DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT EKEW
Nr. 628
20. Aw 5767

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 

Diese Woche in der Tora (Dt. 7,12-11,25):
Die Segnungen des Gehorsams, Heranziehung der Geschichte als Motivation zur Erfüllung der fundamentalen Pflicht, G~tt zu lieben und seine Gesetze zu halten, persönliches Erleben der Wunder zu Gunsten Israels sollen zu Liebe und Gehorsam führen, Belohnung und Strafe im Judentum (Mittelteil des Schma-Gebetes).
 
 

Der Stand der Dinge...
Die Tora und das Land
Rav Dov Begon
Leiter von MACHON MEIR

Es besteht eine Verbindung zwischen dem Studium der heiligen Tora und unserer Anhaftung am Lande Israel - wie geschrieben steht: "Und lehret sie eure Kinder, davon zu reden, wenn du sitzest in deinem Hause und wenn du gehst auf dem Wege und wenn du dich hinlegst... auf dass sich mehren eure Tage und die Tage eurer Kinder auf dem Erdboden, den der Ewige geschworen euren Vätern, ihnen zu geben - wie die Dauer des Himmels über der Erde" (Dt. 11,19/21). Im Raschikommentar dazu heißt es: "Und lehret sie eure Kinder, davon zu reden - sobald das Kind zu sprechen versteht, lehre es, 'die Tora hat uns Moscheh geboten', damit dies seine Übung im Sprechen sei; von hier haben sie entnommen, dass, wenn das Kind zu sprechen anfängt, sein Vater mit ihm in der heiligen Sprache spreche und es Tora lehre; und wenn er dies nicht tut, ist es, als ob er es begrabe... und wenn ihr so tut, werden sich vermehren eure Tage und die Tage eurer Kinder auf dem Erdboden, den der Ewige geschworen euren Vätern, ihnen zu geben - wie die Dauer des Himmels über der Erde". Ferner sagten die talmudischen Weisen: "Wenn du von ihrem Platz entwurzelte Ortschaften im Lande Israel siehst, wisse, dass sie keine Toraschreiber und -lehrer unter Lohn hielten... wie es heißt: Warum ist das Land zu Grunde gerichtet, verödet wie eine Wüste, leer von Wanderern? Und der Ewige sprach: Weil sie verlassen meine Lehre, die ich ihnen vorgelegt" (Midrasch Eicha raba - Petichta, Jirmijahu 9,11-12).

Nach dem Stand der Dinge sahen wir mit eigenen Augen, zu unserem großen Leidwesen und zu unserer großen Schande, "von ihrem Platz entwurzelte Ortschaften im Lande Israel" zur Zeit der Zerstörung des Siedlungswerkes in Gusch Katif und dem nördlichen Schomron, und die gewaltsame Vertreibung der jüdischen Bewohner aus unserem Lande.

Die Korrektur dieses furchtbaren Zustandes, der von spiritueller und moralischer Schwäche der israelischen Gesellschaft herrührt, kann nur durch eine spirituelle und pädagogische Richtungsänderung erfolgen, durch eine Rückkehr zur jüdischen Tradition und zur Tora Israels, so dass allen Kindern Israels von ihren Vätern "Tora hat uns Moscheh geboten, vererbt an die Gemeinde Jakovs" (Dt. 33,4) beigebracht wird. Der Tag ist nicht mehr fern, an dem wir ein großes Erwachen der Rückkehr zu den Wurzeln des Judentums erleben werden. Dann werden wir uns alle gegenseitig stärken und der göttliche Schwur in Erfüllung gehen: "auf dass sich mehren eure Tage und die Tage eurer Kinder auf dem Erdboden, den der Ewige geschworen euren Vätern, ihnen zu geben - wie die Dauer des Himmels über der Erde".

In Erwartung der vollständigen Errettung,
Rav Dov Begon
 
 
Am Schabbes-Tisch...

Der letzte Lacher

Rav Eran Tamir
Rabbiner an MACHON MEIR

Die Trauerzeit der "drei Wochen" ging vorüber, und nun befinden wir uns in den Tagen der Tröstung. Mit den Sommerferien auf ihrem Höhepunkt, wenn Viele Freiheit und Erholung suchen, ausspannen, Spaß haben und das Leben genießen wollen, kurzum, dem Leben ins Gesicht lachen wollen.

Die talmudischen Weisen sagten: Es ist dem Menschen verboten, auf dieser Welt mit vollem Munde (=aus vollem Halse) zu lachen" (Brachot 31a). An anderer Stelle fügten sie hinzu, dass selbst G~tt nur am Ende der Weltgeschichte lacht, nachdem er die Völker der Welt gerichtet und das Volk Israel endgültig erlöst hat, wie es heißt: "dann wird unser Mund des Lachens voll" (Psalm 126,2), und zwar genau dann erst "lacht der im Himmel sitzt" (Psalm 2,4) - "nur an diesem Tage gibt es ein Lachen für den Heiligen, gepriesen sei er" (Awoda sara 3b). Dieses Thema ist so wichtig, dass zu der Halacha im Schulchan Aruch (O.C. 560,5) "Es ist dem Menschen verboten, in dieser Welt seinen Mund mit Lachen zu füllen" die Mischna brura anmerkt: "selbst bei einer gebotenen Freudenfeier wie z.B. einer Hochzeit oder an Purim fülle man seinen Mund nicht mit Lachen".

Es fragt sich, warum. Warum nicht lachen, es heißt doch "Lachen ist gesund"?! Lachen ist ein Ausdruck der Freude, auch des Glaubens an eine bessere Zukunft, des Glaubens an G~tt und seine Vorsehung und der Freude an der Gebotsausübung - warum also nicht lachen? Wenn wir uns die Worte der Weisen genauer betrachten, stellen wir fest, dass sie gar nicht dem Menschen das Lachen in dieser Welt verbieten, sondern das Lachen aus vollem Halse/Munde in dieser Welt; anderes Lachen aber, nicht aus vollem Halse, ist sicher erlaubt und auch nötig.

Die Erklärung: Das Lachen stellt einen Ausdruck für die Vervollkommung der Wirklichkeit dar. Bei der Vervollkommnung der Wirklichkeit, wenn alle Erwartungen erfüllt und die Bestrebungen erreicht wurden und alles in bester Ordnung ist - dann hat der Mensch etwas zu lachen. Wenn sich der Mensch also gut fühlt, besonders, wenn er unerwartet eine gute Nachricht erhält, oder wenn er ein sich selbst gestecktes Ziel erreicht, dann ist er fröhlich, und das drückt sich in Lachen aus. Doch der Sinn des Menschen besteht nicht nur in seiner eigenen Vervollkommnung in materieller und spiritueller Hinsicht, sondern in der Vervollkommnung der Welt, er muss seinen Teil zur Besserung der Welt beitragen! Wie kann er also seinen Mund mit Lachen füllen, bevor die Welt ihre Vollkommenheit erreicht hat?! Darum darf er wohl lachen, natürlich, und sich am Guten in seinem Leben freuen, das Erreichte betrachten, das wir erfolgreich meisterten - sicher, aber nicht den Mund mit Lachen füllen, denn ein Teil unserer Aufgabe ist die Besserung der Welt im Allgemeinen, jeder nach seinen Fähigkeiten und seinem Range, und das ist noch lange nicht erreicht. 

Ebenso schrieb Rabbiner Awraham Jizchak Kuk (erster Oberrabbiner Israels): "Das Lachen weist aus, wenn es in seiner ganzen Fülle erscheint, dass schon das Ziel vollkommen erreicht wurde. Der Mensch sollte sich Gedanken darüber machen, dass seine Vollkommenheit nicht abgeschlossen ist, solange nicht die Menschheit durch das Volk Israel in seiner Größe vervollkommnet wurde, d.h. wenn 'voll ist die Erde der Erkenntnis des Ewigen' (Jeschajahu 11,9). Und es ist nötig, dass dieses große Ziel tief tief im Herzen eines jeden Juden verankert ist, bis dass er jederzeit fühlt, dass solange noch nicht die ganze Menschheit vollkommen ist, auch seine Freude noch nicht vollkommen ist, und auf diese Weise erreicht der Mensch den Rang, dass alle seine Taten in die wahre Richtung zielen, nämlich zu der Erkenntnis des Ewigen" (Ejn Aja Brachot 5,16).

Darum lachen wir nur mit halbem Munde: mit dieser Hälfte sehen wir das Gute, das Recht, die Gerechtigkeit, die Wahrheit und alle Bestimmungen und Ziele, die wir bereits erreicht haben, zusammen mit der Menschheit in ihrer Gesamtheit, doch die andere Hälfte des Mundes, die der mangelhaften Wirklichkeit mit all ihren Problemen begegnet, füllen wir nicht mit Lachen, sondern mit Eifer und Motivation, mit Gedanken und Taten, alles, was noch der Vervollkommnung bedarf, zu vervollkommnen. Damit soll uns vergönnt sein, den Mund mit dem Lachen G~ttes zu füllen, am Tage unserer vollständigen Erlösung, und der Erlösung der Welt, möge es bald geschehen. 
 
 
HaRav Aviner

Verschaffe mir Kinder

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt

Zu Anfang war ich in Verzweiflung und Trauer aufgelöst. Jeden Monat angespannte Erwartung - und dann Enttäuschung, und einen ganzen Tag lang Heulen. Manchmal hatte ich ein gutes Gefühl, diesmal hat es geklappt, endlich bin ich schwanger - und wieder nichts. Ich dachte bei mir, wenn unsere Stammmütter Sara, Riwka und Rachel bedacht wurden, dann ich doch sicher auch - Pustekuchen.

Dazu kommen die bohrenden Fragen der Verwandten und der Freundinnen, und meine abweisende, ausweichende Antwort mit der Andeutung, sie sollen mir damit nicht dauernd auf die Nerven gehen. Und dann die aufgestaute Wut gegen sie, wenn sie nicht von mir ablassen.

Wie oft schon habe ich mir überlegt, mit Untersuchungen und Behandlungen anzufangen! Unfruchtbarkeit ist so eine schwere Sache! Mein Mann versteht mich nicht immer. "Bin ich dir nicht gut wie zehn Söhne?", fragte Elkana seine Frau Chana. Nein, du bist mir nicht gut wie Söhne. Das hat überhaupt gar nichts damit zu tun. Ich will Kinder. Oder vielleicht bin ich diejenige, die ihn nicht verstanden hat. Vielleicht ist auch er ganz gebrochen, versuchte nur, mich auf elegische Weise aufzumuntern.

Jedes Mal, wenn ich einer Jungverheirateten begegnete, die bereits in anderen Umständen war, wurde ich neidisch. Warum muss ausgerechnet ich die unangenehmen Untersuchungen und die schmerzhaften Behandlungen durchmachen - und noch ohne, dass etwas dabei herauskommt. 

Auch die Segnungen diverser Rabbiner halfen nichts: "Es kommt alles in Ordnung. Bald wird alles in Ordnung sein". Woher will er das wissen?! Wer sagt überhaupt, dass ich jemals schwanger sein werde?

Häufig überkommt dich das Gefühl, am liebsten sterben zu wollen. Ich weiß, das ist nicht logisch. Doch diese Gefühle schleichen sich ein, ohne vorher anzuklopfen. Ich fühlte mich traurig, verzweifelt, deprimiert, unter Druck, erstickt. Verschaffe mir Kinder, wenn nicht, sterbe ich (Gen. 30,1). Ich begriff, dass mich dieser Druck am Ende umbringt, und dass ich ausbrechen muss. Ja, ausbrechen. Aber wie?

Danach verstanden wir, ich und mein Mann, dass es nichts nutzt, die Sache zu verbergen. Im Gegenteil, für das Verbergen vergeudeten wir viel zu viel Energie. Wir haben doch nichts verbrochen und sind an der Lage nicht schuld. Sie ist schon so schwer genug. Warum sollen wir uns also ausschweigen? Wir entschieden uns darum, unserer Familie und den Freunden davon zu erzählen, und sie an unseren Leiden zu beteiligen. Dafür erhielten wir von ihnen viel Unterstützung und Liebe. Jede Begegnung war für uns leichter als die vorhergehende.

Selbst über eine misslungene Schwangerschaft überlegten wir, ob wir davon erzählen sollten, und am Ende taten wir es.

Im Laufe der Zeit entwickelten wir eine gewisse Intimität mit unseren Leiden. Wir erkannten, dass wir nicht die einzigen mit Problemen auf der Welt sind, es gibt noch andere kinderlose Paare, es gibt auch kranke Kinder, behinderte Kinder, aufsässige Kinder, Kinder, die früh sterben. Langsam dämmerte uns, dass das alles nicht umsonst ist, dass der Herr der Welt uns liebt, nur dass wir nichts von den Geheimnissen der Seelen verstehen. 

Es dauerte eine ganze Weile, bis wir uns für die Adoption eines Kindes entschieden. Und dann kamen noch langwierige Formalitäten hinzu. Ich habe Freundinnen, die nach einer Adoption eigene Kinder zur Welt brachten, weil der Druck von ihnen gewichen war, aber bei mir passierte das nicht. 

Wir adoptierten bemitleidenswerte Kinder, wirklich bemitleidenswerte. Als wären sie uns vom Himmel zugeteilt worden: Bemitleidenswerte Eltern mit bemitleidenswerten Kindern. Zusammen aber sind wir überglücklich. Sie sind wirklich unsere Kinder. Vielen Dank, lieber G~tt, im Namen von uns allen vielen Dank!
 
 

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