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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN
IN ISRAEL
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Anschrift: Sderot Hame'iri 2, Kirjat Mosche
IL - 91032 Jerusalem ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT NIZAWIM
Nr. 532
27. Elul 5765
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 2) 6519 780
e-mail: kimizion@012.net.il
separate Homepage:
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-Archiv der
"Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag'
den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Dt. 29,9-30,20):
Das ganze Volk am Bund mit G~tt beteiligt,
nochmalige
Ermahnung zur Einhaltung der Gebote, göttliches
Versprechen,
auch nach schwerer Strafung zu G~tt und
Land
zurückzukehren.
Allen Leserinnen und Lesern der
"Betrachtungen" ein
gesegnetes und glückliches
neues Jahr
| Am
Schabbes-Tisch...
Ein Tag des Lärmblasens
Rav Asri'el Ari'el
Ortsrabbiner der Siedlung "Ateret" |
"Und im siebenten Monat am
ersten des Monats sollt ihr heilige
Berufung haben;... ein Tag
des Posaunenschalls (trua) sei es
euch" (Num. 29,1). Was bedeutet
dieser "Posaunenschall"
wenn nicht gebrochene Töne,
wie jene gebrochene Stimme, am
Boden zerstört, wie
ein baufälliges Haus, eine Ruine? Und wenn
dieser "Tag des Posaunenschalls"
nun ein Tag der
gebrochenen Töne ist,
der "Krisentöne", wie können die
Neujahrstage dann Freudentage
sein?!
Die Neujahrstage lassen sich
wirklich als "Krisentage"
bezeichnen. Allerdings nicht
als "Katastrophentage", und schon
gar nicht als "Holocausttage".
Mit "Krise" (maschber) wird auch
der Zustand einer Frau kurz
vor der Geburt bezeichnet,
"gekommen sind die Kinder
bis an den Muttermund (maschber)"
(Kö.II, 19,3). Kein
Zweifel, daß die Geburtswehen sehr
schmerzhaft sind, doch gerade
dadurch erscheint neues Leben.
Kein Zweifel über die
Schmerzhaftigkeit jeder Zerstörung, doch
gerade dadurch wird eine
neue Realität ermöglicht.
Im Gegensatz zu den anderen
Feiertagen, die uns in der
Monatsmitte begegnen,
zur Zeit des Vollmondes, fällt Rosch
Haschana (naturgemäß)
auf den Monatsanfang, den Neumond,
"am Monatsbeginne zu unserem
Festtage" (Psalm 81,4), am
Tage, da der Mond bedeckt
ist. Jeden Monat nimmt der Mond
zu und wieder ab, ein Symbol
für das davidische, das
israelische Königtum.
Manchmal befindet es sich in einem
jämmerlichen Zustand,
manchmal scheint es in aller Pracht.
"Kranz der Verherrlichung
[ist der Mond] den von Geburt an
Belasteten [die Israeliten],
die bestimmt sind, ihm gleich sich zu
erneuen und ihren Bildner
zu verherrlichen ob der Herrlichkeit
seines Reichs" (aus dem
Gebet beim Anblick des Neumonds).
Parallel zu diesem Blickwinkel
wird das davidische Königtum
nicht mit einem "Haus" verglichen,
sondern mit einer Sukka, "die
Hütte Davids, die verfallene"
(Amos 9,11), und der Maschiach
("Messias") aus der davidischen
Linie wird auch "Sohn der
Verfallenen" genannt (Sanhedrin
96b). Das davidische
Königtum wird gerade
unter großen Rückschlägen erbaut, unter
Leiden, unter Geburtswehen.
In der "Hütte Davids"
verbirgt sich ein Segen. "Denn er birgt
mich in seiner Hütte
am Tage des Unglücks, bewahret mich im
Schutze seines Zeltes" (Psalm
27,5). Am Tage des Unglücks,
am Tage des Posaunenschalls,
am Tage, da alles erbebt und
zusammenstürzt, an
jenem Tage wird offenbar, wie Alles
vergänglich und unbeständig
ist, am Tage, an dem kein Haus
fest im Boden steht, sondern
wie ein Zelt im Winde - fühlte
David, gerade dann, gerade
dort "stellt er mich hoch auf einen
Felsen" (ebda.). Da fühlte
David, wie sehr er vom Ewigen,
seinem G~tte abhing, und
darum auch, wie er mit ihm
verbunden war. "Der Ewige
ist mein Hirt, ich darbe nicht"
(Psalm 23,1). Darum kann
er selbst auf der Höhe der
Unglückstage singen
und musizieren, "opfern will ich in seinem
Zelte Opfer des Jubels,
will singen und saitenspielen dem
Ewigen" (Psalm 27,6). Das
feste Bauwerk, gut verankert im
Boden, trotzt jedem gewöhnlichen
Winde. Doch wenn ein
Hurrikan darüber hinwegfegt,
ein außergewöhnlicher Sturm,
verfällt es und steht
nicht wieder auf. Ein temporäres,
wackeliges Zelt jedoch ist
schnell wieder aufgestellt, wenn es
einmal zusammenfällt.
Darum beten wir jeden Monat in großem
Vertrauen auf die versprochene
Zukunft, beim Segen über den
sich immer wieder wie ehemals
erneuenden Mond: "David,
Israels König, lebt
und bleibt".
Wer sehnt sich nicht nach
Beständigkeit. Sie hat aber einen
Mangel. Sie hat an sich
etwas Festgefahrenes,
Steckengebliebenes, Unbewegliches,
Unveränderliches,
Erneuerungsfeindliches und
Unverbesserliches. Es gibt keinen
Fortschritt, keine Ziele,
keine Bestrebungen, keinen Willen.
Demgegenüber fällt
die Unbeständigkeit den Menschen schwer.
Doch birgt sie einen Lohn.
Jedes Jahr läßt sich etwas ändern,
jeden Monat etwas Neues
vornehmen. Der Schofarklang ruft zu
ständiger Verbesserung
auf. Es gibt Fortschritte und
Bestrebungen und ständigen
Willen.
Wir beginnen mit der "Tekia",
dem beständigen und festen
Zustand. Dieser ist jedoch
nicht von Dauer. Es folgen
"Schewarim", die
gebrochenen Töne, Krise, Geburt. Dann
"Trua", der Zitterton,
kurz und bündig, aufrüttelnd, die
Aufforderung zu ständiger
Erhebung. Erst am Ende erscheint
die "Tekia gedola",
ein Symbol für die jenseitige Welt der
endgültigen Ruhe, der
Beständigkeit, der absoluten
Vollkommenheit, "ein Tag,
der ganz Schabbat ist, Ruhe für das
ewige Leben" (Tamid 33b).
Und wir, die wir uns in den
Tagen der "Schewarim" und der
"Trua" befinden,
stehen vor den Bruchstücken unserer Häuser,
die sich in ihrer ganzen
Unbeständigkeit und Baufälligkeit
zeigten - und stehen vor
dem Ewigen unserem G~tt vom
Streben erfüllt, voll
Willen, die Geburt nach der Krise zu sehen,
den Wiederaufbau "Davids
Hütte, der verfallenen". In diesen
Augenblicken spüren
wir die große Wahrheit in den Worten aus
dem Lehrhause Rabbiner Menachem
Mendel aus Kotzk (die wir
am Tage des Unglücks
in der Synagoge von Newe Dekalim im
Katif-Gebiet erwähnten),
"daß es nichts Vollkommeneres gibt
als ein gebrochenes Herz".
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aus dem Katif-Gebiet und dem nördlichen Schomron
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|
| Zum
Gebet
Segen der Väter
Rav Uri Scherki
MACHON MEIR |
 |
"..der du der Frömmigkeit
der Väter gedenkst und einen Erlöser
bringst ihren Kindeskindern
um deines Namens willen in Liebe.
König, Helfer, Retter
und Schild! Gesegnet seist du, Ewiger,
Schild Awrahams!"
Wir sind nun am Ende des
Segensspruchs der Väter angelangt
[dem ersten Segensspruch
der Schmone-Esre], beim Ausdruck
"und einen Erlöser
bringst ihren Kindeskindern um deines
Namens willen in Liebe".
Dieser Ausdruck soll uns
verdeutlichen, worin die
göttliche Motivation besteht, die
Erlösung zu bringen.
Vielleicht möge jemand glauben, die
Erlösung komme nur,
wenn sich das Volk Israel genügend
Verdienste erworben hat,
und bis dahin wird es eben nicht
erlöst. Und so finden
wir wirklich im Talmud geschrieben,
nämlich die Ansicht
Rabbi Eliesers, einer der großen
"Tanna'iten" (aus der Periode
der Mischna vor etwa 1900
Jahren): Wenn die Israeliten
bußfertige Umkehr tun, werden sie
erlöst werden, wenn
nicht - nicht (Sanhedrin 97b). Diese
Lehrmeinung wurde allerdings
zugunsten derjenigen von Rabbi
Jehoschua verworfen, der
sagte: So oder so werden sie erlöst
(ebda.). Diese Ansicht finden
wir fast 100%ig durch die Verse
des Prophetenbuches Jecheskel
bestätigt, wo es heißt: "Nicht
euretwegen tue ich es, Haus
Israel, sondern meines heiligen
Namens wegen, den ihr entweiht
habt unter den Völkern"
(36,22) - die Tatsache an
sich, daß die Juden unter die Völker
verstreut sind, das ist
"eine Entweihung des göttlichen
Namens". Demzufolge können
wir wohl ein göttliches Interesse
an der Erlösung annehmen.
Aus diesem Grund haben die
Verdienste, oder ein Mangel
selbiger, keinen Einfluß auf die
generellen Pläne G~ttes;
darum sagen wir über den Heiligen,
gelobt sei sein Name: "..und
einen Erlöser bringst ihren
Kindeskindern um deines
Namens willen" (s.o.).
In diesem Falle aber müssen
wir uns fragen: Wozu strengen wir
uns so sehr an im Dienst
an G~tt, daß wir unser ganzes Leben
lang Gebote erfüllen
und Pluspunkte sammeln, um einer guten
Beziehung zum Herrn der
Welt würdig zu sein? Erklärte
Rabbiner A.J.Kuk in seinen
Briefen, daß es in der jüdischen
Seele zwei Ebenen gibt:
eine Ebene, die wir mit "besonderer
jüdischer Eigenschaft"
(segula) bezeichnen wollen, und diese
besondere jüdische
Eigenschaft hängt wirklich nicht von
unseren Verdiensten ab;
gehört sie doch zur Natur des Juden,
mit der er geschaffen wurde,
eine heilige Natur unserer Seele,
so wie alles in dieser Welt
eine bestimmte Natur hat. Zusätzlich
zu dieser besonderen Eigenschaft
gibt es Heiligkeit, die zu uns
Kraft unserer freien Entscheidung
kommt; sie heißt "Heiligkeit
der Entscheidungsfreiheit".
Die Kraft der besonderen
Eigenschaft ist zwar größer
als die der Entscheidungsfreiheit,
doch besteht ein fester
Bund, daß sich alle Tage dieser Welt die
besondere Eigenschaft nur
in Maßen offenbart, und dieses Maß
wird durch die Entscheidungsfreiheit
bestimmt. Das gilt jedoch
nicht für das messianische
Zeitalter (be'ikweta demeschicha),
wenn G~tt die Generation
nach ihrer besonderen Eigenschaft
beurteilt und nicht nach
ihren Entscheidungen. Entsprechend
erhalten alle Begriffe wie
"Gerechte", "Mittelmäßige" und
"Bösewichte", die während
aller Generationen anwendbar
waren und nach denen die
Kinder Israel gerichtet wurden, eine
andere Bedeutung, wenn G~tt
uns "einen Erlöser bringt um
seines Namens willen in
Liebe".
Der Segensspruch endet mit:
"Gesegnet seist du, Ewiger,
Schild Awrahams!". Beschäftigen
wir uns aber hier nicht mit
dem "Segen der Väter",
"G~tt Awrahams, G~tt Jizchaks und
G~tt Jakovs"?! Das erklärten
die talmudischen Weisen
folgendermaßen: Wie
G~tt sagte: "Und ich werde dich zu einem
großen Volke machen
und dich segnen, und groß machen
deinen Ruf; und du sollst
ein Segen sein" (Gen. 12,2), deutete
der Talmud "Und ich werde
dich zu einem großen Volke
machen" auf "G~tt Awrahams"
[in unserem Segensspruch],
"dich segnen" auf "G~tt
Jizchaks", und "groß machen deinen
Ruf" auf "G~tt Jakovs" (Pessachim
117b). Als Awraham hörte,
daß man auch sage
"G~tt Jizchaks und G~tt Jakovs", war er
betrübt. Da sprach
G~tt zu ihm: Sorge dich nicht, mit dir schließt
man den Segen: "und du sollst
ein Segen sein" deutet auf
"Gesegnet seist du, Ewiger,
Schild Awrahams!". Doch das ist
ganz unverständlich.
War Awraham etwa auf seine Kinder und
Kindeskinder eifersüchtig?!
Awraham war doch für seinen
ehernen Willen bekannt,
jedem Geschöpf dieser Welt zu
dessen Vervollkommnung zu
verhelfen, ohne Rücksicht auf
Herkunft! Als er aber "G~tt
Jizchaks und G~tt Jakovs" hörte,
wonach G~tt seinen heiligen
Namen mit einer bestimmten
Nation verknüpft, nämlich
der israelitischen und keiner anderen
- befürchtete er, daß
sein universaler Plan nicht in die
Wirklichkeit umgesetzt werden
wird. Darauf sprach G~tt zu ihm:
"Nur mit dir wird man den
Segensspruch schließen". Gerade
durch die nationale Absonderung
des Volkes Israel im Lande
Israel unter Anleitung seiner
Tora, genau dadurch wird der
große Plan des großen
der Größten, unseres Vorvaters
Awraham, Wirklichkeit werden.
Nicht durch grenzenlosen
Kosmopolitismus, sondern
durch Konzentration auf die jüdische
Nation wird die große
universale Vision, "der Schild Awrahams",
am Ende Wirklichkeit werden.
bogrey21
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