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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN
IN ISRAEL
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Anschrift: Sderot Hame'iri 2, Kirjat Mosche
IL - 91032 Jerusalem ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT KEDOSCHIM
Nr. 511
28. Nissan 5765
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 2) 6519 780
e-mail: kimizion@012.net.il
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"Betrachtungen"
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den Rabbi" auf deutsch
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als die Machon-Meir-Seite
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese
Woche in der Tora (Lev. 19,1-20,27):
Gebot
und Versprechen, heilig zu sein; div. Ge- und Verbote
und
deren Strafen; Inbesitznahme des Landes von Milch und
Honig.
Jom
Ha'Atzma'ut - Do. 3. Ijar 5765 (vorgezogen)
| Am
Schabbes-Tisch...
Das Sprießen
der Erlösung
Rav Se'ev Karov
Leiter der Jeschiwa in Karnej Schomron |
In dieser schweren Zeit, in der das Damoklesschwert der
"Abkoppelung" [Euphemismus für den Rückzug aus dem
Gasastreifen] über Siedlungen im Lande Israel hängt, läßt
sich
auch ein Gerede der Abkoppelung von der Einstellung
gegenüber dem Staate Israel als dem Beginn der
Verwirklichung der prophetischen Visionen vom Sprießen der
Erlösung vernehmen. Manche wollen nicht mehr das Gebet zur
Wohlfahrt des Staates Israel sagen, und andere gehen gar so
weit, das festliche Begehen des Unabhängigkeitstages
infragezustellen.
In einigen knappen Worten wollen wir versuchen, zu diesen
Rufen nach Abkoppelung Stellung zu nehmen.
A. "Die ersten Sprosse unserer Erlösung"
Was veranlaßte einen Teil der größten Toragelehrten
dazu, die
Gründung des Staates als Beginn des Erlösungsprozesses
auszurufen und den Tag der Unabhängigkeitserklärung zu
einem Feiertag der Freude und des Dankes an den Schöpfer
der Welt zu machen?
Aus dem Studium der Toraverse, der Worte der talmudischen
Weisen und der Toragelehrten aller Generationen geht hervor,
daß die Erlösung von drei Bestandteilen definiert wird,
und das
Exil (Galut) durch deren Gegenteil. Der MaHaRaL ("hohe Rabbi
Löw") aus Prag faßte dies im ersten Kapitel seines Werkes
"Nezach Israel" für uns zusammen, gestützt auf den
Midrasch:
"Bekannt - daß ich sie [die Kinder Israel] zerstreue, wisse -
daß
ich sie einsammeln werde. Bekannt - daß ich sie verpfände,
wisse - daß ich sie auslöse. Bekannt - daß ich sie
verknechte,
wisse - daß ich sie erlöse". Daraus folgt: 1. Die Rückkehr
des
jüdischen Volkes in das Land Israel, 2. Die Einsammlung der
Zerstreuten, 3. Jüdische Souveränität im Lande Israel.
1. Die Rückkehr des jüdischen Volkes in das Land Israel ist
eine
Voraussetzung für die Erlösung. Die Juden mögen sich
wohl
nach Brooklyn oder Berlin einsammeln, aber diese Art der
Einsammlung brächte nicht die Erlösung. Das Land Israel ist
das Land des Heiligen, das G~tt zum Erbbesitz des jüdischen
Volkes auserwählte. "Und wer ist wie dein Volk Israel, ein einzig
Volk im Lande" (Chronik I, 17,21) - im Lande werden sie "einzig"
genannt. Das ist der Ort für die Erlösung Israels. 2. Folgendes
wird in den Responsen "Jeschu'ot Molcho" ausgeführt: "..denn
die Einsammlung ist der Beginn der Erlösung, wie es heißt:
Ferner werd' ich sammeln zu ihm, zu seinen Gesammelten
(Jeschajahu 56,8)", und fügt hinzu, daß die Anwesenheit
von
mindestens 130 Familien als "Einsammlung der Zerstreuten"
gilt. Andere Rabbiner hielten dafür allerdings eine Anzahl von
60
Myriaden Juden [= 600.000, wie beim Auszug aus Ägypten] für
notwendig. 3. Jüdische Souveränität im Lande Israel
macht den
dritten Bestandtteil der Erlösung aus. Die Rischonim [Rabbiner
der Periode von vor 700-1000 Jahren] wiesen darauf hin, daß
die Periode des zweiten Tempels nicht als Erlösung gelte, trotz
der Rückkehr aus dem babylonischen Exil und dem Bau des
Tempels, "weil sie [dem Perserkönig] Koresch unterworfen
waren" (siehe Jeschajahu 11,11; Raschikommentar).
Nach 2000 Jahre währender Galut war es uns vergönnt, mit
eigenen Augen zu sehen, wie alle drei Bestandteile der
Erlösung Wirklichkeit wurden. Die Bezeichnung unseres
Staates als "Beginn des Sprießens unserer Erlösung" stützt
sich
auf die Tatsache einer Einsammlung der Verstreuten von weit
mehr als "60 Myriaden", der Einsammlung ins Land des Heiligen
unter Errichtung eines souveränen, jüdischen Staates mit
eigener, jüdischer Armee.
Sicher ist noch nicht alles perfekt. Noch befindet sich nicht das
ganze Land Israel in unseren Händen, noch wurden nicht alle
Juden eingesammelt, und auch die souveräne Herrschaft erfolgt
nicht in einer Weise, wie wir es gerne hätten. Doch darf man
nicht vergessen, daß während kaum einer Periode jüdischen
Lebens im Lande Israel Vollkommenheit dieser drei Bestandteile
herrschte. Da gab es Könige, die die Bevölkerung versündigten,
viele Juden, die den Aufenthalt in der Galut bevorzugten,
Perioden, in denen Jeder tat, was recht in seinen Augen war -
und trotzdem rechneten jene Jahre, in denen das Volk Israel
hoheitlich in seinem Land weilte, als Jahre der Erlösung.
Der Unabhängigkeitstag (Jom HaAtzma'ut) vereinigt auf sich
alle drei genannten Bestandteile. Der Tag der Verkündung
unserer Staatshoheit im Lande Israel bedeutete gleichzeitig eine
Sicherung der Möglichkeit zur Rückkehr ins Land für
jeden
Juden, dem daran gelegen war, ganz zu schweigen von der
physischen Rettung durch die Gründung des Staates. Von einer
Situation, in der Juden nach Belieben gemordet, mißbraucht
und beraubt wurden, in einer Situation, in der pro Tag 18.000
Juden ermordet wurden, wechselten wir über zur Fähigkeit,
durch unsere Soldaten eine Anzahl jüdischer Geiseln im fernen
Uganda zu befreien. Und wenn man nach der Befreiung aus der
Knechtschaft eine Lobeshymne singt, dann doch erst recht nach
der Befreiung aus der Todesgefahr.
B. Was also hat sich an alledem in unseren Tagen geändert?
Was hat sich geändert, bis daß sich heute Leute erheben und
nicht mehr weiterwollen, nicht mehr den Unabhängigkeitstag
feiern wollen? Beseitigt etwa der derzeitige Plan der
"Abkoppelung" einen der drei Bestandteile der Erlösung?
Wurde doch das Hallel-Gebet am Jom HaAtzma'ut nicht wegen
des "Käppchens" von Ben-Gurion eingeführt, auch nicht zu
Ehren seiner Schabbatentweihung, und auch wurde niemals
behauptet, daß das Hallel-Gebet etwas mit dem Problem von
torafernen Juden zu tun hat. Warum veranlaßte das skandalöse
Verhalten der israelischen Regierung gegenüber den
Einwanderern aus dem Jemen vor über 40 Jahren niemanden
dazu, von den Bittgebeten für den Staat Israel abzulassen?
Warum führte der Rückzug aus dem Sinai mit der Zerstörung
von jüdischen Siedlungen wie Jamit nicht zu der "Entdeckung",
wir befänden uns nicht mehr im ersten Sprießen unserer
Erlösung? Wurden etwa andere Schriftquellen gefunden, die die
oben zitierten widerlegten?
Worüber sagten wir das Hallel-Gebet am Jom HaAtzma'ut vor
dem Sechstagekrieg? Etwa nicht über eine Lage, wie sie auch
heute existiert? Wenn g~ttbehüte alle Siedlungen in Jehuda,
Schomron und Gasastreifen zerstört würden, beteten wir dann
nicht trotzdem das Hallel-Gebet über all das, worüber wir
es bis
zum Sechstagekrieg gesagt haben?
Wir haben nicht mit dem Hallel-Gebet an Chanukka aufgehört,
als die Chaschmonäer- und sonstige jüdische Herrschaft im
Lande Israel zuendeging, und wir werden sicher nicht damit
aufhören, solange sich noch ein Teil des Landes in unseren
Händen und unter unserer Staatshoheit befindet und während
viele Juden in unser Land zurückkehrten und noch
zurückkehren. Sicher hat die Erlösung ihren eigenen Rhythmus.
Manchmal wirkt sie im Offenen, manchmal im Verborgenen.
Auch die "Leiden des messianischen Zeitalters" sollte man nicht
auf die leichte Schulter nehmen. Rabbiner A.J.Kuk sah voraus,
daß es zu spiritueller Rebellion und großen Krisen kommen
wird, wobei allerdings der von ihnen verursachte Schmerz die
ganze Welt auf eine höhere geistige Stufe im messianischen
Zeitalter bringt.
Wir haben zu Recht auf Leere und Schwäche aufmerksam
gemacht angesichts von Politikern, die ständig ihre Ideale
wechseln und die "roten Linien" woanders ziehen. Wie hielten
es für eine Schande, wenn Schwierigkeiten in der Realität
zum
Wechsel von Ideologie und Grundwerten führten. Und jetzt
zeigen sich Leute in unserem eigenen Lager, die die große
Entdeckung machen, daß der Staat nicht so ist, wie sie es sich
gedacht hatten, und deswegen sei über diesen Staat nicht mehr
das Hallel-Gebet zu sprechen. Sicher werden sie dazu
großartige Vorträge zu halten und tiefsinnige Spitzfindigkeiten
hervorzubringen wissen, aber an der Tatsache ändert das gar
nichts.
Vielleicht haben wir es hier mit der Schwierigkeit zu tun, mit
solchen "Leiden des messianischen Zeitalters" fertigtzuwerden,
oder weil die "Abkoppelung" das eigene Haus und die eigene
Familie berührt? Nur G~tt weiß die Antwort.
Als gläubige Juden danken wir dem Schöpfer der Welt für
das,
was wir haben, und unternehmen alle Anstrengungen, die
Mißstände zu beseitigen, denn so verhält sich ein gläubiger
Mensch seit uralten Zeiten.
| HaRav
Aviner
Kennen Sie G~tt?
Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa
von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt |
 |
Die jüdischen Weisen aller Generationen sehnten sich danach,
etwas von der Erkenntnis über das Wesen G~ttes zu erlangen.
Dazu gibt es eine ausdrückliche Anweisung: "Erkenne den G~tt
deines Vaters" (Chronik I, 28,9), wenn du G~tt ohne
G~tteserkenntnis dienst, läufst du Gefahr, daß dir am Ende
deines Lebens klar wird, daß du ihm überhaupt nie gedient
hast,
und was du glaubtest, es sei G~tt, war er in Wirklichkeit nicht
(Rabbi Awraham Ibn Esra). Darum mußt du zuerst "den G~tt
deines Vaters" kennenlernen.
Was kann man über den Herrn der Welt wissen, wie kann man
über ihn Definitionen anstellen? Auf diese Frage gibt es zwei
Antworten, nach zwei Methoden. Die eine Methode beschreibt
ihn, und die andere spricht über das Verhältnis zwischen
ihm
und dem Menschen, und über die Bedeutung dieser
Verbindung. Die erste Methode ist sehr einfach, so verfahren
kleine Kinder. Für Kinder ist G~tt eine Person. So wie Vater und
Mutter gibt es auch G~tt. Er weiß alles und kann alles. Natürlich
kann man einem Kind nicht seine kindische Betrachtungsweise
nachtragen, wenn aber ein Erwachsener so denkt, dann gerät
er in den Bereich des Götzentums.
Um G~tt kennenzulernen, müssen wir die göttlichen Ideale
erforschen. Der Herr der Welt erscheint durch das Ideal der
Mildtätigkeit, und darum müssen wir dieses Ideal erforschen
und
uns eng damit verbinden, um G~tt kennenzulernen. So verhält
es sich auch mit den Idealen der Gerechtigkeit, der Wahrheit
und der Barmherzigkeit. Wenn wir sagen, G~tt sei gut, wollen
wir damit nicht ausdrücken, er selbst sei gut, vielmehr
begegnen wir ihm mit dem Verständnis unserer Erkenntnis von
jemandem, der gut ist. Ein Ausspruch, er sei in seinem Wesen
gut oder nicht, entbehrt jeder Bedeutung. Er kann auch
gleichzeitig gut und nicht gut sein. Wie ist das zu verstehen?
Rabbi Jehuda Halevi erklärte dies anhand eines Beispieles: Ist
ein Stein klug oder dumm? Er ist weder klug noch dumm, denn
Steine und Klugheit haben nichts miteinander zu tun. So wie
sich der Begriff der Weisheit auf einer höheren Ebene als die
des Steines befindet, existieren Gut und Böse auf einer
niedereren Ebene als der Herr der Welt (Kusari 2,2). Für
uns ist
er weise, mildtätig, gerecht und kümmert sich um die
Geschehnisse der Wirklichkeit, doch niemals werden wir uns
anmaßen, eine Aussage über sein inneres Wesen zu treffen,
so
wie es die Götzendiener tun, oder, lehavdil, Kinder. Wir
werden
nur über die Art und Weise reden, wie er sich uns offenbart.
Wie er "wirklich" ist, wissen wir nicht, so wie noch viele andere
Dinge in unserer Welt.
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