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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN
IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT BESCHALLACH
Nr. 496
12. Schwat 5765
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 2) 6519 780
e-mail: kimizion@012.net.il
separate Homepage:
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-Archiv der
"Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag'
den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese
Woche in der Tora (Ex. 13,17 - 17,16):
Ägypter
verfolgen die Kinder Israels nach dem Auszug;
Spaltung
des Schilfmeeres; Übergang der Israeliten, Untergang
der
Ägypter; 2 Lobgesänge; erste Beschwerden; Man
("Manna");
freitags doppelte Menge, reicht auch für Schabbat;
wiederum
Zank um Trinkwasser; Moscheh schlägt den Felsen;
Überfall
der Amalekiter; Gebot, Amalek in allen Generationen zu
bekämpfen.
| Am
Schabbes-Tisch...
Von links und
von rechts
Rav Iti'el Ari'el
Gemeinderabbiner in Bet Schemesch |
Bei der detaillierten Schilderung der Teilung des Schilfmeeres
betont die Tora besonders die Trennung der Fluten und ihre
beidseitige Aufstellung, ja wiederholt sogar den Vers "und das
Wasser war ihnen eine Mauer zu ihrer Rechten und zu ihrer
Linken" (Ex. 14, 22+29). Es leuchtet ein, daß die doppelte
Erwähnung und besondere Betonung nicht nur dem Wunder
vom Einfrieren und Aufstellen der Wassermassen auf beiden
Seiten einer trockenen Passage gelten, sondern hauptsächlich
einer Lehre für spätere Generationen.
Die talmudischen Weisen schilderten ausführlich das Gefühl
der
Bedrängnis, das der Teilung des Schilfmeeres voranging, als
die Kinder Israels vor sich das Meer und hinter sich die
anrückenden Ägypter sahen und sich etwa wie zwischen
Hammer und Amboß fühlten. "In jener Stunde standen sie und
wußten nicht, was zu tun, das Meer versperrte den Weg, und
der Hasser verfolgte sie, und wilde Tiere von der Wüste"
(Midrasch Schemot rabba, §21). Der Tossafotkommentar
(Ta'anit 16b) verstärkt noch das Gefühl der Verzweiflung
und
der Ausweglosigkeit in jener Stunde, und überhaupt im Zeitalter
des Auszugs aus Ägypten. Seiner Ansicht nach bietet dieses
Gefühl den Rahmen für das Gebet "Wer unsere Väter am
Schilfmeer erhörte, wird uns erhören... und das Vergessene
erinnern", weil diese Errettung erst eintrat, als die Kinder Israel
die Hoffnung gänzlich aufgegeben hatten. Darum halten wir für
alle Generationen fest, wie G~tt ihr verzweifeltes Flehen
erhörte, und das Maß der Erinnerung, das vor dem Thron seiner
Ehre aufgerüttelt wurde und "er das Vergessene erinnert", um
sie zu erlösen.
In diesem Lichte bilden die gewaltigen Wassermauern, die sich
rechts und links von ihnen auftürmten, eine Art Fortsetzung des
Beengungsgefühls und Überbrückung vom Höhepunkt
der Not
zum Höhepunkt der Erlösung, und hinterließ selbst dann
im
Volke Israel einen Hauch von einzwängender Bedrängnis. Wo
wir erwartet hätten, das Wunder als Auszug von der Bedrängnis
in die Weite im Sinne von "Aus der Enge rief ich zum Ewigen, er
führte mich in die Weite" (Psalm 118,5) zu sehen, erfahren wir
eine "Enttäuschung" in der Erscheinung des trockenen Pfades
zwischen den gewaltigen Wassermauern, bis daß die Juden
sogar vor einem Vorangehen zurückschreckten (siehe "Sprüche
der Väter" nach Rabbi Nathan, §33). Der hautenge Schutz,
den
die riesige Wassermauer den Israeliten bot, wurde in ihren
Augen auch als Bedrohung aufgefaßt, und darum sagten sie:
"Wir können nicht zwischen diesen Mauern hindurchgehen..."
(ebda.) aus Furcht, sie könnten über ihnen zusammenstürzen
(wie es auch beinahe geschah, als das Götzenbild von Micha
dort durchkam).
In Wirklichkeit aber verstärkt dieses Gefühl der
Hoffnungslosigkeit bloß das Wunder und den Kontrast vom
Extrem der Verzweiflung und des Verlorenseins gegenüber dem
Extrem himmlischer Errettung. Die absolute Abhängigkeit der
die Pfade zwischen den Wassermassen Durchschreitenden von
ihrem himmlischen Vater beließ nicht den geringsten Zweifel bei
den Teilhabern dieses Wunders, ob sie das Wunder nun
zugeben wollten oder auch nicht. Solche Momente kommen nur
sehr selten in der Geschichte einer Nation vor, in denen die
Hand G~ttes so deutlich in Erscheinung tritt, daß überhaupt
kein
Raum für irgendwelche Fragen oder Unsicherheit über die
Richtigkeit des Weges bestehen. Zu jener Stunde, als ein jeder
seinen Finger erhob und sagte: "Dieser ist mein G~tt, ich will ihn
verherrlichen" (Ex. 15,2), gab es nur einen einzigen Weg,
dessen Seitengrenzen eindeutigst durch G~tt selber
vorgegeben waren. Dieser Weg eröffnete sich mitten in
dunkelster Nacht und erhellte sie, doch sollte er zudem ein
klares Ziel eröffnen, das auch den weiteren Generationen Licht
spendet, wenn sie von der Finsternis überwältigt werden und
Unklarheit über den weiteren Weg herrscht, "du bringst sie und
pflanzt sie ein auf dem Berge deines Eigentums" (Ex. 15,17;
tägl. Morgengebet).
Dieses Thema kommt auch im weiteren Verlauf des
Wochenabschnitts zum Ausdruck, und zwar beim Man
("Manna"), das auch von beiden Seiten, von oben und von
unten, von Wasser umgeben war (Tau), wie in einem
Umschlag. Diese doppelte Verpackung soll das Wesen des Man
als Brot vom Himmel verdeutlichen in Verneinung der
abwegigen, wenn auch verbreiteten Auffassung von der
Bedeutung des Brotes im Leben des Menschen - "nicht durch
das Brot allein lebt der Mensch" (Dt. 8,3). Nur auf der
zweifachen Grundlage der Umfassung eines göttlichen
Wunders von rechts und links, von oben und unten kann zu
vollkommener Gewißheit und absoluter Annahme der Tora
erzogen werden, und darum wurde die Tora gerade denen
gegeben, die das Man gekostet hatten.
| HaRav
Aviner
Ein wahrer Pädagoge!
Ein Brief an Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa
von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt |
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Sehr geehrter Herr Rabbiner Aviner,
In diesen Tagen finden die Aufnahmeprüfungen für das nächste
Schuljahr in den Jeschiwot und den Mädchenseminaren statt
[für die 9. Klasse]. Dazu möchten wir Ihnen gerne unsere
Geschichte erzählen.
In einer Ausgabe der "Betrachtungen zum Wochenabschnitt"
[Tezawe 5762 Nr. 344] veröffentlichten Sie einen Artikel mit
dem Titel "Elitäre Erziehung". Dort antworteten Sie auf die
Anfrage einer Mutter, die von ihren Schwierigkeiten berichtete,
ihren Sohn auf einer Mittelstufen-Jeschiwa unterzubringen, über
die Laufereien, die Suche und die Ablehnungen wegen der
mittelmäßigen Zensuren ihres Sohnes in Mathematik und
Talmud.
Mit ihrer Antwort an diese Mutter ermutigten Sie uns ganz
besonders, weil wir genau denselben Problemen begegnen.
Unser Sohn, der seinerzeit die Unterstufe beendet hatte und
nun in die Mittelstufe aufsteigen sollte, machte die Prüfungen
an
vier Jeschiwot in der Umgebung Jerusalems.
Da er unter Lernschwierigkeiten leidet und all die Jahre
behandelt wurde, erhielt er Stützung sowohl vom Elternhaus als
auch von der Schule, und wir haben ihm mit allen Mitteln
geholfen, die uns zur Verfügung standen. Es ist ein großartiger
Junge aus ihm geworden, voller Bescheidenheit, Höflichkeit und
Himmelsfurcht, was in seinen Zeugnissen immer mit
besonderen Auszeichnungen honoriert wurde. In den
Lernfächern allerdings galt er nur als mittelmäßig
und darunter,
trotz hoher Motivation.
Wie nun die Zeit des Übergangs auf eine Mittelstufen-Jeschiwa
näherrückte, zogen wir von Jeschiwa zu Jeschiwa, von Prüfung
zu Prüfung, und von allen besagten Jeschiwot erhielten wir
Absagen.
Ich kann Ihnen gar nicht die Scham und die Traurigkeit
beschreiben, die wir fühlten, nicht etwa wegen unseres Sohnes,
um Himmels willen, sondern wegen eines Schulsystems von
Jeschiwot, das vorgibt, einen hohen Standard von Ethik, guten
Charaktereigenschaften und Himmelsfurcht für sich gepachtet
zu haben. Auf welche Kriterien konzentrieren sie sich dazu, auf
die Zensuren in Englisch und Mathematik?!
Und so standen wir da mit leeren Händen, ohne von einer
einzigen Jeschiwa angenommen worden zu sein, und das eine
Woche vor Beginn des Schuljahres (unserem Sohn sagten wir
nichts von den Ablehnungen, um seine Gefühle nicht zu
verletzen).
Und dann, ganz plötzlich, rief die Sekretärin der Jeschiwa
bei
uns an, an der unser Sohn derzeit lernte, und teilte uns mit, daß
wegen einer Änderung in den Leitlinien der Jeschiwa auf
Veranlassung des für die spirituelle Ausrichtung zuständigen
Rabbiners entschieden wurde, auch mittelmäßigen Schülern,
deren Verhalten ansonsten einwandfrei sei, ein Weiterlernen an
der Jeschiwa zu ermöglichen. Entsprechend würde unser Sohn
für das kommende Schuljahr angenommen werden.
Heute lernt unser Sohn an der Jeschiwa in Kochaw Haschachar
in der 11. Klasse, und dank der Unterstützung, der Geduld und
der besonderen pädagogischen Methode der Jeschiwa zeitigen
seine Bemühungen in Richtung Abitur die ersten Erfolge.
Besondere Glücksgefühle allerdings verursachten uns diese
Woche die Worte des Leiters der Jeschiwa. Anläßlich unserer
Begegnung sagte uns der Rabbiner, es gebe an seiner
Jeschiwa einige Schüler, bei denen er das Bedürfnis verspüre,
sich von seinem Platz zu erheben, wenn sie den Lehrsaal
betreten, und einer von ihnen sei unser Sohn. Der Rabbiner bat
uns auch, wenn unser Sohn s.G.w. eines Tage unter der
Chuppa stünde, nicht zu vergessen, ihn einzuladen, damit er an
diesem Ereignis teilhaben könne.
Eine Schlußbemerkung: Was wäre wohl geschehen, wenn er
damals nicht aufgenommen worden wäre? In welchem Loch
wäre er gelandet? Leider gibt es viele gute Kinder, denen das
Lernen schwerfällt, und jene, die nicht von Jeschiwot
angenommen wurden, die sich dann herumtreiben und in
schlechte Gesellschaft geraten. So wie Sie damals in Ihrem
Artikel schrieben: "Dieser Maimonides war von langsamer
Auffassungsgabe, wenig willig zu lernen. Sein Vater prügelte
ihn, bis er die Hoffnung aufgab und ihn 'Sohn des Schlachters'
nannte". Wer weiß, wieviele Maimonidesse heutzutage nicht
von Mittelstufen-Jeschiwot aufgenommen werden. Vielleicht
sollten Sie dieses Thema wieder einmal öffentlich ansprechen,
um die Jeschiwaleiter zu einem Überdenken ihrer
Aufnahmekriterien von Schülern anzuregen.
Hochachtungsvoll
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