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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN
IN ISRAEL
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Anschrift: Sderot Hame'iri 2, Kirjat Mosche
IL - 91032 Jerusalem ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT CHAJE SARA
Nr. 485
22. Marcheschwan 5765
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 2) 6519 780
e-mail: kimizion@012.net.il
separate Homepage:
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-Archiv der
"Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag'
den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Gen. 23,1-25,18):
Saras Tod, Kauf der Höhle Machpela
bei Chewron ("Hebron"),
Awrahams Hausverwalter Elieser auf Brautschau
für Jizchak,
bringt Riwka, Awrahams neue Frau Ketura
und ihre
Nachkommen, Awrahams Tod, seine Beerdigung
in der Höhle
Machpela durch Jizchak und Jischma'el,
Jischma'els
Nachkommen und Tod.
| Am
Schabbes-Tisch...
Beschwörung,
Logik und Glauben
Rav Asri'el Ari'el
Ortsrabbiner der Siedlung "Ateret" |
Eine schwere Befürchtung lastet auf Eliesers Herz, Awrahams
Diener, an der Wasserquelle. Eine große Verantwortung ruht
auf seinen Schultern. Er muß eine passende Frau für Jizchak
finden. Wird die von ihm Gewählte wirklich den edlen
Eigenschaften Jizchaks gerechtwerden? Wird der Bräutigam an
diesem Schidduch Gefallen finden? Zu seinen Gunsten kann er
sich zwar Awrahams Versprechen anrechnen: "Der Ewige, der
G~tt des Himmels... wird seinen Engel vor dir her senden, daß
du ein Weib nehmest für meinen Sohn von dort" (Gen. 24,7);
dennoch kann er die Befürchtungen nicht restlos aus seinem
Herzen verbannen. Darum stellt Elieser seine Bitte: "Und es sei,
das Mädchen, zu der ich sagen werde: Neige doch deinen Krug,
daß ich trinke! und sie wird sagen: Trinke und auch deine
Kamele will ich tränken; diese habest du bestimmt deinem
Knechte, dem Jizchak, und an ihr werd' ich erkennen, daß du
Gnade erwiesen meinem Herrn" (V.14). Diese Bitte geht auf der
Stelle in Erfüllung, als nämlich Riwka sogleich an der Quelle
erscheint.
Wenn wir, die "Söhne", darangehen, die Lehren aus "den
Gesprächen der Diener unserer Vorväter" zu lernen, müssen
wir
uns fragen: Was sollte diese Bitte Eliesers bedeuten? Kann
damit vielleicht eine Beschwörungsformel gemeint sein, um
herauszufinden, ob er auf dem richtigen Wege ist, nach der
Sitte der Götzendiener, über die die Tora sagte: "..ihr sollt
nicht
aus Schlangen und nicht aus Wolken deuten" (Lev. 19,26)?
Oder war es vielleicht ein Gebet? Oder handelte es sich um
kühle Berechnung, um die guten Charaktereigenschaften der
Heiratskandidatin an Ort und Stelle ausforschen zu können,
denn schließlich sollte aus ihr eine der Stammütter Israels
werden?
Die Torakommentatoren bieten eine Vielfalt von Deutungen,
und wir wollen den etwas verschlungenen Pfaden des
MaHaRaL (der "hohe Rabbi Löw") aus Prag folgen. In seiner
ersten Deutung erklärt er, Elieser war von reiner Logik geleitet.
Jenes Mädchen, das eine weit über das geforderte Maß
hinausgehende Barmherzigkeit zeigt, und auch weit mehr, als
nach allgemeiner Sitte üblich ist, das paßt. Doch diese
Erklärung ist unzureichend. Warum präsentierte Elieser diese
rein logische Überlegung als Gebet? Wollte er bloß um
himmlische Unterstützung für seine rationale menschliche
Anstrengung bitten?
Die zweite Deutung des MaHaRaL ist noch viel verwunderlicher.
Dort behauptet er, da es sich um die Erfüllung eines Gebotes
handelte, war ihm die Beschwörung erlaubt. Diese Erklärung
ist
für uns schwer zu fassen. Darf man etwa zur Gebotserfüllung
ein ausdrückliches Verbot der Tora übertreten?! Doch was
der
MaHaRaL in unserem Wochenabschnitt im Dunkeln beläßt,
erhellt er an anderer Stelle, im Abschnitt Kedoschim. Dort
erklärt er das Verhalten Eliesers und auch des Jonathan, Sohn
von König Scha'ul, bei der Schlacht von Michmas (Schmu'el I,
14.Kap.): "Da sie mit der Erfüllung eines Gebotes beschäftigt
waren, konzentrierten sie ihre Gedanken auf G~tt, als ob sie
ausdrücklich sagten, G~tt möge ihnen den Weg weisen, das
Gebot zu erfüllen... denn eine Beschwörung liegt nur vor,
wenn
der Betreffende sagt: wenn dies oder jenes geschieht, werde ich
so oder so handeln, und das [hängt ab] von weltlichen
Angelegenheiten. Bei himmlischen Angelegenheiten aber, wenn
er es von G~tt abhängig macht, wenn mir dies oder jenes
geschieht, werde ich wissen, wie das Gebot zu erfüllen ist...
das
gehört nicht in den Bereich der Beschwörung, denn G~tt gibt
ihm ja ein Zeichen".
Der Götzen-Beschwörer richtet seine Hoffnungen nicht auf G~tt,
sondern auf blinde mystische Kräfte, von denen er glaubt, sie
beherrschten die Welt. Nicht so der Gläubige. Er weiß, daß
alles, was ihm widerfährt, nur von G~tt kommt. Wo er auch
geht, fühlt er die Gegenwart G~ttes. Bei allen Geschehnissen
spitzt er die Ohren, um die göttliche Stimme zu vernehmen, die
aus der Realität hervorbricht. Alle seine Taten begleiten Gebete
und Bitte um Erfolg. Was auch geschehe, alles ist ein Zeichen
G~ttes. Alle seine Tage verbringt er im Zwiegespräch mit
seinem Schöpfer und Lenker. Mit dieser Einstellung bittet er
G~tt um Weisung für seinen Weg.
Demnach scheint der MaHaRaL nichts anderes zu tun als eine
Mystik gegen eine andere auszutauschen, eine "Mystik des
Aberglaubens" gegen eine "Mystik des Glaubens". Das ist
jedoch nicht die Art des MaHaRaL, der uns nämlich im weiteren
Verlauf schreibt, daß es sich nicht um einfache Zeichen handelt,
sondern um Zeichen, die mit der Wirklichkeit auf dem direkten
Wege logischer Analyse verknüpft sind:
"Allerdings leuchtet ein, daß auf jeden Fall eine Begründung
dafür notwendig ist, so wie Elieser sagte, sie müsse
Barmherzigkeit zeigen; ohne eine Begründung aber handelt es
sich um Beschwörung, denn G~ttes Taten halten sich im
Rahmen des normalen Weltenlaufes, was aber nicht zum
normalen Weltenlauf gehört, bedeutet Beschwörung".
Der Schöpfer kommuniziert mit uns nicht durch irgendwelche
Zeichen, sondern durch die innere Logik der Wirklichkeit. Die
göttliche Hilfe, die Elieser bei der Identifizierung der für
Jizchak
passenden Frau erhält, erreicht ihn gerade über ein logisches
Erkennungszeichen von Barmherzigkeit, die Riwka an den Tag
legt. Dasgleiche gilt für Jonathan, Sohn König Scha'uls,
dem die
passende Methode des Angriffs gegen die Philister durch ein
logisches Erkennungszeichen offenbart wird, das die im
feindlichen Lager herrschende Furcht aufzeigt.
Wie damals hegen auch wir heute unsere Befürchtungen
bezüglich der Zukunft. Nicht immer ist der Weg klar vor uns.
Häufig neigt man dazu, sich ausschließlich auf eine kalte,
logische Analyse der Wirklichkeit zu verlassen. Andere wenden
sich an Hellseher, Weissager und Kaffeesatzdeuter, um den
Vorhang von der Zukunft beiseitezuschieben. Natürlich liegen
der Tora beide Wege fern, die uns gebietet: "Untadlig sollst du
sein gegen den Ewigen, deinen G~tt" (Dt. 18,13). Wir sollen das
ständige Zwiegespräch mit G~tt pflegen: uns durch Gebete
und
unsere Taten in dieser Welt an ihn wenden und seinen Worten
lauschen, die uns durch seine Tora und über unseren Verstand,
den gesunden Menschenverstand und logisches Denken
erreichen, seine Lenkung der Wirklichkeit zu verstehen. Dann
werden wir in der Lage sein, den Auspruch des Nachum Isch
Gamsu nachzuvollziehen, der auch in schwerer und
bedrohlicher Lage zu sagen wußte: "Auch dieses ist zum Guten"
(Ta'anit 21a, Sanhedrin 108b). Entsprechend wird sich Bileams
Segen erfüllen: "Denn es ist keine Zauberei in Jakov, und keine
Wahrsagerei in Israel; zur Zeit wird Jakov und Israel verkündet,
was G~tt im Werke hat. Siehe da, ein Volk, wie eine Löwin
erhebt es sich..." (Num. 23,23-24).
| HaRav
Aviner
Gib ihr einen
Get!
Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa
von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt |
 |
Gib ihr einen Get (Scheidungs-Dokument) und setz' ihr nicht
mehr zu. Und auch der Frau sei gesagt: Nimm den Get an und
mach keine Schwierigkeiten (dieser ganze Artikel ist sprachlich
auf den Mann ausgerichtet, gilt aber genauso für die Frau).
Ein Get ist nicht dazu da, Gelder zu erpressen, sondern um eine
Möglichkeit der Trennung zu bieten, wenn es keinen anderen
Ausweg mehr gibt, damit Beide eine neue Familie gründen
können.
Wenn Sie sich also für die Scheidung entschieden haben,
geben Sie noch am selben Tage den Get. Über die Aufteilung
der Werte können Sie danach verhandeln, solange es nötig
ist.
Natürlich scheidet man seine Ehe nicht aus einer Laune heraus,
sondern wendet sich zuerst an Ratgeber und Eheberatung.
Sobald aber eine endgültige Entscheidung gefallen ist, wird die
Scheidung sofort durchgeführt, und die Geldangelegenheiten
sind hinterher zu regeln.
Wenn Ihre Frau die Scheidung will, Sie aber nicht, dann ist das
zwar eine Tragödie, halten Sie sie aber nicht mit Gewalt bei
Ihnen, denn Liebe erlangt man nicht mit Gewalt. Lassen Sie sie
gehen! Seien Sie kein grausamer Herrscher!
Nutzen Sie in beiden Fällen die Religionsgesetze nicht in
Böswilligkeit. Es sind gute Gesetze zum Besten der Menschen,
zum Besten des Einzelnen und zum Besten der Familie, sie
lassen sich allerdings auch mißbrauchen. "Denn gerade sind die
Wege des Ewigen, die Gerechten wandeln darauf und die
Missetäter straucheln darauf" (Hoschea 14,10). Die Halacha
bietet den geraden Weg, und Sie benutzen sie für Ihre krummen
Touren! Genug! Lassen Sie Ihre Frau gehen! Danach kann man
über Geld reden.
Ich weiß nicht, wie Sie so tief absinken konnten, wie Sie so
hinterhältig wurden. Wenn Sie so weitermachen, verspreche ich
Ihnen die Hölle, sowohl in dieser wie in der kommenden Welt.
Ihre Kinder werden Sie nämlich hassen für das, was Sie ihrer
Mutter antaten, und Ihre Umgebung wird Sie verabscheuen.
Einmal wollte ein junger Ehemann seine Frau nicht freigeben.
Alle redeten ihm zu, sie gehen zu lassen, alle flehten ihn an, alle
Rabbiner, alle Erzieher und alle seine Freunde und Bekannten,
doch er ließ sich nicht erweichen. Sie sagten ihm: Du bist auf
dem Weg in die Hölle! Er tobte und wütete und schrie: Niemals!
Und ich brüllte ihm zurück: Hölle! Er brüllt Nein!
und ich Hölle!
Schließlich hatte ich ihn weich, und noch am selben Tag gab er
seiner Frau den Get. Drei Tage brauchte ich, um mich von
dieser Begegnung zu erholen, aber so rettete ich ihn vor der
Hölle, vor der Hölle auf Erden.
Ein anderer Mann bereitete seiner Frau die Hölle auf Erden. Ihr
Rabbiner riet ihr allerdings von der Scheidung ab, denn "dann
weint der Altar im Tempel". Dazu erwiderte sie: "Ich habe schon
soviel geweint - soll er auch ein bißchen weinen!".
Einer anderen Frau, die ebenfalls unter ihrem Mann litt, sagte
der Rabbiner: "Mir erschien der Prophet Elijahu im Traum und
sagte, wenn Sie sich scheiden lassen, halten Sie die Erlösung
auf". Darauf sagte sie: "Wenn Ihnen der Prophet Elijahu das
nächste Mal erscheint, dann schicken Sie ihn gleich zu mir, ich
werde ihm die Sache schon richtig erklären!", verließ den
Raum
und schlug die Tür hinter sich zu.
Genug! Lassen Sie Ihre Frau gehen! Und zwar sofort! Was soll
das heißen?! Sklaverei? Erpressung? Warum machen Sie sich
zur Belastung?! Wenn Ihre Frau gehen will, haben Sie nur einen
moralischen Anspruch: "Laß uns gemeinsam zu einer
ernsthaften Beratung gehen, zu unserem eigenem Besten und
dem unserer Kinder". Aber dann lassen Sie sie gehen, geben
Sie ihr einen Get ohne Bedingungen, und Geldangelegenheiten
- später.
Wenn Sie Ihrer Frau zusetzen, werde ich Ihnen zusetzen, wir
alle werden Ihnen zusetzen, das ganze Volk Israel wird Ihnen
zusetzen. Wir sind ein empfindsames Volk, wir können
Missetaten nicht ausstehen, wir können nicht ausstehen, wenn
jemand seinen Nächsten unterdrückt, schon gar nicht seinen
Ehepartner.
Es gibt Menschen, deren ganzes Vermögen in ihrer Freiheit
besteht - und diese treten Sie mit Füßen! Wie tief sind
Sie
gesunken, Sie und ihr widerlicher Rechtsanwalt, der nicht für
Recht und Gerechtigkeit kämpft, sondern für Rechtsverdrehung,
der zu lügen gelernt hat und an den Qualen Ihrer Frau sein Geld
verdient. Werfen Sie ihn raus und nehmen sich einen
anständigen Anwalt, oder noch besser: Wenden Sie sich an die
Organisation für Vertrauensbildung/Vergleiche, das ist billiger
und unendlich effektiver.
Doch all das hinterher, erstmal geben Sie ihr einen Get. Wenn
Sie ihr keinen Get geben, wird Ihnen auch die Hölle keinen Get
geben. Alles, was Sie Ihrer Frau antun, wartet hinterher in der
Hölle auf Sie. Es gibt nämlich Gerechtigkeit im Himmel -
und auf
Erden.
Schnell, schnell, begehen Sie reumütige Umkehr! Sie haben ein
Käppchen auf dem Kopf, einen Bart, Zizit und Schläfenlocken
-
und sind so ein Bösewicht. G~tt wird Ihnen nicht vergeben, und
wir werden Ihnen nicht vergeben.
Und auch Sie, die Ehefrau, seien Sie keine Bestie, nehmen Sie
den Get an, denn wie wir bereits erwähnten, dieser Artikel gilt
in
beide Richtungen.
Die richtige Reihenfolge: Der Wille zur Trennung, Beratung,
Get, Geld.
Und G~tt möge sich erbarmen.
Weitere Kommentare
von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen auf hebräisch
im Internet (audio/online):
www.a7.org
- auch englischsprachige
Sendungen und Nachrichten
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www.israelnn.com
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