DAS ZENTRUM FÜR
JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Ausgabe: R. Plaut
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"Betrachtungen"
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den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT NASSO
Nr. 462
9. Sivan 5764
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen
Oberrabbiner Israels
- Israelfreundliche
Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Num. 4,21-7,89):
Weitere Aufgabenverteilung für den
Stiftszelttransport; Prozedur
für Ehebruchsverdächtigte; Enthaltungsgelübde
und deren
Opfervorschriften; die Gaben der Stammesfürsten
zur
Einweihung des Wüstenheiligtums (Stiftszelt).
Der
Stand der Dinge...
|
Die Kohanim (Priester) sagen vor dem Erheben ihrer Hände
folgenden Segensspruch: "..der uns durch seine Gebote
geheiligt und uns geboten hat, sein Volk Israel in Liebe zu
segnen". Im Sohar (Hauptwerk der Kabbala) steht über die
Bedeutung des Zusatzes "in Liebe", daß ein Kohen, der sein
Volk nicht liebt, oder der von seinem Volk nicht geliebt wird,
nicht segnen darf (siehe auch Schulchan Aruch O.C. 128,11
Be'er Hetev).
Zum Vers Num. 6,23 erklärt Raschi: "Segne sie nicht mit Eile
und Überstürzung, sondern mit Andacht und ganzem Herzen".
Die Nächstenliebe erkennt man nicht nur am Inhalt der Worte,
sondern vor allem, wie sie gesagt werden. Man kann die
gleichen Worte in unterschiedlichem Tonfall aussprechen. Der
Geist und die Art und Weise, in denen die Dinge gesagt
werden, offenbaren die innere Beziehung des Sprechers zu
seinem Nächsten, wie es bei der Aufsichnahme des
himmlischen Jochs heißt: "Und alle nehmen auf sich das Joch
der himmlischen Herrschaft, einer vom andern, und erteilen sich
Erlaubnis, einer dem andern, ihren Schöpfer zu heiligen in
seliger Ruhe, mit lauterer Sprache und voll Anmut"
(Morgengebet).
Die Aufgabe des Kohen im jüdischen Volk besteht darin, den
himmlischen Segen und alles Gute auf die Nation zu leiten und
das Volk Israel zum Folgen der Wege G~ttes anzuweisen. Das
ist nur möglich, wenn der Kohen liebt und geliebt wird.
Nach dem Stand der Dinge liegt das Geheimnis der Erziehung
in der Liebe der Eltern zu ihren Kindern, und der Lehrer zu ihren
Schülern, in der Nächstenliebe überhaupt. Unsere Generation
braucht ganz besonders viel Liebe, denn die Rückkehr zum
Judentum hängt in unserer Generation von der "Rückkehr aus
Liebe" ab. So schrieb Rabbiner A.J. Kuk: "Unsere Generation
kann nicht aus [G~ttes-]Furcht umkehren, ist aber sehr zur
Umkehr aus Liebe begabt" (HaDor).
Während wir mitansehen müssen, wie das Erziehungswesen in
der Krise steckt, und die verschiedenen und merkwürdigen
Versuche zu seiner Verbesserung gegenwärtigen, müssen wir
uns das Prinzip in Erinnerung rufen - und nicht vergessen - daß
eine gute Erziehung die in der Seele des Kindes verborgenen
Kräfte ans Tageslicht befördert, das Gute seiner Seele zum
Vorschein bringt und unsere Welt erleuchtet. Dies alles hängt
wie gesagt von der unendlichen Liebe der Eltern ab, der Lehrer
und der ganzen Umgebung der Kinder. Dadurch werden wir in
den Genuß der vollkommenen Erlösung kommen, wie es heißt:
"..und einen Erlöser bringst ihren Kindeskindern um deines
Namens willen in Liebe" (Schmone-Esre Gebet).
In Liebe und in Erwartung der vollständigen Errettung,
Rav Dov Begon
| Am
Schabbes-Tisch...
"Und gebe dir Frieden" Rav Se'ev Karov
|
Die Bedeutsamkeit des Friedens in der Bibel (Tanach, Abk. für
Tora, Newi'im, Chetuwim = 5 Bücher Moscheh, Propheten,
Schriften) und bei den talmudischen Weisen dürfte Allen klar
sein, die sich in den heiligen Schriften auskennen. Doch was ist
eigentlich dieser Frieden, und worin besteht seine so große
Bedeutsamkeit?
Der Frieden erscheint in den Quellen in zwei Bedeutungen: Der
Frieden als Mittel und der Frieden als Ziel.
Der Frieden als Mittel - dazu finden wir die exakteste und
deutlichste Definition in der Mischna (Ukzin 3,12): "Der Heilige,
gepriesen sei er, fand für Israel kein anderes Segen erhaltendes
Gefäß als den Frieden, denn es heißt: der Ewige
wird seinem
Volk Macht geben, der Ewige segnet sein Volk mit Frieden
(Psalm 29,11)". Der Frieden ist nicht mit dem Segen
gleichzusetzen, sondern er ist dessen Gefäß, d.h. ein
angemessener Rahmen, den Segen zu erhalten und zu
bewahren. Wer mit verschiedenen Segnungen gesegnet ist und
diese behüten möchte, muß sie in einem Gefäß
aufbewahren,
um ihren Bestand zu sichern.
Der Frieden als Gefäß dient anderen Werten, und er wird an
den Werten gemessen, denen er dient. Wenn der Frieden einen
negativen Zustand bewahrt, verliert er seinen Wert und seine
Bedeutsamkeit.
Das stimmt auch hinsichtlich des Krieges. So schrieb Rabbiner
Moscheh ben Maimon ("Maimonides"): "Es wird solange mit
keinem Menschen Krieg geführt, bis man ihm Frieden
angeboten hat... wenn sie den Frieden akzeptierten und die
sieben Gebote, die den Söhnen Noachs geboten sind,
aufsichnahmen - tötet man von ihnen keine einzige Seele"
(Gesetze von Königen und Kriegen, 6.Kap., Hal.1). Das
Friedensangebot stellt keinen Verzicht auf die gerechten
Kriegsziele dar, wenn sich diese allerdings ohne Krieg erreichen
lassen, muß man zum Frieden aufrufen.
Nur beim Thema der Rede finden wir eine Möglichkeit,
zugunsten des Friedens auf die volle Wahrheit zu verzichten
und von ihr abzuweichen, um Spaltungen zu vermeiden und
Frieden zu mehren. Die relative menschliche Wahrheit darf
etwas geändert werden, aber nicht mehr. Daraus läßt
sich
allerdings kein allgemeines Prinzip des Verzichtens auf
Grundwerte zugunsten irgendeines Friedens ableiten.
Entsprechend erscheint der Segensspruch über den Frieden am
Ende aller Gebete und Segenssprüche. So z.B. im
Priestersegen unseres Wochenabschnittes, auch im Schmone-
Esre Gebet und beim Kaddisch. Das soll uns lehren, daß
vor
dem Frieden Segnungen wie der Aufbau Jerusalems, das
Sprießen des davidischen Königshauses und die Rückkehr
der
göttlichen Präsenz erfüllt werden müssen, und erst
nachher
kommt der Frieden, der ihren ewigen Bestand sicherstellt.
Selbstverständlich finden wir den Frieden auch als Ziel und
Segen an sich. Im Midrasch Sifri heißt es: "und gebe dir Frieden
- Frieden, das ist der Frieden von Tora, wie es heißt: der
Ewige
wird seinem Volk Macht geben, der Ewige segnet sein Volk
mit
Frieden" [Os, Macht, wird an verschiedenen Stellen
mit der
Tora verglichen]. Ba'al Haturim fügt hinzu: "das Wort Frieden
enthält den Namen G~ttes, dessen Namen Frieden ist".
Der MaHaRaL (der "hohe Rabbi Löw" aus Prag) erklärte,
Frieden (Schalom) komme von Vollkommenheit (Schlemut), da
der Frieden die Wirklichkeit vervollkommne, bis sie vollkommen
makellos ist.
Der Frieden als Ziel ist ein Frieden, in dem sich die Ideale zu
einer einzigen harmonischen Vollkommenheit vereinigen. So
wie G~tt vollkommen und makellos ist, so wird alle Existenz zu
einem vollkommenen, harmonischen Leben gelangen.
Hier ist nicht die Rede von einem Frieden wirtschaftlicher oder
kultureller Ruhe und Sorglosigkeit, sondern von einer so
erhabenen Stufe, auf der auf kein Prinzip verzichtet und keine
Kraft unterdrückt wird, sondern alle wie eine Einheit
zusammenarbeiten.
Dieser Frieden erscheint zuerst im Volke Israel, und dann auf
der ganzen Welt, wenn "nicht erheben wird Volk gegen Volk das
Schwert, und nicht lernen sie fürderhin den Krieg" (Jeschajahu
2,4), und sogar "der Wolf mit dem Lamme wohnt und der Tiger
neben dem Böcklein lagert" (11,6). In diesem Zustand
universalen Friedens bedrängt keine Kreatur eine andere, und
die ganze Welt lebt in vollkommener Harmonie.
Heutzutage ist der Frieden in aller Munde. Im ganzen Lande
Israel gibt es wohl keinen einzigen respektablen Menschen, der
nicht sein Streben nach dem Frieden erwähnen würde. Häufig
wird gefragt, worauf man denn für den Frieden zu verzichten
bereit sei. Nach allen oben erwähnten Punkten besteht keinerlei
Verbindung zwischen dem heutigen "Frieden" und dem Frieden
als Gefäß, und sicher nicht mit dem Frieden, der selber
ein
Segen ist.
Beten wir zu G~tt, daß er seinem Volk Macht gibt und uns am
Ende mit dem erhofften Frieden segnet. Bis dahin wollen wir
unsere wichtigen Grundwerte stärken, die der Frieden erhalten
und bewahren soll.
| Frage
und Antwort
Ungesetzliche Räumungssiedlung Rav Schlomo Aviner
|
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Aber sicher! Aber was genau ist hier ungesetzlich? Ist die
Siedlung ungesetzlich? Oder ist die Räumung ungesetzlich?
Natürlich ist die Räumung ungesetzlich!
Es ist ungesetzlich, jüdische Siedlungen aus dem Lande der
Juden zu entfernen ohne zwingende Gründe der Stadtplanung,
sondern nur, um sie g~ttbehüte einem fremden Volk zu
überlassen.
Es ist ungesetzlich, die Häuser und den Besitz unschuldiger
Juden zu zerstören, die das Land ihrer Vorväter bewohnen,
und
sie auf die Straße zu werfen, und selbst, wenn sie für den
Geldverlust nach dem Gesetz entschädigt werden, so bleibt das
immer noch ungesetzlich.
Es ist ungesetzlich, armselige Männer, Frauen und Kinder
zu
nehmen, die während 2000 Jahren von einem Exil ins andere
getrieben wurden, die endlich das sichere Ufer ihres eigenen,
ersehnten heiligen Landes erreichten - und jetzt wollen sie ihre
jüdischen Brüder in ein neues Exil werfen.
Und wenn wir vom Katif-Gebiet reden [das jüdisch besiedelte
Gebiet des Gasastreifens], dann ist es erst recht ungesetzlich,
eine solche die Sicherheit von hunderttausenden Bürgern
gefährdende Aktion durchzuführen, vor der die Chefs von
Armee, Sicherheitsdienst und Spionageabwehr warnen.
Es ist ungesetzlich, etwas gegen den gesunden
Menschenverstand zu unternehmen, worin sogar die
Amerikaner eine unkontrollierbare Verrücktheit sehen, und
gesetzliche Verrücktheit kann es gar nicht geben.
Es ist ungesetzlich, Soldaten zu nehmen, die eingezogen
wurden, ihr Heimatland zu verteidigen, und sie mit dem
unmilitärischen Auftrag loszuschicken, die Heimat zu zerstören.
Und es ist überhaupt ungesetzlich, wenn ein Regierungschef
das ganze Land als seinen Privatbesitz betrachtet und er darin
nach Belieben schaltet und waltet und sich gar nicht darum
kümmert, das es dem Volke in Zion gehört, dem ganzen Volke
Israel in allen Teilen des Landes und in allen Generationen der
israelitischen Nation.
Noch nie hat es so einen ungesetzlichen Plan gegeben.
Das oberste Prinzip lautet: Verbrechen ist immer ungesetzlich.
Nicht nur, daß sich Verbrechen nicht auszahlt, sondern es wird
auch niemals gesetzlich sein.
Der Tanach ist gesetzlich! Das ganze Land Israel ist gesetzlich!
Jüdische Nächstenliebe ist gesetzlich!
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