DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
Anschrift: Sderot Hame'iri 2, Kirjat Mosche
IL - 91032 Jerusalem ISRAEL 
Tel. +972 2 6511906
Fax +972 2 6514820             http://www.machonmeir.org.il

Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT SCHLACH-LECHA
Nr. 518
18. Sivan 5765

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 2) 6519 780
e-mail: kimizion@012.net.il
separate Homepage: www.kimizion.org
-Archiv der "Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update) als die Machon-Meir-Seite

AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich

Diese Woche in der Tora (Num. 13,1-15,41):
12 Fürsten kundschaften das Land Kana'an aus; 10 bringen 
positiven, aber entmutigenden Bericht, 2 optimistisch und 
verweisen auf göttlichen Beistand; Volk hört auf 
Mehrheitsbericht, göttliche Strafe: 40 Jahre Wüste, bis 
Ungläubige ausgestorben sind; jetzt wollen sie doch, aber G~tt 
läßt sie nicht mehr; weitere Opfergesetze; Strafe für 
G~tteslästerung; der Holzsammler am Schabbat; Zizit.
 
 
Am Schabbes-Tisch...

Das Land ist gar sehr gut

Rav Jakov Halevi Filber 
Rabbiner an der "Merkas-Harav" Jeschiwa, Jerusalem

Die jüdische Vollkommenheit hat drei Bestandteile: das Volk 
Israel, die Tora Israels und das Land Israel. Die Völker der Erde 
hatten immer ein unterbewußtes Gespühr für diese drei 
Bestandteile, und unsere gesamte Geschichte hindurch 
versuchten und versuchen sie, uns in allen diesen Bestandteilen 
zu vernichten, sei es durch physische Vernichtung wie bei 
Eßaw, Pharao, Haman bis hin zu den Nazis, sei es durch 
spirituelle Vernichtung mithilfe von Assimilation, wie bei Lawan, 
den Hellenisten, den Römern, Inquisition, Mission und die 
Sowjetherrschaft. In letzter Zeit konzentrieren sich die 
Anstrengungen der Völker im Kampf gegen die Judenheit 
darauf, uns von Gebieten des Landes Israel zu trennen. Die 
Kämpfe um das Land Israel begannen mit G~ttes Worten an 
unseren Vorvater Awraham: "Gehe aus deinem Lande... in das 
Land, das ich dir zeigen werde" (Gen. 12,1). Einer davon war 
die "Sünde der Kundschafter". Die Sünde der Kundschafter will 
uns lehren, daß dieser Kampf nicht nur von den Völkern der 
Erde geführt wird, sondern auch aus der Mitte unserer Brüder 
der Kinder Israels heraus. Ferner lernen wir von der Sünde der 
Kundschafter, daß die Gegnerschaft zum Lande Israel nicht nur 
bei denen zu finden ist, die nicht an den G~tt Israels glauben, 
sondern auch bei Toragrößen und Führungspersönlichkeiten 
angetroffen werden kann.

Um diese Erscheinung wußten schon die talmudischen Weisen, 
wie sie es im Midrasch Tanchuma beschrieben: "Waren die 
Kundschafter denn Dummköpfe, heißt es doch 'Schicke dir 
Männer (Anaschim) aus...', und überall, wo es Anaschim heißt, 
waren es gerechte Menschen... und hinterher, am Ende der 
vierzig Tage, kippten sie um (was man von hier sieht, sieht man 
nicht von dort) und bereiteten jenes große Unglück und 
verursachten jener Generation, von jenem Leid [in der Wüste 
sterben zu müssen] getroffen zu werden". Genauso schrieb der 
göttliche Kabbalist Rabbiner Hillel aus Schklov in seinem Buch 
"Kol Hator" (5.Kap.) im Namen seines Lehrers, Rabbiner Elijhu 
("der Ga'on") von Wilna: "Die Sünde der Kundschafter in der 
Wüste in den Tagen Moschehs war eine der großen 
allgemeinen Sünden und lastet auf dem jüdischen Volk in allen 
Generationen bis auf den heutigen Tag... bei unseren eigenen 
vielfachen Verfehlungen sündigen Viele die große Sünde ..und 
sie verschmähten das herrliche Land (Psalm 106,24), auch in 
Torakreisen wissen Viele nicht, und verstehen es auch nicht, 
daß sie mit allen möglichen fehlgeleiteten Annahmen und 
hohlen Vorwänden der Sünde der Kundschafter verfallen, wie 
z.B. die haltlose Ansicht, das Gebot der Besiedlung des Landes 
Israel gelte nicht in der heutigen Zeit".

Woran liegt es, daß an dieser Sünde auch in der Tora 
Bewanderte scheitern, ja sogar Toragrößen? Die Antwort 
lieferte Rabbiner Elijahu Gutmacher (im Jahre 5634/1874): "Mir 
ist bereits vollkommen klar, wenn eine Anzahl von 130 
jüdischen Familien existierte, die den heiligen Boden 
bearbeiteten, wäre das der Beginn der Erlösung, auch wenn 
das jüdische Volk ansonsten ihrer noch nicht würdig wäre". Und 
weiter schrieb er dort: "Die Größe dieses Zieles (des Gebotes 
der Besiedlung des Landes Israel) läßt sich auch daran ablesen, 
wie sehr sich die Klipa (wörtl. Schale; Sphäre der Dunkelheit, 
die den Kontakt mit dem Göttlichen verhindert) selbst der 
größten Gerechten bemächtigt, dieses Gute zu vereiteln, da die 
Klipa ihre ganze Kraft aus der Galut (Exil) schöpft". Der Kampf 
um das Land Israel findet nicht nur zwischen irdischen Kräften 
statt, zwischen Völkern und Staaten, vielmehr handelt es sich 
dabei hauptsächlich um einen Endkampf der Kräfte des Bösen 
der Klipa, die genau weiß, daß mit dem Ende der Galut und der 
Rückkehr der Juden in das Land Israel die Kraftquellen des 
Bösen in der Welt versiegen, und sie sieht darum im Lande 
Israel den Kampf um ihre Existenz. Darum rekrutiert sie alle zur 
Verfügung stehenden Mittel, nicht nur die Völker der Erde, 
sondern sogar die Größen der Tora, Akademiker, Justiz und 
Politiker. In ihre diesbezüglichen Anstrengungen paßt auch die 
Entscheidung des Obersten Gerichtshofes, der die 
Entscheidung der Regierung bestätigte, Juden aus ihren 
Häusern zu entfernen, mit dem Argument, daß wir gar kein 
Recht am Herz des Landes haben, das uns durch göttliches 
Versprechen gegeben wurde, deren Bewohner auf fremder Erde 
wohnen und darum ihre Entfernung aus ihren Häusern 
gesetzmäßig sei. All dies gehört zu den Anstrengungen der 
Klipa, und die daran beteiligten Juden tragen mit an der 
heutigen Erscheinungsform der Sünde der Kundschafter.
 
 
HaRav Ari'el
 

Werd' ich zum Augenblicke sagen... (I)

Rav Jakov Ari'el
Stadtrabbiner von 
Ramat Gan und Kandidat zum israelischen Oberrabbinat

"Die Vergangenheit - ist vorbei, die Zukunft - noch nicht 
gekommen, die Gegenwart - ein flüchtiger Moment". Die 
Gegenwart hat keine eigene Existenz. Jeder Sekundenbruchteil 
der Gegenwart geht blitzschnell vorüber und schon ist er 
vergessen, oder er ist noch nicht gekommen, und trotzdem 
messen viele Menschen gerade dem Hier und Jetzt, dem 
Augenblick und dem schnell Vergänglichen große Bedeutung 
zu. "Den Augenblick genießen". "Laßt uns essen und trinken, 
denn morgen sterben wir" (Jeschajahu 22,13), eine übermäßige 
Betonung der Gegenwart ohne ausreichende Berücksichtigung 
der Wurzeln der Vergangenheit, und ohne sich über die Zukunft 
besondere Sorgen zu machen. 

Der MaHaRaL ("hohe Rabbi Löw") aus Prag sah in der 
Verherrlichung des Augenblickes den seltsamen Götzendienst 
der drei Gäste, die unseren Vorvater Awraham besuchen 
kamen und wie Ischmaeliten aussahen. Diese Leute verehrten 
den Staub ihrer Füße als Gottheit. Was sahen sie beim Staub 
ihrer Füße so Besonderes, daß sie sich vor ihm verbeugten? 
Der MaHaRaL erklärte die ständige Wanderschaft (Karawanen) 
als ein Zeichen von Haltlosigkeit, von Zeitweiligkeit und einem 
Mangel an Beständigkeit. Der Wanderer hat den einen Ort 
bereits verlassen, aber sein Ziel noch nicht erreicht, er ist 
entwurzelt von seinem Ursprung und getrennt von seiner 
Zukunft. Manche sehen in diesem Zwischenzustand ein Ideal an 
sich. Manche bevorzugen dieses Fehlen an Beständigkeit, 
dieses Ignorieren von Vergangenheit und Zukunft. Sie dienen 
dem Augenblick. Das ist ein schwerer und gefährlicher 
Götzendienst.

Demgegenüber fragt das Judentum: "Woher kommst du, und 
wohin gehst du?" (Mischna "Sprüche der Väter", 3.Kap.). Es 
betont die Ursprünge in den Tiefen der Vergangenheit und den 
auf die Zukunft gerichteten Ausblick. Eine Ansicht des 
vollkommenen Organismus, wie ein Baum in allen seinen 
Zeitaltern; nur er ist ein gesunder und standfester Baum. Zeitlich 
beschränkte Perioden dürfen uns nicht verwirren und nicht von 
unserem bestimmten und beständigem Wege abbringen, der 
von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft führt.

Oberflächliche Ansichten vom Judentum beschuldigten es 
zweier extremer Vergehen:
1. Die eine oberflächliche Ansicht beschuldigt uns, immer im 
Schatten der Vergangenheit zu leben - als wären wir ein 
Museum von Figuren aus prähistorischen Zeiten; daß wir nur in 
einer Welt der Vorväter lebten, des Auszugs aus Ägypten, von 
Bibel und Talmud - kurz gesagt: in der Vergangenheit, die ja 
wohl schon vorüber ist.

2. Im Gegensatz dazu beschuldigte man uns eines unwirklichen 
Lebens in Zukunftsvisionen, in der Erwartung der Erlösung, in 
einer Traumwelt vom Ende der Tage, vollkommen abgetrennt 
von der aktuellen Wirklichkeit. 

Diese wie Jene sehen nicht die lebendige und vollständige 
Wahrheit. Das Judentum ist einerseits keine Archäologie, und 
andererseits kein Traumgespinst. Judentum bedeutet lebendige 
Wahrheit, die auch die Gegenwart lebt, nur daß diese 
Gegenwart nicht von den Wurzeln in der Vergangenheit 
getrennt ist, ebensowenig wie von den Plänen für die Zukunft. 

Mit der Wiedererstehung des jüdischen Volkes in seinem Lande 
in neuerer Zeit gab es Jene, die die toratreuen Juden 
beschuldigten, es nur mit der Vergangenheit zu halten, oder 
tatenlos die zukünftige Erlösung abzuwarten. Sie seien nicht 
bereit, ihre Ideen aktiv in der Gegenwart zu verwirklichen. 

Diese Behauptungen fußen auf einer glatten Lüge. Der Beginn 
der Einwanderung in neuerer Zeit, die Vorstellungen vom 
Landerwerb und von der Gründung von landwirtschaftlichen 
Siedlungen im Lande Israel wurden zuerst in den Kreisen des 
Torastudiums geäußert und verwirklicht. In diesem 
Zusammenhang sind u.a. die Rabbiner Kalischer, Gutmacher 
und Alkalai zu nennen. Erst später, etwa ab der zweiten 
Einwanderunswelle, entstammten die Wortführer dem 
nichtreligiösen Segment. Diese erwarben große Verdienste an 
der Besiedlung des Landes, ihre extreme, säkulare Ideologie 
jedoch schreckte die Toratreuen ab. Diese Zurückhaltung war 
ein großer Fehler, doch muß sie vor diesem Hintergrund 
gesehen werden. Anstatt sich zurückzuziehen, hätte das Land 
parallel nach den Gesetzen der Tora besiedelt werden müssen, 
nach der Ansicht vieler großer Rabbiner (und nicht nur solchen, 
die als Zionisten bekannt waren).

Fortsetzung folgt in einer der nächsten Ausgaben
MJ200
 

Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen auf hebräisch im Internet (audio/online):
www.a7.org
- auch englischsprachige Sendungen und Nachrichten
(Audio +TV) aus Israel:
www.israelnn.com
- auf russisch:
www.sedmoykanal.com
 

Radio "Reschet Moreschet" - 
Hören Sie Rabbiner Aviners Fragestunde live
vom Internet und stellen Ihre Frage per Telefon: 
(+972 2) 5302685,  jede Woche Do. 22.30-24.00
israelische Zeit (nur hebräisch!) 
http://media.iba.org.il

Desgleichen Radio "Kol-Chai", Di. 23.00-24.00, 
Tel. (+972) 50 800 93 93
http://kolchai.moreshet.co.il/web/index.asp
 

MACHON MEIR
Jüdische Studien in Hebräisch und Englisch in jeder Schwierigkeitsstufe,
Anfängerkurse auch auf Russisch -Französisch - Spanisch/Portugiesisch
Tanach, Mischna, Gemara, Themen der jüdischen Weltanschauung
-gelockerte Atmosphäre
-religiöser Zionismus
-Emuna nach den Lehren Rav Kuks
-Anerkannte Hebräisch-Kurse (nachmittags)
-ULPAN GIUR
Bitte richten Sie Ihre Anfragen an obigeAnschrift von Machon Meir

SPENDEN
Überweisungen an:
MACHON MEIR, Konto bei Postal Bank, Jerusalem, Konto Nr. 4-16179-3
oder per Scheck direkt an
MACHON MEIR
P.O.B. 34107
JERUSALEM 91340
ISRAEL
oder via Kreditkarte nach telefonischer Absprache mit dem
Büro von Machon Meir (+972 2 6511906)

Lichterzünden/Schabbatausgang in:
Jerusalem: 19.10/20.31
Tel Aviv: 19.28/20.34
Haifa: 19.23/20.35