DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
 
 
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJECHI
Nr. 442
16. Tewet 5764
 

AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 

Diese Woche in der Tora (Gen. 47,28 - 50,26):
Jakov segnet Josef und seine anderen Söhne vor seinem Tode
in Ägypten; der Segen bezeichnet die Charaktereigenschaft
eines jeden der 12 Stämme; großer Trauerzug und Begräbnis in
der Machpela-Höhle; Josef prophezeit, daß G~tt die Kinder
Israels ins Land der Vorväter zurückbringen wird und bittet,
dann seine Gebeine zum Begräbnis dort mitzunehmen.
 
 
Am Schabbes-Tisch...

Ein fruchtbarer Zweig

Rav Asri'el Ari'el
Ortsrabbiner der Siedlung "Ateret"

Wie segnet Jakov seinen ausgewählten Sohn, Josef? Womit
bedenkt er den Sohn, der seinen Brüdern und seiner Umgebung
verhaßt war und am Ende zu Größe gelangte? Womit bedenkt
er uns, die Nachkommen? Die Bedeutung dieser Verse bleibt
rätselhaft, und wir wollen uns der verborgenen Bedeutung
mithilfe der frühen Torakommentatoren nähern.

"Ben porat Josef" (Gen. 49,22) - zwei Bedeutungen hat das
Wort "porat". Es steht dem Ausdruck pirjon, Fruchtbarkeit,
nahe, und auch dem Wort pura, Zweig, wie die Zweige des
Wipfels. Zwei böse Gedanken hegten die Brüder gegen Josef.
Sie wollten sein Wachsen und Blühen verhindern. Heute würde
man sagen: 'Austrocknen', 'Einfrieren' (wie bei den
Siedlungen...). "Und nun, kommet und laßt uns ihn erschlagen...
und wir wollen sehen, was aus seinen Träumen wird" (Gen.
37,20). Dazu sagte Jakov: "Ben porat Josef" - Sohn der
Fruchtbarkeit und der ständigen Vermehrung; "Doch je mehr sie
es bedrückten, so mehrte es sich und so breitete es sich aus"
(Ex. 1,12). Dann hielten sie Josef überhaupt für ein fremdes
Gewächs im israelischen Weinberg, dessen Platz in der
israelischen Gesellschaft nicht anerkannt wird und erst recht
nicht in ihrer Führung. Dazu sagte unser Vorvater Jakov: "Ben
porat Josef", ein Zweig ist er vom Stamme des Hauses Israel,
"denn unser Bruder, unser Fleisch ist er - und die Brüder hörten
darauf" (Gen. 37,27). Josef ist nicht nur so ein Zweig, sondern
gehört zum Wipfel; "Schößlinge" (Forts. Gen. 49,22) jener
Zweige, "schreiten über die Mauer" (ebda.), langsam aber
sicher überwinden sie selbst die höchsten Mauern.

Sein Schicksal wird nicht besser in der Umgebung seiner
Brüder: "Und es kränkten ihn und beschossen ihn und
befehdeten ihn die Pfeilschützen" (Gen. 49,23). Viele
Kränkungen mußte Josef von ihnen einstecken. Außerdem
bewahrheiteten sich an ihm die Worte des Schmerzes des
Propheten Jirmijahu in den Klageliedern (Ejcha 3,12-13): "Es
spannt seinen Bogen und stellt mich hin wie das Ziel für den
Pfeil. Es bringt in meine Nieren seines Köchers Pfeile". In der
Sprache des Propheten steht der "Pfeil" für eine geschleuderte
Beleidigung. "Und sie spannen ihre Zunge, ihren Bogen der
Lüge... Der Freund hüte sich vor dem Freunde, und auf keinen
Bruder verlasset euch, denn jeglicher Bruder hintergeht, und
jeglicher Freund geht als Späher umher... Ein mörderischer Pfeil
ist ihre Zunge, Trug redet Jeglicher, mit seinem Munde redet er
freundlich mit seinem Nächsten, aber in seinem Herzen stellt er
ihm einen Hinterhalt" (Jirmijahu 9,2-7). Die Pfeilschützen sind
demnach die berufsmäßigen Verleumder, die ihn bei jeder sich
bietenden Gelegenheit mit ihrer Verhetzung durchlöchern. "Da
erblickten sie ihn von fern, und bevor er ihnen nahete... Und sie
sprachen Einer zum Andern: Siehe, da kommt der Träumer!"
(Gen. 37,18-19), in dessen Gegenwart "vermochten sie nicht,
mit ihm freundlich zu reden" (Gen. 37,4). In diesem Lichte
bedeutet "varobu" nicht nur "und beschossen ihn" (s.o.), Streit,
sondern klingt auch an "rowe keschet", Bogenschütze. Sie
schossen ihre Pfeile auf ihn ab, Worte, die aus der Ferne
verletzen und es keine Möglichkeit gibt, sich vor ihnen zu
schützen.

Wie sollte Josef darauf reagieren? Welches Beispiel gibt Josef
der Gerechte seinen Söhnen? "Doch blieb in Festigkeit sein
Bogen, und gelenk ihm Arme und Hände" (Gen. 49,24). Josefs
Bogen wird nicht gespannt. Er verbleibt in Festigkeit. "Durch
Rückkehr und Ruhe wird euch geholfen" (Jeschajahu 30,15).
Nicht aus Schwäche schweigt Josef gegen seine Verleumder,
"Doch blieb in Festigkeit sein Bogen". Die Ruhe seines Bogens
erfolgt aus innerer Macht. Bei ihm ist Zurückhaltung Stärke,
nicht die Ausrede des Schwachen, der keine andere Wahl hat.
Er demonstriert damit größten Heldenmut. "Wer ist ein Held?
Der seinen Trieb bezwingt" (Mischna "Sprüche der Väter" 4,1).
Die Hände Josefs sind keine Hände des Krieges, sondern
Hände von Gold und Feingold, die den Brüdern zum Frieden
winken. "Er zeigte die Schönheit seiner Hände, ihnen Gutes zu
tun im Überfluß des Reichtums und guten Maßes" (HaNaZIW).

Woher nahm Josef diese Charakterstärke, sich zu denen zu
halten, "die beleidigt werden, aber nicht beleidigen, die ihre
Schmach anhören und nicht widersprechen", und seinen
Brüdern zu sagen, die ihn verraten und an eine Karawane
Ischmaeliten verkauft hatten: "..und habt ihr auch Böses wider
mich gesonnen, G~tt hat es zum Guten ersonnen" (Gen.
50,20)? Woher schöpfte er die Kraft, ihnen nach dem Tode
ihres Vaters zu versprechen: "Und nun fürchtet nichts! Ich
werde euch versorgen, euch und eure Kinder" (ebda.21), nach
allem, was sie ihm angetan hatten? Diese Eigenschaft kam ihm
nicht von ungefähr, sondern von seinem Vater Jakov. "..von den
Händen des Gewaltigen Jakovs" (Gen. 49,24), des Vaters, der
sogar mit Lawan dem Betrüger und Eßaw dem Bösewicht
zurechtkommen konnte, von ihm erbte er diese gute
Eigenschaft. Doch nicht daher allein, nicht nur in der
Vergangenheit sind die Wurzeln Josefs des Gerechten Kraft
verankert - sein Blick ist auch in die Zukunft gerichtet. "von dort"
(ebda.), von jener Friedensstiftung zwischen Brüdern, wird er
zum "Hirten, Fels Israels" werden (ebda.). Danach wird die
schwierige Lage schlagartig umschlagen, über die Jakov
prophezeit wurde: "Und dein Same wird sein wie der Staub der
Erde" (Gen. 28,14), wie unter die Völker verstreute Staubkörner
- diese werden zum "Fels Israels" werden, fest und stark wie
Granit, den keine Sturmwelle brechen kann.

Und wir, die wir an den Stammesgebieten von Josefs Söhnen,
Efra'im und Menasche (Schomron/Samaria und Golan)
festhalten, an Josefs Grab in Sch'chem (Nablus), die wir die
großen Träume vom Maschiach ben Josef träumen - werden wir
verstehen, in seinen Wegen zu wandeln?
 
 
Frage und Antwort

Impfen und impfen lassen

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt

Frage: Bekanntlich werden Kleinkinder gegen alle möglichen
Krankheiten geimpft. Nun höre ich allerdings von Homöopathen
und auch von regulären Ärzten, daß diese Impfungen mit einem
gewissen Risiko verbunden sind und es sogar schon schwere
"Pannen" gab. Ist es denn weise, das Kleinkind hier und jetzt mit
eigenen Händen einer Gefahr auszusetzen, um es vor einer
eventuellen Gefahr in der Zukunft zu schützen?

Antwort: Natürlich ist eine Schutzimpfung mit einem Risiko
verbunden, so wie jede andere ärztliche Behandlung auch.
Überhaupt jede wissenschaftliche Entdeckung birgt ein
gewisses Risiko, wie jede menschliche Initiative an sich. Wer
gar nichts tut, kommt auch nicht in Gefahr. In Wahrheit ist so
ein Verhalten am gefährlichsten, denn unsere Welt steckt voller
Gefahren, die von ganz alleine hervorbrechen und nicht
stillhalten werden, nur weil wir nichts tun. In diesem Sinne
schrieb schon Rabenu Bechaje in der Einleitung zu seinem
Buch "Herzenspflichten": "Zur Vorsicht gehört, nicht übermäßig
vorsichtig zu sein". Übertriebene Vorsicht ist gefährlich. Darum
wägt man in allen Lebenslagen Risiko und Chancen
gegeneinander ab. Man entscheidet nach der Mehrheit, auch in
Fällen von Lebensgefahr. Man muß den Nutzen der Impfungen
gegen mögliche Verluste abwägen.

Jeder, der sich auch nur ein wenig in der Geschichte der
Menschheit im Allgemeinen und in der Geschichte der Medizin
im Besonderen auskennt, wird bezeugen, daß es sich bei der
Schutzimpfung wohl um die wunderbarste medizinische
Erfindung aller Zeiten handelt. Die Impfungen ließen mehrere
Krankheiten gänzlich von der Erdoberfläche verschwinden und
retteten unzählige Menschenleben, Millionen, Milliarden. Vor der
Erfindung der Schutzimpfung starben im Durchschnitt zwei von
drei Neugeborenen in jeder Familie. Aus diesem Grunde
stagnierte die Erdbevölkerung viele Generationen lang. Jetzt
gibt es viele Milliarden und eine Bevölkerungsexplosion. Das
geht zum Teil auch auf das Konto verbesserter Hygiene.
Demgegenüber kommen durch Impfung nur äußerst wenige
Menschen zu Schaden, und zwar im Verhältnis von etwa 1 zu 1
Million.

Vielleicht werden manche sagen: "Wozu ein Risiko eingehen
und mit Gewalt Fremdkörper meinem Baby einspritzen? Ist das
Kind doch momentan vollkommen gesund, warum sich in so
grober Weise einmischen wegen eines Risikos, das vielleicht in
der Zukunft auftaucht? Mit G~ttes Hilfe wird alles gutgehen".

Von seiten der Halacha geht diese Rechnung nicht auf. Ich
werde hier jetzt nicht alle Beweise und Quellen anführen,
sondern nur die endgültige Entscheidung zitieren, aus dem vor
vielen Jahren verfaßten Mischnakommentar Tiferet Israel:
"Nach meiner Ansicht ist die Pockenimpfung erlaubt, auch wenn
einer von Tausend durch die Impfung stirbt, denn auf jeden Fall
ist die Gefahr durch echte Pocken weitaus größer, und darum
ist es erlaubt, sich der geringeren Gefahr auszusetzen, um sich
vor der größeren Gefahr zu retten" (T.I. Joma 8.Kap., Anm.3) -
d.h. eine vernachlässigbare Gefahr in der Gegenwart
gegenüber einer ernsten Gefahr in der Zukunft.

Vielfach höre ich: "Es gibt aber genug Kinder, die nicht geimpft
wurden, und nichts geschah ihnen". Darauf ist zu antworten:
G~ttseidank, darüber sind wir sehr froh. Doch denkt daran, das
kommt wegen der vielen Kleinkinder, die eben doch geimpft
wurden und damit eine Verbreitung der Krankheit verhindern.
Nach dem Religionsgesetz muß notfalls Druck ausgeübt
werden, damit sich alle impfen lassen, um die Allgemeinheit vor
gefährlichen Krankheiten zu schützen. Nach dem bürgerlichen
Gesetz gibt es wegen der "Freiheit des Individuums" keinen
Zwang. Doch diese Freiheit ist nichts Anderes als Dummheit,
nämlich die Freiheit, Selbstmord zu begehen, die Freiheit,
Kleinkinder zu gefährden, die nicht zwischen rechts und links
unterscheiden können.

Dann behaupten manche Leute: "Es gibt doch aber
Naturheilärzte, die Impfungen ablehnen, und auch sie sind
Ärzte!" Nein, das sind keine Ärzte. Solange sie ihre Kunst als
komplementäre Medizin bezeichnen, zusätzlich zur regulären
Medizin - und nicht "alternative Medizin" - wollen wir es
geltenlassen. Solange sie sich mit der Verbesserung der
Lebensqualität befassen - in Ordnung. Wo es hingegen um
Lebensgefahr geht, handelt es sich um eine gefährliche
Einbildung.

Bekanntlich sind Rabbiner keine Ärzte, im Gegenteil, sie sollten
Kranke an Ärzte verweisen. Rabbiner führen auch keine
Examen durch, um den Ärzten Eignungsurkunden auszustellen.
Nach der Halacha ist jener ein Arzt, der zur Hauptströmung
seines Berufes zählt, zum goldenen Mittelweg, zur Strömung,
die am Besten erforscht ist. Man baut keine Wissenschaft auf
ein Fundament von vereinzelten Zufällen, sondern auf tausende
und millionenfach recherchierte Fälle. Man folgt der Mehrheit!

Möge G~tt Euch segnen, gebe Euch Kinder, die Ihr dann impfen
laßt, und mögen sie zu getreuen Dienern G~ttes heranwachsen.

Ein Loblied auf das PUAH-Institut

Und wenn Ihr noch keine Kinder habt, wendet Euch an das
PUAH-Institut in Israel, das Ehepaaren mit Fruchtbarkeitsproblemen
durch Ärzte und Rabbiner Hilfe bietet, sowohl auf
medizinischem als auch auf religionsgesetzlichem Gebiete. Es
gibt dort verschiedene Abteilungen.

1) Beratung. Zehn Rabbiner, die dieses Thema in aller Tiefe
studiert haben und ihr Wissen unermüdlich auf dem neuesten
Stand halten, die sich natürlich nicht in die medizinischen
Aspekte einmischen, sondern an geeignete Ärzte verweisen -
und mit dem Paar eine gemeinsame Sprache sprechen. Der
Rabbiner begleitet das Paar während der ganzen Behandlung
(Tel. 02-6515050).

2) Aufsicht über die medizinischen Prozesse. 50 besonders
ausgebildete Aufsichtspersonen stehen zur Überwachung des
Ablaufs der künstlichen Befruchtung zur Verfügung, um
folgenschwere Irrtümer zu verhindern (von denen schon eine
ganze Anzahl unter uns weilen). (Tel. 1-700-707-607)

3) Schulung. Kurse für die breite Öffentlichkeit, Unterweisung
für Brautpaare, usw.
Alle Dienste werden gratis erteilt, um des himmlischen
Verdienstes willen. Natürlich ist es eine Mitzwa, dem Institut zu
spenden: Tel. 1-700-707-607
Internet: www.puah.org.il (Hebräisch, französisch, englisch)
 
 

Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen
Themen auf hebräisch im Internet (audio/online):
http://www.a7.org
- auch englischsprachige Sendungen und Nachrichten aus Israel:
http://www.israelnn.com
- auf russisch:
http://www.sedmoykanal.com
 

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Anfängerkurse auch auf Russisch und auf Französisch
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-Emuna nach den Lehren Rav Kuks
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Bitte richten Sie Ihre Anfragen an obige Anschrift von
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Büro von Machon Meir (+972 2 6511906)

Lichterzünden/Schabbatausgang in:
Jerusalem: 16.16/17.31
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