DAS ZENTRUM FÜR
JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Anschrift: Sderot Hame'iri 2, Kirjat Mosche
IL - 91032 Jerusalem ISRAEL Tel. +972 2 6511906 Fax +972 2 6514820 http://www.machonmeir.org.il |
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
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-Archiv der
"Betrachtungen"
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den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT TEZAWE
Nr. 450
13. Adar 5764
Schabbat Sachor
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen
Oberrabbiner Israels
- Israelfreundliche
Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Ex. 27,20
- 30,10):
Die Priester - Ahron und seine Söhne;
Priesterkleidung und -
ausstattung; besondere Opfer und Amtseinführung;
das tägliche
Opfer; Opferdienst nur im Heiligtum und
nur durch Priester; der
Räucheraltar und der Dienst des Räucherwerkes
im Heiligtum.
| Am
Schabbes-Tisch...
Amts- und Arbeitskleidung Rav Asri'el Ari'el
|
Auf zwei verschiedene Weisen übermittelt G~tt Moscheh das
Gebot bezüglich der priesterlichen Gewänder. Zuerst sagt
er:
"Und mache heilige Kleider deinem Bruder Aharon, zur Ehre
und zum Schmucke" (Ex. 28,2). Darauf folgt allerdings: "..daß
sie machen die Kleider Aharons, ihn zu heiligen, mir ihn zum
Priester zu weihen" (Ex. 28,3). Auf den ersten Blick scheinen
sich die beiden Verse zu widersprechen. Wozu dienen die
Kleider nun? Um Aharon zu ehren und zu schmücken - oder um
ihn G~tt zum Priester zu weihen?
Diese Frage beschäftigt - sollte sie wenigstens - jede
Amtsperson, die eine Amtskleidung trägt. Wozu dienen diese
Kleider? Erfüllen sie die Funktion, die Rolle des Trägers
zu
demonstrieren, wie etwa die Uniform des Soldaten oder des
Polizisten, oder der weiße Kittel des Arztes? Oder soll die
besondere Kleidung ihrem Träger Würde verleihen? Sollen die
Kleider nach innen ausstrahlen, auf das Bewußtsein des
Trägers, oder nach außen, seinen Status der Umgebung
bekanntzumachen?
Einen doppelten Inhalt erfüllt die Amtskleidung Aharons, sowohl
nach innen als auch nach außen - für den Hohepriester keine
leichte moralische Auseinandersetzung. Seine Aufgabe
verpflichtet ihn zum Streben nach Ehre, und gleichzeitig muß
er
sich vor jedem Funken von Hochmut hüten. Damit gerät er in
eine Zwickmühle. Wenn er sich zu demütig gibt und auf seine
Würde verzichtet, macht er seine Rolle verächtlich. Und wenn
er sich dem Genuß der Ehre hingibt, zieht er einen verbotenen
Nutzen aus Heiligem.
Darum erhält Aharon zwei Botschaften aus zwei verschiedenen
Richtungen. Der erste Vers wurde zu Moscheh gesprochen:
"Und mache heilige Kleider deinem Bruder Aharon, zur Ehre
und zum Schmucke". Moscheh, der demütigste Mensch auf der
Welt, hatte allein das Recht, seinem Bruder Kleider zu machen,
die ihm "zur Ehre und zum Schmucke" gereichen, ohne dabei
weder sich noch seinem Bruder das geringste bißchen Prahlerei
oder Ehrsucht zu verursachen. Und das aus dem einfachen
Grund, weil diese Kleider für ihn keine Respektskleidung waren,
sondern "heilige Kleider". Die anderen "Kunstverständigen"
(Ex.28,3) können sich nicht auf diese spirituelle Stufe erheben.
Nicht "heilige Kleider" (Ex. 28,2), sondern bloß "Kleider
Aharons" (Ex. 28,3), ohne besondere Eigenschaft, wissen sie
anzufertigen. Darum erhalten sie eine andere Weisung: "Und du
rede mit allen Kunstverständigen, (jedem) den ich erfüllt
mit
dem Geiste der Kunst, daß sie machen die Kleider Aharons, ihn
zu heiligen, mir ihn zum Priester zu weihen" (s.o.). Sie sollen gar
nicht erst an Ehre und Schmuck zu denken anfangen. Sie sollen
nur die himmlische Aufgabe im Sinn haben, "ihn zum Priester zu
weihen" - ohne jegliche Nebengedanken.
Dies alles gilt für die besonderen heiligen Gewänder des
Hohepriesters. Bei den Kleidern der regulären Kohanim
(Priester) gibt es verschiedene Arten. Über alle Gewänder
heißt
es allgemein: "..und so sollen sie heilige Kleider machen deinem
Bruder Aharon und seinen Söhnen, um ihn mir zum Priester zu
weihen" (Ex. 28,4). Die Kleider des einfachen Priesters dienen
nicht dem Schmucke und nicht der Ehre, sondern "mir zu
weihen". Nicht Amtsrobe, sondern Arbeitskleidung. Bis auf
eines: "..und Mützen sollst du für sie anfertigen, zur Ehre
und
zum Schmuck" (Ex. 28,40) lesen wir - und staunen. Solange
von den goldenen Gewändern des Hohepriesters die Rede ist -
das mit Edelsteinen besetzte Brustschild, ein prächtiger Gürtel,
ein Oberkleid aus purpurfarbener Wolle, das goldene Diadem
auf seiner Stirn - nun, das kann man wohl "Ehre und Schmuck"
nennen. Doch welche Ehre und welchen Schmuck gibt es bei
einem weißen Leinenkopftuch, das um das Haupt gewickelt
wird? Was hat es, daß der durchgesteppte Leibrock, der den
Körper umhüllt, nicht hat? Wir müssen zwangsläufig
annehmen,
daß die Begriffe der Tora von Ehre und Schmuck des einfachen
Priesters von denen der allgemeinen Umgangssprache
abweichen. Das Leinentuch auf dem Kopf - ebenso wie das
Käppchen der Männer und die Kopfbedeckung der Frauen -
dient nicht dem Schmucke, sondern dem Ausdruck von
Annahme himmlischer Disziplin: es gibt noch etwas über
dem
Kopf. Man soll nicht glauben, daß bei sich selbst die Geschichte
schon zuende wäre.
Der einfache Priester ehrt mit seiner Kleidung den Schöpfer der
Welt, und darin besteht seine Ehre und seine Pracht. "Dort will
ich mit den Kindern Israel zusammenkommen, und es soll durch
meine Herrlichkeit geweiht werden" (Ex. 29,43) verkündet G~tt
am Ende dieser Gebotsserie. Nicht Herrschaft beansprucht der
Priester, sondern Dienst nahm er auf sich. Dieser Status des
einfachen Priesters strahlt auf den in Gewänder von Pracht und
Schmuck gekleideten Hohepriester ab, der sich in seinem
Herzen nicht über seine Brüder erhebt.
Die vorgenannten Ausführungen sollten sich alle Inhaber eines
öffentlichen Amtes zu Herzen nehmen, und überhaupt -
eigentlich jeder Mensch auf diesem Erdenrund... "Er wird sich
meiner rühmen, denn er will mir wohl, und er wird mir ein
prächtiges Diadem sein" (An'im Semirot).
| Frage
und Antwort
Tod den Gojim? Rav Schlomo Aviner
|
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Frage: Wir beklagen lauthals die Mordtaten der Terroristen in
unserem Lande, die unschuldige Menschen umbringen. Doch
wie verträgt sich das mit der Lehre der talmudischen Weisen:
"Den guten der Gojim - töte"? Gab es bei ihnen etwa andere
moralische Prinzipien als bei uns?
Antwort: In der Tat lehrten unsere Weisen "Gut bei den Gojim
-
töte", oder in einer anderen Lesart: "Rein bei den Gojim
- töte",
oder "Gut bei den Ägyptern - töte", oder "Gut bei den Stern-
und
Sternbildanbetern - töte". Diese Lehre diente den Antisemiten
in
allen Generationen als Argument, uns der Angriffs- und
Mordlust zu bezichtigen, was himmelweit von unserer wahren
Natur entfernt liegt.
Im Jahre 5686 (1926) zum Beispiel hielt Meir Avner, Vertreter
der Juden im rumänischen Parlament, eine Rede über die Frage
der Juden und ihrer Nöte. Der für seinen Judenhaß berühmt-
berüchtigte Professor Cuza unterbrach ihn mit dem Ausruf: "Und
was ist mit 'Den guten der Gojim - töte'?!" Meir Avner
ließ sich
jedoch nicht erschüttern und erwiderte: "Dieser Ausspruch galt
Titus, der von seinen Gefolgsleuten auch amor ac deliciae
generis humani (Liebling und Entzücken des
Menschengeschlechts) genannt wurde". D.h. jener Mensch,
"Liebling und Entzücken des Menschengeschlechts", war in
Wirklichkeit des Todes schuldig.
Diese Deutung war allerdings nur eine von vielen möglichen
Auslegungen, denn unsere Weisen hatten ihre Lehre gar nicht
ausdrücklich auf Titus beschränkt.
Desgleichen Rabbiner Schlomo ibn-Varga, der zur Zeit der
Inquisition in Spanien lebte und die Leiden der Juden vor und
während dieser Periode beschrieb. Er erzählte in seinem Buch
"Schewet Jehuda" über die Disputation vor dem Papst zwischen
dem Priester Fra Pirdo und unseren Vertretern Don Schmu'el
Abarbanel und Don Schlomo Halevi. Sie wurden über die
Bedeutung des "Gut bei den Gojim - töte" befragt und
antworteten, daß es etwas Gutes bei den Gojim sei, zu
töten
wer des Todes schuldig ist, denn nach dem jüdischen Recht
braucht man dafür ein Sanhedrin, Zeugen und Vorwarnung des
Täters, Nachforschung und Kreuzverhör, bis daß man
behauptete, auf diese Weise könne niemals jemand von einem
Bet Din zum Tode verurteilt werden, und dazu äußerte
Rabbi
Tarfon die Befürchtung, als Resultat werde die Zahl der Mörder
zunehmen, weil es keine Abschreckung gebe. Bei den Gojim
aber könne ein Mörder schon aufgrund eines Indizienbeweises
hingerichtet werden - und das sei eine richtige Verfahrensweise.
Diese Erklärung gefiel dem Papst, allerdings handelte es sich
dabei wiederum nur um eine Deutung einer möglichen
Auslegung.
Ähnlich gab es vor etwa 700 Jahren, im Jahre 5000, eine
Auseinandersetzung zwischen dem abtrünnigen Juden Nikolai
Donin und Rabbiner Jechi'el von Paris. Letzterer erklärte diesen
Spruch als gültig während des Krieges. Die gleiche Auslegung
findet sich im Toßafotkommentar zum Talmudtraktat Awoda
sara (Seite 26b). Wenn man dem Feinde gegenübersteht, fängt
man nicht an, abzuwägen, ob der individuelle Soldat der
Gegenseite im Zivilleben vielleicht ein anständiger Mensch ist,
denn er hat sich hier schließlich uns zu töten eingefunden,
und
"will jemand dich töten, so komm ihm zuvor und töte ihn"
(Brachot 58a u.a.).
Der Talmud jeruschalmi erwähnt die Quelle dieses Gesetzes,
die auch im Raschikommentar zu Ex. 14,7 zitiert wird: "Und
nahm sechshundert auserlesene Wagen, und alle Wagen
Ägyptens, und Wagenkämpfer auf allen" - "Woher hatten sie
die
Tiere dazu? Wenn du sagst, von Ägypten; es heißt aber doch:
es starben alle Herden Ägyptens (Ex. 9,6), und wenn von
Israel,
heißt es aber doch: und auch unsere Herden sollen mit uns
gehen (Ex. 10,26); von wem waren sie also? Von dem, der das
Wort des Ewigen fürchtete (Ex. 9,20); von da sagte Rabbi
Schimon, selbst den Frommen unter den Nichtjuden beseitige,
der besten Schlange zertrümmere den Kopf (Mechilta)". Rabenu
Bechaje fügte hinzu, daß selbst im Kriegsfall zuerst zum
Frieden
aufgerufen werden muß. Beim Auszug aus Ägypten handelte
es
sich zwar nicht um Krieg, wie er nach dem Religionsgesetz
definiert ist, aber das Prinzip war das gleiche, denn schließlich
kamen die Ägypter, um uns zu töten, und "will jemand dich
töten, so komm ihm zuvor und töte ihn".
Rabbiner Menachem Kascher brachte einen Beweis dazu vom
oben genannten Schlußsatz "der besten Schlange zertrümmere
den Kopf"; das ist doch selbstverständlich! Und für diese
Weisheit brauchen wir Rabbi Schimon bar Jochai?! Vielmehr
handelt es sich um eine Sorte Menschen wie Schlangen, auf die
man nicht vertrauen darf, und von ihnen heißt es: Wer sich der
Gewalttäter erbarmt, übt Gewalt an den Erbarmungswürdigen.
Ähnelt dies doch der Lehre "der beste unter den Ärzten für
das
Fegefeuer" (Kiduschin 82a), womit sicher nicht jeder Arzt
gemeint ist, sondern nur ein verantwortungsloser Arzt, so wie
Raschi zur Stelle erläutert: "Fürchtet nicht wegen der Krankheit
[da er sie als Arzt ja zu behandeln weiß], und ißt wie
ein
Gesunder, zerbricht nicht sein Herz vor G~tt, und manchmal
tötet er Menschen, wenn er einen Armen heilen könnte, ihn
aber
nicht heilt". Warum wird er demnach "der beste der Ärzte"
genannt? Er macht einen guten Eindruck, und vielleicht hat er
sogar eine gute Begabung, in Wirklichkeit aber ist er böse.
Ebenso "die Reine unter den Frauen, eine Zauberin". Wirklich?
Vielmehr: Sieh dich vor, manche Frau macht einen Eindruck
von Reinheit, doch dahinter verbirgt sich eine wahre Hexe. Laß
dich nicht von Äußerlichkeiten beeindrucken, "...denn der
Mensch sieht nach den Augen, aber der Ewige sieht nach dem
Herzen" (Schmu'el I, 16,7). Als der verfluchte Hitler auf der
Bühne des Weltgeschehens auftauchte, hätte man an ihm
erfüllen müssen: "Den Guten der Nazis - töte"
(Tora schlema zu
Ex. 9,20, S.134).
Darum gebührt unserem Regierungschef ein "Jascher koach"
für seinen unerbittlichen Kampf gegen die Terroristen, die
derzeitigen "Schlangen", und sich nicht auf ihre hohlen Worte
verläßt. Er weiß nur zu gut, daß ihr scheinbares
Entgegenkommen Böses birgt, wie es heißt: "Hüte dich,
daß du
nicht redest mit Jakov weder Gutes noch Böses" (Gen. 31,24) -
"alles Gute der Frevler ist für die Frommen etwas Schlechtes"
(Raschi). G~ttseidank trug sein Werk Früchte, denn er erzielte
einen starken Rückgang der Terroraktivität, deren Nester
er
unerbittlich ausräuchert. Sicher gibt es noch viel zun tun, doch
hierbei hat er sich als realistischer und nüchterner Staatsmann
bewährt.
Darum besteht kein Zweifel daß er in Kürze von seiner
erbärmlichen Äußerung in Sachen Siedlungsräumung
Abstand
nehmen wird. Diese ohne jede Begründung gemachte
Bemerkung bedeutet nichts anderes als selbstzerstörerischen
und an Wahnsinn grenzenden Wortvandalismus, Verlust jeder
menschlichen Regung, Moral und Verbindung mit der Realität,
verquerte Phantasie und vorübergehender Führungsautismus.
Mögen diese dunklen Wolken schnellstens verfliegen und wir zu
unserer nationalen Gesundheit der Rückkehr nach Zion und
dem Aufbau des Landes zurückfinden, und zur Macht unseres
Staates über die ganze Weite unseres Landes.
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