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DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN
IN ISRAEL
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Anschrift: Sderot Hame'iri 2, Kirjat Mosche
IL - 91032 Jerusalem ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT BERESCHIT
Nr. 481
24. Tischri 5765
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 2) 6519 780
e-mail: kimizion@012.net.il
separate Homepage:
www.kimizion.org
-Archiv der
"Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag'
den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Gen. 1,1-6,8):
Schöpfung, Adam und Chawa, Schlange,
Vertreibung aus dem
Garten Eden, Kain und Hewel, die Generationen
bis Noach,
Planung der Sintflut.
Der
Stand der Dinge...
Israel - das
Herz der Nationen
Rav Dov Begon
Leiter von MACHON MEIR |
Herz (Lev) der Tora, Herz der Schöpfung, Herz der Menschheit,
das ist das Volk Israel. Die Tora gibt dazu einen deutlichen
Hinweis: Sie beginnt mit "Bereschit...",
"Am Anfang..", und
endet mit "vor den Augen von ganz Israel";
zwischen diesen
beiden Worten, Bereschit und Israel, spielt sich die
ganze Tora
ab. Sehen wir uns nun den ersten und den letzten Buchstaben
der Tora an: Bet und Lamed, zusammengelesen Lev,
eine
Andeutung der Eigenschaft Israels als Herz, als Herz der Tora,
als Herz der Menschheit, als Herz der gesamten Schöpfung,
nach dem Raschikommentar zur Stelle ("Am Anfang schuf..."):
"Dieser Vers sagt, erkläre mich so, wie ihn unsere Lehrer erklärt
haben (Bereschit rabba), um der Tora willen, die das Erste
Seines Weges genannt wird (Sprüche 8,22), und um Israels
willen, das das Erste Seines Ertrages genannt wird (Jirmijahu
2,3)", und die Tora und Israel sind Eins, in den Worten der
talmudischen Weisen: "Der Heilige, gelobt sei er, die Schrift und
Israel - alles Ein".
Die Frage nach dem Sinn der Schöpfung der Welt, wozu schuf
G~tt diese Welt, lernen wir vom Anfang der Tora - G~tt schuf
die Welt für Israel, über die, und nur über die sich
das Königtum
G~ttes in der Welt offenbart, offenbart sich der gute göttliche
Wille, und offenbart sich seine Würde auf der Erde. "Sein Reich
herrscht über alles" (Psalm 103,19), und "voll ist die ganze Erde
seiner Herrlichkeit" (Jeschajahu 6,3).
Die Offenbarung göttlichen Überflusses in der Welt hängt
von
der Wiedererstehung des Volkes Israel im Lande Israel ab, wie
bereits unserem Vorvater Awraham bedeutet wurde, dem Vater
der Nation und dem Vorbild der Menschheit: "Gehe in das Land,
das ich dir zeigen werde, und dort mache ich dich zu einem
großen Volke" (Gen. 12,1-2). Dort wirst du zum Segen sein, und
von dort werden gesegnet alle Geschlechter des Erdbodens
(V.3) - wenn das Volk Israel der Welt mit seiner guten Seele das
Licht von Liebe und Glauben leuchtet.
Nach dem Stand der Dinge können wir über unseren Anteil
glücklich sein, daß es uns vergönnt ist, im Zeitalter
der
Wiedererstehung des jüdischen Volkes im Lande Israel zu
leben. Es zeigt sich schon jetzt, und wird in Zukunft immer
deutlicher werden, wie Israel wirklich "das Herz der Nationen" ist
(siehe Kusari II,36). Zwar ist der Weg schwer und gepflastert
mit Kämpfen und Kriegen, von innen und außen, doch am Ende
wird allen der Vorzug Israels klarwerden, und jedem, der Atem
in sich spürt, "wird der Ewige König sein über die ganze
Erde;
an selbigem Tage wird der Ewige einzig sein und sein Name
einzig" (Secharja 14,9).
In Erwartung der vollkommenen Errettung,
Rav Dov Begon
| HaRav
Aviner
Ich will heiraten!
Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa
von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt |
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Ima, Aba, ich will heiraten, mehr noch als ihr selber
wollt, daß
ich heirate. Ich sehne mich nach einem Ehepartner, nach
eigenen Kindern. Darum laßt mich in Ruhe und drängt mich
nicht. Keine Seufzer mehr, "ach, wann wird sie bloß endlich
heiraten". Haltet mir keine Moralpredigten. Streut kein Salz auf
meine Wunden.
Glaubt mir, ich brauche eure Aufforderungen nicht. Die kommen
von ganz alleine: Von einer Hochzeit einer meiner Freundinnen
komme ich immer ganz zerknirscht nachhause, wie mit einem
Messer im Herzen, fix und fertig. Ich schäme mich vor mir
selber, aber - ich bin neidisch. Ich freue mich für meine
Freundin, und gleichzeitig bin ich traurig, hin- und hergerissen
zwischen gegensätzlichen Gefühlen und verwirrt. Ich fühle
mich
wie eine alte Jungfer. Also verursacht mir nicht noch mehr
Schmerz.
Redet mir nicht ein, dieser Junge sei gut für mich. Er ist wirklich
ein guter Junge, aber nicht für mich. Ich kann nicht einfach
irgendjemanden heiraten, und dann das ganze Leben im
gleichen Haus verbringen wie zwei Fremde. Wenn ich hinterher
eine Einsame mit Ehemann bin - was nützt mir das?
Macht euch keine Sorgen, ich gehe zu Begegnungen, auch
wenn ich nicht immer Bericht erstatte. Nach jeder fruchtlosen
Begegnung fühle ich mich gebrochen und leer, krank und
schwach. Ich würde am liebsten sagen: Genug! Schluß damit!
Ich will nicht mehr! Dann brauche ich immer ein paar Tage, bis
ich mich wieder etwas erholt habe und seelisch soweit bin, daß
ich wieder ausgehen kann. Und wieder eine Niete, wieder
frustriert. Wirklich, Aba und Ima, manchmal frage ich mich, wo
diese Jungen herkommen, mit denen ich ausgehe, von wo sie
entlaufen sind.
Nein, ich bin nicht wählerisch! Ich bin auch nicht verwöhnt!
Ich
kann nachgeben. Okay, ich werde mein Haar bedecken, okay,
ich werde keine Hosen tragen. Ich habe schon mitbekommen,
daß die religiösen Jungen nach der äußeren Erscheinung
urteilen. In Ordnung, ich habe mich schon damit abgefunden.
Mir ist recht, wenn er Offizier/kein Offizier ist,
Jeschiweschüler/kein Jeschiweschüler, Akademiker/kein
Akademiker, hohe Jeschiwa/kombinierte Jeschiwa, Jeschiwa-
Oberschule/religiöses Gymnasium, ein bißchen
Charedi/überhaupt nicht Charedi, - der gerne möchte, daß
unsere Kinder Offiziere/keine Offiziere werden, in der Jeschiwa
lernen/nicht in der Jeschiwa lernen. OKAY!! Ich bin zu allem
bereit. Fernseher im Haus/kein Fernseher im Haus;
ledig/verwitwet/geschieden. Ich habe schon mitbekommen, daß
verwitwet oder geschieden keine zweite Wahl, sondern eine
Wahl bedeutet. Ich bin auch bereit, einen aus dem gleichen Ort
zu heiraten, aus dem gleichen Stadtteil, sogar einen
Nachbarssohn; ob er nun Hallel am Unabhängigkeitstag betet
oder nicht. Ihr seht, ich bin nicht wählerisch. Ihr seht, ich
verzichte auf unwichtige Dinge aus ganzem Herzen und mit
ruhigem Gewissen. Ich passe mich den Gesetzen von Angebot
und Nachfrage an. Ich mache niemanden von vornherein
schlecht und schließe niemanden von vornherein aus. Okay!
Aber eine kleine Frage wird mir doch wohl erlaubt sein: Darf ich
mein Leben lang glücklich sein - oder auch das nicht?!
Glaubt mir, ich schicke den Jungen nicht zum Kreuzverhör zu
meinem Schuldirektor, als ob er ein Terrorist wäre - bis das
Gegenteil bewiesen wurde.
Bei dieser Gelegenheit richtet doch bitte Oma und Opa aus (und
dem Onkel und der Tante, dem Nachbarn und der Nachbarin,
und allen euren Bekannten usw.), daß sie mich doch bitte in
Ruhe lassen und mich nicht aus dem seelischen Gleichgewicht
bringen. Warum müssen sie alle so grausam sein. Entschuldigt
meine etwas drastische Rede, aber hört bitte endlich auf mit
euren Ratschlägen. Nur weil sie selber glücklich verheiratet
sind, halten sie sich für die größten Experten auf
dem Gebiet.
Ich kenne alle diese Ratschläge in- und auswendig. Ich bin
dadurch schon selber zur Weltmeisterin im Erteilen von
Anleitungen für Ledige geworden und könnte ein Buch darüber
schreiben - das natürlich keiner braucht.
Bitte verschont mich mit Bewertungen, wie z.B. 'ist der Junge
doch gut erhalten, und was ihm vier Zähne fehlen, das gibt doch
seinem Lächeln erst den richtigen Charakter', oder über einen
chronischen und unerweichlichen Schweiger, das sei ein
Zeichen von Tiefgang... Über diese Dinge entscheide ich selber.
Ich soll ihn doch heiraten und nicht ihr. Okay?
Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich euch weh tat. Das war
nicht meine Absicht. Ich schätze sehr euer Interesse und werde
mich an euch wenden. Auch wenn ihr ein Gespräch anfangen
wollt, weiß ich das zu schätzen, aber unter einer Bedingung,
daß ihr vorher fragt, ob ich daran interessiert bin, so wie Tante
Cindy aus Amerika, die vor jedem heiklen Thema fragt: Do you
want to speak about it?
Liebe Ima, ich weiß, wie schwer du es hast und daß du kurz
vor
einem Nervenzusammenbruch stehst. Aber tue das bitte mit
Aba, nicht mit mir. Ich habe mit mir selber alle Hände voll.
Erst vor zwei Tagen hatte ich eine Begegnung mit einem
nervigen Jungen, der mich eine Stunde lang ausfragte, ohne
einmal zu lächeln. Ich weiß nicht, was so einem im Kopf
vorgeht. Das macht mich jedesmal vollkommen fertig, einem
meine ganze Lebensgeschichte zu erzählen. Ich gebe aber
trotzdem nicht auf.
Das ist doch ein Zeichen, daß ich wirklich heiraten und ein Baby
in den Armen halten will. Ihr braucht mir keine Beine zu
machen. Ihr könnt euch auf mich verlassen.
Darum sagt allen, auch den Opas und Omas in der Synagoge,
sie sollen ihre Nasen nicht in mein Privatleben stecken und sich
nicht in meine inneren Angelegenheiten einmischen: "Was ist
denn mit dir? Gehst du mit jemandem aus? Denk daran, wie alt
du bist. Wenn du so weiter machst, sitzt du mit 30 immer noch
auf dem Trockenen". Ich weiß das alles nur zu gut. Ich suche
keinen Engel, und ich bin selber keine Engelin. Aber von
diesem Gerede habe ich langsam die Nase voll.
Übrigens, Ima, ich habe immer deine Weisheit, Einsicht, Wissen
und Intelligenz geschätzt - vielleicht kannst du mir erklären,
wie
es kommt, daß du vor lauter Sorge um mich alle möglichen
"weise Frauen" und Zukunftsdeuter befragst, Talismane
besorgst und sonstigem Hokuspokus nachläufst, in der
Hoffnung, daraus werde meine Erlösung erwachsen. Ima, aber
wirklich! Ima!
Noch etwas: Versuche mir nicht einzureden, man brauche keine
Liebe, Hauptsache ein guter Junge und die Aufzucht der Kinder,
und deswegen sei es ja kein Wunder, daß ich noch nicht
verheiratet bin. Ich erwarte keine stürmischen Liebschaften, ich
erwarte nicht, daß die Fetzen fliegen. Ich kann aber auch nicht
jemanden heiraten, für den ich überhaupt nichts empfinde.
Ohne Liebe und ohne seelische Verbundenheit kann ich auch
keine gute Ima sein.
Genug ist genug! Ihr helft mir überhaupt nicht. Verlaßt euch
auf
mich, ich tue alles, was in meiner Macht steht: Begegnungen,
Schabbatveranstaltungen für Ledige und sonstige Treffen zum
Knüpfen von Bekanntschaften. Wenn ich einen Jungen sehe,
der mir geeignet erscheint, ergreife ich die Initiative, nachdem
mir ein Rabbiner bestätigte, daß dabei kein Mangel von
Sittlichkeit und so ein Vorgehen nur zu empfehlen sei. Ich
komme zu den Begegnungen in ordentlicher Kleidung und nicht
wie eine Schlampe. Ich frage Rabbiner um Rat. Ich brauche
keine Kritik, sondern Ermunterung und Bekräftigung.
Es wird schon klappen, Ima, Aba, ich werde schon noch
heiraten. Ihr werdet meine Hochzeit feiern und meine Kinder in
den Armen halten. Macht euch keine Sorgen.
Weitere Kommentare
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