DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT BALAK
Nr. 623
14. Tammus 5767

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 

Diese Woche in der Tora (Num. 22,2-25,9):
Balak, König von Moaw, fürchtet Invasion der Kinder Israels und läßt Bil'am, den nichtjüdischen Propheten, kommen, um durch dessen Flüche das Schicksal abzuwenden; auf der Reise mißhandelt Bil'am seine Eselin, und sie beschwert sich; auf G~ttes Befehl segnet Bil'am die Israeliten, statt zu verfluchen, zu Balaks Mißfallen; das Volk macht sich an die Moabiterinnen ran, göttliche Strafung durch Seuche; Pinchas, Enkel Aharons, beendet das Treiben durch Aufspießen des Anführers und seiner midjanitischen Gefährtin.

Dienstag, 17. Tammus - Fasttag
Beginn der "Drei Wochen"
 
 
 
Am Schabbes-Tisch...

Wie lange noch Kriege?

Rav Eran Tamir
Rabbiner von MACHON MEIR

Die Verse der Prophezeiungen Bileams handeln nach den Kommentatoren von der Geschichte des Volkes Israel. Dessen Auseinandersetzungen mit den Völkern der Welt, von unserem Vorvater Awraham an bis hin zu den Tagen des Maschiach ("Messias"), verdienen größte Beachtung. Rabbiner Naftali Zwi Jehuda Berlin aus Woloschin (der "Neziw", Leiter der dortigen Jeschiwa vor etwa 110 Jahren) sah in den Versen "..es wird verzehren Völker, seine Dränger, und ihre Gebeine zermalmen und seine Pfeile zertrümmern. Er läßt sich nieder, streckt sich gleich Leu und Löwin, wer will ihn aufreizen? Wer dich segnet, ist gesegnet, wer dich verflucht, ist verflucht" (Num. 24,8-9) eine Beschreibung der Periode von König David und die Art und Weise seiner Führung des Königtums, im Vergleich zur Führung durch Scha'ul.

In dieser Beziehung stellte der Neziw eine schwerwiegende Frage zu den Versen: "Scha'ul aber errang die Herrschaft über Israel und bekriegte ringsum alle seine Feinde, Moaw und die Söhne Ammon und Edom und die Könige von Zowa und die Philister, und überall, wo er sich hinwandte, verbreitete er Unruhe. Und er tat Mächtiges und schlug den Amalek und rettete Israel aus der Hand seines Plünderers" (Schmu'el I, 14,47-48). Seltsam! "überall, wo er sich hinwandte, verbreitete er Unruhe"!? Warum heißt es nicht "war er erfolgreich"? Wie kommt es, daß ihm seine Siege als "Unruhestiftung" ausgelegt werden?

Dazu wies der Neziw auf einen wesentlichen Unterschied in Bezug auf die Kriegsführung zwischen David und Scha'ul hin. Ja, es gibt Siege im Krieg, die als etwas Böses angesehen werden können. Als Scha'ul in den Krieg zog, hatte er ein Ziel vor Augen - den Feind auf die Knie zu zwingen, den Krieg zu gewinnen. Im Gegensatz zu David nahm er den Schauplatz des Sieges nicht unter seine Herrschaftsgewalt, und daher schwächte er die Besiegten nur für eine kurze Zeit, bis sie sich wieder aufrappelten, "den Kopf erhoben" und wieder angriffen. Darum wurden seine Siege als böse bewertet. Böse in zweifacher Hinsicht: 1. Im Hinblick auf die Feinde, weil er ihnen das Gefühl gab, sich wieder gegen ihn erheben und vielleicht sogar gewinnen zu können, und 2. noch schlimmer - gegenüber dem Volke Israel, in dem der momentane Sieg die falsche Vorstellung nährte, daß mit dem Sieg ja jetzt alles in Ordnung sei, endlich haben wir ein wenig Ruhe, endlich können wir in Seelenruhe, in Sicherheit und Wohlstand leben; eine Vorstellung, die sich nur wenig später nach der nächsten Attacke in dünner Luft auflöste und beim jüdischen Volk Depression und Verzweiflung auslöste. Demgegenüber begnügte sich König David nicht mit dem Sieg im Kriege über seine Feinde, sondern eroberte die jeweiligen Gebiete und setzte dort seine eigene Herrschaft ein, womit er eine weitere Erhebung des Feindes verhinderte. 

Der Neziw drückte das folgendermaßen aus: "Heißt es doch bei Scha'ul und überall, wo er sich hinwandte, verbreitete er Unruhe, und bei König David steht: und David war erfolgreich auf allen seinen Wegen (Schmu'el I, 18,14) - bei beiden ist die Rede von ihren Siegen im Kriege. Der Unterschied jedoch zwischen ihnen besteht darin, daß einer im Kriege siegt und seinen Gegner nicht unter seine Herrschaft zwingt, sondern ihn bloß zu Fall bringt und schwächt; es folgt, daß er seiner eigenen Nation nicht zum Erfolg verhilft, sondern seinen Gegner zum Bösen führt. Und es gibt (andererseits) den Sieger und Eroberer, und darin besteht der Erfolg seiner Nation. Genau das war der Unterschied zwischen Scha'ul und David. Scha'ul schwächte bloß seinen Gegner und versetzte ihn in Unruhe, und David eroberte und setzte seine Statthalter ein: in Edom und Moaw und bei allen anderen Nationen, die er eroberte". Nach diesem Schema,  und David war erfolgreich auf allen seinen Wegen, erklärte der Neziw die Prophezeiungen Bileams, die sich mit dem Königtum Davids beschäftigen:

1. "es wird verzehren Völker" (s.o.) - König David besiegt seine Feinde im Krieg, dadurch 2. und ihre Gebeine (azamot) zermalmen" - ihr Selbst (azamut), d.h. ihre Stärke; zermalmen (jegarem), wie jegarer, zu sich ziehen, sie seiner Herrschaft unterwerfen, und seine Herrschaft an die Stelle ihrer Stärke setzen. 3. "und seine Pfeile zertrümmern" - nachdem David seine Herrschaft dort eindeutig und zweifelsfrei gefestigt hat, sind Pfeile überflüssig, d.h. seine Armee, er kann seine Soldaten nach Hause schicken; "es breche (David) die Pfeile, die er im Krieg gebrauchte, da sie nicht mehr für weitere Kämpfe gebraucht werden, und so verhielt es sich am Ende seiner Herrschaft und alle Tage Schlomos". 4. Er läßt sich nieder, streckt sich gleich Leu und Löwin" - nachdem er seine Herrschaft eindeutig und unmißverständlich konstituierte, ohne stille Abmachungen und faule Kompromisse, und die Armee nach Hause schickte, kann er sich in Ruhe niederlassen, wie ein Löwe, der keinen Feind fürchtet, "und noch einmal findet kein Mensch die Mittel, Krieg gegen ihn zu erwecken". 5. "wer will ihn aufreizen?" - nicht nur, daß diese, von David im Krieg besiegte Nation es nicht mehr wagen wird, nochmal gegen ihn zu kämpfen, sondern auch "eine andere Nation als die eroberte braucht er nicht zu fürchten, daß sie sich mit ihm anlege". 6. Und der Höhepunkt: "Wer dich segnet, ist gesegnet, wer dich verflucht, ist verflucht" - nicht nur, daß sie sich fürchten, wieder einen Krieg gegen Israel zu führen, sie werden sich sogar vorsehen, Israel nicht durch Reden und Flüche zu reizen" - selbst Medienhetze und feindliche Propaganda wird der Feind nicht zu betreiben wagen.*

Möge es G~ttes Wille sein, durch uns und aus uns heraus eine Regierung zu erhalten nach dem Vorbild und dem Beispiel König Davids, so daß wir nicht nur in vollkommener Herzensfreude, sondern auch begleitet durch Taten sagen können: David melech Israel, chaj vekajam, David, König Israels, lebt und besteht!

*Das ist die richtige Führung, die sich nicht mit "gezielter Liquidierung" begnügt, mit Sieg und Stille für den Augenblick, sondern den Krieg unter ihre Verantwortung nimmt bis hin zur Hetze der Massenmedien und das Problem von der Wurzel her behandelt, dessen Lösung in der Konstituierung eindeutiger und unmißverständlicher Herrschaft Israels über die ganze Weite unseres Landes besteht.
 
 
 
HaRav Aviner

Wir sind für Sitte

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt

Welches Glück, wir kehren durch G~ttes Gnade über uns in unser Land zurück, und darin werden wir für immer und ewig bleiben, denn dafür sind wir ja hergekommen.

Und wir werden uns anstrengen, nicht mehr diegleichen Sünden zu begehen, wegen derer wir aus unserem Lande vertrieben wurden und uns von unserem Erdboden entfernten.

Alle kennen doch die Gründe für die Zerstörung des ersten Tempels: Götzendienst, Unzucht und Blutvergießen (Joma 9b). Nicht alle aber wissen, was mit der "Unzucht" hier gemeint ist. Dazu findet sich auch keine genaue Definition in der schriftlichen Tora, vielmehr erfahren wir die Einzelheiten aus dem Talmud.

"Unzucht, denn es heißt: und der Herr sprach: Weil die Töchter Zions hoch einher fahren, mit gerecktem Halse gehen und mit den Augen schielen, immerfort tänzelnd einher gehen und mit den Fußspangen klirrend" (Joma 9b; Jeschajahu 3,16).

Wenn dem so ist, haben wir es nicht mit handfester Unzucht zu tun, sondern mit einem Mangel an Sittsamkeit der Töchter Zions, und auch dieser gehört in die Kategorie der "Unzucht".

"Weil die Töchter Zions hoch einher fahren - die Hohe pflegte neben der Niedrigen zu gehen" (Joma 9b), um sich noch mehr zur Geltung zu bringen.

"mit gerecktem Halse gehen - sie pflegten in stolzer Haltung zu gehen; mit den Augen schielen - sie pflegten die Augen mit Stibium zu füllen" (ebda.), sie malten die Augen mit blauer Schminke an, damit sie größer wirkten, wie die eines jungen Mädchens.

"immerfort tänzelnd einher gehen - sie pflegten Ferse an Zehe zu gehen" (ebda.), kleine Schritte wie ein Kind, um Eindruck zu machen.

"und mit den Fußspangen klirrend - ..sie taten Myrrhe und Balsam in die Schuhe, und wenn sie den Jünglingen Israels begegneten, traten sie auf und bespritzten sie, wodurch sie in ihnen den bösen Trieb erregten, wie das Gift in der Natter" (ebda.).

Gebt acht! Hier ist nicht von zu kurzen Kleidern die Rede, sondern von allem, was Aufmerksamkeit erregt, was die Blicke auf sich zieht.

Wie listig aber ist der böse Trieb der Unzucht, wie sehr bemüht er sich, immer etwas Neues anzubringen, ein wahrer Erfinder, dieser Trieb.

Manchmal ist es ein nicht ganz langer Rock, manchmal ist es ein Ärmel, der schon über dem Ellenbogen aufhört, manchmal sind es funkelnde Stoffe, manchmal übertriebene Schminke, manchmal eine aufreizende Perücke, manchmal eine aufgeknöpfte Bluse - eine lange Liste von Tricks.

Seine neueste Erfindung sind hautenge, auf provozierende und eklige Weise am Körper anliegende Kleidung, was nicht weniger streng zu werten ist als die freizügige Mode (siehe Kuntress Malbuschej Naschim von Rabbiner Benjamin Silber und Responsen RaDbaS §770).

Wie furchtbar ist diese freche Mode, die sich gegen die sittsame Natur der Seele auflehnt.

Glücklich kann sich der sittsame Mensch schätzen, der seine Augen hütet, sein Blickfeld einschränkt, um dieser furchtbaren Gräßlichkeit nicht gewahr zu werden. 

Glücklich kann sich die Frau schätzen, die diese Widerlichkeiten nicht mitmacht.

Glücklich können sich die sittlichen und zurückhaltenden Töchter Israels schätzen, die nicht auffallen und die Blicke auf sich lenken wollen, sondern ihrem Schöpfer dienen und ihr Volk rein halten wollen.
 
 

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