|
DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN
IN ISRAEL
 |
Anschrift: Sderot Hame'iri 2, Kirjat Mosche
IL - 91032 Jerusalem ISRAEL
Tel. +972 2 6511906
Fax +972 2 6514820
http://www.machonmeir.org.il |
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WA'ERA
Nr. 549
28. Tewet 5766
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 2) 6519 780
e-mail: kimizion@012.net.il
separate Homepage:
www.kimizion.org
-Archiv der
"Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag'
den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Ex. 6,2
- 9,35):
G~tt erinnert Moscheh an seinen Bund mit
den Vorvätern und
das Versprechen, ihren Nachkommen das
Land Kanaan zu
geben; schickt ihn zu den Kindern Israels,
den Auszug
anzukündigen, doch sie wollen nichts
davon hören; kleine
Stammeskunde; Moscheh und Aharon wieder
bei Pharao;
Wunderzeichen, Pharaos Zauberer machen
es nach; die ersten
7 der 10 Plagen.
| Am
Schabbes-Tisch...
Verzweiflung und
Erlösung
Rav Asri'el Ari'el
Ortsrabbiner der Siedlung "Ateret" |
Moschehs Lage zu Beginn des
Wochenabschnitts Wa'era ist
gar nicht leicht. Seine
erste Mission bei Pharao scheiterte
kläglich. Erst erweckte
er weitreichende Hoffnungen auf baldige
Erlösung, doch diese
ließ dann auf sich warten. Er versuchte
bei Pharao mit der Überzeugungsmethode
"Von Angesicht zu
Angesicht", einen kurzen
Urlaub für die Israeliten zu erreichen.
"Der G~tt der Hebräer
ist uns gegenwärtig geworden; wir
möchten drei Tagereisen
weit in die Wüste ziehen, daß wir dem
Ewigen opfern, unserem G~tt,
auf daß er uns nicht anfalle mit
Pest oder Schwert" (Ex.
5,3). Moscheh wandte sich an Pharaos
Verstand und an sein menschliches
Herz, das in seinem Innern
schlagen mochte. Leider
umsonst. Pharaos Antwort triefte von
Bosheit und Unverständnis
gegenüber den Leiden des Volkes.
"Geht an eure Lastarbeiten!"
(V.4). "Schwer liege der Dienst auf
den Leuten, daß sie
damit zu schaffen haben und sich nicht
unterhalten von eitlen Dingen"
(V.9).
Und Moscheh, der weder an
Präsidentensessel noch
Ministerressorts interessiert
war, befand sich nun in seiner
ersten Führungskrise.
Die Aufseher der Kinder Israels waren
ihm böse und sahen
in ihm eine Art Lügenmessias. Man darf
wohl annehmen, daß
Konspirationstheorien gesponnen wurden,
da Moscheh bekanntlich im
Hause Pharaos aufgewachsen war
und nun mit ihm wohl gemeinsame
Sache machte, das Joch
des Volkes zu erschweren
und jede Hoffnung auf Erlösung zu
begraben. Moscheh hatte
dem nichts entgegenzusetzen. Er
wußte genau, daß
eine gewaltsame Lösung des Problems nicht
infrage kam. Schließlich
handelte es sich um Sklaven, die nichts
von Kriegführung verstanden.
Die einzige vernünftige
Möglichkeit der Rettung
bestand in Bittgesuchen auf friedlichem
Wege - doch diese hatte
bereits genau das Gegenteil bewirkt.
Es blieb ihm also nichts
anderes übrig, als voller Verzweiflung
gen Himmel zu rufen: "Wozu
hast du mich gesandt?!" (Ex.
5,22), "denn seitdem ich
zu Pharao gekommen, um in deinem
Namen zu reden, macht er
es ärger mit diesem Volke, gerettet
aber hast du dein Volk nicht"
(V.23).
G~ttes erste Antwort darauf
fällt kurz und bündig aus. Eigentlich
konzentriert sie sich in
einem Satze: "Nun sollst du sehen" (Ex.
6,1). Jetzt ist die Zeit
reif, wie Rabbiner Samson Raphael Hirsch
erklärte: Das ist der
Moment, auf den ich gewartet habe. Zuerst
müssen sich die vollkommmene
Hilflosigkeit und die
Verzweiflung offenbaren.
Es wird bewiesen, daß die Hand des
Menschen nichts erreicht,
und daß alle Gesuche an Pharao
keinen Nutzen bringen. Zuerst
müssen Moscheh und Aharon
vor dem Volk in absoluter
Ratlosigkeit dastehen, und erst dann
beginnt die Erlösung
als Werk G~ttes. In diesem Augenblick
verschwinden die letzten
Spuren aller Dinge, die wie natürliche
Hilfsmittel erscheinen könnten;
und es wird erkennbar und
bewußt, daß
Moscheh nichts anderes als ein Mittel und seine
Taten nichts anderes als
das Werk G~ttes sind.
Nur auf diese Weise kann
sichergestellt werden, daß die
Erlösung zwangsläufig
und ohne Hinzutun aller Beteiligten
erfolgt. "..denn durch starke
Hand soll er sie entlassen und
durch starke Hand soll er
sie treiben aus seinem Lande" (Ex.
6,1).
In diesem Lichte muß
G~ttes zweite Antwort gesehen werden.
"Und G~tt (Elohim)
redete zu Moscheh und sprach zu ihm: Ich
bin der Ewige (jud-heh-waw-heh)"
(Ex. 6,2). Er wendet sich an
ihn mit dem Namen Elohim,
d.h. der in den Abläufen der Natur
Verborgene, und teilt ihm
mit: Ich bin der Ewige. Ich bin
derjenige, der ganz offen
Wunder wirkt, und ich bin derjenige,
der die Natur aus dem Verborgenen
lenkt. Erst jetzt, da du die
Tiefen der Verzweiflung
erreicht hast, ist die Zeit reif für die
Offenbarung: Ich bin der
Ewige. Um Moscheh die Geheimnisse
der göttlichen Lenkung
zu erläutern, wird sein Blick auf die
fernere Vergangenheit gerichtet,
zu den Tagen der Vorväter,
und zu ihren Auseinandersetzungen.
"Ich bin auch Awraham,
Jizchak und Jakov erschienen
mit [dem Namen]: G~tt,
allmächtiger (el
schadai); aber [mit] meinem Namen: Ewiger, bin
ich ihnen nicht kund geworden.
Sowohl mit ihnen habe ich
meinen Bund errichtet, daß
ich ihnen das Land Kana'an gebe,
das Land ihres Aufenthaltes,
in dem sie geweilet" (Ex. 6,3-4).
Die Offenbarung gegenüber
den Vorvätern erfolgte nur unter
dem Namen "G~tt, allmächtiger"
(el schadai), unter dem sich
G~tt in der Welt verbirgt,
unter allen Verwicklungen und Leiden,
Versagen und Rückschlägen.
Die Periode der Vorväter begann
in besonderem Glanz, den
Tagen der "ersten Einwanderung"
Awrahams, der in das ihm
versprochene Land ein ums andere
Mal einzieht. An jedem Orte
verkündet Awraham den Namen
G~ttes, besiegt in nächtlicher
Schlacht die vier Könige und wird
von den Bewohnern des Landes
als "Fürst G~ttes" anerkannt.
Darauf folgen Tage niedrigeren
Profils, Jizchak wohnt in den
Gefilden der Philister und
wird von seinem Boden mehrmals
vertrieben, und schließlich
die Zeit des Leidens von Jakov, der
Streit mit seinem Bruder
Eßaw, mit seinem Schwiegervater
Lawan und mit Schchem ben
Chamor, dazu die Konflikte seiner
Söhne im engeren Kreis
der Familie. Diese Periode endet mit
dem Abstieg nach Ägypten
in die Knechtschaft. Zwar hielten die
Vorväter den Bund mit
G~tt über die Herrschaft über das ganze
Land Kana'an hoch in ihren
Herzen, doch in der Praxis bot
ihnen das Land nur Wohngelegenheit,
ein Dasein als Beisaß
und der Zeitweiligkeit,
des Niedergangs und der Furcht, "das
Land ihres Aufenthaltes,
in dem sie geweilet" (s.o.).
Also sprach G~tt zu Moscheh:
Du mußt von den Vorvätern die
Stärke des Glaubens
lernen, die Stärke der Geduld. "..und
wenn er [der Maschiach]
auch zögert, trotzdem hoffe ich täglich
auf ihn, daß er kommen
wird" (aus den 13 Glaubensartikeln des
Maimonides). Wäre die
Gründung des Volkes in ständig
aufsteigender Tendenz erfolgt,
hätte man meinen können, daß
wir selber die Abläufe
bestimmen und sie auch vorantreiben.
Der Aufbau des jüdischen
Volkes wurde jedoch von langen
Perioden des Niedergangs
begleitet, in denen nur selten das
göttliche Licht durchschimmerte
und verkündete: "Und auch
dann noch... habe ich sie
nicht verworfen und nicht so
ausgestoßen, daß
ich sie völlig aufriebe und meinen Bund mit
ihnen bräche" (Lev.
26,44). Nur so werden Alle wissen, daß die
Erlösung nur von G~tt
kommt, und alle menschlichen Taten und
Kombinationen nützen
nur insofern, wie sie den vor dem
menschlichen Auge verborgenen
göttlichen Plan verwirklichen.
Gerade der Zustand der Verzweiflung,
der dem Menschen seine
Nichtigkeit bewußt
macht, bereitet ihn auf das Anhören der vier
Sprüche der Erlösung
vor (siehe Pessach-Hagada).
In der Tora beziehen sich
diese Worte auf die Erlösung aus
Ägypten. Einerseits
bietet sie das Musterbeispiel für alle
weiteren Erlösungen,
andererseits unterscheidet sie sich von
ihnen. Diese Erlösung
erfolgte durch offene Wunder, während
die Erlösungen vor
dem Bau des zweiten und des dritten
Tempels auf natürlichem
Wege erfolgen. Das Prinzip allerdings,
daß die göttliche
Rettung gerade aus dem Abgrund der
Verzweiflung erwächst,
ist allen gemeinsam. Darum heißt es im
Talmud: "Der Sohn Davids
kommt nicht eher,... bis sie an der
Erlösung verzweifelt
haben werden" (Sanhedrin 97a). Und so
schrieb unser Lehrer Rabbiner
Zwi Jehuda Kuk im Namen
seines Vaters, Rabbiner
Awraham Jizchak Kuk, Autor der
"Lichter" (Orot):
"Denn der Weg der Erlösung
selber ist gerade so, daß man auf
ihm zur Verzweiflung gerät,
und genau diese erzeugt die
Erlösung und bringt
den Sohn Davids - so wird sie durch jene
drei Ereignisse klar, durch
unsere Unterdrückungen und unsere
Leiden der Wehen bei der
Geburt des Volkes und des Landes...
und aus der Kraft der Verzweiflung
erscheint der große
Glauben, prangend in Heiligkeit.
'Blicke vom Gipfel Amanas'
(Hohelied 4,8) [Emuna=Glauben]
- die Diaspora wird in Zukunft
nicht erlöst außer
für den Lohn des Glaubens".
| HaRav
Aviner
Vergiß'
nicht die Hauptsache!
Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa
von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt |
 |
Aber bei der Tora ist doch
Alles Hauptsache, Alles heilig, Alles
göttlich! - Richtig,
aber wenn das Schiff sinkt, rettet man zuerst
das Wichtigste, wie bei
einem Schwerkranken, wo man
zwischen einem Körperteil,
von dem das Leben abhängt, und
einem anderen unterscheidet.
So schrieb Rabbiner A.J.Kuk in
seinem Aufsatz "Ha-Ikarim"
(Ma'amarej Hara'aja S.14), wobei er
betonte, daß die großen
Rabbiner früherer Generationen
Grundprinzipien festlegten.
Auch in unserer Generation, die sich
an einem historischen Wendepunkt
von Wirren und
Umwälzungen befindet,
müssen wir wissen, worauf es
zuallererst ankommt.
Entsprechend lehrte uns unser
großer Meister Rabbiner Zwi
Jehuda Kuk [Sohn des obigen]:
Zuerst kommen "Emuna"
(Glauben) und "Ahawa"
(Liebe) [siehe Überschrift unseres
Parscha-Blattes].
"Emuna" - stellt die
Basis für alles Andere. Man muß sich immer
vergegenwärtigen, daß
der Herr der Welt die Realität lenkt. Es
stimmt, in letzter Zeit
gehen wir durch eine schwierige Periode
mit diversen Krisen. Psychologen
definieren "Krise" als
Ereignisse gegen den Willen
- und solche gibt es immer. Man
darf die Dinge aber nicht
wie mit den Augen der Massenmedien
betrachten, die Nachrichten
produzieren müssen. Vielmehr
müssen wir den Maßstab
des Glaubens anlegen und die letzten
hundert Jahre im Gesamtüberblick
betrachten und erkennen,
wie wir von Neuem geboren
wurden, Aufbauphasen durchleben,
wie unser Land blüht
und gedeit, wie sich hier Millionen Juden
ansammeln, frei in ihrem
eigenen Staat, und die Tora an ihren
Stammplatz zurückkehrt.
Das ist alles kein Zufall, sondern von
der Hand G~ttes, auch wenn
diese Entwicklung von Leiden und
Komplikationen begleitet
wird, von Krisen und von Schwächen.
"..denn Aug' in Auge sehen
sie, wenn der Ewige nach Zion
zurückkehrt" (Jeschajahu
52,8), wenn wir unsere Augen in
Glauben und Himmelsfurcht
auf das göttliche Auge ausrichten:
"Siehe, des Ewigen Auge
ist auf die, die ihn fürchten" (Psalm
33,18) - dann sehen wir,
"wenn der Ewige nach Zion
zurückkehrt".
Darum befördert uns
G~tt selbst unter Leiden und furchtbaren
Qualen hin zu unserer Selbständigkeit
und läßt seine Präsenz
nach Zion zurückkehren.
Wollen wir doch die
Verhältnismäßigkeit
wahren und die Perspektive beachten!
Sowohl das Gute als auch
das Schlechte kommt von G~tt. Und
selbst das Schlechte entpuppt
sich am Ende zum Guten. Das
Schlechte und das Häßliche
gehen vorüber, die Ewigkeit aber
bleibt der ganzen Allgemeinheit
versprochen. Darin besteht
unsere Erwartung einer besseren
Zukunft. Darum kommt es
weder zu Verzweiflung noch
zu Depressionen selbst in einer
Krise, wenn die Dinge nicht
so laufen, wie wir es gerne hätten
und es so aussieht, daß
viel Mühe g~ttbehüte umsonst war.
Wir sind keine Müßiggänger
oder Faulpelze. Wir kämpfen und
kämpfen, und wenn uns
die Wirklichkeit übel mitspielt, verfallen
wir nicht in Traurigkeit,
Beschuldigungen oder
Verwünschungen.
Geh hin und lerne von David,
unserem Herrn und König, der
wirklich genug zu leiden
hatte und trotzdem immer fest am
Glauben hielt, wie im Buche
"Chinuch" [kurze Schilderung aller
613 Ge- und Verbote] erwähnt:
"Daß der Mensch wisse und
sich zu Herzen nehme, daß
alles, was ihm von Gut bis Böse
widerfährt, der Grund,
daß es auf ihn komme, vom Ewigen ist,
gelobt sei er, und von
der Hand des Menschen, von der Hand
des Einen (Gen. 9,5),
nichts komme ohne den Willen G~ttes,
gelobt sei er, und darum,
wenn ihn jemand quält oder ihm
Schmerz zufügt, wisse
er in seiner Seele, daß seine Sünden
ihm das verursacht haben,
und G~tt, gelobt sei er, hat ihm dies
verordnet, und darum wende
er seine Gedanken nicht der
Rache zu, denn der Betreffende
ist nicht der eigentliche
Ursprung des Übels,
denn die Sünde brachte die Dinge ins
Rollen, und so wie David,
Friede sei mit ihm, sagte: Lasset ihn,
daß er fluche;
denn der Ewige hat es ihm gesagt (Schmu'el II,
16,11), d.h. er sah die
Ursache für diesen Vorfall in seiner
eigenen Sünde und nicht
bei Schimi ben Gera [von dem im Vers
die Rede ist]" (Sefer
HaChinuch §241).
Um vorschnellen Schlußfolgerungen
vorzubeugen: Nicht alle
heutigen Widrigkeiten sind
als göttliche Strafe aufzufassen, es
geht nur darum, sich jetzt
nicht in Rachegedanken zu
verstricken.
Damit kommen wir nun zum
zweiten Grundprinzip: Liebe - die
der Tora vorangeht und auf
die die Tora gebaut ist. Rabbi Akiva
hatte 24.000 Schüler,
und alle starben zwischen Pessach und
Schawu'ot, in der Zeitperiode
der Vorbereitung zur
Empfangnahme der Tora -
weil sie einander nicht respektierten.
Damals sagte Rabbi Akiva:
Liebe deinen Nächsten wie dich
selbst (Lev. 19,18)
- das ist ein großes Prinzip der Tora, das ist
die Wurzel der Tora. Wenn
das Fundament der Liebe fehlt,
gerät das ganze Tora-Gebäude
schief. Nur durch "Liebe deinen
Nächsten wie dich selbst"
(Lev. 19,18) gelangt man zu "ich der
Ewige" (ebda.).
Das gehört zu den schwersten
Versuchungen, nämlich an der
Liebe festzuhalten angesichts
all Jener, die aus unserer Mitte
hervorgehen und die Tora,
das Volk und das Land entwurzeln
wollen. Wir können
nicht in die Zukunft schauen, und darum
kämpfen wir weiter.
Aber nicht mit schiefem Blick und
Verwünschungen gegen
diesen oder jenen Politiker, Soldaten
oder Polizisten, oder gegen
Juden, die den Schabbat
entweihen, trefe essen und
ihre Frauen betrügen, oder
überhaupt gegen Jeden,
der anders denkt als wir - werden wir
die Erlösung bringen.
Die Erlösung bringen wir durch Mehrung
der Liebe. Darum wurde der
"weise Sohn" in der Pessach-
Hagada neben dem "bösen
Sohn" genannt, wie der berühmte
Kabbalist ARI sel. sagte,
um ihn durch das große Licht des
Weisen zu heilen. Schlage
nicht deinen Nächsten, und heize
nicht die Atmosphäre
auf, nur Liebe, Liebe, Liebe.
Wir rufen uns die "roten
Linien" unseres Lehrmeisters, Rabbiner
Zwi Jehuda Kuk, bezüglich
politischer Auseinandersetzungen in
Erinnerung: "Ohne Erheben
der Hand, ohne Beschimpfung,
ohne Haß" (Lenetiwot
Israel), ohne Nachtragen, nicht in Tat und
Wort, selbst nicht in Gedanken.
Wir glauben an die Ewiglichkeit
Israels, nicht wie die Christen,
die angesichts des Versagens
entschieden, unsere Hoffnung
als Volk sei verloren und
die spirituelle Besonderheit Israels
ausradiert, g~ttbehüte.
Wir erleben schwere Leiden,
und die Heilung: Mehrung des
Glaubens und Mehrung der
Liebe. Was machen Sie, wenn Sie
am Morgen aufstehen, bevor
Sie mit dem Gebet beginnen?
Lieben! So wurde gemäß
ARI sel. das Gesetz entschieden:
"Auch nehme man vor jedem
Gebet das Gebot auf sich: 'Liebe
deinen Nächsten wie
dich selbst', und denke dabei, jeden von
Israel wie sich selbst zu
lieben; denn wenn - was fern sein möge
- die Herzen Israels auf
Erden getrennt wären, dann wären sie
auch im Himmel nicht einig.
Aber ihre körperliche Einigkeit auf
Erden verursacht Einigkeit
und Zusammenschluß ihrer Seelen
im Himmel; und dadurch vereinigen
sich auch ihre Gebete; und
dann, wenn ihre Gebete sich
zusammenschließen, sind sie
wohlgefällig vor Ihm,
gepriesen sei sein Name!" (Kizur
Schulchan Aruch 12,2).
Ja, ganz Israel sind einander
Bürgen (arewim), sie sind sogar
miteinander vermischt (me'urawim),
die Seele des einen mit der
Seele des anderen, wie der
Kabbalist Rabbi Moscheh
Kordovero im Buch "Tomer
Dwora" schrieb, und angenehm
(arewim) miteinander.
Und was sagen Sie, wenn Sie
nachts schlafen gehen? "Herr der
Welt, hiermit vergebe ich
Jedem, der mich erzürnt hat, der mich
erniedrigt oder gegen mich
gesündigt hat..." (Nachtgebet). Das
ist sehr schwer. Wenn Sie
dazu nicht bereit sind, brauchen Sie
diesen Teil nicht zu sagen.
Wenn aber doch, werden Sie
enorme Reinheit fühlen.
Das ist eine der schwersten
Schlachten, die wir zu bestehen
haben: Nicht den Kopf zu
verlieren, nicht das Herz zu verlieren,
nicht den Glauben zu verlieren,
nicht die Liebe zu verlieren.
Doch nur so werden wir das
ersehnte Ufer erreichen. Denk
daran! Die Erlösung
wird nicht den Einzelnen, den Ehrlichen,
Gerechten, Frommen und Heiligen
gegeben, sondern dem Volk,
dem ganzen Volk, in allen
seinen unterschiedlichen Stufen.
"Und durch die Scharen der
Myriaden deines Volkes, des
Hauses Israel..." (Schabbat-Morgengebet).
Wir gehen mit
diesem Volk, immer, auf
ewig! Nichtsdestoweniger und trotz
alledem! Wir gehen mit unserem
Volk. Wenn nötig, werden wir
harte Worte benutzen, doch
wir bleiben immer zusammen. Mit
Liebe und Glauben und erhabener
Geistigkeit, denn wir sind die
Diener G~ttes und sein Volk
Israel.
Weitere Kommentare
von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen auf hebräisch
im Internet (audio/online):
www.a7.org
- auch englischsprachige
Sendungen und Nachrichten
(Audio +TV) aus
Israel:
www.israelnn.com
- auf russisch:
www.sedmoykanal.com
Radio "Reschet Moreschet" -
Hören Sie Rabbiner Aviners Fragestunde
live
vom Internet und stellen Ihre Frage per
Telefon:
(+972 2) 5302685, jede Woche Do.
22.30-24.00
israelische Zeit (nur hebräisch!)
http://media.iba.org.il
Desgleichen Radio "Kol-Chai", Di.
23.00-24.00,
Tel. (+972) 50 800 93 93
http://kolchai.moreshet.co.il/web/index.asp
MACHON MEIR
Jüdische Studien in Hebräisch und Englisch
in jeder Schwierigkeitsstufe,
Anfängerkurse auch auf Russisch -Französisch
- Spanisch/Portugiesisch
Tanach, Mischna, Gemara, Themen der jüdischen Weltanschauung
-gelockerte Atmosphäre
-religiöser Zionismus
-Emuna nach den Lehren Rav Kuks
-Anerkannte Hebräisch-Kurse (nachmittags)
-ULPAN GIUR
Bitte richten Sie Ihre Anfragen an obigeAnschrift
von Machon Meir
SPENDEN
Überweisungen an:
MACHON MEIR, Konto bei Postal Bank, Jerusalem, Konto Nr. 4-16179-3
oder per Scheck direkt an
MACHON MEIR
P.O.B. 34107
JERUSALEM 91340
ISRAEL
oder via Kreditkarte nach telefonischer Absprache mit dem
Büro von Machon Meir (+972 2 6511906)
Lichterzünden/Schabbatausgang
in:
Jerusalem: 16.32/17.47
Tel Aviv: 16.50/17.49
Haifa: 16.40/17.46 |
|