DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
Anschrift: Sderot Hame'iri 2
Kirjat Mosche
IL - 91032 Jerusalem ISRAEL 
Tel. +972 2 6511906
Fax +972 2 6514820             http://www.machonmeir.org.il

Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT CHAJE SARA
Nr. 591
27. Marcheschwan 5767

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 2) 6519 780
e-mail: kimizion@012.net.il
separate Homepage: www.kimizion.org
-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update) als die Machon-Meir-Seite

AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 

Diese Woche in der Tora (Gen. 23,1-25,18):
Saras Tod, Kauf der Höhle Machpela bei Chewron ("Hebron"), Awrahams Hausverwalter Elieser auf Brautschau für Jizchak, bringt Riwka, Awrahams neue Frau Ketura und ihre Nachkommen, Awrahams Tod, seine Beerdigung in der Höhle Machpela durch Jizchak und Jischma'el, Jischma'els Nachkommen und Tod.
 
 
 
Am Schabbes-Tisch...

Der käufliche Erwerb

Rav Motti Herschkopp 
Leiter der Jeschiwa "Kinor David", Ateret

Die klare und in allen Einzelheiten genaue Dokumentierung der Erwerbung der Höhle Machpela in der Tora bedeutete in der Vergangenheit, aber auch heute, einen bedeutungsvollen historischen Präzedenzfall gegenüber den Völkern der Welt, besonders aber für uns selber.

Wenn wir uns allerdings damit begnügen, scheint das Ziel der Tora nicht ganz klar, warum sie uns in solchem Detail alle Vorschläge und Rückzieher vor dem eigentlichen Erwerb schildert. Was hätte uns denn gefehlt, wenn sich die Tora mit den zwei Versen begnügt hätte, die diese Episode zusammenfassend beenden und die Übergabe eines hohen Geldbetrages und den Erwerb des Eigentumsrechtes schildern? 

Anscheinend will uns die Tora mit den Einzelheiten über das Hin und Her der Kaufverhandlung also etwas von den Lehren Awrahams überliefern, die nicht weniger bedeutend sind als das Erbe der Höhle selber.

In den dem Geschäftsabschluß vorangehenden Verhandlungen offenbart sich vor uns ein Awraham, den wir von vorher als großen Geber mildtätiger Gaben kennen (siehe Micha 7,20), als konsequenter, kompromißloser Mensch, was die Annahme von Mildtätigkeit von anderen angeht. Im Gegensatz zu seiner Ablehnung des Angebotes des Königs von Sdom, als er keine Güter akzeptierte, die ihm nicht von Anfang an zustanden, kommt ihn hier seine Weigerung teuer zu stehen, und er muß eine Unsumme bezahlen, weit mehr, als er durch seiner Hände Arbeit erwarb. Die Tora bemüht sich, Efrons großzügiges Angebot zu erwähnen, ebenso wie Awrahams höfliche Ablehnung, nach allen Regeln der damals üblichen Etikette. Der große Unterschied zwischen einem kostenlosen Geschenk und dem Erwerb zum vollen Preis war Awraham bestens bekannt. Ein kostenloses Geschenk geht einseitig vom Geber an den Empfänger, der damit keine echte Beziehung zum Geschenk aufbaut, auch wenn er daran nun die Nutznießung hat. Die einzige Verbindung von Awraham zur Höhle Machpela, hätte er das Geschenk angenommen, wäre der Ausspruch "begrabe deine Leiche" (Gen. 23,11) gewesen. Bei einem käuflichen Erwerb aber erzeugt der Käufer eine handfeste Zugehörigkeit zum Kaufobjekt, das er erwirbt, indem er dafür von seinem Eigentum hergibt, von seinem durch seiner Hände Werk verdientem Gelde, für die Übergabe des Objektes in seine Gewalt und in seinen Besitz. Beim Kauf der Höhle geht es also nicht nur um die Angelegenheit der Beerdigung, sondern um "ein Besitztum zum Begräbnis" (Gen. 23,4), um handfesten Besitz. Beim unerschütterlichen Standpunkt des unerschütterlichen Vorvaters, einen käuflichen Erwerb durchzuführen, vererbt uns Awraham praktisch das Geheimnis der Existenz des jüdischen Volkes - die verpflichtende Zugehörigkeit.

Der die Zugehörigkeit erzeugende Eigentumserwerb zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Leben jüdischer Heiligkeit. Die tiefreichende Verbindung zwischen G~tt und seiner Welt wird mit Worten des Kaufes ausgedrückt. Wir begegnen diesem Gedanken bereits bei der Schöpfung der Welt, wobei G~tt "Eigner des Himmels und der Erde" (Gen. 14,19) genannt wird, der unsere Welt schuf und sich uns in ihr offenbart. Der gleiche Gedanke überträgt sich auf uns über seine besondere Verbindung mit dem Volke Israel - "Ist er nicht dein Vater, der dich [sich] geeignet?" (Dt. 32,6), der uns auswählte von allen Völkern als sich zugehörig. Es geht weiter zur Tora, die G~tt zugehört: "der Ewige hat mich geeignet als den Erstling seines Weges" (Sprüche 8,22), und sie wird auch durch uns angeeignet auf den "48 Wegen des Erwerbens der Tora" ("Sprüche der Väter" 6.Kap.). Gleiches gilt für das Land Israel, das "Zugeeignetes" genannt wird (Jalkut Schimoni Beschallach). Am Ende dieses Gedankenweges (das seinen Anfang bestätigt) steht die Heirat, die Zuheiligung ("Kiduschin") der Ehefrau "Wenn ein Mann ein Weib nimmt..." (Dt. 22,13). Auf schon überhaupt nicht mehr überraschende Weise lernt der Talmud zu Beginn des Traktates "Kiduschin" den Erwerb der Ehefrau durch Geldzahlung [an sie] vom Kauferwerb der Höhle Machpela durch unseren Vorvater Awraham. Das Gemeinsame dieser beiden Kauferwerbungen besteht in dem Willen, eine verpflichtende Zugehörigkeit zu erzeugen, ein auf ewig dauerndes Gebäude.

Kein Zweifel, daß diese Lehre von unserem Vorvater Awraham für unsere Tage besondere Relevanz besitzt, in einer Zeit, in der alle möglichen und unmöglichen Versuche und Experimente unternommen werden, Werte von verpflichtender Zugehörigkeit aus dem Gleichgewicht zu werfen, wie z.B. das Land Israel oder die Einheit der Familie. Anscheinend entstammen der Marsch der "Abkoppelung" [von Gebieten des Landes Israel, wie dem Katif-Gebiet] und die Paraden der Homos aus demgleichen Verfall ethischer Grundwerte. Demgegenüber erwacht in uns die innere Forderung, den vorväterlichen Wegen zu folgen, mit wachsender Klarheit über die besondere Bedeutung der Verknüpfung durch den Akt des Erwerbens zu lernen und zu erziehen, der Zugehörigkeit erzeugt und eine verpflichtende Verbindung schafft zu allem, was uns wirklich teuer ist.
 
 
HaRav Aviner

Glaub' kein Wort!

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt

Glauben Sie keine üble Nachrede über keinen Menschen! Hören Sie gar nicht erst hin - denn selbst das ist schon verboten. Wenn Sie aber schon hingehört haben, dann glauben Sie es wenigstens nicht. 

So furchtbar viel üble Nachrede geht in der Welt herum! So viele Lügen, und so viel Verleumdung!

Über Rabbiner Awraham Jizchak Kuk [erster Oberrabbiner Israels] wurde verbreitet, er sei ein verkappter Christ, über Rabbiner Moscheh Chajim Luzatto, er sei ein Lügenmessias, über Maimonides, daß er zum Islam konvertierte, über den Propheten Jirmijahu, daß er sich mit einer Hure eingelassen habe, und über unseren Lehrer Moscheh, daß er es mit 60 Myriaden verheirateter Frauen getrieben haben soll!

Selbst was du mit eigenen Augen siehst, glaube nicht. Vielleicht kennst du nämlich nicht alle Hintergründe, die den Anschein in sein Gegenteil verkehren können; darum muß man jeden "nach der gerechten Seite beurteilen". Damit ist keine blinde Gefühlsneigung gemeint, sondern Klärung der Wahrheit. Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, daß nur die ganze Wahrheit diesen Namen verdient. Darum darf man selbst dem Augenschein keinen Glauben schenken. 

Einmal sah Rabbiner Arje Levin jemanden mitten im Verlauf einer Beerdigung einen Blumentopf kaufen gehen. Das fand er sehr verwunderlich. Als er der Sache nachging, fand er heraus, daß der Verstorbene an einer gefährlichen, ansteckenden Krankheit litt und im Krankenhaus beschlossen worden war, alle seine Habseligkeiten zu verbrennen, darunter auch seine Tefillin - außer wenn diese direkt vergraben werden. Deshalb besorgte jener Mann einen Blumentopf, um die Tefillin darin zu begraben.

Eine andere Geschichte passierte einer Frau, die im Flughafen auf den Aufruf ihres Fluges wartete und unterdessen ein paar Waffeln aß, wobei sie plötzlich zur Klärung einiger Einzelheiten nochmal zum Schalter gerufen wurde. Als sie zurückkam, sah sie da einen wie ein frommer Jude gekleideten Mann, der ganz schamlos von ihren Waffeln naschte. Sie wollte ihn nicht öffentlich bloßstellen, darum nahm sie eine von den Waffeln, als Wink mit dem Zaunpfahl sozusagen. Doch er aß ganz ungerührt weiter. Er nahm eine Waffel, und sie nahm eine Waffel, usw., bis die Packung leer war. Sie wunderte sich sehr über diese Frechheit, schwieg aber still. Als sie schließlich im Flugzeug platznahm und ihre Tasche öffnete, fand sie dort ihre Waffeln vor, die sie beim Ruf zum Schalter eingesteckt hatte... Plötzlich sah die Geschichte ganz anders aus...

Vom heiligen Rabbiner Ari sel. wird erzählt, daß er bei seiner Ankunft in Zfat (Safed) in den Ausschuß zur Behandlung von Problemen gewählt wurde. Eines Morgens, als eines der Ausschußmitglieder zum frühesten Morgengebet aufstand, sah er beim Öffnen seines Fensters eine verheiratete Frau aus ihrem Hause und in den Hof eines Mannes gehen, der als Schürzenjäger verrufen war. Der Mann war zutiefst erschüttert, und rief gleich nach dem Morgengebet den Ausschuß zusammen, um von der schrecklichen Tat zu berichten. Da sprach Rabbiner Ari sel. zu ihm: Halte deinen Mund! Wie sprichst du von einer reinen Tochter Israels?! Im Hofe jenes Mannes weilt gerade ein Gast aus dem Ausland, der Geld und einen geheimen Brief von ihrem Mann für diese Frau dabeihat und die Sachen nur persönlich übergeben darf. Darum ging sie dorthin und wählte dazu die frühe Morgenstunde, wenn noch keine Menschen auf der Straße sind, weil sie vor lauter Sittlichkeit vermeiden wollte, daß Leute sie anschauen. - Da sagte jener: Verzeihe mir, Rabbi, verzeihe mir! Sagte Rabbiner Ari: Nicht mich mußt du um Vergebung bitten, sondern diese fromme und sittliche Frau, die du verdächtigt hast!

Eine andere Begebenheit trug sich zu bei einer großen Rabbinerversammlung zur Behandlung aktueller Probleme. Hinterher saßen alle zusammen beim Essen, als plötzlich der Vorsitzende verkündete, er wolle den Anwesenden etwas Außergewöhnliches zeigen. Er zog eine Münze hervor aus der Periode von König David, die er zur Auslösung von Erstgeborenen usw. verwendet. Die Münze ging von Hand zu Hand und machte auf alle Rabbiner großen Eindruck, nur daß sie zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr aufzufinden war. Alle suchten auf den Tischen und auf dem Fußboden, doch die Münze blieb unsichtbar. Sagte der Vorsitzende: "Vielleicht hat jemand die Münze aus lauter Gewohnheit in die Tasche gesteckt? Bitte suche jeder in seinen Taschen". Man fühlte sich etwas beleidigt, aber suchte, doch ohne Erfolg. Die Atmosphäre begann drückend zu werden. 

Sagte der Vorsitzende: "Vielleicht fiel die Münze aus Versehen einem in die Tasche, ohne daß er es bemerkte, und Rabbinermäntel haben viele Taschen, die nicht einmal jeder kennt. Darum schlage ich vor, daß jeder Rabbiner die Taschen seines Nachbarn von rechts durchgeht". Die Rabbiner fühlten sich überhaupt nicht wohl dabei, doch aus Respekt vor dem Vorsitzenden folgten sie seiner Bitte, doch fanden nichts. Außer bei einem steinalten Rabbiner, der seinem Nachbarn sagte: "Mir sucht keiner in den Taschen!". "Warum denn nicht?" Der Rabbiner wurde abwechselnd rot und bleich, doch blieb er standfest: "Bei mir wird nicht gesucht!". Wandte sich der Vorsitzende zu ihm: "Und was schlagen Sie stattdessen vor?" "Ich schlage gar nichts vor": Die Versammelten schwiegen. Die Atmosphäre wurde unerträglich. Dumpfe Stille lastete auf allen. Nach zehn Minuten platzte der Kellner in den Saal, die Münze in der Hand - er hatte sie aus Versehen auf dem Tablett mit dem Geschirr abgeräumt.

Alle Anwesenden atmeten auf, sahen betreten in Richtung auf den alten Rabbiner, den sie zu Unrecht verdächtigt hatten, und fragten ihn, warum er sich nicht habe durchsuchen lassen wollen. Zur Antwort schob er seine Hand in die Tasche, zog eine ähnliche Münze hervor und sagte: "Auch ich brachte so eine Münze mit, um sie den Teilnehmern zu zeigen, doch als schon der Vorsitzende das tat, sah ich keinen Anlaß, mit ihm zu konkurrieren. Und hinterher - wer hätte mir geglaubt, daß auch ich so eine Münze besitze?!".

Alle senkten betreten das Haupt und sagten: "Wenn wir nur für diese Lehre gekommen wären - hätte es sich schon gelohnt". 

Haben Sie verstanden? Glauben Sie kein Wort von übler Nachrede, selbst über Dinge, die Sie mit eigenen Augen gesehen haben!
 

Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen auf hebräisch im Internet (audio/online):
www.kimizion.org/shiur
- englischsprachige Sendungen und Nachrichten
(Audio +TV) aus Israel:
www.israelnn.com
- auf russisch:
www.sedmoykanal.com
 

Radio "Reschet Moreschet" - 
Hören Sie Rabbiner Aviners Fragestunde live
vom Internet und stellen Ihre Frage per Telefon: 
(+972 2) 5302685,  jede Woche Do. 22.30-24.00
israelische Zeit (nur hebräisch!) 
http://media.iba.org.il

Desgleichen Radio "Kol-Chai", Di. 23.00-24.00, 
Tel. (+972) 50 800 93 93
http://kolchai.moreshet.co.il/web/index.asp

NEU: Auch auf englisch! "Questions & Answers"
with Rabbi Shlomo Aviner
Live Online www.talklinecommunications.com
Jeden Mittwoch Morgen von 6.30-7.00 (MEZ=GMT+1)
Telefon: USA (+1 212) 7691925
 

MACHON MEIR
Jüdische Studien in Hebräisch und Englisch in jeder Schwierigkeitsstufe,
Anfängerkurse auch auf Russisch -Französisch - Spanisch/Portugiesisch
Tanach, Mischna, Gemara, Themen der jüdischen Weltanschauung
-gelockerte Atmosphäre
-religiöser Zionismus
-Emuna nach den Lehren Rav Kuks
-Anerkannte Hebräisch-Kurse (nachmittags)
-ULPAN GIUR
Bitte richten Sie Ihre Anfragen an obige Anschrift von Machon Meir

SPENDEN
Überweisungen an:
MACHON MEIR, Konto bei Postal Bank, Jerusalem, Konto Nr. 4-16179-3
oder per Scheck direkt an
MACHON MEIR
P.O.B. 34107
JERUSALEM 91340
ISRAEL
oder via Kreditkarte nach telefonischer Absprache mit dem
Büro von Machon Meir (+972 2 6511906)

Lichterzünden/Schabbatausgang in:
Jerusalem: 16.03/17.16
Tel Aviv: 16.21/17.18
Haifa: 16.12/17.15