DAS ZENTRUM FÜR
JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Anschrift: Sderot Hame'iri 2, Kirjat Mosche
IL - 91032 Jerusalem ISRAEL Tel. +972 2 6511906 Fax +972 2 6514820 http://www.machonmeir.org.il |
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-Archiv der
"Betrachtungen"
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den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT TOLDOT
Nr. 436
4. Kislev 5764
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen
Oberrabbiner Israels
- Israelfreundliche
Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Gen. 25,19
- 28,9):
Geburt Jakovs und Eßaws, Verkauf
des Erstgeburtsrechtes,
Hungersnot, Jizchak und Riwka bei König
Awimelech, Streit um
Brunnen, Friedensvertrag, Jizchak segnet
Jakov und Eßaw,
Eßaws Mordabsichten und Flucht Jakovs.
| Am
Schabbes-Tisch...
Auf den Spuren des Antisemitismus Rav Se'ev Karov
|
Überall auf der Welt erleben wir gegenwärtig eine neue Welle
des Antisemitismus. Seit jeher versuchten Juden, diesen
abgrundtiefen Haß zu erklären, in dem immer wieder die Schuld
der Juden anklingt: Manchmal hieß es, die Juden sondern sich
ab. Doch als sie assimilierten, wurde der Haß nur stärker.
Manchmal hieß es, wegen ihrer Ignoranz in Fremdsprachen und
Wissenschaften. Dann wurden wir Doktoren und Komponisten -
und der Haß wuchs. Jabotinsky glaubte, die jüdische Schwäche
fordere den Haß heraus und sagte darum: "Juden, lernt
schießen". Dann lernten wir schießen, und nun konzentriert
sich
der Haß auf unseren "Imperialismus".
Der Haß gegen das jüdische Volk besteht seit alters her und
hat
mit den jeweiligen Umständen nichts zu tun. "Zwei Völker
sind
in deinem Leibe, und zwei Stämme aus deinem Schoße werden
sich scheiden; und ein Stamm wird mächtiger sein als der
andere" (Gen. 25,23). Das gegenseitige Stoßen der zwei Völker
im Mutterleibe entstand nicht im Laufe der Entwicklung "in
deinem Schoße", sondern seit Beginn ihrer Schöpfung "aus
deinem Schoße". So schrieb der heilige Torakommentar "Or
HaChajim": "..und sagte nicht 'in deinem Schoße', weil
sie
immer unterschiedlich sein werden... denn aus dem
Mutterschoße schon kommen sie nicht miteinander aus und
unterscheiden sich in ihrem Temperament und in ihrer Natur".
Hier geht es um etwas Wesentliches, das zwingend zu einem
Zustand führt, in dem "sie in jeder Generation gegen uns
aufstehen, uns zu vernichten" (Pessach-Hagada). "Rabbi
Schimon bar Jochai sagt, es ist eine Überlieferung, man weiß,
daß Eßaw Jakov haßt" (Raschi zu Gen. 33,4). Das ist
eine
Realität, auch wenn es manchmal nach außen hin so scheint,
als wäre dieser Haß verschwunden, so wisse, daß hinter
den
Kulissen die Dinge anders aussehen.
Awimelech sagte zu Jizchak: "Gehe von uns, denn du bist weit
mächtiger geworden als wir" (Gen. 26,16). Als Awimelech zu
einem späteren Zeitpunkt einen Bund mit Jizchak schließen
will,
sagte Jizchak zu ihm: "Warum kommt ihr zu mir, da ihr mich
gehaßt und mich verstoßen habt von euch?" (ebda.,27). Jizchak
wußte, und verstand, daß der Wunsch, mit ihm einen Bund
zu
schließen, keine prinzipielle Änderung in den Ansichten
Awimelechs bedeutete, sondern nur eine Änderung der Taktik.
Erst verstopfen sie die Brunnen, und dann möchten sie
Vereinbarungen schließen. Diese Methode ist uns auch heute
bestens bekannt.
Jizchak prüfte allerdings die Möglichkeiten, ob die beiden
Brüder, seine Söhne Jakov und Eßaw, in Frieden als
zwei Teile
einer Nation leben können. Der Herr der Welt lehrte uns jedoch,
daß zwischen diesen Brüdern keine Verbindung besteht.
Warum wurden die Juden also zur Zielscheibe des Hasses?
Dieser Haß richtet sich gegen Israel und seinen G~tt, die ein
klares System von Gesetzen und Moralprinzipien gegenüber
den tierischen und zerstörerischen Trieben des Menschen
errichten. Die talmudischen Weisen erklärten, daß der Berg
Chorew auch Sinai genannt wurde, weil bei der Übergabe
der
Tora "Sina" (Haß) [über die Völker gegen die
Juden] in die Welt
kam (Schabbat 89a).
Die Völker der Welt begehren ein allgemeines und nebulöses
"Gewissen". Sie bevorzugen ganz eindeutig ihre eigenen
Überzeugungen. Dadurch können sie jeden Tag ihre ethischen
Prinzipien wechseln wie ein Chamäleon seine Farbe. Rabbiner
A.J.Kuk schrieb dazu: "Das einfache Volk liebt keine Pflichten,
und wenn es sie dennoch annimmt, verbleibt in seinem Herzen
ein Nachtragen gegen jenen Hauptübermittler der Pflicht, die die
barbarische Seele nicht ihr volles Wesen entfalten läßt"
(Orot
Israel 5,15). Vom Standpunkt der Nichtjuden versinnbildlicht
jeder Jude die moralische Botschaft der Tora, ob er religiös
ist
oder assimiliert.
"Gehe von uns, denn du bist weit mächtiger geworden als wir"
bezieht sich nicht auf Jizchaks wirtschaftliche Macht, sondern
auf seine moralische Macht. Seit den Tagen unseres Vorvaters
Awraham stören die moralischen Maßstäbe der Hirten
Awrahams und Jizchaks die Völker der Welt.
"Gerade darum haßt man die Gesamtheit der Juden, wegen
ihrer spirituellen Überlegenheit, und ihrer Abgesondertheit zum
Guten, erhaben über dem Rest. Außerdem werden sie gehaßt,
weil sie der Welt das Christentum gaben und das Tier im
Menschen unterdrückten, das Gewissen erweckten und das
Gefühl der Menschenliebe... In allen Zeiten diente das Volk
Israel als Leuchtfeuer einer Ausstrahlung starken Protestes
gegen den Schmutz und die Gemeinheit im menschlichen
Leben" (Maxim Gorki, "Über die Juden", herausgegeben von
Pravda).
Darum betreffen die besonders "wichtigen" Angriffe auf die
Juden ihr angeblich unmoralisches Verhalten. Wenn sich die
Juden nicht ihrem moralischen Standard entsprechend
verhalten, fühlen sich die Nichtjuden von aller Moralität
befreit
und von allem, was die Juden ausdrücken.
Dieser Haß wächst besonders in Zeiten, in denen das jüdische
Volk Stärke und Lebenskraft zeigt. Das erklärten die
talmudischen Weisen zum Vers "Der Ewige ist König! Es zittern
die Völker" (Psalm 99,1) - "Als die Völker der Welt hörten,
daß
der Heilige, gelobt sei er, den Ruhm Israels vergrößerte
und sie
ins Land [Israel] brachte, begannen sie zu erzittern" (Mechilta).
Während einer der Wellen des Antisemitismus schrieb Chajim
Herzog, der damals israelischer UNO-Botschafter war: "Wir
repräsentieren Prinzipien und Werte, die so viele Regime auf
der Welt verabscheuen, daß wir weiterhin eine
überschäumende Flut von Verleumdungen gegen das jüdische
Volk und Israel erwarten müssen... Die Aufgabe des jüdischen
Volkes besteht darin, vereint der neuen Welle internationalen
Antisemitismus entgegenzustehen, und mit Stolz und
Nachdruck unser Erbe zu schützen, unsere Tradition und
unsere Werte. Wir sind das unseren Vorfahren schuldig, und wir
sind das unseren Kindern und den zukünftigen Generationen
schuldig".
Es gilt daran zu denken, daß die Existenz des jüdischen Volkes
für die Völker der Welt ein Problem bedeutet, und die Existenz
einer siegreichen jüdischen Armee von ihrem Standpunkt aus
eine äußerst schwerwiegende Provokation. Wir müssen
unsere
vom Mutterleib bestehende Natur bewahren und verstehen, daß
wir noch einen langen und schweren Weg vor uns haben, bis
alle Völker nach Jerusalem strömen werden und sprechen:
"G~tt Israels ist König und seine Regierung waltet über alles"
(Schmone-Esre-Gebet von Rosch Haschana).
| Frage
und Antwort
Ich bete um Deine Hilfe Rav Schlomo Aviner
|
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Frage: Ich bete jeden Tag zu G~tt: "Mein G~tt, hilf mir, erwecke
mein Herz zum Glauben, zur Liebe, zur Einfühlsamkeit, zum
Sehnen; hilf mir, fröhlich zu sein, G~tt zu fühlen, mich
zu
ändern, glücklich zu sein; erlöse mich von meinen Sorgen,
von
meinen Dummheiten, von meinen Ängsten, von meiner
Einbildung, von falschen Hoffnungen, von Einsamkeit; schütze
mich, behüte mich vor Jugendsünden, hüte meine Augen,
meine Taten; gib mir Kraft zu Liebeswerken und guten Taten;
mein G~tt, ich bin schwach, alleine schaffe ich es nicht, rette
mich". Seit Jahren bete ich so aus tiefstem Herzen - und nichts
passiert.
Antwort: Sie können sich glücklich schätzen, zu
G~tt zu beten.
Und besonders, weil Sie um spirituelle Angelegenheiten beten
und nicht nur für Ihre materiellen Bedürfnisse. Natürlich
ist auch
so ein Gebet erlaubt, doch ist ein Gebet um spirituelle Dinge
von weit höherem Rang.
Sie beten zwar für sich selbst und nicht für G~tt, für
die Ehre
G~ttes, für die Heiligung seines Namens - doch Ihr Gebet ist
teuer in den Augen des Herrn der Welt.
Sie haben nicht einmal gefragt, ob G~tt Sie überhaupt hört,
weil
Ihnen das anscheinend selbstverständlich erscheint. Es gibt
nämlich Leute, die im Gebet eine Art Meditation sehen, nicht
Anhänglichkeit an G~tt, sondern eine Begegnung des
Menschen mit seinem Selbst, fast ein Gebet an sich selbst, und
erwarten gar nicht, daß G~tt sie hört oder ihnen gar hilft.
Aus
Ihren Worten geht aber eine ander Haltung hervor, Sie erwarten
wohl die Hilfe G~ttes.
Welches Glück, daß Sie heilige Bestrebungen verfolgen. Das
Gebet erzielt die Hälfte, sagen einige der Weisen (Midrasch
Wajikra raba 10,5). Für die zweite Hälfte aber muß
man mehr
Aktivität zeigen.
Die talmudischen Weisen wurden gefragt: Was tue der Mensch,
um ein Toragelehrter zu werden? - Er lerne in der Jeschiwa. -
Es gibt aber Leute, die lernten und wurden keine
Toragelehrten?! - So mögen sie beten. - Dann sollten sie doch
gleich beten, ohne zu lernen?! - Das eine hilft nichts ohne das
andere. Man muß sowohl lernen als auch beten.
Was tue der Mensch, um reich zu werden? - Er mache
Geschäfte. - Viele versuchten es, aber ohne Erfolg?! - So
mögen sie beten. - Dann sollten sie doch gleich beten, ohne
Geschäfte?! - Das eine hilft nichts ohne das andere. Man muß
sowohl Geschäfte machen als auch beten.
Was tue der Mensch, um Kinder zu haben? - Er heirate. - Viele
heirateten, und hatten trotzdem keine Kinder?! - So mögen sie
beten. - Dann sollten sie doch gleich beten, ohne zu heiraten?! -
Das eine hilft nichts ohne das andere. Man muß sowohl heiraten
als auch beten (Nida 70b/71a).
Beten reicht nicht, um Arzt zu werden. Beten reicht nicht, um zu
Körperkraft zu kommen.
Es gibt Möglichkeiten, zu Reichtum ohne Arbeit zu gelangen,
z.B. durch Erbschaft. Was allerdings die Besserung der
Charaktereigenschaften betrifft, so heißt es: "Sagt dir jemand:
ich habe mich abgemüht und nicht gefunden, so glaube es
nicht, ich habe mich nicht bemüht und gefunden, so glaube es
nicht; ich habe mich abgemüht und gefunden, so glaube es"
(Megilla 6b).
Sie bezeugen doch in aller Bescheidenheit eine gewisse eigene
Schwäche und können nicht Ihre Natur von einem Augenblick
auf den nächsten vollkommen ändern, darum müssen Sie
sich
besonders anstrengen. Die frühen Generationen, von denen in
der Tora berichtet wird, waren besondere Helden, bei denen
allein das Wissen um das Verbot einer Sache eine sofortige
seelische Unmöglichkeit bewirkte, darin zu sündigen. So ein
Held war in den letzten Generationen Rabbi Menachem Mendel
aus Kotsk, der nicht verstehen konnte, wie es Diebe geben
könne, wo doch in der Tora stehe: Du sollst nicht stehlen. In
jenen Generationen der Helden reichte es, von seinen Pflichten
in der Welt zu wissen, um sie zu erfüllen.
Später kam eine Schwäche über die Generationen, und die
talmudischen Weisen hielten es für nötig, ihre Weisungen
mehrfach zu wiederholen, hundertmal, tausendmal,
millionenmal... wie es im Talmud heißt: "Rabbi Soundso pflegte
zu sagen", d.h. er begnügte sich nicht mit einem einmaligen
Ausspruch, sondern pflegte die Sache immer wieder zu
erwähnen, sein ganzes Leben lang, bis sie verinnerlicht wurde.
Aus diesem Grunde bestimmten die "Weisen der großen
Versammlung" regelmäßige Gebete und Segenssprüche,
in die
sie alle Moralprinzipien und Glaubensgrundlagen integrierten,
damit die großen Wahrheiten in die Tiefe der Seele, des Willens
und des Gefühles eindringen.
Doch wiederum kam Schwäche über die Generationen, auch
Lernen und Gebete kamen nicht mehr gegen Triebe und
Müdigkeit an. Darum entwarfen die Rabbiner aus den Perioden
der Rischonim und der Achronim [von vor ca. 1000 Jahren
bis
vor etwa 100 Jahren] eine Strategie eines hartnäckigen und
langsamen Krieges, Stück um Stück, "steter Tropfen höhlt
den
Stein" (siehe Ijow "Hiob" 14,19). Die erhabene Flamme der
Sehnsucht nach G~tt muß in die kleinen Dinge des täglichen
Lebens hineinpraktiziert werden. Der Kampfgeist und die
Hingabe zur Nation müssen in genaue Übungen geleitet
werden.
Das Geheimnis liegt in der Gewöhnung, täglich seine eigenen
Taten zu überprüfen (Messilat Jescharim 3.Kap.). Die
großen
Schwierigkeiten des Lebens werden in kleinere Schwierigkeiten
aufgeteilt, und die kleineren in noch kleinere, und dann fängt
man mit dem Leichtesten an. Man muß sich einen Arbeitsplan
aufstellen, mit monatlichen Zielen, wöchentlichen und täglichen.
So wie beim Militär; nicht sagen: "Wird schon schiefgehen",
sondern jeden Morgen die Schlacht planen, und am Abend
Lehren aus den Geschehnissen ziehen.
Ein offenes Militärgeheimnis: Die Grundlage bildet die Moral, die
Motivation, und dann kommt eine mit den eigenen Fähigkeiten
wachsende Leistungsskala.
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