versammlung am Sinai, ein Auge auf höhere Posten geworfen, wie der Talmud erzählt: "Einst gingen Moscheh und Aharon auf dem Wege, Nadaw und Awihu hinter ihnen, und ganz Israel hinter diesen. Da sprach Nadaw zu Awihu: Daß doch schon diese zwei Greise sterben möchten, und ich und du das Zeitalter anführen!" (Sanhedrin 52a). Der Midrasch spezifiziert weiter: "und wir die Herrschaft über die Allgemeinheit ausüben" (20,10). Darin besteht kein Widerspruch: der Talmud erwähnt, wie sie sich äußerten, und der Midrasch offenbart uns, was sie in ihrem Innern dachten, nämlich nicht an Führung, sondern an Herrschaft. Darum schrieb der Raschikommentar (zu Sanh.52a): "Sie starben, weil sie Herrschaft und Hochstellung anstrebten". Der Grund für die Sünde von Nadaw und Awihu läßt sich anhand des Unterschiedes zu Moscheh und Aharon verstehen. Moscheh und Aharon liefen nicht nur nicht der Herrschaft nach, auch wollte einer dem anderen nicht zu nahetreten, wie der Midrasch berichtet: "Vielleicht glaubst du, Moscheh hielt sich zurück und wollte nicht gehen, nur um Aharon zu ehren; [vielmehr] sagte Moscheh, bevor ich erschien, prophezeite ihnen mein Bruder Aharon in Ägypten achtzig Jahre lang... und jetzt dringe ich in das Gebiet meines Bruders ein, und er grämt sich darüber?! Darum wollte er nicht gehen. Da sprach G~tt zu Moscheh: Dies macht Aharon nichts aus; nicht nur, daß er sich nicht grämt, es freut ihn sogar! Wisse, daß er es ihm sagte. Und siehe, er kommt dir entgegen und sieht dich und freut sich in seinem Herzen. Er sagt nicht: er freut sich - als Lippenbekenntnis, oder: er zeigt Freude, sondern: er freut sich in seinem Herzen" (Tanchuma Schemot §27).

Nadaw und Awihu verkörperten jedoch ein anderes Führungsmodell. Egoismus und das persönliche Vorankommen standen an der Spitze ihrer Bestrebungen, auch um den Preis des Niederwalzens eines jeden, der sich ihnen in den Weg stellte. Bis daß sie sogar hinter ihrem Vater und ihrem Onkel hergehen und sagen konnten: "Daß doch schon diese zwei Greise sterben möchten, und ich und du das Zeitalter anführen!". Als sie hinter sich blickten und ganz Israel hinter ihnen hergehen sahen, bildeten sie sich in ihrem Stolz etwas darauf ein und dachten, die Massen folgten ihnen und ihnen zu Ehren, und als sie dann nach vorn schauten und die zwei Greise erblickten, die vor ihnen wandelten, war ihnen klar, daß diese beiden einfach störten und ihnen den Weg zur Herrschaft versperrten, und darum konnten sie sie gar nicht schnell genug loswerden. Wer aber nicht der Generation seiner Väter treu ist, verrät am Ende auch seinen Bruder, wie es heißt: "Und die Söhne Aharons, Nadaw und Awihu, nahmen ein jeder seine Rauchpfanne" (Lev. 10,1) - "jeder tat es von sich aus, ohne den anderen um Rat zu fragen" (Midrasch s.o.). In der Stunde der Wahrheit ging jeder seinen getrennten Weg und dachte nur an sich selbst. Eine Führung, die nur an sich selbst denkt, kann sich nicht auf gegenseitiges Vertrauen ihrer Partner stützen und mißachtet natürlich auch die übrigen ihr obliegenden Pflichten.
 
 
 
HaRav Aviner

Rückkehr zur Sittsamkeit

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt

So lautet der Titel des Buches von Wendy Shalit ["A Return To Modesty"], einer jüdisch-amerikanischen und damals nichtreligiösen Schriftstellerin. Hier einige Auszüge aus dem Buch: 

"Ich wuchs zwar in einem reformjüdischen Haus auf, sah aber Bilder von meinen religiösen Großeltern. Als ich zum ersten Mal ein Bild von einem jüdischen Paar aus Europa sah, verstand ich nicht, warum sie sich nicht umarmten, wo sie sich doch liebten. Man erklärte mir, daß sie die Religionsgesetze der [Nicht-]Berührung einhielten".

"Ich bat darum, meine Bat-Mitzwa-Zeremonie im Reformtempel zu arrangieren, und man lehrte mich, einen Segensspruch aufzusagen; es störte mich aber sehr, daß man mir nichts von der Existenz der Gesetze über die Sittsamkeit beibrachte".

"Ich wußte aber selber, daß ich sicher nicht alles mit einem ernsthaften Freund mitmachen würde, bevor wir heirateten".

"Auf viele Mädchen, die sich bis zur Hochzeit hüten wollten, wurde schwerer gesellschaftlicher Druck ausgeübt, und man machte sich über sie lustig und behauptete sogar, sie hätten wohl in dieser Hinsicht Schlimmes mitgemacht, vor allem innerhalb der Familie. Ich wußte aber, daß das nicht stimmte, vielmehr handelte es sich um anständige und prinzipientreue Mädchen".

Nach der Psychologin Mary Pipher sind enthaltsame Mädchen glücklicher und unterliegen weniger Depressionen. 

"Mehr und mehr Jugendliche entscheiden sich für ein sittsames Leben".

"Während meiner Studienzeit im College wurde eine Ausstellung von T-Shirts durchgeführt, die von den Schülerinnen mit verschiedenen Sprüchen bedruckt worden waren, wie z.B. 'No' doesn't mean try again in 5 minutes, oder How could you take that which she did not wish to give, oder Don't touch me again. 

"Mädchen! Hört auf, euch wegen eurer Sittsamkeit zu schämen! Schämt euch nicht, weil ihr bis zur Hochzeit wartet!"

"In New Jersey gibt es Unterricht über alle Teile des Körpers bereits im Kindergarten. Dazu sagte eine Kindergärtnerin, die Kinder werden verwirrt und verstünden nicht, was an sexuellen Angriffen denn schlecht sei, wenn man über den menschlichen Körper ohne Scham rede und alles gleich ist und alles offen. Wenn man einem Kind den Ellbogen streicheln und küssen darf, warum dann nicht auch verdeckte Teile des Körpers?". 

"Kinder, die natürliche Scham zeigen, sind weniger Gefahren ausgesetzt".

"Es ekelt die Mädchen an, was die Jungen bei der ersten Begegnung von ihnen erwarten".

"Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie ehrenwerte jüdische Jungen Mädchen nicht berühren und sie nur mit dem Ziel eventueller Heirat treffen. Ich bin einfach neidisch". 

"Eine Frau braucht keine Angst zu haben, sondern sollte stolz sein auf ihre Fraulichkeit und sich darüber freuen. Sicher wird es mit der Zeit immer weniger beängstigende Fälle von Mädchen geben, die sich selbst verletzen und Schmerz verursachen aus Scham über ihre Fraulichkeit. Dann werden wir eine gesunde Gesellschaft erhalten".

"Es ist gut, sich an einen stillen, unauffälligen Kleidungsstil zu gewöhnen, und ebenso die Kinder".

Die Autorin wertete viele umfangreiche Untersuchungen aus, zu verschiedenen Themen und aus verschiedenen Zeitperioden, von einem wissenschaftlichen Standpunkt zum Wert der Sittsamkeit. (Ihr Buch erschien im Jahre 5759/1999; seitdem führt sie einen mehr und mehr religiösen Lebenswandel).
 

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