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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN
IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT SCHEMINI
Nr. 506
22. Adar II 5765
Parschat
Para
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 2) 6519 780
e-mail: kimizion@012.net.il
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-Archiv der
"Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag'
den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese
Woche in der Tora (Lev. 9,1-11,47):
Aharon
bringt Sühnopfer für seine Beteiligung am "Goldenen
Kalb";
Stiftszelt-Einweihungsopfer und göttliche Erscheinung vor
dem
versammelten Volk; zwei der Söhne Aharons werden für
falsches
Räucherwerk von himmlischen Feuer getötet;
Speisegesetze,
erlaubte und verbotene Tiere.
| Am
Schabbes-Tisch...
Noch ist nicht
geschwunden unsere Hoffnung
Rav Asri'el Ari'el
Ortsrabbiner der Siedlung "Ateret" |
Diese Worte sind Allen aus der "Hatikva", der israelischen
Nationalhymne bekannt, die mit hervorstechender Armseligkeit
bezeugt, daß "unsere Hoffnung noch nicht geschwunden"
ist
(aber möglicherweise binnen kurzer Zeit ganz und gar
verschwindet...). Wenige achten auf den Ursprung dieser
Worte, nämlich die "Vision der trockenen Gebeine" des
Propheten Jecheskel ("Ezechiel"), die Worte der Kinder Israel,
die in der Galut (Exil) feststecken: "Siehe, sie sprechen:
Verdorrt sind unsere Gebeine und geschwunden ist unsere
Hoffnung; wir sind verloren!" (37,11). In den folgenden Zeilen
werden wir versuchen aufzuzeigen, daß dieser tiefe,
grundsätzliche Gedanke hinter dem Gebot der "roten Kuh"
steht. Dazu bediene ich mich des Aufsatzes von Rabbiner Itai
Elizur (aus Zohar Nr.19, Elul 5764).
Zwischen dem Opfer der "roten Kuh" und den übrigen Tempel-
Opfern besteht ein wesentlicher Unterschied. Alle Opfertiere
werden im Tempel geschlachtet, die rote Kuh hingegen
außerhalb. Das Blut der Opfer gelangt im allgemeinen an den
Altar (meistens an den großen, vor dem Heiligtum, in wenigen
Fällen an den kleinen Altar im Inneren des Heiligtums),
wohingegen das Blut der roten Kuh draußen gesprengt wird:
"gegen die Vorderseite des Stiftszeltes" (Num. 19,4). Das
Fleisch der meisten Opfertiere gehört in den Tempel, entweder
wird es auf dem Altar dargebracht oder von den Kohanim
(Priester) gegessen, wohingegen das Fleisch der roten Kuh
vollständig außerhalb verbrannt wird. Wer sich mit einem
der
übrigen Opfer beschäftigt, bleibt in der Regel rein, während
die
Beschäftigung mit der roten Kuh unrein macht. Alle diese Dinge
bringen einen wichtigen Punkt zum Ausdruck. Das Opfer
(Wortstamm: nahe) wird dem Heiligen dar(näher)gebracht und
bringt den Opfernden dem Heiligen näher. Die rote Kuh
hingegen ist entfernt und unrein und bedeutet einen Ausdruck
des in der Ferne Stehens. "Denn nur von ferne wirst du das
Land schauen, aber nicht dorthin kommen" (Dt. 32,52).
Und noch etwas: Keine andere Sache symbolisiert den Tod so
wie die Asche der roten Kuh. Noch vor wenigen Stunden war
diese Kuh lebendig, voll im Fleisch, voller Blut, voller
Lebendigkeit, rot und gesund. Und jetzt - bleibt von ihr nicht
mehr als ein Häuflein schwarzer Asche. Nicht nur, daß sie
geschlachtet und getötet wurde, nicht nur, daß ihr Blut
vergossen wurde, es bleibt nicht das geringste Andenken an ihr
Leben, nicht einmal eine organische Hinterlassenschaft. Nur
Asche bleibt nach, ohne irgendein Zeichen früheren Lebens. Die
rote Kuh ist so sehr anders in ihrer Zielrichtung wie die anderen
Opfer, deren Seele, ausgedrückt im Blute, in Erfüllung göttlichen
Willens an die Seitenwand des Altars gelangt, und deren
Fleisch sich in den Flammen des Altars erhebt oder ein Teil des
reinen Körpers eines Kohen im Dienste G~ttes wird. Die
rote
Kuh stirbt einen absoluten Tod, entfernt vom Orte des Heiligen.
Darin begegnen sich rote Kuh und Totenunreinheit. Auch der
tote Körper erfährt Entfernung. Die reine und heilige Seele,
das
Leben, verließ ihn. Es bleibt das leblose Fleisch, das nun ins
Grab gebracht wird, ans Ende, in die Leere, zum absoluten
Nichts. Jeder, der es berührt, der nur seinen
Aufbewahrungsraum betritt, wird von der Unreinheit befallen,
die der Mangel an Lebendigkeit mitsichbringt, der heiligen und
reinen Lebendigkeit. Die Aufgabe der Asche der roten Kuh
besteht nun im Aufzeigen, daß man sich von der
Totenunreinheit reinigen kann. Es gibt Leben nach dem Tode.
Es gibt Leben im Tode. Es gibt Leben, das aus dem Tode
sprießt. "Sehet jetzt, daß Ich, Ich es bin, und kein Gott
bei mir;
ich töte und belebe, verwunde und heile..." (Dt. 32,39).
Die rote Kuh in der Entfernung. Die Kuh wird verbrannt. Doch
geschieht dies an einem genau definierten Orte: "gegen die
Vorderseite des Stiftszeltes" (s.o.). Die Mischna im Traktat von
den Tempelabmessungen schildert die Architektur der Tore und
Mauern, die es dem die rote Kuh schlachtenden Kohen
ermöglicht, direkt durch das Tor zum Heiligtum zu blicken. Es
bleibt der Kuh zwar kein Leben, auch über Heiligkeit verfügt
sie
nicht, doch eine Kleinigkeit enthält sie doch: die Bestrebung,
die
Hoffnung, der Blick "gegen die Vorderseite des Stiftszeltes".
Solange noch Hoffnung besteht, solange noch ein Bestreben
besteht, wo noch geträumt wird - dort ist immer noch ein wenig
Lebenskraft enthalten, aus der das Ganze wieder zum Leben
erweckt werden kann.
Darum stimmen die Worte des Dichters, denn "solange nach
Osten hin, vorwärts, das Auge nach Zion schaut, solange ist
unsere Hoffnung nicht geschwunden... in das Land unserer
Väter zurückzukehren, in die Stadt, in der David weilte"
(Hatikva, ursprüngl. Text).
Und dies sind die Worte des Propheten an das verzweifelte
Volk, das die Hoffnung ("HaTikva") vergessen und den Traum
von der Rückkehr in das gute Land aufgegeben hatte: "Diese
[verdorrten] Gebeine sind das ganze Haus Israel. Siehe, sie
sprechen: Verdorrt sind unsere Gebeine und geschwunden ist
unsere Hoffnung; wir sind verloren! Darum weissage und sprich
zu ihnen... Siehe, ich öffne eure Gräber und lasse euch steigen
aus euren Gräbern, mein Volk, und bringe euch auf den Boden
Israels... Und ich gebe meinen Geist in euch, daß ihr lebet,
und
schaffe euch nach eurem Boden, und ihr sollt erkennen, daß ich
der Ewige es geredet und getan habe; das ist der Spruch des
Ewigen" (Jeches. 37,11-14).
| Frage
und Antwort
Im Kreuzfeuer
Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa
von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt |
 |
Frage: Herr Rabbiner, ich bemühe mich wirklich, Alle zu
lieben,
ob sie nun mit mir übereinstimmen oder nicht, sowohl die
Rechten als auch die Linken, und dafür stehe ich im Kreuzfeuer
von beiden Seiten.
Die einen nennen mich einen "Verrückten, Rechten, Messianist,
nicht ganz klar im Kopf, Siedler, Eroberer, Primitivling, will ein
anderes Volk beherrschen, ich würde mich freuen, euer Fleisch
zu zertreten und euch satte Schläge zu verabreichen,
Vereinfacher, verstopfter Messianist, bewaffneter Gangster,
irrational, man muß deinen faschistischen Schwung bremsen,
Volksfeind, der den Frieden der ganzen Region bedroht", usw.
usf.
Und von der anderen Seite muß ich mir Folgendes gefallen
lassen: "Idiot, Naivling, Galutjude, der vor dem linken Herrn
kuscht, mutloser Weichling, der dem Kampf gegen die Kräfte
des Bösen Knüppel in die Speichen wirft, du mit deiner biederen
Liebe. Du verstehst nicht, daß nur Aggressivität etwas gegen
die finsteren Kräfte ausrichtet, du schmeichelst einem brutalen
Regierungschef mit "bedingungsloser Liebe", du willst nicht
verstehen, daß die positive Strategie der "Anknüpfung" am
Ende ist, deine Bestrebung, "in den Herzen zu siedeln", hat uns
an den Rand des Abgrundes gebracht; Schwächling!
Angsthase! Naiver Barmherziger, der den Spruch nicht kennt,
"Mit dem Krummen windest du dich" (Schmu'el II, 22,27), wer
Juden vertreibt ist schlimmer als ein Bolschewist, Blinder, der
mit Mäßigung einem Verderbenbringer gegenübertritt,
dem
Mischvolk, das zur Größe aufgestiegen ist, Bösewichte
besiegt
man nicht mit einem Lächeln, sondern mit einem Gegengewicht
der Abschreckung; Einschmeichler, Schöngeist" usw. usf.
Herr Rabbiner, verzeihen Sie mir diese Ausführlichkeit, obwohl
das noch lange nicht die ganze Liste ist, aber ich bin schon
ganz ermattet. Ich höre allen geduldig zu, ich antworte ihnen,
denn wir verfügen über Liebe, die am Ende siegen wird.
Bekanntlich wurde Jerusalem durch grundlosen Haß zerstört
und wird durch bedingungslose Liebe wieder erbaut - und das
regt die Leute noch mehr auf.
Man greift mich an, ohne das eigentliche Thema überhaupt zu
erwähnen. Einfach nur so!
Antwort: Ich habe das Prinzip verstanden. Nehmen Sie die
Dinge nicht zu Herzen. Ein strenger Geruch von Demagogie
liegt in der Luft. Ein verführerischer Duft, der die Sinne verwirrt
und abhängig macht. G~ttseidank sind das Ausnahmefälle. Ein
geringer Prozentanteil. Sie repräsentieren niemanden, außer
sich selbst. Die Ausnahme, die die Regel bestätigt, nämlich
uns,
ein liebendes Volk.
Dennoch sehen Sie sich vor! Jede Gruppe verfolgt ihre eigenen
extremen Ziele. Doch alle sind unsere Brüder und unser
Fleisch, auch wenn sie uns verächtlich machen. Alle Angriffe
und alle Beleidigungen und alle Hetze gegen Sie, die am Thema
vorbeigeht, sind ein gutes Zeichen. Ein Zeichen, daß all
jene
zum Thema selber nichts zu sagen haben.
Sie können sich glücklich schätzen, daß man über
Sie wegen
ihrer Worte der Tora über die Liebe zur Nation herzieht. Es ist
das Schicksal jener, die auf dem goldenen Mittelweg wandeln,
das Feuer von beiden Seiten auf sich zu ziehen. Schon
Rabbiner A.J.Kuk schrieb: "Ich finde mich immer zwischen den
Pfaden". All dies geht auf Konto "Liebeskummer". Achten Sie
nicht darauf. Wenn die anderen ermüden, werden sie aufhören.
Reden Sie weiter mit Verstand, mit Liebe und mit Glauben.
Folgendes erzählte man Rabbi Nachman von Breslav: "Es gibt
Leute, die sich für sehr gescheit halten und großen Unsinn
verzapfen". Dazu merkte er an: "In Kürze wird denen das
Material ausgehen, denn leicht und schnell werden sie nichts
mehr zu erzählen haben" und erzählte zur Verdeutlichung ein
Gleichnis von einem Reisenden, der von einem Räuber
überfallen wurde, der ihm sein ganzes Geld abnahm. Da sagte
der Beraubte zum Räuber: "Wie kann ich mich zuhause ohne
Geld blicken lassen? Ich bin so lange Zeit auf Handelsreisen
gewesen, wie kann ich ohne irgendwas nach Hause kommen?
Darum möchte ich bitten, daß Sie mir mit Ihrem Schießgewehr
ein paar Löcher in den Hut schießen, damit man sieht, daß
ich
von einem Räuber überfallen wurde". Das tat der Räuber
denn
auch. Danach bat der Überfallene den Räuber, ihm noch ein
paar andere Kleidungsstücke zu durchlöchern, bis der Räuber
schließlich sagte, er habe kein Schießpulver mehr. Da sagte
der
Handelsmann: "Ah, du hast kein Schießpulver mehr?!", packte
ihn am Kragen, überwältigte ihn und nahm sein ganzes Geld
zurück (Chaje Moharan).
Darum, lieber Freund, nimm Dir das alles nicht zu Herzen, zahle
nicht mit gleicher Münze heim, warte, bis den anderen das
Schießpulver ausgeht, dann hören sie nämlich von ganz
alleine
auf, und es werden wieder Liebe und Einigkeit einkehren.
G~ttseidank sind wir ein wunderbares Volk. Voll großer,
gegenseitiger Liebe. Niemandem wird es gelingen, sie zu
zerstören. Im Gegenteil, aus den Schwierigkeiten werden wir mit
nur noch stärkerer Nächstenliebe hervorgehen.
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