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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN
IN ISRAEL
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Anschrift: Sderot Hame'iri 2, Kirjat Mosche
IL - 91032 Jerusalem ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT CHUKKAT
Nr. 520
2. Tammus 5765
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 2) 6519 780
e-mail: kimizion@012.net.il
separate Homepage:
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-Archiv der
"Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag'
den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Num. 19,1-22,1):
Wasser mit Asche der roten Kuh zur Beseitigung
von
Leichenunreinheit im Tempel; Mirjam stirbt,
Brunnen versiegt,
Volk murrt; Moscheh eröffnet neue
Quelle, aber nicht genau wie
von G~tt befohlen; Edom verweigert Durchreise;
Aharon stirbt
nach Übertragung der Hohepriesterschaft
auf seinen Sohn
Elasar; Kana'aniter greifen an und werden
geschlagen; Volk will
kein Manna mehr, Strafung durch Giftschlangen;
kupferne
Schlange; Volk singt Loblied; Eroberung
von Moaw und
Baschan (Transjordanien und Golan).
| Am
Schabbes-Tisch...
Geloben und Vereinigen
Rav Asri'el Ari'el
Ortsrabbiner der Siedlung "Ateret" |
Ein großes Unglück trifft das Volk vor seinem Eintritt in
das
Land Israel. Das Land, schon so nahe, rückt plötzlich wieder
in
weite Ferne wegen der Weigerung des Königs von Edom, sie
durch sein Land ziehen zu lassen. Aharon der Hohepriester
stirbt auf dem Berge Hor. Und jetzt trifft sie ein weiteres Übel.
Der kana'anitische König von Arad greift Israel an, und es
gelingt ihm sogar, Gefangene zu machen. In dieser Situation
hätte man leicht verzweifeln können und dem nur zu
wohlbekannten Mantra früherer Notlagen verfallen können:
"Laßt uns ein Oberhaupt setzen und nach Ägypten
zurückkehren". Und wer trotz des Erfolges der Kana'aniter noch
nicht aufgegeben hat, wird sicherlich die Einsetzung eines
amtlichen Untersuchungsausschusses verlangen, der die
Gründe für diesen Rückschlag offenlegt und Empfehlungen
für
etwaige personelle Konsequenzen ausspricht. Die Israeliten
jedoch, Gläubige, Nachkommen von Gläubigen, reagieren auf
eine ganz andere Weise: "Da tat Israel ein Gelübde dem
Ewigen und sprach: Wenn du dieses Volk in meine Hand gibst,
so will ich ihre Städte bannen" (Num. 21,2).
Das erste Grundprinzip unserer Vorväter lautete: Diese Welt ist
nicht sich selbst überlassen. In ihr verbirgt sich der Herr der
Welt. Wenn uns ein Unheil befällt, so hat es seinen ersten
Ursprung nicht in Irrtümern der Führung und nicht in
Fehleinschätzungen des Militärs, sondern bei dem, der durch
seinen Spruch die Welt schuf. "Ich, der Ewige vollführe alles;
ausgespannt' ich die Himmel allein, dehnte die Erde aus meiner
Macht. Er macht die Zeichen der Lügenredner zunichte, und die
Wahrsager zu Narren. Er heißt die Weisen zurücktreten, und
ihre Einsicht betört er" (Jeschajahu 44,24-25). Darum müssen
wir uns zuerst an ihn wenden. Genau das bringt das Gelübde
(neder) zum Ausdruck.
An vorderster Stelle der "Gelobenden" steht unser Vorvater
Jakov: "Und Jakov tat ein Gelübde und sprach..." (Gen. 28,20)
-
"sprach zu den kommenden Generationen, daß sie zur Zeit ihrer
Not Gelübde ablegen" (Midrasch raba). Die Gelübde Israels
lassen sich also auf diese Quelle zurückführen; "Da tat Israel
ein Gelübde" - "der Vorvater Israel [=Jakov]" (ebda.).
Ein Gelübde wirkt nicht wie ein Amulett, das vor Unheil
bewahren soll. Es soll auch kein Geschenk oder
Bestechungsgeld sein, mit dem wir G~tt überreden, uns vor
unseren Feinden zu erretten. Vielleicht irrte in diesem Punkt
Jiftach, als er gelobte: "Wenn du die Söhne Ammon in meine
Hand gibst, so soll dasjenige, was herauskommt aus den Türen
meines Hauses mir entgegen.. dem Ewigen gehören, und ich
will es als Ganzopfer darbringen" (Richter, 11,30-31), denn die
Angelegenheit endete in Tränen, als ihm ausgerechnet seine
Tochter bei seiner Rückkehr als Erste entgegenkam. Wir
müssen uns fragen, welche Besserung G~tt von uns erwartet,
um uns aus der Not zu retten? So schrieb Rabbi Jehuda
Hachassid: "Wer in einer Notlage steckt... gehe zu einem
Weisen... und der Weise wird ihm einen angemessenen Rat
erteilen: Daß er ein Gelübde ablege, das er erfüllen
kann, und
das Gelübde sollte der Notlage entsprechen... und wenn er in
seiner Not ein Gelübde ablegt, tue er das nicht wie die
Emoriter... sondern folge dem himmlischen Willen... passend
zur Notlage. Er stelle sich vor, vielleicht wurde er nur deswegen
in diese Notlage gebracht, damit er ein dementsprechendes
Gelübde aufsichnehme" (Sefer Chassidim).
So ein Gelübde legten die Israeliten ab. Sie stehen vor dem
Eintritt ins Land, das zwei Gesichter zeigt. Das eine - ein Land
von Milch und Honig, und das andere - das Land G~ttes. Um
diesen göttlichen und prinzipiellen Status der Erbschaft des
Landes hervorzuheben, mußten sie sämtliche Beute der ersten
Städte, die in ihre Hände fielen, dem Ewigen widmen.
"Denn jedes der 613 Gebote, das der Mensch nur in Erfüllung
des himmlischen Willens ausführt... - schwingt sich in die
Höhen, und so eine Pflichterfüllung zieht eine andere
Pflichterfüllung nach sich... und dazu gebe ich folgende
Deutung:... darum bannten sie die Städte der Götzendiener
und
ihre Beute... denn ihre Absicht war es, nur in Erfüllung des
himmlischen Willens zu kämpfen" (Tiferet Schlomo).
Das Gelübde gibt demnach der Anstrengung, aus der Notlage
loszukommen, eine weit tiefere Bedeutung. Nicht nur, daß es
der Erkenntnis Ausdruck gibt, alles sei in den Händen G~ttes
und von den Händen G~ttes, es spiegelt auch den Versuch
wider, den durch diese Notlage übermittelten göttlichen
Ausspruch zu verstehen und bringt den Menschen dazu, die
Konsequenz zu ziehen und von jetzt an nach seinem
Verständnis dieser göttlichen Anleitung zu handeln.
In diesem Sinne läßt sich eine neue Idee verstehen, die dieser
Tage den Lehrhäusern des Katif-Gebietes entsprang, auf den
Spuren von Vorvater Israel zu wandeln und G~tt ein Gelübde
abzulegen (wegen der Strenge dieser Verpflichtung ziehen wir
allerdings vor, diese durch den Ausspruch "bli neder"
abzuschwächen). Sie verstehen, daß in dem grausamen Dekret
der "Abkoppelung" [Übergabe des Katif-Gebietes an die
Palästinenser nach Vertreibung der jüdischen Bewohner] eine
an alle gerichtete Aufforderung nach verstärkter
Verbindungsaufnahme mit dem übrigen Volke in allen seinen
verschiedenen Teilen verborgen liegt, jeder auf seine Weise,
wie es seiner Persönlichkeit entspricht, sei es durch persönliche
Begegnungen, durch Mildtätigkeit oder auf sonstigen Wegen,
bis an uns "Und der Ewige hörte auf die Stimme Israels" (Num.
21,3) in Erfüllung geht. Darum ist jeder nicht nur dazu
aufgefordert, "zu glauben und zu säen" [siehe Artikel "Viel Geld
für Gusch-Katif", Nr. 515], sondern auch "zu geloben und zu
vereinigen".
HaRav
Ari'el
Werd' ich zum
Augenblicke sagen... (II)
Rav Jakov Ari'el
Stadtrabbiner von
Ramat Gan und Kandidat zum israelischen Oberrabbinat |
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[Fortsetzung von Nr.
518] Der weltliche (nichtreligiöse)
Zionismus löste sich von der Verwurzelung in der
Vergangenheit und verwischte die Zukunftsvision des
Judentums. Zwar führte man Verse aus der Bibel im Munde und
zitierte Abschnitte aus dem Talmud und anderen Quellen, doch
identifizierte man sich nicht vollständig mit unserer großen
Vergangenheit und unserer noch größeren Zukunft. Die zweite
und dritte Generation schränkten ihre Beziehung zu
Vergangenheit und Zukunft immer weiter ein bis zur
vollständigen Vorherrschaft allein der Gegenwart.
Zu diesem Zeitpunkt allerdings begannen die Religiösen, sich
der Gegenwart anzunehmen. Die Träger der gehäkelten
Käppchen [ein Symbol national-religiöser Einstellung] mit
ihrer
toratreuen Erziehung und unter Einwirkung ihrer Rabbiner
erhoben das Banner der Besiedlung aller Weiten des Landes
Israel, und ließen es mit großem Eifer und Begeisterung
wehen.
Sie begnügten sich nicht mit einem Anlehnen an die
Vergangenheit und passivem Ausblick auf die Zukunft, sondern
begannen die Visionen an Ort und Stelle in die Tat umzusetzen,
hier und jetzt.
So wurden auch wir sozusagen zu "Jüngern der Gegenwart".
Allerdings unterscheidet sich unser "Hier und Jetzt" ganz
wesentlich von dem, was die Straßenkultur darunter versteht.
Es bildet nämlich einen organischen Bestandteil von
Vergangenheit und Zukunft. Unser "Hier und Jetzt" bedeutet
Mittel, aber nicht Zweck. Wir möchten mithilfe unserer Taten in
der Gegenwart alle unsere Ziele erreichen, jene, die unseren
Vorvätern in der Vergangenheit versprochen wurden, und jene,
die von unseren Prophten für die Zukunft projiziert wurden.
Wer nicht die innere dialektische Spannung des Gläubigen
kennt, mag irrtümlich den Eifer und die Begeisterung, mit der
der gläubige Mensch seine Ideen in die Tat umzusetzen
versucht, als rein gegenwartsbezogen interpretieren, und was
sich nicht hier und heute erreichen läßt, auch in der Zukunft
nicht erreicht werden kann. Wer die Dinge so sieht, überträgt
die Einstellung der Straßenkultur des Augenblickes auf die
Gegenwartsbezogenheit des Glaubens, die sich allerdings
ihrem ganzen Wesen nach von ihr unterscheidet.
"Der Gläubige überstürzt nichts" - lehrte uns unser Meister
Rabbiner Zwi Jehuda Kuk. Der wahre Gläubige übereilt nicht
seine Ideen und deren Umsetzung in der Gegnwart, getrieben
von der Befürchtung: "Wenn nicht jetzt, dann war alles
umsonst". Im Gegenteil, er glaubt, daß die vollständige
Verwirklichung der Dinge nur von G~ttes Willen abhängt, und
nicht alles nur von ihm selber. Wer glaubt, alles hänge nur von
ihm selber ab, gehört nicht zu den Gläubigen, sondern zu
den
Widerspenstigen! Andererseits sieht sich der Gläubige als
Gesandter der Vorsehung, der das Maximum unter den
gegebenen Bedingungen leisten muß, und es ist ihm verboten,
von seiner göttlichen Mission abzulassen.
Der Gläubige drückt sich nicht vor objektiven oder äußerlichen
Sachzwängen. Sein Glaube daran, daß alle göttlichen
Pläne
Wirklichkeit werden müssen - teils heute, teils in der ferneren
Zukunft - bewirkt, daß er zu einem Idealisten mit erhöhter
Motivation wird. Von ganz alleine werden die äußeren
Umstände für ihn weniger bedeutend gegenüber der Stärke
seines Glaubens in die Pflicht der Verwirklichung der göttlichen
Ideen.
Der Idealist ist auch ein Realist. Er ist weder blind noch blöde.
Vielmehr sieht er alles zwangsläufig von einer höheren Ebene.
Von seinem hohen Blickpunkt aus sehen Dinge, die von unten
betrachtet hoch erscheinen, für ihn viel niedriger aus. Seine
Begeisterung blendet nicht seine Augen, nicht mehr die
objektive Wirklichkeit zu sehen, und er verliert nicht die Klarheit
seines Denkens. Junge Menschen, die noch nicht ausgelernt
haben, die sich dem großen Lager der Gläubigen anschließen,
bedienen sich vielleicht einer etwas extremeren
Ausdrucksweise und neigen auch eher zu leichtsinnigen Taten,
doch sind nicht sie es, die uns den wahren Glauben und die
vollkommene Tora lehren.
Zu unserem Leidwesen entstand in der öffentlichen Meinung ein
Zerrbild des Glaubens. Die Massenmedien konzentrieren sich
auf Randgruppen und spektakuläre Vorkommnisse, dazu
kommentieren sie Glaubensangelegenheiten entsprechend ihrer
Voreingenommenheit. Man muß von diesen Erscheinungen
lernen und die Glaubensfragen auf ihre verläßlichen Quellen
zurückführen. Glauben führt zu Begeisterung, doch nicht
jede
Begeisterung bedeutet wirklichen Glauben. Glauben führt zu
Idealismus, doch nicht jedes Ignorieren von objektiven
Sachzwängen ist mit Glauben gleichzusetzen. Der Glauben will
auch in der Gegenwart in die Tat umgesetzt werden, doch darf
er dabei nicht die Hoffnung auf zukünftige Generationen
verlieren: "alle Tage deines Lebens, dies schließt die
messianischen Tage ein" (Brachot 12b). In tiefem Glauben und
mit gesundem Menschenverstand sind wir der Überzeugung,
daß nur die Stärkung des Volkes Israel in seinem Lande,
durch
dessen Besiedlung, das Schlagen von Wurzeln und durch
felsenfestes Bestehen auf seine wahren Rechte die
vollkommene Erlösung - bald - herbeigeführt wird.
Kommentare von Rabbiner
Schlomo Aviner zu aktuellen Themen auf hebräisch im Internet
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