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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN
IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT EKEW
Nr. 527
22. Aw 5765
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
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e-mail: kimizion@012.net.il
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"Betrachtungen"
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den Rabbi" auf deutsch
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Dt. 7,12-11,25):
Die Segnungen des Gehorsams, Heranziehung
der Geschichte
als Motivation zur Erfüllung der
fundamentalen Pflicht, G~tt zu
lieben und seine Gesetze zu halten, persönliches
Erleben der
Wunder zu Gunsten Israels sollen zu Liebe
und Gehorsam
führen, Belohnung und Strafe im Judentum
(Mittelteil des
Schma-Gebetes).
| Am
Schabbes-Tisch...
Aus gutem Hause
Rav Jakov Halevi Filber
Rabbiner an der "Merkas-Harav" Jeschiwa, Jerusalem |
In unserem Wochenabschnitt
schildert uns die Tora nicht nur
die materiellen Vorzüge
des Landes, wie es heißt: "Denn der
Ewige dein G~tt bringt dich
in ein schönes Land, ein Land der
Wasserbäche, Quellen
und Seen, die in der Ebene und im
Gebirge entspringen... ein
Land, dessen Steine Eisen, und aus
seinen Gebirgen wirst du
Kupfer hauen" (Dt. 8,7/9), sondern
auch die spirituellen:
"Ein Land, für das der Ewige, dein G~tt
sorgt; beständig sind
die Augen des Ewigen deines G~ttes
darauf, vom Anfang des Jahres
bis zum Ende des Jahres" (Dt.
11,12). Der Eintritt ins
Land ist jedoch auch mit Gefahren
verbunden, vor denen uns
die Tora warnt: "Daß nicht, - wenn
du issest und satt wirst,
und gute Häuser bauest und
bewohnest; und deine Rinder
und deine Schafe sich mehren
und Silber und Gold sich
dir mehrt, und alles, was dein, sich
mehrt: dein Herz sich erhebe
und du vergessest den Ewigen
deinen G~tt" (Dt. 8,12-14).
Auf den ersten Blick fragt man sich
doch, welche Gefahr "gute
Häuser" bedeuten? Im Gegenteil,
normalerweise wird es einem
Menschen positiv angerechnet,
wenn er aus "gutem Hause"
stammt! Wie sollte also plötzlich die
Herkunft aus gutem Hause
zu einem Nachlassen des Glaubens
führen? Damit lehrt
uns die Tora ein wichtiges Prinzip: Ein
"gutes Haus" für sich
allein bedeutet noch lange keine Garantie
für die spirituelle
Zukunft des Menschen. Wir kennen
Siedlungen, deren neu aufgenommene
Bewohner den
"Annahme-Ausschuß"
passierten und trotz der damit
verbundenen Prüfungen
Erscheinungen von Abwerfen des
Jochs und Hinwenden einer
kalten Schulter zum Wege der
Väter seitens der folgenden
Generation nicht verhindert werden
konnten. Manchmal führen
gerade ein gutes Haus und gute
Nachbarschaft zu einer gewissen
Selbstgefälligkeit der Eltern,
die sich von persönlicher
Verantwortung für die Aufsicht über
die Qualität der Kindererziehung
befreit fühlen, weil sie auf die
örtliche Gesellschaft
der Kinder und die gute Umgebung
vertrauen, in der sie leben.
Sagte mir neulich ein kluger
Bekannter, das Versagen
der Erziehung in der toratreuen
Ortschaft, in der er lebt,
rühre von der Meinung her, daß alles,
was sich innerhalb des Dorfzauns
abspielt, bewahrt und sicher
sei. Und genau zu diesem
Punkt warnt und ermahnt uns die
Tora: auch wenn du ein gutes
Haus in guter Umgebung gebaut
hast, mußt du den
Augenmerk auf die Gestaltung des Hauses
mit Inhalten und Grundwerten
richten in ständiger
Aufmerksamkeit für
den Zustand der Kinder, mit hautnaher
Überwachung ihrer Entwicklung,
sie nicht mit ihren
Überlegungen und Nöten
alleine lassen und sich über ihren
seelischen und geistigen
Zustand auf dem laufenden halten -
und vor allem, ihnen mit
gutem persönlichen Beispiel
voranzugehen und ihnen Liebe
und Aufmerksamkeit zu
schenken. Wenn die Eltern
all dies verabsäumen und sich
zudem in materiellen Genüssen
ergehen ("wenn du issest und
satt wirst"), sich von morgens
bis abends der Mehrung des
Eigentums widmen ("deine
Rinder und deine Schafe") und des
Geldvermögens ("Silber
und Gold"), wenn so eine Kultur im
Hause herrscht, dann werden
dessen Bewohner, auch wenn es
sich um ein gutes Haus handelt,
im "Vergessen des Ewigen
deines G~ttes" enden. Einen
weiteren Makel trägt die
Beschäftigung mit dem
Bau eines "guten Hauses", wie im
Talmud jeruschalmi erzählt
wird: Einige der Weisen kamen an
einer Synagoge in der Stadt
Lod vorbei, wo sich einer der
dortigen Anwohner damit
brüstete, wieviel Geld seine Vorfahren
in den Bau dieser prachtvollen
Synagoge investiert hatten.
Darauf sagten sie zu ihm:
Wieviel Seelen haben deine
Vorfahren darin investiert!
- Gab es hier denn keine Leute, die
sich mit der Tora befaßten
und dieses Geld vielleicht nötiger
gebraucht hätten?!
(Ende des Traktates Pe'a). Wenn sich die
Gesellschaft mit dem äußerlichen
Aufbau beschäftigt, wenn sie
ihre Finanz- und anderen
Mittel im wesentlichen in prachtvolle
Gebäude steckt und
dabei die Aufmerksamkeit für die
Förderung der spirituellen
Entwicklung und ethischer
Grundwerte vernachlässigt,
dann läuft sie selber Gefahr des
Niedergangs und der Entfremdung.
| HaRav
Aviner
Der Untergang
(Letzte
Worte anläßlich der Vertreibung aus Newe Dekalim, der
Hauptstadt
des Katif-Gebietes)
Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa
von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt |
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"Deswegen weine ich; mein
Auge, ach mein Auge strömt
Tränen herab" (Klagelieder
1,16), über "die Kinder Zions, die
köstlichen, die mit
gediegenem Golde Aufgewogenen" (ebda.
4,2), unsere Brüder,
die Helden von Gusch Katif. "Wie sind sie
gleichgeachtet den irdenen
Scherben..." (ebda.).
Viele, viele Katastrophen
haben wir schon miterlebt, doch diese
hausgemachte Zerstörung
ist so sehr böse und bitter, weil sie
von unseren eigenen Brüdern
kommt, die ihre Brüder schlagen -
und Mütter und Kinder.
Schaue, o G~tt, und sieh
unsere Schande, unser Erbbesitz fällt
in die Hände Anderer,
unsere Häuser an Fremde, "und jegliches
Herz ist siech" (Jesch.
1,5). Die Wege Gusch Katifs trauern,
unsere Herzen, unsere Herzen,
über die teuren Familien, die ins
Ungewisse geworfen, die
Väter, die Mütter, die Söhne und die
Töchter, ohne Haus,
ohne Arbeit, ohne Gemeinde, ohne
Schule.
Jene Helden, die aus der
Öde einen Garten Eden machten, die
tausende Granatwerferangriffe
über sich ergehen ließen, die
eine Gesellschaft von Liebe
und Brüderlichkeit ins Leben riefen,
an der sich erfüllte:
"Wenn du deiner Hände Arbeit genießest,
Heil dir, und dir ist wohl"
(Psalm 128,2) - siehe, ihre Nächsten
verrieten sie, wurden ihnen
zu Feinden.
"Wäre doch mein Kopf
ein Gewässer und meine Augen ein
Tränenquell, daß
ich beweinen könnte Tag und Nacht"
(Jirmijahu 8,23)
unsere Brüder, die Helden, wir sind mit euch in
eurem Untergang, wir sind
mit euch in eurem Leid, dem Leid der
göttlichen Präsenz,
dem Leid des Volkes, dem Leid des Landes.
Wir erheben auf unser Banner
alle jene diesem Streit
verschriebenen Kämpfer,
jene, die sich heute mit uns hier
befinden, und jene, die
nicht bei uns sind, die auf dem Wege
hierher festgehalten wurden,
und die Gefangenen Zions in
Untersuchungshaft und im
Gefängnis; die klugen, mutigen und
verantwortungsbewußten
Anführer des Bürgerrates von
Jehuda-Schomron-'Asa; alle
Rabbiner im Lande, die an sich
selbst erfüllen: "Unter
meinen Stammverwandten wohne ich"
(Kö.II, 4,13) - vor
allem die großen Rabbiner von Gusch Katif.
Und über allen unsere
wunderbare Jugend, die aus einem ganz
besondren Stoff gemacht,
die sanfte und einsatzbereite,
gewaltfreie und idealistische,
die dem Ruf ohne Wenn und Aber
folgte, die Jugend, unsere
Anführer von morgen, die Segen
bringen werden.
Darum richte ich meine Bitte
an uns selber: Keiner beschuldige
seinen Nächsten, indem
er spreche: Nur mein Weg ist der
richtige, und sonst gar
nichts; denn viele Wege gibt es, G~tt zu
dienen, und wie erbärmlich
für den Herrn der Welt, gäbe es nur
einen Weg, ihm zu dienen.
Darum wollen wir keine
Anschuldigungen aufeinander
häufen, weil wir diese Schlacht
nicht gewonnen haben, denn
nicht immer siegt man, wenn man
im Kampf mit einer solchen
Macht und solchen Kräften des
Bösen konfrontiert
wird.
Darum protestieren
wir gegen den Wahnsinn und die Bosheit
unseres Regierungschefs,
seine Grausamkeit; wir werden es
nicht vergessen und nicht
verzeihen, nicht in dieser Welt und
nicht in der kommenden Welt.
Und gegen die
Knessetabgeordneten und
die Minister, eine Versammlung von
Verrätern, die man
mit Geld und Ehre kaufen kann, "ich rufe
meine Liebhaber, sie haben
mich betrogen" (Klgl. 1,19), die für
ihre Missetaten niemals
Vergebung erlangen werden; und auch
gegen die Anderen, die Gleichgültigen,
die nicht mit ihren
Helden dem Volk zur Seite
standen; gegen die Medien, die ihre
Zunge in Lüge üben
und auf primitive Weise rechtschaffene,
unschuldige Menschen verleumden;
und gegen jene von den
Polizisten und den Richtern,
die Ungerechtigkeiten verübten. All
jenen werden wir nicht verzeihen,
und ihnen wird nicht vergeben
werden, denn G~tt hält
zu den Verfolgten, sein Erbarmen über
allem.
Doch ist die Erlösung
eine wunderbare Sache, die sich nicht
von Dummköpfen verderben
läßt. Unser Staat und unsere
Armee sind wunderbare Einrichtungen,
die sich nicht von den
Dummköpfen zerstören
lassen. Wir jedenfalls werden
fortfahren, uns in die Armee
einberufen zu lassen und uns für
unseren Staat einzusetzen,
denn die Erlösung ist wunderbar,
auch wenn sich einige dunkle
Stellen zeigen. Nichts hat sich
geändert! Es ist nur
schwerer geworden. Wir werden weiterhin
unser Land aufbauen und
in ihm erbaut werden, unter den
Wundern des Ewigen, G~tt
Israels, seiner vollkommenen
Weisheit, Erlöser Israels.
Ein frommer Jude saß
einst beim Tischgebet, und als er an die
Stelle kam: "Erbaue Jeruschalajim
Stadt des Heiligen",
erwachte in ihm so anschaulich
die Vorstellung vom Untergang
Jerusalems, daß er
sich ein Messer ins Herz stach [Ursprung
des Brauches, beim Tischgebet
die Messer vom Tisch zu
entfernen]. Wir werden uns
zwar kein Messer ins Herz stechen,
denn es ist schon gebrochen,
wir werden uns mit einem
Einschnitt in die Kleidung
zum Zeichen der Trauer begnügen
und den Segen Baruch
dajan ha'emet sprechen. Sollt' ich dich
vergessen, Gusch Katif,
versage meine Rechte! Kleben soll
meine Zunge mir am Gaumen,
so ich dein nicht gedenke, so ich
nicht gedenke, so ich nicht
erhebe Gusch Katif auf den Gipfel
meiner Freude (nach Psalm
137,5-6).
Erbarme dich Zions, wie du
gesagt, begnadige es, wie du
gesprochen, bringe schnell
die Errettung und beschleunige die
Erlösung und kehre
zurück nach Gusch Katif in großem
Erbarmen.
Abgebaut haben wir Gusch
Katif, unter furchtbaren Leiden,
doch haben wir die Vision
nicht begraben, die Vision bleibt wahr
und wird am Ende siegen;
ihr Sieg hat schon begonnen.
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