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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN
IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT TOLDOT
Nr. 486
29. Marcheschwan 5765
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 2) 6519 780
e-mail: kimizion@012.net.il
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-Archiv der
"Betrachtungen"
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den Rabbi" auf deutsch
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als die Machon-Meir-Seite
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Gen. 25,19
- 28,9):
Geburt Jakovs und Eßaws, Verkauf
des Erstgeburtsrechtes,
Hungersnot, Jizchak und Riwka bei König
Awimelech, Streit um
Brunnen, Friedensvertrag, Jizchak segnet
Jakov und Eßaw,
Eßaws Mordabsichten und Flucht Jakovs.
| Am
Schabbes-Tisch...
Vom Tau des Himmels
Rav Iti'el Ari'el
Gemeinderabbiner in Bet Schemesch |
Das zentrale Thema dieses Wochenabschnittes finden wir in
der Notwendigkeit, die unser Vorvater Jizchak darin sah, den
Segen seines Vaters Awraham an die nächste Generation
weiterzuleiten, aus Sorge wegen seines sich nähernden
Todestages. Der Raschikommentar (zu Gen. 27,2) zitiert die
talmudischen Weisen, die Jizchak nicht nur wegen dieser Sorge
Anerkennung zollen, sondern auch für seine Bemühungen,
seinen Sohn dieses Segens für würdig zu machen, damit G~tt
zustimmt. Die Torakommentatoren behandelten ausführlich die
Frage, wieweit Jizchak wirklich über den Charakter Eßaws
im
Bilde war, und die Prophetie Riwkas, doch ist seine
Gründlichkeit nicht infragezustellen, mit der er seine gesunden
Sinne einsetzte, um seinen Sohn und dessen Charakter vor der
Verabfolgung des Segens genau zu erkennen.
Zwar ließ ihn sein Augenlicht im Stich, doch nutzte er die
übrigen Sinne zur Klärung der Frage, ob Eßaw des Segens
würdig war, und ob er wirklich und in vollkommener Weise die
spirituelle Welt seines Sohnes akzeptieren konnte. Diese
Prüfung vollzog Jizchak mit seinem Geschmackssinn, indem er
Eßaw bat, sich mit der Zubereitung von Delikatessen zu
befassen, wodurch er das Gebot der Elternehrung betonte, das
Eßaw mit größter Sorgfalt erfüllte. Außerdem
bediente sich
Jizchak dazu des Gehör- und Tastsinns, wie wir dem Ausspruch
"Die Stimme ist die Stimme Jakovs, und die Hände sind die
Hände Eßaws" (Gen. 27,22) entnehmen. Dieser Widerspruch
verunsicherte Jizchak bezüglich der Identität des vor ihm
stehenden Sohnes, und ohne eine Alternative hätte er sich an
das aussagekräftigere Zeichen halten müssen. Anscheinend
identifizierte sich Jizchak mit der gemeinschaftlichen
Präsentation der Stimmen von Tora und Gebet, wie sie in der
Synagoge und im Lehrhaus Jakovs zu hören sind, der vor ihm
stand, und der Hände Eßaws, die sich mit den praktischen
Bereichen des Aufbaus und der Führung der Welt beschäftigen
und mit der Toraorientierung Jakovs verbunden sind.
Die Sache wird besonders im Zusammenhang mit dem
Geruchssinn deutlich: "Da roch er den Geruch seiner Kleider
und segnete ihn und sprach: Siehe, der Geruch meines Sohnes
wie der Geruch eines Feldes, das der Ewige gesegnet!" (Gen.
27,27). Der Kommentar "Schem Meschmu'el" befaßte sich
eingehend mit der tieferen Bedeutung der Worte der
talmudischen Weisen: "Das lehrt, daß mit ihm der Geruch des
Garten Eden hereinkam", nämlich wie Jizchak die große
Gelegenheit erkannte, die Sünde des ersten Menschen zu
bereinigen, die im Grunde auf einem Mißbrauch der Sinne
beruhte. Der Baum des Wissens um Gut und Böse wurde "gut
zum Essen", "eine Lust für die Augen" und "lieblich zu
betrachten" genannt. Dem ist noch die Erklärung der
talmudischen Weisen hinzuzufügen: Man lese nicht begadav
[seine Kleider], sondern bogdav [seine Frevler], um zu lehren,
daß selbst die Leeren unter dir wie ein Granatapfel voll mit
guten Handlungen sind, und ihr Duft der Duft des Garten Eden
ist (Sanhedrin 37a).
Gerade der ehrliche Versuch Jizchaks der Erzeugung von
vollem Einklang mit Eßaw führte zu dessen Abweisung, weil
sich die beiden besonders in den genannten Punkten
unterschieden. Obwohl auch Eßaw bei dem Gedanken an den
Tod seines Vaters erzitterte , hatte dies jedoch einen anderen
Grund: "Laß nur erst die Zeit der Trauer um meinen Vater
kommen, dann werde ich meinen Bruder Jakov erschlagen"
(Gen. 27,41). Während Jizchak seine Lebensdämmerung als
passenden Zeitpunkt für den Übergang der Familientradition
und -führung an seinen Sohn sieht, hält Eßaw den Tod
seines
Vaters für die Gelegenheit, sich der Tradition zu entziehen, wie
er es schon einmal tat [beim Verzicht auf das
Erstgeborenenrecht]: "Siehe, ich gehe dem Tode entgegen"
(Gen. 25,32).
Eßaw unterscheidet sich von Jizchak auch im Verständnis der
Bedeutung des Segens und dem Verzehr der Leckerbissen, die
ihm vorangingen, wie man aus der unterschiedlichen
Formulierung der Segen entnehmen kann. Bei Jakov heißt es:
"Und gebe dir vom Tau des Himmels und das Fette der Erde.."
(Gen. 27,28), und bei Eßaw: "Fettes der Erde sei dein
Wohnsitz" (V.39). Eßaw ist an einem einmaligen Segen
materiellen Überflusses und Erlangung der Herrschaft
interessiert, die bei ihm einziehen und seinerseits keine weitere
Anstrengung erforderlich machen. Nach seiner Ansicht wird der
Verzehr der Leckerbissen nicht durch den ihn begleitenden
sinnlichen Genuß veredelt, sondern im Gegenteil, dieser
verstärkt bloß den Appetit des "Schlingens" von "dem Roten,
dem Roten" im Kochtopfe.
Demgegenüber erstrebt Jakov einen Segen, der ihn dessen
Ursprung näherbringt, und darum erhält er diese Segnungen
nicht alle auf einmal, sondern angepaßt an seine jeweiligen
Bedürfnisse: "Er gebe und gebe immer wieder"
(Raschikommentar). Seiner Ansicht nach soll der sinnliche
Genuß der Nahrung ihn auf eine edlere spirituelle Stufe
erheben, der der Geruch des Garten Eden anhaftet.
Eßaw sieht im Tau des Himmels ein Zeichen für die
Beständigkeit des Segens, der nicht von dieser oder jener
Jahreszeit abhängt, wohingegen Jakov darin ein Zeichen für
die
Auffrischung des Segens sieht, der sich jeden Tag erneuert.
Darum erhielt Jakov das Geschenk des Man ("Manna") vom
Himmel in einer "Verpackung" von Tau, um die Frische der
Verbindung zwischen ihm und dem Geber dieses Geschenkes
zu verdeutlichen. "Und der Überrest Jakovs wird sein... gleich
dem Tau vom Ewigen" (Micha 5,6).
Zum
Gebet
Der das Licht
gebildet
Rav Uri Scherki
MACHON MEIR |
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Der erste Segensspruch des Schma-Gebetes, Jozer Hame'orot
"der die Lichter erschafft", beginnt mit den Worten: "..der das
Licht gebildet und die Finsternis erschaffen, er stiftet Frieden
und erschafft alles".
Mit diesem Segensspruch vereinigen wir uns mit dem göttlichen
Licht, das in der gesamten Schöpfung enthalten ist, in der
Schöpfung der Natur. Hier geht es nicht um die Welt des
Menschen oder die Welt Israels, sondern um die göttliche
Offenbarung durch Gesetzlichkeiten. Einerseits durch die
Naturgesetze, andererseits durch spirituelle Gesetzlichkeiten
wie z.B. in der Welt der Engel, oder auch der menschlichen
Gemeinschaften - wie die Kriege, über die wir in diesem
Segensspruch sagen, daß G~tt "die Kriege beherrscht,
Wohltaten sät".
Das erste Gesetz, das wir erwähnen, ist das Grundgesetz der
Schöpfung. G~tt ist es, "der das Licht gebildet und die
Finsternis erschaffen, er stiftet Frieden und erschafft alles".
Dieser Segensspruch hat seinen Ursprung in den Worten des
Propheten Jeschajahu (45,7): "Der das Licht bildet und
Finsternis schafft, Frieden stiftet und Unheil schafft, ich, der
Ewige, tue dies alles". Dieser Vers war gegen den Glauben von
einer doppelten Gottheit gerichtet, an jene Götzendiener, die
an
zwei Götter glaubten, von denen der eine für das Gute und
der
andere für das Böse zuständig war.
Unser Bedürfnis, die wir die Gottheit einigen, daran zu erinnern,
daß G~tt sowohl das Licht bildet als auch die Finsternis schafft,
sowohl Frieden stiftet als auch Unheil schafft, kommt daher,
daß wir in der von uns als Menschen erlebten Welt, in der
Erlebnis unserer Existenz, häufig dieser Spannung begegnen,
die zwischen dem Wert des Guten und dem Wert des Bösen
besteht. Nicht immer können wir aus der Bitternis des Lebens
heraus erkennen, daß ein Schöpfer alles Leben lenkt,
daß auch
wenn es Unheil gibt, wenn das Böse tobt und die Bösewichte
ihr
Haupt erheben, die Hand der göttlichen Oberlenkung alle Fäden
hält. Darum mögen wir manchmal in Depressionen verfallen
und
glauben, der Herr der Welt achte nicht auf die Umtriebe des
Bösen in der Schöpfung. Darum brauchen auch wir ab und zu
diese Erinnerung "der das Licht gebildet und die Finsternis
erschaffen", gerade beim Übergang von der finsteren Nacht
zum leuchtenden Morgen.
In diesem Segensspruch erwähnen wir auch den "König, allein
hocherhaben von ehedem, gerühmt und gepriesen und
verherrlicht seit den Tagen der Vorzeit". Dazu erklärte Rabbi
Awraham, Sohn des "Ga'on von Wilna", diese drei Begriffe
beschreiben drei Arten der Preisung durch die Menschen an
G~tt: er ist "gerühmt" - durch die Gerechten, "gepriesen" durch
die Mittelmäßigen, und "verherrlicht" durch die Bösewichte.
Wie
das? "Gerühmt" (meschubach) bedeutet "auf verborgene
Weise", "Er besänftigt (maschbiach) das Brausen der Meere,
das Brausen ihrer Wellen" (Psalm 65,8). Die Gerechten wissen,
daß man G~tt mit keinem Wort beschreiben kann, darum
schweige man besser, wie es heißt: "Dir gebührt (dumia,
wie
dom, schweigen) Lobgesang" (ebda. V.2), und damit haben wir
die Bedeutung, daß G~tt "von den Gerechten gerühmt" ist,
die
kein Wort der positiven Beschreibung erwähnen. Was nicht für
die Mittelmäßigen gilt - die Mehrheit des Volkes, die Ausdrücke
der Hochschätzung G~ttes benötigen. Darum "preisen" sie den
Ewigen. Die Bösewichte hingegen, die weder an stiller
Rühmung noch ausdrücklicher Preisung G~ttes interessiert
sind, verursachen dennoch die Verherrlichung G~ttes, wenn
nämlich an ihnen Gericht geübt wird. Daraus ergibt sich die
Vollkommenheit der göttlichen Herrschaft, "sein Reich herrscht
über alles" (Psalm 103,19).
Nach der Beschäftigung mit den Beziehungen zwischen dem
Herrn der Welt und seinen körperlichen Geschöpfen wenden
wir
uns der Beschäftigung mit einer Welt zu, die in den
Segenssprüchen "Welt der Engel" genannt wird. G~tt "der die
Diener gebildet, und seine Diener stehen alle in der Höhe der
Welt". Auch dort gibt es Naturgesetze. Nachdem wir nun den
Glanz der Leuchtgestirne und ihre Gesetze beschrieben haben,
Sonne, Mond und Sterne, begeben wir uns darum auf eine
höhere Rangstufe, die der Gesetze der spirituellen Welt und zu
den Persönlichkeiten der Engel.
Auch in dieser spirituellen Welt herrscht Spannung. Dort sagen
die "Ophanim": "Gelobt sei die Herrlichkeit des Ewigen von ihrer
Stätte aus", und die "Seraphim" sagen: "Heilig, heilig, heilig
ist
der Ewige der Heerscharen, voll ist die ganze Erde seiner
Herrlichkeit". Es gibt in der spirituellen Welt also zwei
gegensätzliche Auffassungen, die eine sieht G~tt uns nahe, was
im Spruch "Gelobt sei die Herrlichkeit des Ewigen von ihrer
Stätte aus" zum Ausdruck kommt - der Herr der Welt, seine
Ehre ist in dieser Welt gegenwärtig. Die "Seraphim" hingegen
machen gerade den Mangel an Möglichkeit des Wissens um
G~tt bewußt, sie sagen "heilig" - d.h. abgeschieden, "heilig,
heilig..." bis in die Unendlichkeit - der Herr der Welt ist weit von
jeder Erfassung durch ein Geschöpf entfernt.
Dieser Kampf, diese Spannung, die zwischen den
Erkenntnissen besteht, zwischen der Erkenntnis, daß G~tt uns
nahe ist, und der Erkenntnis, daß G~tt weit von uns entfernt
ist,
schaffen den "Gesang der Engel". Nur daß natürlich jeder
Engel
weiß, daß seine Ansicht nur einen Teil der Wahrheit vertritt,
darum "erteilen sich Erlaubnis, einer dem anderen, ihren
Schöpfer zu heiligen in seliger Ruhe". Denn "alle sind sie in
Liebe vereint", alle diese Erkenntnisse, "alle auserlesen, alle voll
Kraft", denn alle sind Teile jener großen Wahrheit, die sagt:
Heilig und gesegnet. Nur daß die Engel, von denen jeder eine
einheitliche und vollständige Persönlichkeit hat, nicht fähig
sind,
mehr als eine Wahrheit auszudrücken.
Der Mensch, der zu beten weiß, ist in der Lage, sich über
den
Rang der Engel zu erheben und G~tt sowohl als "heilig" wie
auch als "gesegnet" zu erkennen. So können wir in unserer
Vorstellung die absolute Abgeschiedenheit des Schöpfers, den
Aspekt des "heilig, heilig, heilig", mit der Tatsache seiner
Präsenz bei uns miteinander vorstellen, den Aspekt des "Gelobt
sei die Herrlichkeit des Ewigen von ihrer Stätte aus".
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