DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN
IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT BEMIDBAR
Nr. 515
26. Ijar 5765
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 2) 6519 780
e-mail: kimizion@012.net.il
separate Homepage:
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"Betrachtungen"
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den Rabbi" auf deutsch
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AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese
Woche in der Tora (Lev. 26,3-27,34):
Wohlstand
und Frieden im Lande Israel bei Gebotsbeachtung,
Armut,
Tod und Exil bei Nichtbeachtung; Geldgegenwerte von
dem
Tempel geheiligten Personen und Sachwerten.
| Am
Schabbes-Tisch...
Nicht hingucken
Rav Iti'el Ari'el
Gemeinderabbiner in Bet Schemesch |
Am Ende unseres Wochenabschnittes erfahren wir etwas über
die besondere Bedeckthaltung der Gerätschaften des
Wüstenheiligtums. Die entsprechenden Regeln werden gerade
in der Phase des Übergangs von Lagerung zum Aufbruch
relevant, wenn besondere Vorsicht vor Verwischung der
Grenzen geboten ist.
Das Wüstenheiligtum als Aufenthaltsort der göttlichen Präsenz
verliert in dieser Phase an Heiligkeit, und mit ihr mindert sich die
pedantische Wachsamkeit über die Grenzen zwischen den
Lagern, des Lagers der göttlichen Präsenz, des Lagers der
Leviten und des Lagers der Israeliten, und jeder Jude darf jetzt
ohne Weiteres alle Gebiete beschreiten. Und das, obwohl zu
dieser Stunde die Tempelgeräte immer noch in aller Pracht an
ihrem Ort stehen, und jeder, der dort vielleicht vorbeikommt, zu
verbotener Sichtung der unverhüllten, heiligen Geräte kommen
mag, deren Ansehen selbst ihren Trägern bei Todesstrafe
verboten ist.
In der Tat findet sich in den Schriften Zeugnis über ein großes
Unglück, das sich infolge dieser Sünde ereignete, als nämlich
die Bundeslade aus den Gefilden der Philister auf dem Wege
nach Bet Schemesch zurückkehrte (Schmu'el I, 6.Kap.). Die
natürliche Reaktion der Leute von Bet Schemesch war "und sie
freuten sich bei dem Anblick" (V.13). Am Ende wurden sie
jedoch für dieses Betrachten bestraft - "und er schlug unter die
Leute von Bet Schemesch, weil sie die Lade des Ewigen
angesehen hatten" (V.19), weil dieses Ansehen der Lade des
Ewigen nicht würdig ist. Schon in unserem Wochenabschnitt
warnte die Tora vor diesem Hinschauen, selbst auf beiläufige
Weise, "daß sie nicht hineingehen um zu schauen, wie man das
Heiligtum verhüllt, und sterben" (Num. 4,20), d.h. wenn die
Tempelgeräte für die Weiterreise verpackt werden. Darum
wurden die Kohanim (Priester) ermahnt, die Geräte sorgfältig
zu
bedecken, bevor sie in die Hände der (levitischen) Träger
gelangen und besonders darauf zu achten, daß jene Leviten
nicht schon kommen, wenn die Geräte in ihre Hülle gegeben
werden, vielleicht würden sie etwas sehen und todesschuldig
werden.
Dieses Verbot und seine schwere Strafe drängen uns zu
eingehender Vertiefung in den Begriff "Die Ehre G~ttes ist, die
Dinge verbergen" (Sprüche 25,2), der Grundlage für
verschiedene Regeln der Verdeckthaltung von Dingen, die den
Kern des Heiligen betreffen, deren Sinn in der Verhinderung der
Entweihung durch achtlose Blicke liegt durch jene, die dessen
nicht würdig sind oder sich nicht ausreichend heiligten. Wollen
wir einen weiteren Gesichtspunkt dieses Vebotes erwähnen,
nach dem Kommentar von Rabbiner Naftali Z.J. Berlin aus
Woloschin.
In seinem Buch "Ha'emek Dawar" wies er auf einen Unterschied
bei der Bedeckung der Bundeslade und der übrigen Geräte hin.
Während alle Dienstgeräte des Heiligtums zuerst in blaues
Tchelet-Tuch gehüllt und erst dann mit einem Tachaschfell
bedeckt werden, verhält es sich bei der Bundeslade umgekehrt:
zuunterst das Tachaschfell, und dann das Tchelet-Tuch
darüber. Nach seiner Deutung dient das Tachaschfell dem
natürlichen Schutz, und das Tchelet-Tuch soll den
übernatürlichen Wert und Schutz symbolisieren, die wir den
Geräten beimessen, und darin unterscheidet sich die
Bundeslade von allen anderen Geräten.
Die Tempelgeräte stehen für menschliche Bemühung auf
verschiedenen Gebieten, wobei ihr Schutz dem Menschen
obliegt, und nur mit "Hilfe von oben" läßt sich ihr göttlicher
Wert
aufzeigen. Demgegenüber symbolisiert die Bundeslade ihrem
Wesen nach die übernatürliche Führung des jüdischen
Volkes,
die Bundeslade trägt ihre Träger. Lediglich zur Herstellung
eines
menschenmöglichen Kontaktes zwischen ihr selbst und den sie
Umgebenden haftet ihr etwas von der natürlichen
Gesetzmäßigkeit an und erweckt rein äußerlich
den Eindruck,
als werde sie von Menschen getragen.
In diesem Sinne läßt sich auch das Verbot des Ansehens der
Tempelgeräte erklären. Das menschliche Sehen beruht auf dem
entsprechenden Sinn: "denn der Mensch sieht nach den Augen"
(Schmu'el I, 16,7), und ohne die passende Bedeckung läuft der
Mensch Gefahr, ihnen eine rein materialistische Bedeutung
beizumessen. Daraus folgt, daß die Bedeckung der Geräte
nicht
der Verhinderung des Ansehens dienen soll, sondern im
Gegenteil zu ihrer richtigen Betrachtungsweise anregen will, die
ihnen ihren wahren, spirituellen Wert beimißt.
In dieser Zeit, da die materialistische Betrachtungsweise in der
Welt vorherrscht und sich gegen jeden Gedanken der Existenz
von inneren spirituellen Werten auflehnt, müssen wir unsere
Sicht des Glaubens stärken - "kostet und sehet, daß gütig
der
Ewige ist" (Psalm 34,9).
| HaRav
Aviner
Viel Geld für
Gusch Katif
Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa
von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt |
 |
Alle Achtung für die Leute von Gusch Katif, die an vorderster
Front unseres Kampfes stehen. Sicher sind Sie auf sie neidisch
und sagen sich: Wann wird es auch mir vergönnt sein, in der
vordersten Linie dabeizusein, doch was soll ich machen, ich
kann nun mal nicht dorthin umziehen. - Da haben wir eine gute
Nachricht für Sie! Ab sofort gibt es eine Möglichkeit: Schicken
Sie Geld.
Sie müssen nämlich wissen, wenn die Landwirtschaft keine
Kredite erhält, kann sie nicht arbeiten, und darauf ist der
gegenwärtige unmoralische Vertreibungsplan ausgelegt: auf die
Austrocknung der Kreditlinien. So gerieten Kleinunternehmer
bereits an die Grenze des Existenzminimums. Der Landwirt
steht von allen Seiten unter Druck, und wenn er nicht standhält,
bricht der ganze Gusch zusammen, dann bricht per
Dominoeffekt alles zusammen. Wenn der Landwirt in Gusch
Katif aber ein normales und gesundes Leben führen kann,
bringt das dem ganzen Gebiet Lebenskraft und Stärke.
Darum die große Bitte an Sie, dem Ruf des weisen und heiligen
Rabbiners von Gusch Katif zu folgen, Rabbiner Jiga'el
Kamenetzki - schicken Sie Geld! Jede Familie 1000 Schekel
(200 Euro) an folgende Anschrift:
Keren Ma'amin Vesorea
Ganei Tal
IL-79792 D.N. Chof Aza
Israel
(Quittung wir von israelischer Einkommenssteuer anerkannt).
Sind Sie reich, schicken Sie mehr, sind Sie arm, weniger.
Schicken Sie das Geld als bedingte Anleihe: Wenn mit G~ttes
Hilfe alles gutgeht, erhalten Sie das Geld zurück (siehe auch
"Betrachtungen" Nr. 469 "Der neue KKL"). Schnell, schnell!
Eilig! Dringend!
Sicher werden Sie wissen wollen, woher Sie das Geld am
besten nehmen? Sparen Sie unnütze und überflüssige
Ausgaben ein. Begnügen Sie sich mit einfachen Dingen.
Was für eine wunderbare Sache, das Geld! Man kann damit
viele gute Dinge tun. "Gelobt seist Du, Ewiger unser G~tt, der
alle möglichen Arten Geld hervorbringt"... Schicken Sie Geld,
sind Sie beteiligt - und Sie sind dort!
Vielleicht glauben Sie, weil dort Geld fehlt, will G~tt von Ihnen,
daß Sie Geld schicken. Umgekehrt! Weil G~tt möchte, daß
Sie
daran beteiligt sind, schuf er die Möglichkeit des Mangels (siehe
Rabbi Meir, Baba batra 10a).
Wurde Rabbi Jehuda Halevi (Autor des "Kusari") einst gefragt:
Wann kommt die Erlösung? Darauf antwortete er: Wenn sich
die Juden mit vollkommener Sehnsucht (Kossef) nach
Jerusalem sehnen (jikassfu). Kossef abgeleitet von Kissufim
(Sehnsüchte; außerdem Anspielung auf den gleichnamigen
Grenzübergang zu Gusch Katif), aber auch von Kessef (Silber,
Geld). Na klar: Bei wem Kossef besteht, der gibt auch Kessef.
Durch alle Generationen bis auf den heutigen Tag gaben Juden
ihr Vermögen für Zion. Neueinwanderer verlieren viel Geld,
Siedler verzichten auf Einkommen, Reservedienstleistende
verpassen Geschäftsmöglichkeiten. 1000 Schekel sind gar
nichts im Vergleich zu dem, was die Bewohner von Gusch Katif
opfern und sich gefährden. Sie bleiben doch nicht dort wegen
egoistischer Motive, wegen ihres Geldes und ihrer Häuser,
sondern opfern sich und ihr Geld als Gesandte der
Allgemeinheit, und dazu muß die Allgemeinheit hinter ihnen
stehen - jeder mit 1000 Schekel.
Bekanntlich wird das Land Israel nur durch Opferbereitschaft
gewonnen, und Opferbereitschaft schließt Geldopfer ein. Die
talmudischen Weisen fragten: Wann geschehen Wunder? Und
antworteten: Wenn Opferbereitschaft besteht, und brachten als
Beispiel gerade die Bereitschaft zum Einsatz des eigenen
Geldes (Brachot 20a): "Und du sollst lieben den Ewigen deinen
G~tt mit deinem ganzen Herzen... und mit deinem ganzen
Vermögen" (Dt. 6,5). Sagten die Rabbiner der Mussar-
Bewegung: Ebenso wie man das Gebot der Liebe zu G~tt mit
seinem ganzen Herzen erfüllen soll, indem sie das ganze Herz
ausfüllt, so ist die Liebe zu G~tt auch mit seinem ganzen
Vermögen zu erfüllen.
Wenn Ihr Vermögen dort ist, dann sind Sie dort. Sagte Rabbiner
Zadok Hakohen aus Lublin: Der Mensch und sein Eigentum
stehen in einem wesenshaften Verhältnis miteinander (Zidkat
Hazadik 197 u.a.). Der MaHaRaL ("hohe Rabbi Löw") aus Prag
schrieb, das Vermögen eines Menschen gelte als Teil von ihm,
so wie die talmudischen Weisen viele Male erwähnten, wer
seinem Nächsten auch nur den Gegenwert einer Pruta (kleine
Münze) raube, gelte, als habe er dessen Seele genommen;
ferner sei den Gerechten ihr Vermögen wichtiger als ihr Körper
(Netiwot Olam).
***
Wenden wir uns nun einem anderen, aber verwandten Thema
zu:
Schlagen Sie keinen Profit aus der Vertreibung von Juden. Ich
möchte Ihnen an dieser Stelle mitteilen, daß Verwandte und
Freunde von mir in Gusch Katif und dem nördlichen Schomron
leben [aus diesen Gebieten ist die Vertreibung der jüdischen
Bevölkerung geplant], und wenn Ihnen ein menschliches Herz
fehlt und Sie vorhaben, mit der Vertreibung von Leuten aus
Teilen unseres Landes und ihre Umwandlung in Flüchtlinge
Geld zu verdienen - dann können wir selbstverständlich nicht
mehr bei Ihnen kaufen oder Ihre Dienste inanspruchnehmen.
Ich habe dabei jede zivile Organisation im Sinn, die sich auf
diese unmoralische Weise bereichern will, z.B. Lkw's, Läden,
Autobusse, Baugeräte, Kräne, Bagger, Umzugsfirmen,
Verpackung, Catering usw. Schließlich sind wir ein freiheitliches
Land, und ich bin ein freier Mensch, und niemand kann mich
zwingen zu kaufen, wo ich nicht kaufen will. Und wenn mich
etwa doch jemand dazu zwingen will, und wenn auch nur mit
Worten, dann handelt derjenige nicht moralisch.
Ich bitte Sie, machen Sie keine zwielichtigen Geschäfte, die
keinen Segen bringen! Und wenn Sie nicht bei der Vertreibung
meiner Brüder mitmachen, werde ich gerne bekanntmachen,
gerade bei Ihnen zu kaufen. Und vergessen auch Sie nicht,
1000 Schekel an Gusch Katif zu schicken.
***
Mischeberach:
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