DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJECHI
Nr. 492
13. Tewet 5765

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich

Diese Woche in der Tora (Gen. 47,28 - 50,26):
Jakov segnet Josef und seine anderen Söhne vor seinem Tode 
in Ägypten; der Segen bezeichnet die Charaktereigenschaft 
eines jeden der 12 Stämme; großer Trauerzug und Begräbnis in 
der Machpela-Höhle; Josef prophezeit, daß G~tt die Kinder 
Israels ins Land der Vorväter zurückbringen wird und bittet, 
dann seine Gebeine zum Begräbnis dort mitzunehmen.
 
 
Am Schabbes-Tisch...

Heilige Selbstbeherrschung

Rav Iti'el Ari'el
Gemeinderabbiner in Bet Schemesch

Rabbiner Moscheh ben Nachman ("Nachmanides"; zu Gen. 
45,27) machte auf einen spannenden Punkt im Umgang Josefs 
mit seinem Vater aufmerksam, der die Momente seines 
Abschieds von Jakov in einem anderen Licht erscheinen läßt: 
"Es scheint mir, nach der einfachen Wortbedeutung, daß der 
Verkauf Josefs durch seine Brüder Jakov sein ganzes Leben 
lang nicht bekannt gemacht wurde, vielmehr glaubte er, Josef 
irrte im Felde, und als man ihn fand, nahm man ihn und 
verkaufte ihn nach Ägypten. Denn seine Brüder wollten ihm ihre 
Sünde nicht mitteilen, weil sie um ihre Seelen bangten, [ihr 
Vater] möge zürnen und sie verfluchen, und Josef, in seiner 
guten Moral, wollte es ihm nicht sagen...".

Diese kurze Deutung verbirgt mehr als sie offenbart von den 
psychischen Kräften Josefs des Gerechten. Man kann sich 
kaum vorstellen, wie sehr sich Jakov und Josef nach einer 
gründlichen Aussprache unter vier Augen über die Dinge 
gesehnt haben mußten, die sie während der langen Jahre der 
Trennung voneinander beschäftigt hatten, wie z.B. die genauen 
Umstände Josefs mysteriösen Verschwindens. Man darf wohl 
annehmen, die Schwermut Jakovs und der in seinem Herzen 
nagende Zweifel verbargen während all dieser Jahre eine 
enorme Neugier, nämlich seinen Sohn einmal zu fragen, was 
genau an jenem Tage passierte, an dem er seine Brüder treffen 
sollte. Auch Josef, könnte man meinen, machte sich so seine 
Gedanken, ob nicht sein Vater doch irgendwie an seinem 
Verkauf beteiligt gewesen war.

Diese seelische Stärke, die Nachmanides kurz mit "guter Moral" 
bezeichnete, zeigte sich auf ihrem Höhepunkt bei Jakovs Tod 
und danach. Gerade zu einem Zeitpunkt, bei dem viele 
Menschen das Bedürfnis verspüren, offene Rechnungen zu 
begleichen und keine Fragezeichen und Mißverständnisse zu 
hinterlassen, gerade dann machte sich Josef bei seinem Vater 
rar und bediente sich zur Kommunikation zwischen ihnen der 
Vermittlung von Boten. Wie jemand, der genau weiß, welchen 
enormen Schaden die Eröffnung der Wahrheit der ganzen 
Familie zufügen kann, beherrschte er mit gewaltiger 
Willensstärke sein Verlangen nach Aussprache und des 
Erzählens, und entließ seinen Vater aus dieser Welt, ohne die 
Mauer des Schweigens zwischen ihnen durchbrochen zu haben.

Es scheint, daß Josefs Selbstbeherrschung in allem, was mit 
dem Hüten der Zunge zu tun hat, die ihn auch auf anderen 
Gebieten auszeichnete, auf denen er schwere und ausgedehnte 
Versuchungen zu bestehen hatte, den Schlüssel birgt zu seinen 
Führungsqualitäten, die so ausführlich bei den Segnungen 
Jakovs an seine Söhne zur Sprache kommen. Dieser Segen 
prüft in der Reihenfolge der Stämme die zur Menschenführung 
würdigen Eigenschaften wie auch jene, die dazu ungeeignet 
sind. Während physische Eigenschaften und Zorn die älteren 
Söhne von ihren Führungsrollen entfernten, sorgten Jehudas 
Mut und Dans Listigkeit (u.ä. ...) für die Errichtung 
angemessener Staatsführung in Israel. 

In seinem Segen für Josef stellte Jakov die charakteristischen 
Eigenschaften für eine Führung nach außen der besonderen 
Charakterfestigkeit Josefs gegenüber, der wußte, seine Kraft im 
schweren Streit mit seinen Brüdern nicht einzusetzen. In seinem 
Segen wird er als jemand geschildert, der den Bogen in vollem 
Bewußtsein seiner tödlichen Wirkung in den Händen hält, doch 
sein Mut offenbart sich in voller Größe gerade in seiner 
Fähigkeit, ihn festzuhalten und nicht zu benutzen.

In diesem Sinne erklärte Rabbiner Naftali Z.J. Berlin aus 
Woloschin (HaNeZIW) die an Josef gerichteten Worte der 
Brüder nach der Beerdigung ihres Vaters: "Dein Vater gebot vor 
seinem Tod zu sagen..." (Gen. 50,16), wobei sie ihm 
keineswegs neue Informationen über Jakovs letzten Willen 
mitteilen wollten, wich er doch in dessen letzter Stunde nicht 
von der Seite. Vielmehr handelte es sich eher um ihren 
Eindruck von den Segensworten ihres Vaters, der ihn sicher 
darum gebeten hätte, diese edle Geisteshaltung zu stärken und 
Verantwortung für die Einheit der Nation zu zeigen.

Möge unsere Staatsführung sich in diesem Sinne und nicht 
genau umgekehrt verhalten, sondern heilige Selbstdisziplin in 
der Innenpolitik zeigen, und den Mut der Stärke in ihren nach 
außen gerichteten Maßnahmen zur Geltung bringen.
 
 
 
HaRav Aviner

Gesunde Ernährung (2. Teil)

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt

Die zweite "goldene Regel" des Maimonides betrifft gesunde 
Nahrungsmittel. Wer nur einmal etwas Ungesundes zu sich 
genommen hat, übertrat deswegen noch kein Toragebot, es ist 
aber ein Toragebot, sich die gute Eigenschaft zuzulegen, 
gesunde Nahrung zu essen. Über Alkohol brauchen wir gar 
nicht erst zu reden. Darum wollen wir zuerst die drei großen 
Schädlinge erwähnen: Tierisches Fett, Zucker und Salz. Meide 
darum industriell vorgefertigte Mahlzeiten, die von alledem 
zuviel enthalten, dazu noch Farb-, Geruchs- und 
Geschmacksstoffe sowie Konservierungsmittel, bei einem 
Mangel an Ballaststoffen, Mineralien und Vitaminen.

Meide tierische Fette. Tierisches Fett, auch gesättigtes Fett 
genannt, verursacht einen Überschuß an Cholesterin, 
Herzkrankheit und Probleme mit den Blutgefäßen, 
Kurzatmigkeit und Herzinfarkt, die tödlichsten Krankheiten in 
unserem Lande und in den übrigen hochentwickelten Ländern. 
Es befindet sich vor allem in Rindfleisch, fettem Fisch, Eiern, 
Butter, Vollfettkäse, Hartkäse, saurer und regulärer Sahne, und 
auch in einigen Pflanzenfetten, wie Kokus- und Palmöl. 
Zugesetzt wird es bei der Herstellung von Wurst, Würstchen, 
Hamburger, Kuchen, Keksen, Eiskrem, Snacks, Chips, 
Margarine, Majonäse und Schokolade. Frittierte Nahrung ist 
schlimmer als nur das Öl allein. Halte dich darum lieber an 
Pflanzenfette, Olivenöl, Avokado, Nüsse, Mandeln, 
Sonnenblumenkerne, Sesam, Tchina, Soja, leichte Margarine, 
fettarme Milch, mageren Fisch, Geflügelfleisch ohne die Haut; 
Pflanzenproteine wie in Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, 
Nüssen. Natürlich alles im rechten Maße.

Meide Zucker. "Man esse nicht die für den Körper schlechten 
Dinge, auch wenn sie dem Gaumen süß sind" (Sittenlehren, 
3.Kap., Hal.2). Der Körper ist nicht frei für solche enormen 
Mengen. Seine Systeme versagen, und der überschüssige 
Zucker wird als Fett gespeichert. Außerdem verursacht er 
Zahnfäule. Dieser Feind verhält sich wie ein Terrorist, der 
überall auftauchen kann: Kuchen, Kekse, Waffeln, Eiskrem, 
Snacks, Süßigkeiten, Schokolade, Brotaufstrich, Limonaden 
(jedes Glas enthält ca. 5 Löffel Zucker). Übrigens sind auch 
Diät-Limonaden mit künstlichem Süßstoff nicht gerade gesund. 
Trinke Wasser, und im Laufe der Zeit wirst du merken, wie gut 
es schmeckt. In der Zwischenzeit verdünne die Limonaden mit 
Wasser, stufenweise immer mehr. Hüte dich auch vor braunem 
Zucker, er ist fast so schädlich wie der weiße. Auch Honig. 
Süßes Obst ist sicher gut - aber in Maßen.

Meide Salz. Es verursacht Bluthochdruck, Hirnschlag, 
Krankheiten der Blutgefäße und der Nieren. Auch dieses Gift 
findet sich besonders in industriell gefertigten Nahrungsmitteln: 
Knäckebrot, Nudeln, Suppenpulver, Konserven, Wurstwaren, 
Sojasoße, haltbar gemachte Säfte, Oliven und eingelegte 
Gemüse, Salzgebäck, Knabberkram, Sardinen, Ketschup, 
Räucherfisch und -fleisch, Salzkäse, Salzhering usw. Um die 
Verbraucher zu täuschen, wird auf manchen Produkten nicht 
Salz aufgeführt, sondern Natrium. Nur zur Information: 1 Gramm 
"Natrium" entspricht 2,5 Gramm Salz. Kurz gesagt, Salz findet 
sich fast überall, und dann wird noch Koch- und Tafelsalz 
hinzugefügt. Kaufe deshalb, soweit wie möglich, salzarme 
Nahrung, und streue nicht noch Salz auf die Wunden.

Iß Ballaststoffe. Unser großer Lehrer Maimonides schrieb, 
"geschmeidige Eingeweide" leisten einen der Hauptbeiträge zur 
Gesundheit des Menschen (4,14), d.h. eine regelmäßige 
Verdauung. Iß darum Ballaststoffe, die den unverdaulichen Teil 
der Nahrung bilden und durch ihr zusätzliches Volumen die 
Verdauung fördern. Sie finden sich vor allem in Gemüse, Obst 
und Schalen. Meide weißes Mehl, es enthält keine Mineralien, 
keine Vitamine, keine Ballaststoffe, darum belastet es die 
Verdauung und sättigt weniger. Iß lieber Vollkornbrot, 
Vollkornreis sowie andere ungeschälte Getreidesorten. 

Iß Obst. Es enthält Ballaststoffe, die die Verdauung fördern. 
Aber Vorsicht - denk an den Zucker!

Iß viel Gemüse, vor allem rohes, und Salate, frisch oder leicht 
gedünstet, wenigstens zweimal am Tag. Sie enthalten viel 
Ballaststoffe und Vitamine, aber wenig Kalorien. 

Trink Wasser. Trink viel, mehrere Liter am Tag. Wassermangel 
führt zu vielen Krankheiten, zuviel Wasser hat noch niemandem 
geschadet. Trink auch, wenn du keinen Durst verspürst. 
Wasser fördert die Verdauung. Halte dich aber von folgenden 
Getränken fern: Alkohol, Kaffee, Tee, Cola und dergleichen.

Ausgewogene Ernährung: Alle diese Ratschläge sollen nur 
einen ersten Anstoß geben, darum vertiefe dein Wissen, kaufe 
dir ein Buch über richtige Ernährung und lerne es gründlich. 
Erfinde keine Diäten, sondern berate dich mit Fachleuten. Laß 
dich regelmäßig untersuchen, denn man braucht ausgewogene 
Nahrung, die alle sechs Hauptbestandteile enthält: Alle 
Vitamine, alle Mineralien, Ballaststoffe, Kohlehydrate, Fette und 
Proteine. Nicht zu viel und nicht zu wenig.

Manche mögen sagen, 'Ihretwegen sollen wir ein Klosterleben 
führen'... Stimmt nicht! Hier ist nicht von radikaler Umstellung 
die Rede, sondern von langsamem Abgewöhnen der 
schädlichen Nahrungsmittel, vor allem tierischer Fette, Zucker 
und Salz. Gewöhne dich langsam an mehr Obst und Gemüse. 
Gewöhne deine Kinder von Anfang an an richtige Ernährung. 
Langsam aber sicher werden wir anfangen, den wunderbaren 
Geschmack der einfachen Nahrungsmittel zu spüren, die G~tt in 
seiner Welt schuf.
 

Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen auf hebräisch im Internet (audio/online):
www.a7.org
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