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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN
IN ISRAEL
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Anschrift: Sderot Hame'iri 2, Kirjat Mosche
IL - 91032 Jerusalem ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT NOACH
Nr. 537
3. Marcheschwan 5766
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 2) 6519 780
e-mail: kimizion@012.net.il
separate Homepage:
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-Archiv der
"Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag'
den Rabbi" auf deutsch
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als die Machon-Meir-Seite
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Gen. 6,9-11,32):
Sittenverfall, Bau der Arche, Sintflut
150 Tage, Neubesiedlung
der Erde, noachidische Gebote, Noach betrunken,
Sünde
Chams, Nachkommen Schem, Cham und Jafets,
Turmbau zu
Babel, Sprachenverwirrung, die Generationen
bis Awra(ha)m
und Sara(i).
Der
Stand der Dinge...
Von Schmerz zu
Freude
Rav Dov Begon
Leiter von MACHON MEIR |
Die Strafe von Adam und Chawa
bestand in Schmerzen, wie es
heißt: "Zu dem Weibe
sprach er: Mehren und mehren will ich
die Schmerzen deiner Schwangerschaft,
mit Schmerzen sollst
du Kinder gebären...
Und zum Menschen sprach er: Weil du auf
die Stimme deines Weibes
gehört und vom Baume gegessen,
von dem ich dir geboten
also: Du sollst nicht davon essen, so
sei verflucht der Erdboden
um deinetwillen. Mit Schmerzen
sollst du davon essen all
die Tage deines Lebens. Und Dornen
und Disteln lasse er dir
aufsprießen..." (Gen. 3,16-18).
Da kommt Noach und mildert
der Menschheit die Schmerzen;
darum wird er Noach genannt:
"Und nannte seinen Namen
Noach, um zu sagen: dieser
wird uns trösten wegen unserer
Arbeit und der Mühsal
unserer Hände von dem Boden, den der
Ewige verflucht hat" (Gen.
5,29). Der Raschikommentar erklärt:
"dieser wird uns trösten
- wird den Schmerz unserer Hände von
uns weichen lassen; bevor
Noach kam, hatten sie keine Geräte
zum Pflügen, und er
bereitete sie ihnen; und die Erde hatte
Dornen und Disteln hervorgebracht,
wenn sie Weizen säten,
seit der Verwünschung
des ersten Menschen; aber in den
Tagen Noachs hörte
es auf".
Noach erleichterte durch
die Erfindung des Pfluges und die
Idee, Tiere davorzuspannen,
den Menschen das Leben und die
schwere und frustrierende
Feldarbeit, wenn sie Weizen säten
und Dornen und Disteln ernteten.
Seine technologische
Neuerung erleichterte zwar
etwas den Zustand der Menschheit,
doch die Freude war damit
noch nicht wieder eingekehrt -
Noach selber floh vor der
harten Lebensrealität durch den
Weingenuß, wie es
heißt, nachdem er aus der Arche
herausgekommen war: "Und
Noach, der Ackerbauer, fing an
und pflanzte einen Weinberg,
und trank von dem Weine und
ward berauscht, und entblößte
sich in seinem Zelte" (Gen. 9,20-
21).
Erst bei Awraham, Symbol
der Mildtätigkeit, Erwählter G~ttes
und sein Getreuer, kehrten
wieder Freude und Lachen ein,
deren sich der erste Mensch
vor dem Sündenfall erfreute. "Und
Awraham fiel auf sein Angesicht
und lachte" (Gen. 17,17), "und
du sollst seinen Namen nennen
Jizchak [er wird lachen]"
(17,19), "Jizchak" als Ausdruck
der Freude.
Durch unseren Vorvater Awraham
und seine Erben kommt die
Bereinigung der Sünde
des ersten Menschen, die Sünde, die
den Schmerz in die Welt
brachte. Zu diesem Zeitpunkt
wechselte die Welt von den
2000 Jahren des Tohu zu den 2000
Jahren der Tora, die wiederum
in die 2000 Jahre des Maschiach
übergehen, auf deren
Höhepunkt, wie die talmudischen Weisen
sagten, die Freude dem Volke
Israel und der ganzen Welt
zurückkehren werde,
"die Freude von ehemals auf ihrem
Haupte" (Schabbat 88a).
Nach dem Stand der Dinge
bedeutet die Geschichte der
Menschheit von ihren Anfängen
bis ans Ende der Tage ein
einziges Ringen mit den
Schmerzen, die auf den Menschen
lasten, auf Männern
und auf Frauen, beim Werk ihrer Hände,
dem Gebären und der
Aufzucht der Kinder, um ans Ziel, die
große, unbändige
Freude zu gelangen, durch die sich die
Stimmung der Menschheit
im Allgemeinen, und die des "Volkes
der Ewiglichkeit" im Besonderen
am Ende der Tage
auszeichnen wird, wie es
heißt: "Und die Befreiten des Ewigen
kehren zurück, und
kommen nach Zion mit Jubel, und ewige
Lust ist auf ihrem Haupte.
Wonne und Lust treffen sie an, es
entfleucht Kummer und Schmerz"
(Jeschajahu 35,10).
Auch in unseren Tagen sind
wir Zeugen einer immensen
technologischen Entwicklung,
die das Leben der Menschen wie
in Noachs Tagen erleichtert,
aber selbst der größte
technologische Fortschritt
kann den Menschen nicht mit wahrer
Freude füllen. Nur
nach dem Erlangen ethischer und ideeller
Vollkommenheit, erst nachdem
sich die Seele mit Liebe und
Glauben füllt, kommt
jene Freude, die der Mensch so sehr
benötigt.
Aus diesem Grunde waren unserem
Vorvater Awraham Freude
und Lachen vergönnt,
und seinen Sohn "Jizchak" zu nennen,
eben wegen dieser Freude,
weil er von G~tt auserwählt war und
G~tt liebte, in seinen Wegen
wandelte und seine Hausgenossen
entsprechend lehrte, wie
geschrieben steht: "Denn ich habe ihn
erkoren, damit er seinen
Kindern und seinem Hause nach ihm
gebiete, den Weg des Ewigen
einzuhalten, Recht und
Gerechtigkeit zu üben,
auf daß der Ewige über Awraham
bringe, was er ihm verheißen"
(Gen. 18,19) - ihm und damit
seinen Nachkommen, dem Volke
Israel, dem Volke der
Ewiglichkeit in allen seinen
Generationen.
"Und Awraham wird ja werden
zu einem Volke, groß und
mächtig, und sich segnen
werden mit ihm alle Völker der Erde"
(18,18), und alle Jahre,
die G~tt sein Angesicht vor uns verbarg,
werden zu Freudenjahren
umgewandelt, wie es heißt: "Erfreue
uns gleich den Tagen, da
du uns gebeugt, den Jahren, da wir
Unglück geschaut" (Psalm
90,15).
In Erwartung der vollständigen
Erlösung,
Rav Dov Begon
| HaRav
Aviner
Rabbiner Zafoni...
Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa
von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt |
 |
[Ding-dong] Ich öffne
die Tür. Da steht ein sympathischer Mann,
eine eindrucksvolle Erscheinung,
gleichzeitig Ruhe
ausstrahlend. Weißes
Hemd, großes Schabbeskäppchen,
dichter Bart, breites Lächeln.
Er sieht mir sogar ähnlich, wie als
ich noch die Jeschiwa besuchte.
"Schalom! Wer sind Sie?"
"Zafoni, Rabbiner Zafoni".
"Ganz meine Ehre. Treten
Sie bitte ein und nehmen Sie Platz".
Der Gast öffnet eine
Aktenmappe.
"Ich bin ganz einfach gekommen,
um Ihnen zu helfen und einige
Ratschläge zu geben".
"Wie wurde mir diese Ehre
zuteil?"
"Ich hatte Sie schon gemocht,
als wir noch zusammen die
Jeschiwa besuchten, wenn
Sie erinnern... Nicht so wichtig.
Fangen wir gleich mit dem
Ihnen am Nächsten an, mit Ihrer
werten Gattin. Wirklich
eine wunderbare Ehefrau, aber leider
hapert es etwas an sittlicher
Kleidung".
Ich ließ einen leichten
Seufzer vernehmen.
"Ja", fuhr Rabbiner Zafoni
fort, "die Welt steht und fällt mit der
Sittlichkeit. Sicher haben
Sie schon bemerkt, daß ihre
Kopfbedeckung nach den halachischen
Vorschriften nicht
ausreicht. Warum machen
Sie sie nicht darauf aufmerksam?"
"Habe ich. Doch dann war
sie beleidigt und verkroch sich in sich
selbst".
"Na und? Das ist Ihre Pflicht.
Frauen muß man an die kurze
Leine nehmen. Das ist Ihre
Verantwortung - da darf man nicht
nachgeben! Wenn Sie nachgeben,
geht es nur weiter bergab".
"Das stimmt, so geht es
wirklich".
"Sie sehen, ich habe recht.
Bestehen Sie auf Ihrer Ansicht.
Frauen sind schwach. Hart
durchgreifen statt lächeln".
"Ich habe immer damit gezögert.
Gut, daß Sie mich ermuntern".
"Wenn man schon Frauen zulächelt,
dann nicht auf diesem
Gebiet. Kennen Sie Pnina
Bergstein?".
"Ja, von der Arbeit. Eine
junge, bemitleidenswerte Frau".
"Sie müssen sie aufmuntern
und ermutigen. Sie hat Probleme
mit ihrer Ehe".
"Ich habe einmal mit ihr
geredet. Da hat sie mir gleich ihr Herz
ausgeschüttet. Doch
dann habe ich die Sache nicht weiter
verfolgt, denn das gehört
sich nicht".
"Was soll das heißen,
'gehört sich nicht'?! Das ist doch keine
seichte Konversation. Sie
reden doch mit ihr in reiner Absicht,
aus Barmherzigkeit! 'Mildtätigkeit
erbaut die Welt' (Psalm 89,3)!
Hier ist ein Gespräch
aus tiefster Seele angebracht".
"Das habe auch ich gespürt,
aber nicht gewagt".
"Darum bin ich hier".
"Wo haben Sie eigentlich
alle diese intimen Einzelheiten über
mich her?".
"Wissen Sie das wirklich
nicht?", antwortete er mit einem leicht
mysteriösen und amüsierten
Lächeln. "Weiter im Text - wir
haben noch ein nicht minder
wichtiges Thema zu besprechen -
Ihre Eltern. Ihnen gegenüber
verhalten Sie sich zu weichlich.
Bei sich zu Hause bestehen
Sie doch auf 'strengstens koscher' -
und bei Ihren Eltern gehen
Sie Kompromisse ein und essen
alles, ohne mit der Wimper
zu zucken!".
"Sie halten doch koscher...",
gab ich zurück.
"Koscher, koscher... Sie
wissen doch, wie es heute um die
Kaschrut bestellt ist. Bestehen
Sie darauf: Wenn nicht alles
strengstens koscher ist,
kommen wir nicht zu Besuch! Punktum!
Ihre Eltern werden nicht
beleidigt sein, sondern Sie wegen Ihrer
Prinzipien respektieren.
Und wenn sie doch beleidigt sind, dann
ist das ihre Angelegenheit.
Sie tun ihnen damit sogar einen
Gefallen, und sie müssen
dafür dankbar sein. Ehrung der Eltern
geht nicht vor Einhaltung
der Schabbatgesetze und der
Kaschrut".
"Sie haben recht. Ich bin
zu weich".
"Jaja, das ist unser Problem,
wir national-Religiöse, wir nehmen
alles auf die leichte Schulter
und wagen nicht, laut
herauszusagen: Die Tora
geht über alles!".
"Verzeihung, daß ich
nochmal frage: Woher wissen Sie alle
diese Dinge über mich?".
"Habe ich doch schon vorhin
gesagt: Wir haben zusammen in
der Jeschiwa gelernt".
"Ist mir wirklich nicht
aufgefallen. Auf jeden Fall schätze ich Ihre
Hilfe sehr. Ich will Ihnen
sogar mal ganz vertraulich sagen:
Normalerweise, wenn man
mir Ermahnungen erteilt, fühle ich
mich angegriffen und beleidigt,
aber Sie wissen irgendwie
genau mit dem richtigen
Gefühl zu reden..."
"Machen Sie sich über
mich keine falschen Vorstellungen.
Wenn es Not tut, kann ich
sehr aggressiv werden, dann zeige
ich ein ganz anderes Gesicht!
Ich zeige mich auf sieben
verschiedene Weisen...".
"Was ist das für eine
geheimnisvolle Geschichte?"
"Gar nichts Geheimnisvolles!
Ich erfülle meine Aufgabe ganz
einfach in verschiedenen
Erscheinungsformen. Mit Ihnen kann
man sanft umgehen, ein wahres
Vergnügen!".
"Vielen Dank für das
Kompliment. Sie kommen mir doch
irgendwie bekannt vor; Sie
senden so sehr auf der gleichen
Wellenlänge, Sie verstehen
mich so voll und ganz...".
"Auch wie Sie damals zu
einem Gespräch unter vier Augen
beim Leiter der Jeschiwa
erschienen, war ich mit dabei. Alles,
was Sie lernten, lernte
auch ich".
"Sie reden in Rätseln.
Sagen Sie mir doch bitte ganz ehrlich:
Wer sind Sie?".
"Sie kennen mich wirklich
nicht?!", und ein teuflischer Funke
blitzte in seinen Augen,
"ich bin Ihr böser Trieb!".
"Was, Sie?! Aber Sie geben
sich doch so milde, so klug, so
gerecht?!"
"Genau, nu, das ist doch
gerade die Kunst! Ich bin der in Ihnen
verborgene [zafun]
böse Trieb, der sich als guter Trieb
verkleidet. Darum heiße
ich Zafoni, 'Rabbiner Zafoni'. Lassen
Sie es sich schlecht gehen!
Auf Wiedersehen; alles Schlechte!".
* * *
"Die Rabbanan lehrten: Den
Versteckten werde ich von euch
entfernen (Jo'el
2,20), das ist der böse Trieb, der im Herzen der
Menschen versteckt ist"
(Sukka 52a). "Diese Art böser Trieb
existiert bei gerechten,
frommen und eifernden Menschen, und
sie ist die allergefährlichste.
Das ist der böse Trieb, der getarnt
daherkommt, er ist versteckt,
kommt sozusagen im Untergrund,
er verbirgt sich und verübt
die furchtbarsten Sünden im Namen
des Himmels, wie z.B. üble
Nachrede, Verunglimpfung von
Toragelehrten und Streit"
(Rabbiner Zwi Jehuda Kuk,
Gespräche zum "Weg
der Frommen" 5.Kap.,§4).
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