DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT NOACH
Nr. 537
3. Marcheschwan 5766

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 

Diese Woche in der Tora (Gen. 6,9-11,32):
Sittenverfall, Bau der Arche, Sintflut 150 Tage, Neubesiedlung 
der Erde, noachidische Gebote, Noach betrunken, Sünde 
Chams, Nachkommen Schem, Cham und Jafets, Turmbau zu 
Babel, Sprachenverwirrung, die Generationen bis Awra(ha)m 
und Sara(i).
 
 

Der Stand der Dinge...
Von Schmerz zu Freude
Rav Dov Begon
Leiter von MACHON MEIR

Die Strafe von Adam und Chawa bestand in Schmerzen, wie es 
heißt: "Zu dem Weibe sprach er: Mehren und mehren will ich 
die Schmerzen deiner Schwangerschaft, mit Schmerzen sollst 
du Kinder gebären... Und zum Menschen sprach er: Weil du auf 
die Stimme deines Weibes gehört und vom Baume gegessen, 
von dem ich dir geboten also: Du sollst nicht davon essen, so 
sei verflucht der Erdboden um deinetwillen. Mit Schmerzen 
sollst du davon essen all die Tage deines Lebens. Und Dornen 
und Disteln lasse er dir aufsprießen..." (Gen. 3,16-18).

Da kommt Noach und mildert der Menschheit die Schmerzen; 
darum wird er Noach genannt: "Und nannte seinen Namen 
Noach, um zu sagen: dieser wird uns trösten wegen unserer 
Arbeit und der Mühsal unserer Hände von dem Boden, den der 
Ewige verflucht hat" (Gen. 5,29). Der Raschikommentar erklärt: 
"dieser wird uns trösten - wird den Schmerz unserer Hände von 
uns weichen lassen; bevor Noach kam, hatten sie keine Geräte 
zum Pflügen, und er bereitete sie ihnen; und die Erde hatte 
Dornen und Disteln hervorgebracht, wenn sie Weizen säten, 
seit der Verwünschung des ersten Menschen; aber in den 
Tagen Noachs hörte es auf".

Noach erleichterte durch die Erfindung des Pfluges und die 
Idee, Tiere davorzuspannen, den Menschen das Leben und die 
schwere und frustrierende Feldarbeit, wenn sie Weizen säten 
und Dornen und Disteln ernteten. Seine technologische 
Neuerung erleichterte zwar etwas den Zustand der Menschheit, 
doch die Freude war damit noch nicht wieder eingekehrt - 
Noach selber floh vor der harten Lebensrealität durch den 
Weingenuß, wie es heißt, nachdem er aus der Arche 
herausgekommen war: "Und Noach, der Ackerbauer, fing an 
und pflanzte einen Weinberg, und trank von dem Weine und 
ward berauscht, und entblößte sich in seinem Zelte" (Gen. 9,20-
21).

Erst bei Awraham, Symbol der Mildtätigkeit, Erwählter G~ttes 
und sein Getreuer, kehrten wieder Freude und Lachen ein, 
deren sich der erste Mensch vor dem Sündenfall erfreute. "Und 
Awraham fiel auf sein Angesicht und lachte" (Gen. 17,17), "und 
du sollst seinen Namen nennen Jizchak [er wird lachen]" 
(17,19), "Jizchak" als Ausdruck der Freude.

Durch unseren Vorvater Awraham und seine Erben kommt die 
Bereinigung der Sünde des ersten Menschen, die Sünde, die 
den Schmerz in die Welt brachte. Zu diesem Zeitpunkt 
wechselte die Welt von den 2000 Jahren des Tohu zu den 2000 
Jahren der Tora, die wiederum in die 2000 Jahre des Maschiach 
übergehen, auf deren Höhepunkt, wie die talmudischen Weisen 
sagten, die Freude dem Volke Israel und der ganzen Welt 
zurückkehren werde, "die Freude von ehemals auf ihrem 
Haupte" (Schabbat 88a).

Nach dem Stand der Dinge bedeutet die Geschichte der 
Menschheit von ihren Anfängen bis ans Ende der Tage ein 
einziges Ringen mit den Schmerzen, die auf den Menschen 
lasten, auf Männern und auf Frauen, beim Werk ihrer Hände, 
dem Gebären und der Aufzucht der Kinder, um ans Ziel, die 
große, unbändige Freude zu gelangen, durch die sich die 
Stimmung der Menschheit im Allgemeinen, und die des "Volkes 
der Ewiglichkeit" im Besonderen am Ende der Tage 
auszeichnen wird, wie es heißt: "Und die Befreiten des Ewigen 
kehren zurück, und kommen nach Zion mit Jubel, und ewige 
Lust ist auf ihrem Haupte. Wonne und Lust treffen sie an, es 
entfleucht Kummer und Schmerz" (Jeschajahu 35,10).

Auch in unseren Tagen sind wir Zeugen einer immensen 
technologischen Entwicklung, die das Leben der Menschen wie 
in Noachs Tagen erleichtert, aber selbst der größte 
technologische Fortschritt kann den Menschen nicht mit wahrer 
Freude füllen. Nur nach dem Erlangen ethischer und ideeller 
Vollkommenheit, erst nachdem sich die Seele mit Liebe und 
Glauben füllt, kommt jene Freude, die der Mensch so sehr 
benötigt.

Aus diesem Grunde waren unserem Vorvater Awraham Freude 
und Lachen vergönnt, und seinen Sohn "Jizchak" zu nennen, 
eben wegen dieser Freude, weil er von G~tt auserwählt war und 
G~tt liebte, in seinen Wegen wandelte und seine Hausgenossen 
entsprechend lehrte, wie geschrieben steht: "Denn ich habe ihn 
erkoren, damit er seinen Kindern und seinem Hause nach ihm 
gebiete, den Weg des Ewigen einzuhalten, Recht und 
Gerechtigkeit zu üben, auf daß der Ewige über Awraham 
bringe, was er ihm verheißen" (Gen. 18,19) - ihm und damit 
seinen Nachkommen, dem Volke Israel, dem Volke der 
Ewiglichkeit in allen seinen Generationen.

"Und Awraham wird ja werden zu einem Volke, groß und 
mächtig, und sich segnen werden mit ihm alle Völker der Erde" 
(18,18), und alle Jahre, die G~tt sein Angesicht vor uns verbarg, 
werden zu Freudenjahren umgewandelt, wie es heißt: "Erfreue 
uns gleich den Tagen, da du uns gebeugt, den Jahren, da wir 
Unglück geschaut" (Psalm 90,15).

In Erwartung der vollständigen Erlösung,
Rav Dov Begon 
 
 
 
HaRav Aviner

Rabbiner Zafoni...

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt

[Ding-dong] Ich öffne die Tür. Da steht ein sympathischer Mann, 
eine eindrucksvolle Erscheinung, gleichzeitig Ruhe 
ausstrahlend. Weißes Hemd, großes Schabbeskäppchen, 
dichter Bart, breites Lächeln. Er sieht mir sogar ähnlich, wie als 
ich noch die Jeschiwa besuchte. 
"Schalom! Wer sind Sie?" 
"Zafoni, Rabbiner Zafoni". 
"Ganz meine Ehre. Treten Sie bitte ein und nehmen Sie Platz". 
Der Gast öffnet eine Aktenmappe. 
"Ich bin ganz einfach gekommen, um Ihnen zu helfen und einige 
Ratschläge zu geben". 
"Wie wurde mir diese Ehre zuteil?" 
"Ich hatte Sie schon gemocht, als wir noch zusammen die 
Jeschiwa besuchten, wenn Sie erinnern... Nicht so wichtig. 
Fangen wir gleich mit dem Ihnen am Nächsten an, mit Ihrer 
werten Gattin. Wirklich eine wunderbare Ehefrau, aber leider 
hapert es etwas an sittlicher Kleidung". 
Ich ließ einen leichten Seufzer vernehmen. 
"Ja", fuhr Rabbiner Zafoni fort, "die Welt steht und fällt mit der 
Sittlichkeit. Sicher haben Sie schon bemerkt, daß ihre 
Kopfbedeckung nach den halachischen Vorschriften nicht 
ausreicht. Warum machen Sie sie nicht darauf aufmerksam?"
"Habe ich. Doch dann war sie beleidigt und verkroch sich in sich 
selbst". 
"Na und? Das ist Ihre Pflicht. Frauen muß man an die kurze 
Leine nehmen. Das ist Ihre Verantwortung - da darf man nicht 
nachgeben! Wenn Sie nachgeben, geht es nur weiter bergab". 
"Das stimmt, so geht es wirklich". 
"Sie sehen, ich habe recht. Bestehen Sie auf Ihrer Ansicht. 
Frauen sind schwach. Hart durchgreifen statt lächeln". 
"Ich habe immer damit gezögert. Gut, daß Sie mich ermuntern". 
"Wenn man schon Frauen zulächelt, dann nicht auf diesem 
Gebiet. Kennen Sie Pnina Bergstein?". 
"Ja, von der Arbeit. Eine junge, bemitleidenswerte Frau". 
"Sie müssen sie aufmuntern und ermutigen. Sie hat Probleme 
mit ihrer Ehe". 
"Ich habe einmal mit ihr geredet. Da hat sie mir gleich ihr Herz 
ausgeschüttet. Doch dann habe ich die Sache nicht weiter 
verfolgt, denn das gehört sich nicht". 
"Was soll das heißen, 'gehört sich nicht'?! Das ist doch keine 
seichte Konversation. Sie reden doch mit ihr in reiner Absicht, 
aus Barmherzigkeit! 'Mildtätigkeit erbaut die Welt' (Psalm 89,3)! 
Hier ist ein Gespräch aus tiefster Seele angebracht". 
"Das habe auch ich gespürt, aber nicht gewagt". 
"Darum bin ich hier". 
"Wo haben Sie eigentlich alle diese intimen Einzelheiten über 
mich her?". 
"Wissen Sie das wirklich nicht?", antwortete er mit einem leicht 
mysteriösen und amüsierten Lächeln. "Weiter im Text - wir 
haben noch ein nicht minder wichtiges Thema zu besprechen - 
Ihre Eltern. Ihnen gegenüber verhalten Sie sich zu weichlich. 
Bei sich zu Hause bestehen Sie doch auf 'strengstens koscher' - 
und bei Ihren Eltern gehen Sie Kompromisse ein und essen 
alles, ohne mit der Wimper zu zucken!". 
"Sie halten doch koscher...", gab ich zurück. 
"Koscher, koscher... Sie wissen doch, wie es heute um die 
Kaschrut bestellt ist. Bestehen Sie darauf: Wenn nicht alles 
strengstens koscher ist, kommen wir nicht zu Besuch! Punktum! 
Ihre Eltern werden nicht beleidigt sein, sondern Sie wegen Ihrer 
Prinzipien respektieren. Und wenn sie doch beleidigt sind, dann 
ist das ihre Angelegenheit. Sie tun ihnen damit sogar einen 
Gefallen, und sie müssen dafür dankbar sein. Ehrung der Eltern 
geht nicht vor Einhaltung der Schabbatgesetze und der 
Kaschrut". 
"Sie haben recht. Ich bin zu weich". 
"Jaja, das ist unser Problem, wir national-Religiöse, wir nehmen 
alles auf die leichte Schulter und wagen nicht, laut 
herauszusagen: Die Tora geht über alles!". 
"Verzeihung, daß ich nochmal frage: Woher wissen Sie alle 
diese Dinge über mich?". 
"Habe ich doch schon vorhin gesagt: Wir haben zusammen in 
der Jeschiwa gelernt". 
"Ist mir wirklich nicht aufgefallen. Auf jeden Fall schätze ich Ihre 
Hilfe sehr. Ich will Ihnen sogar mal ganz vertraulich sagen: 
Normalerweise, wenn man mir Ermahnungen erteilt, fühle ich 
mich angegriffen und beleidigt, aber Sie wissen irgendwie 
genau mit dem richtigen Gefühl zu reden..." 
"Machen Sie sich über mich keine falschen Vorstellungen. 
Wenn es Not tut, kann ich sehr aggressiv werden, dann zeige 
ich ein ganz anderes Gesicht! Ich zeige mich auf sieben 
verschiedene Weisen...". 
"Was ist das für eine geheimnisvolle Geschichte?" 
"Gar nichts Geheimnisvolles! Ich erfülle meine Aufgabe ganz 
einfach in verschiedenen Erscheinungsformen. Mit Ihnen kann 
man sanft umgehen, ein wahres Vergnügen!". 
"Vielen Dank für das Kompliment. Sie kommen mir doch 
irgendwie bekannt vor; Sie senden so sehr auf der gleichen 
Wellenlänge, Sie verstehen mich so voll und ganz...". 
"Auch wie Sie damals zu einem Gespräch unter vier Augen 
beim Leiter der Jeschiwa erschienen, war ich mit dabei. Alles, 
was Sie lernten, lernte auch ich". 
"Sie reden in Rätseln. Sagen Sie mir doch bitte ganz ehrlich: 
Wer sind Sie?". 
"Sie kennen mich wirklich nicht?!", und ein teuflischer Funke 
blitzte in seinen Augen, "ich bin Ihr böser Trieb!".
"Was, Sie?! Aber Sie geben sich doch so milde, so klug, so 
gerecht?!" 
"Genau, nu, das ist doch gerade die Kunst! Ich bin der in Ihnen 
verborgene [zafun] böse Trieb, der sich als guter Trieb 
verkleidet. Darum heiße ich Zafoni, 'Rabbiner Zafoni'. Lassen 
Sie es sich schlecht gehen! Auf Wiedersehen; alles Schlechte!".

* * *

"Die Rabbanan lehrten: Den Versteckten werde ich von euch 
entfernen (Jo'el 2,20), das ist der böse Trieb, der im Herzen der 
Menschen versteckt ist" (Sukka 52a). "Diese Art böser Trieb 
existiert bei gerechten, frommen und eifernden Menschen, und 
sie ist die allergefährlichste. Das ist der böse Trieb, der getarnt 
daherkommt, er ist versteckt, kommt sozusagen im Untergrund, 
er verbirgt sich und verübt die furchtbarsten Sünden im Namen 
des Himmels, wie z.B. üble Nachrede, Verunglimpfung von 
Toragelehrten und Streit" (Rabbiner Zwi Jehuda Kuk, 
Gespräche zum "Weg der Frommen" 5.Kap.,§4).
 
 

Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen auf hebräisch im Internet (audio/online):
www.a7.org
- auch englischsprachige Sendungen und Nachrichten
(Audio +TV) aus Israel:
www.israelnn.com
- auf russisch:
www.sedmoykanal.com
 

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(+972 2) 5302685,  jede Woche Do. 22.30-24.00
israelische Zeit (nur hebräisch!) 
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