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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN
IN ISRAEL
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Anschrift: Sderot Hame'iri 2, Kirjat Mosche
IL - 91032 Jerusalem ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT JITRO
Nr. 497
19. Schwat 5765
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 2) 6519 780
e-mail: kimizion@012.net.il
separate Homepage:
www.kimizion.org
-Archiv der
"Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag'
den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese
Woche in der Tora (Ex. 18,1 - 20,23):
Jitro,
Moschehs Schwiegervater, kommt zum Volk Israel in die
Wüste;
gibt Moscheh Rat, Richtervollmachten zu delegieren;
Bund
mit dem Ewigen, ein heiliges Volk zu sein und seine
Worte
zu befolgen; die 10 Gebote am Berge Sinai; das ganze
Volk
Augenzeugen.
| Am
Schabbes-Tisch...
Ein Reich von
Priestern und ein heiliges Volk
Rav Asri'el Ari'el
Ortsrabbiner der Siedlung "Ateret" |
Noch bevor die Tora dem jüdischen Volk übergeben und bevor
die Zehn Gebote bekanntgemacht wurden, sandte G~tt
Moscheh "vom Berge zum Volke", um es mit der generellen
Zielsetzung der Tora vertraut zu machen, die ihr im
wesentlichen ihre Bedeutung gibt: "Und ihr seid mir ein
Königreich von Priestern und ein heiliges Volk" (Ex. 19,6). Keine
Ansammlung von Individualisten, die gemeinsam die Tora
einhalten, sondern ein Volk und Königreich, Volk und Staat;
ebenfalls nicht als Gemeinschaft, die die Tora nur zu ihrem
eigenen Wohl befolgt - sondern zum Wohle der ganzen
Menschheit.
"Dadurch werdet ihr euch auszeichnen, wenn ihr ein Königreich
von Priestern seid, wenn ihr verstehen werdet und das ganze
Menschheitsgeschlecht lehrt, alle den Namen G~ttes, des
Ewigen anzurufen und ihm Seite an Seite zu dienen, wie es
heißt: Und ihr werdet Priester G~ttes genannt (Jeschajahu
61,6), und von Zion wird die Lehre ausgehen (Jeschajahu 2,3)"
(Sforno-Kommentar zu Ex. 19,6).
Unsere Existenz als Vereinzelte, die G~tt dienen, konnte die
Welt dulden. Im Verlaufe unseres Exils begnügte sich die Welt
-
sowohl die christliche wie die moslemische - die meiste Zeit
mit
einer Vorstellung von uns als erniedrigter Gemeinde einzelner
Juden, Angehörige einer anderen Religion, die unter ihrer
Herrschaft leben und von ihrer Gnade abhängen. Mit unserer
Eigenschaft als Volk und Königreich allerdings, die den Namen
G~ttes in ihrem nationalen Wesen tragen, dazu noch mit einer
universalen, menschheitlichen Bestimmung - damit kann sich
die Welt nur schwer abfinden.
Nach einer Überlieferung, von der wir durch Rabbi Akiva wissen
(Schabbat 86b), hat dieser Ausspruch - "Und ihr seid mir ein
Königreich von Priestern und ein heiliges Volk" - seinen
Ursprung im zweiten Schöpfungstag, an dem die "oberen und
unteren Wasser" voneinander getrennt wurden (Gen. 1,7). An
diesem Tage wurden Zwist und Haß geschaffen. An diesem
Tage wurde auch das "Gehinnom" ("Hölle") geschaffen. Die
Gesetze der Bestimmung und des jüdischen Schicksals kamen
miteinander verflochten zur Erde herunter. Am "Berg Sinai"
erhielten wir die Gesetze unserer Bestimmung, und dort wurde
unser Schicksal als Nation besiegelt, ein Volk zu sein, das den
Haß (ssina) der Völker der Welt erleidet. "Der Berg
Sinai heißt
so, weil dort der Haß zu den Völkern der Welt herunterkam"
(Schabbat 89a). Am Tage des Erhaltes unserer Bestimmung
wurde über uns verhängt, ein kämpfendes Volk zu sein,
das
sich fortwährend mit der Welt messen muß, nicht nur wegen
Interessen und punktueller Probleme, sondern auch um seine
ganze Existenz. Darum scheiterten alle Versuche zur
Beseitigung des Antisemitismus. Auch Jene, die meinten, wenn
wir nur ein "normales Volk" würden, das in seinem Lande "wie
alle Völker" lebt und sich die in Europa und in Amerika
herrschenden Normen zu eigen macht, würde der
Antisemitismus verschwinden - mußten zu ihrer Überraschung
feststellen, daß ihnen höchstens eine Umbenennung des
Antisemitismus in Antizionismus gelungen war, aber nicht seine
Fortschaffung aus der Welt.
Wir könnten unser bitteres Schicksal, den Haß der Völker
erleiden zu müssen, als ein unlösbares Problem beweinen.
Es
liegt aber in unserer Hand, dies als Herausforderung
aufzufassen. Wenn wir während mehrtausendjähriger
Geschichte für unser Judentum leiden müssen, so ist dies
ein
weiteres Zeichen für seine in ihm verborgene tiefere Bedeutung.
Wenn wir mehr als hundert Jahre lang unser Blut geben für
unser Land und unseren Staat, und trotz aller Versuche kein
Ende in Sicht ist, dann ist es ein Zeichen für die große
Aufgabe,
die uns erwartet: "So spricht der G~tt der Ewige, der erschaffen
die Himmel und sie ausgespannt, die Erde ausgedehnt mit ihren
Sprößlingen, der Odem gibt dem Volke auf ihr, und
Lebenshauch denen, die auf ihr wandeln. Ich, der Ewige, habe
dich berufen zum Heile, und deine Hand gefaßt und dich
gebildet, und dich eingesetzt zum Bunde für das Volk, zum
Lichte von Nationen" (Jeschajahu 42,5-6). Die Offenbarung am
Berge Sinai präsentierte uns die Bedeutung unserer Existenz,
die Erklärung für die fortgesetzten Leiden durch alle
Generationen. Wir sollen ein "heiliges Volk" sein - im Verhältnis
zu unserem G~tt, und von daher auch "ein "Königreich von
Priestern" gegenüber der gesamten Menschheit.
Diese erhabene Vision hat allgemeinen und nationalen
Charakter. Doch reicht sie bis hinunter auf die Ebene eines
jeden Einzelnen. Es reicht nicht, ein "heiliges Volk" auf der
Ebene der Allgemeinheit zu sein, und sich im Privatleben in
allen erdenklichen Ausschweifungen und Bosheiten zu ergehen.
Das "Königreich", die Staatlichkeit, besteht aus einzelnen
Bürgern, von denen jeder als "Priester" ein gewisses
moralisches und spirituelles Niveau zu halten verpflichtet ist,
wobei sie deren Zusammenkommen in einem Verbund zu einem
"Königreich" macht. Nur so kann ein "heiliges Volk" entstehen.
Diese Dinge bezeichnen nicht nur die Bestimmung und den
Zielpunkt, die wir anstreben, sondern auch das nationale
Schicksal. Auf diese Ausrichtung bezog sich der Kommentar
"Ba'al Haturim" mit dem Hinweis, das Wort "Königreich"
(Mamlechet) erscheine nur wenige Male im ganzen Tanach.
Einmal hier: "ein Königreich von Priestern", und einige weitere
Male im Zusammenhang mit politischer Herrschaft, wie z.B.:
"Am Anfang der Regierung (Mamlechet) Jehojakims..."
(Jirmijahu 27,1), "Und Moscheh gab ihnen... das Königreich des
Sichon, Königs des Emori, und das Königreich des Og, Königs
von Baschan" (Num. 32,33). Hiervon lernen wir, "für 'ein
Königreich von Priestern' verdienten sie die Königsherrschaft
und erhielten die Königreiche dieser Völker". Parallel dazu
erscheint der Ausdruck "und ein Volk" (mit "und", vegoj)
nur
viermal im Tanach, einmal hier: "und ein heiliges Volk" (vegoj
kadosch), und die anderen Male beim Propheten Jirmijahu:
"...und ein großes Volk wird wach von den Enden der Erde"
(6,22), "Siehe, ein Volk kommt von Norden und eine große
Nation..." (50,41), in seinen Prophezeiungen über die
Tempelzerstörung; andererseits aber "...und ein Volk, das dich
nicht kannte, eilet zu dir... wegen des Heiligen Israel's, denn er
hat dich verherrlicht" in der Trost-Prophezeiung Jeschajahus
(55,5). Auch hier schreibt "Ba'al Haturim": "Wenn ihr 'ein
heiliges Volk' sein werdet, wird geschehen: 'und ein Volk, das
dich nicht kannte, eilet zu dir', und wenn nicht, dann: 'ein Volk
kommt von Norden und eine große Nation'".
Möge es G~ttes Wille und uns vergönnt sein, unseren Staat,
den Staat Israel, im Sinne seiner großen Bestimmung wirken zu
sehen, als "ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk".
| HaRav
Aviner
Die Bewegung für
Annäherung
Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa
von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt |
 |
Das ist unsere Bewegung, die "Bewegung für Annäherung",
eine alt-neue Bewegung. Je mehr Leute sich ihr anschließen,
um so mehr Segen wird sie bringen, und um so mehr
Umwälzung.
Für diese Bewegung gibt es allerdings bestimmte
Aufnahmebedingungen: Man muß an das Volk Israel glauben
und eine große Liebe für das Volk Israel verspüren,
nicht aber
Hoffnungslosigkeit und Gefühlsstumpfheit.
Schon vor langem hätten wir diese Bewegung gründen sollen,
doch wir hatten Angst, ganz umsonst, denn wir alle haben doch
sehnsüchtig darauf gewartet. Wir verbinden uns nicht nur mit
dem Katif-Gebiet ("Gusch Katif", der jüdisch besiedelte Teil des
Gasastreifens), sondern mit unserem ganzen Volk. Gusch Katif
ist der Aufhänger, eine Stütze der Motivation.
Die Bewegung für menschliche Annäherung beschreitet den
Weg der Umgehung von Massenmedien und Politik, von
Demonstrationen und harten Protesten, drohenden Parolen,
Umgehung von Aussprüchen wie "wenn es mir dreckig geht,
geht es dir auch dreckig", Umgehung des "Anti"; Annäherung ist
immer "für", vor allem für Einigkeit der Nation. Die Annäherung
ist gegen Sieger und Besiegte, sie ist dafür, daß wir alle
siegen
und keiner besiegt wird, sie ist für ein Gehen von Haus zu Haus
und von Herz zu Herz.
Wenn du zu unserer Bewegung gehören willst, dann mußt du
etwas von deiner Zeit opfern und bereit sein, Leuten zu
begegnen. Wenn ja, nimm einen Freund mit oder deine Frau
und klopf an eine Tür (vielleicht sogar an die Tür des Nachbarn,
den du nicht kennst, obwohl er dort schon zwanzig Jahre
wohnt), und sage mit einem Lächeln:
"Guten Tag, wir kommen von der 'Bewegung der Annäherung'.
Wir befinden uns in Krisenzeiten und Wirren, und die Politik
steckt in einer Sackgasse. Wir dachten, in dieser Lage wäre
wohl die Annäherung am besten. Wir kommen, um zuzuhören
und miteinander zu sprechen. Vielleicht nur zuhören, vielleicht
nur sprechen, vielleicht beides zusammen". Nimm in deiner
Provianttasche ein wenig Lebenselixier mit, von dem du dann
anbieten kannst: Glauben, Liebe, Mut, Wahrheit, Demut - du
gibst davon, aber du bekommst auch davon. Besonders Demut
- denn wir sind ja nicht allwissend.
In unserer Bewegung pflegen wir zu sagen, wie sehr wir uns
freuen, gemeinsam in unserem Land zu leben, wie sehr wir uns
über unseren eigenen Staat und unsere eigene Armee freuen.
Wir freuen uns über das Erreichte und streben nach noch viel
mehr: daß Arbeit ehrt und wir nicht Fremde dafür bemühen
müssen, daß es eine Ehre ist, Soldat zu sein, und noch mehr
in
einer Eliteeinheit; wir streben nach guter Erziehung mit Herz, mit
Glauben und guten Charaktereigenschaften; nach natürlichen,
anständigen und wahrhaftigen Gerichtsentscheidungen; einer
anständigen und guten Jugend ohne Gewalt, Alkohol,
Prostitution und Drogen; Sicherheit im Lande ohne Terror;
sauberes Fernsehen und sanfte Kunst; glückliche Familien ohne
geschlagene und erniedrigte Frauen; reines, sittliches und
treues Eheleben; kinderreiche Familien; Respektierung der
Schabbatruhe ohne Einkaufsbummel und zwangsweise
Extraarbeit der Angestellten; breitgefächerte Sozialgesetze, die
wirtschaftliche Not verschwinden lassen. So sehr viele
Bestrebungen! Wie kann uns das gelingen?! Die Antwort: Alle
gemeinsam werden wir es schaffen. Dazu werden wir
miteinander reden, werden wir uns einander annähern - weit
entfernt von den Scheinwerfern der Lügenmedien.
"Meine Brüder suche ich" (Gen. 37,16) lautet das Prinzip. Wir
werden uns begegnen, nicht um etwas zu erreichen, sondern
um der Begegnung willen, denn schließlich sind wir Brüder,
und
mit dieser Einstellung werden wir alles
erreichen.
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