DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
 
 
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT KI-TEZE
Nr. 475
11. Elul 5764
 

AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 

Diese Woche in der Tora (Dt. 21,10-25,19):
Die Kriegsbraut, geliebte u. gehaßte Frau, ungehorsamer Sohn,
Fundsachen, Dachgeländer, div. Eherecht, Verhältnis zu
Nachbarvölkern, Entlohnung, Zinsen, Pfand, Schwagerehe,
Ehefrau greift in Streit ein, korrekte Gewichte, gedenke Amalek.
 
 
 
Am Schabbes-Tisch...

Wenn ein Mann ein Weib nimmt

Rav Asri'el Ari'el
Ortsrabbiner der Siedlung "Ateret"

In der der Tora finden sich keine genauen
Ausführungsbestimmungen über das korrekte Vorgehen beim
Schließen des Ehebundes zwischen Mann und Frau; zwischen
den Zeilen jedoch lassen sich Anspielungen auf die Art und
Weise der Verbindung und ihre Bedeutung herauslesen. Ein
Teil der Dinge findet sich als deutlicher Hinweis, ein anderer Teil
läßt sich gerade aus der Auflösung der Eheverbindung
entnehmen.

Wer auf den Rhythmus des Verses achtet, der sich mit der
Ehescheidung befaßt, kann eine gewisse Schwerfälligkeit
heraushören, mit der diese Prozedur vonstatten geht: "..so soll
er ihr einen Scheidebrief schreiben, und in ihre Hand geben,
und sie aus seinem Hause entlassen" (Dt. 24,1), und erst dann:
"daß sie aus seinem Haus gehe" (V.2). Die Auflösung der Ehe
geschieht nicht in einem Schritt, und auch nicht durch bloßen
Ausspruch. Dafür ist ein Schriftstück nötig ("Scheidebrief"), und
dieser Get muß speziell auf den Namen dieser Frau ausgestellt
sein ("ihr... schreiben"), es darf kein Vordruck verwendet
werden. Der Get muß der Frau direkt in die Hand gegeben
werden, und erst dann ist die Verbindung aufgelöst ("entlassen"
seitens des Mannes, "aus seinem Haus gehe" seitens der Frau).

Dieser zweite Vers "daß sie aus seinem Haus gehe; wenn sie
nun geht, und wird eines anderen Mannes" deutet ebenfalls eine
bestimmte Prozedur an, in diesem Fall allerdings die Gründung
einer Familie. Auch hier läßt sich ein bestimmter Rhythmus
heraushören: "gehe, geht, und wird", also nicht auf einen
Schlag. Entsprechend entnahmen die talmudischen Weisen
diesem Vers, daß "das Werden dem Gehen gleiche - wie das
Gehen durch Urkunde erfolgt, ebenso erfolgt das Werden durch
Urkunde" (Kidduschin 5a).

Man könnte glauben, die Verbindung eines Paares sei eine
gefühlsmäßige, kommunikative Erscheinung. Man könnte sie
auch als praxisorientierte Erscheinung auffassen, in der Mann
und Frau ihr gemeinsames Leben zu leben beginnen. Zwischen
den Zeilen der Tora lesen wir jedoch, daß es sich um einen
eher formalen legalistischen Akt handelt. Zum Vergleich: Bei
den sieben Geboten für Nichtjuden (Bnej Noach, "Söhne
Noachs") gibt es so etwas gar nicht. Eine verheiratete Frau im
Sinne der noachidischen Gebote ist eine Frau, die mit ihrem
Mann zusammenlebt. Und eine Geschiedene ist eine Frau, die
nicht mehr mit ihrem Mann zusammenlebt. Die
Ehebruchsgesetze für Bnej Noach, d.h. die verbotenen
Beziehungen, richten sich nach den realen Lebensumständen.
Bei den Geboten für Juden hat das Zusammenleben allein, d.h.
ohne Kidduschin und Heirat einerseits, Scheidung durch Get
andererseits, keine Gesetzeskraft, während die formale
Verbindung volle religionsgesetzliche und gerichtliche Wirkung
hat, auch wenn die Ehe im praktischen Leben niemals zum
Ausdruck kam. Entsprechend gibt es in der Tora den Begriff der
"verlobten Jungfrau", ein Status von größter gesetzlicher
Strenge zwischen Verlobung und Heirat (heutzutage werden
beide Zeremonien im Abstand von wenigen Minuten unter der
Chuppa vorgenommen, früher konnten jedoch mehrere Monate
dazwischenliegen). Das Gesetz - die göttliche Feststellung, daß
jene Zwei ein Paar sind - ist stärker und bedeutsamer als alle
Gegebenheiten des praktischen Lebens (und darum verspricht
G~tt der Gemeinschaft Israels in der Prophezeiung Hoscheas:
"und ich verlobe dich mir auf ewig" [2,21] - ausgerechnet durch
Verlobung).

Die Verbindung des Paares darf nicht mit dem täglichen Leben
beginnen. Zuerst "Wenn ein Mann ein Weib nimmt" (Dt. 24,1),
muß der formale Akt des "Nehmens" ausgeführt werden. Dieser
Akt kann wie gesagt nicht als praktische Tat erklärt werden,
etwa so wie man einen Gegenstand von einem Ort nimmt und
ihn woanders hintut, sondern als Formsache. Dieses Prinzip,
das den Gesetzen der Heirat zugrundeliegt, lernten die
talmudischen Weisen aus dem Vergleich zweier Toraverse, in
denen vom "Nehmen" die Rede ist: einmal obiger Vers, "Wenn
ein Mann ein Weib nimmt", und einmal beim Erwerb des Feldes
Efrons mit der Höhle Machpela durch unseren Vorvater
Awraham: "ich gebe das Geld für das Feld, nimm es" (Gen.
23,13; Kidduschin 2a). Ein Grundstück läßt sich nicht in die
Hand nehmen und von Ort zu Ort tragen. Der rechtliche Status
eines Feldes als Eigentum eines bestimmten Menschen wird
durch einen formalgesetzlichen Erwerbsakt begründet. Die
Existenz einer emotionalen Verbindung zwischen dem
Menschen und seinem Boden, auch wenn sie mit noch so tiefen
romantischen Gefühlen beladen ist, verpflichtet Niemanden,
solange kein gesetzlich verbindlicher Akt vollzogen wurde. So
auch bei der Verbindung von Mann und Frau. Die emotionale
Verbindung, möge sie auch noch so nötig, tief und ehrlich sein,
verpflichtet zu nichts. Sie verpflichtet die Partner nicht, die
Verbindung auf ewig aufrechtzuerhalten und verpflichtet auch
keinen Dritten, sie zu honorieren. Zu diesem Zwecke ist die
gesetzlich wirksame Bindung notwendig, die in sich die
Verpflichtung und das Pflichtgefühl birgt, an der auch die dritte
Seite ("die göttliche Präsenz ruht zwischen ihnen") beteiligt ist -
und keine Änderung im Laufe des Lebens oder der Stimmung
kann diese Bindung aufheben. Das wird nach dem Rabbiner
von Radomesk im Worte "Nehmen" selbst angedeutet, das
durch Umstellen der Buchstaben "nimm G~tt" ergibt.

Aus diesen Gesetzen für das tägliche Leben können wir
nebenbei noch einen tieferen Sinn herausfiltern. So wie die
Heirat nicht nur einen erwerblichen Kaufakt darstellt, sondern
auch der tieferen Verbindung zwischen Mann und Frau zum
Ausdruck verhilft, verhält es sich auch bei der Verbindung
zwischen dem Volk Israel (das in dem genannten
Talmudbeispiel durch Awraham verkörpert wird) und dem Lande
Israel (im Beispiel die Höhle Machpela). Jeder jüdische Mensch,
der ein Grundstück im Lande Israel erwirbt, bringt für uns alle
diese tiefe Verbindung zum Ausdruck (in diesem
Zusammenhang gilt es, an unsere Brüder zu erinnern, die an
ihren Grundstücken im Katif-Gebiet hängen...), besonders,
wenn dieser langersehnte Boden nicht nur mit unserem Geld,
sondern auch mit unserem Blut erworben wurde.

Und noch etwas. Wie wir bei der Auflösung der Ehe sahen,
handelt es sich nicht um einen schnellen, sofort wirsamen Akt,
sondern um eine ganze Prozedur. In der Tora werden zwei Teile
beim Zustandebringen der Eheverbindung angedeutet:
Verlobung [formale, s.o.] und Heirat. Die talmudischen Weisen
fügten eine weitere, notwendige Stufe hinzu: Schidduchin
("Verlobung" im heutigen Sinne). Man wird nicht auf einmal zum
Paar. Das ist ein längerer Prozeß des Aufbauens, der sich auf
gemeinsame Arbeit während eines längeren Zeitraums stützt.
Und wer etwa glaubt, daß dieser Prozeß an einem bestimmten
Datum endet - z.B. bei der Hochzeit - der wir von der Tora eines
besseren belehrt, wo gleich nach den genannten Versen dem
frischgebackenen Bräutigam geboten wird: "Wenn ein Mann ein
neues Weib nimmt,... frei soll er sein für sein Haus ein Jahr und
erfreuen sein Weib, das er genommen" (Dt. 24,5). Wer sich ein
ganzes Jahr lang daran gewöhnt, in die Festigung der
Verbindung zu seiner Frau zu investieren, wird aller Erfahrung
nach auch später nicht davon ablassen...
 
 
 
 
HaRav Aviner

Depressionen

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt

Es tut mir wirklich sehr leid, daß Sie so unter Depressionen
leiden, und ich bete für Ihre Heilung. Wollen wir hoffen, daß
G~tt Ihnen bald vollkommene Heilung schickt. Natürlich mithilfe
der Medikamente, die in diesem Fall seine Sendboten sind. Sie
müssen unbedingt die Medikamente nehmen, die man Ihnen
verordnet. In der Mehrheit der Fälle helfen die Pillen, allerdings
nicht immer. Wir verfügen nämlich über keine genaue Theorie
über die Wirkungsweise dieser Medikamente. Vielmehr stützt
sich ein großer Teil des Wissens auf Versuche. Man versucht,
bis man Erfolg hat. Nur manchmal bleibt dieser ganz aus. So
wie Sie schreiben, probierten Sie viele verschiedene Mittel, die
allerdings keine ausreichende Wirkung zeigten.

In diesem Falle müssen Sie sich mit Ihrer Depression als
Gegebenheit abfinden. Jeder Mensch hat mit seiner Umgebung
und mit sich selbst Probleme. Also haben auch Sie ein Problem.
Sie müssen lernen, damit zu leben und eine innige Beziehung
zu ihrem Problem aufbauen, denn Sie leben mit ihm zusammen,
Sie und Ihre Depression. Das liegt durchaus im Bereich des
Möglichen.

Winston Churchill zum Beispiel, der berühmte britische
Premierminister, litt unter Depressionen. Er war zwar bekannt
als Mensch voller Freude, Lebensmut und Unternehmungsgeist
- doch nur nach außen hin. Innerlich verzehrte ihn die
Depression. Er lernte, mit seiner Depression zu leben, indem er
sich zugunsten seines Volkes in die politische Arbeit stürzte,
sogar zugunsten der ganzen Menschheit, in seinem Kampf
gegen die Nazis. Zwar fügte er uns mit seiner Handhabung des
Palästina-Mandates großen Schaden zu, doch auf dem Gebiet
des Kampfes gegen Hitler erwarb er sich große Verdienste. Zu
einem bestimmten Zeitpunkt im Kriege war das englische Volk
ziemlich verzweifelt, weil seine Luftwaffe die deutschen
Luftangriffe nicht stoppen konnte. Die englischen Abfangjäger
wurden reihenweise abgeschossen. Alle waren deprimiert -
außer Churchill, oder, genauer gesagt, auch er war in so einem
Zustand, nur daß er bereits gelernt hatte, damit fertigzuwerden
und nicht die Kontrolle über sich verlor. Er bewahrte immer
seine geistige Beweglichkeit. Man erzählt von ihm, wie er
manchmal in bereits vorgerücktem Alter in seinem
Parlamentssitz einnickte, und die Umsitzenden sich zuflüsterten:
"Wer braucht denn diesen senilen Alten eigentlich noch?"
Worauf er, ohne sich weiter zu rühren, murmelte: "Und hören tut
er auch nicht mehr". Als er sich vom politischen Leben
zurückzog, stürzte er sich in die Kunst. Das ist das Prinzip:
Auch ein Mensch in den schlimmsten Wirren des Lebens kann
Inseln des Lichtes finden.

Natürlich bringen Ihnen die Menschen in Ihrer Umgebung, die
Sie mit weisen Sprüchen wie "Sei stark, reiß' dich zusammen"
ermutigen, keinen Nutzen - als hätten Sie was von Ihrem
Zustand der Schwäche und der Leiden. Neue Lebensimpulse
werden Sie aber bei sich selbst finden, wenn Sie sie nur
suchen.

Natürlich ist nicht jeder ein Churchill, ich kenne aber viele
depressive Mütter, die sich hingebungsvoll um ihre Kinder
kümmern. Der Wechsel fällt natürlich nicht leicht, vom Zustand
der Mutter, die den ganzen Tag im Bett liegt, zum Zustand der
sich hingebungsvoll um die Kinder kümmernden Mutter.
Manchen gelang dieser Übergang nur stufenweise. Am Anfang
sorgten sie für die Kinder nur zehn Minuten am Tag. Die
restliche Zeit war frei, aber diese zehn Minuten bedeuteten
ehernes Gesetz. So ging es eine Woche lang. In der nächsten
Woche wurden zehn Minuten hinzugefügt, und so weiter, bis
nach anderthalb Monaten eine volle Stunde erreicht war. Man
sollte nichts überstürzen, Hauptsache aber, niemals das Rad
zurückzudrehen, "weil man beim Heiligen erhöht, aber nicht
erniedrigt" (Joma 12b). Nach dieser Rechnung erreicht man
acht Stunden nach einem Jahr, und das Prinzip ist klar.

Hier scheint ein Widerspruch vorzuliegen. Sicher lenkt intensive
Beschäftigung von der Depression ab, aber andererseits fühlt
sich der von Depressionen befallene Mensch in einer Art
Energielosigkeit, von Ängsten verfolgt, seelenmüde und
verzweifelt, unfähig, sich selbst mit dem kleinsten Problem
auseinanderzusetzen, Mangel an Initiative, Interesse und
Willenskraft. Dieser Zustand der Hilflosigkeit selbst zieht Leiden
nach sich und ein gewisses Minderwertigkeitsgefühl. Ein
Teufelskreis also. Wie kommt man da heraus? Eine Möglichkeit
besteht in der genannten Methode des "langsam, aber sicher",
jeden Tag zehn Minuten, die sich langsam steigern und für den
Rest des Tages das Ausruhen gewissermaßen legitimieren.

Ein anderer Ausweg besteht im Sachzwang durch die Realität.
Jemand erzählte mir, daß es in China keine Depression gebe.
Der Durchschnittsbürger arbeitet 16 Stunden am Tag, um etwas
Brot nach Hause zu bringen für seine Frau und das Kind, -
wann hat er da Zeit für Depressionen?! Und wenn ihm plötzlich
seine geliebte Frau stirbt, kann er sich noch nichteinmal eine
depressive Reaktion auf seine verletzten Gefühle und die
Trauer leisten, denn zusätzlich zu seiner Schwerstarbeit muß er
sich jetzt auch noch um das Kind kümmern. Darum, so sagte
man mir, gibt es auf chinesisch kein Wort für "Krise".
Stattdessen sagt man "Herausforderung".

Bezüglich des Rates, den Wohnort zu wechseln, von wegen
"neuer Ort, neues Glück", oder den Namen, um damit auch
einen Persönlichkeitswechsel zu verursachen - bitte glauben
Sie nicht jedem dahergelaufenen Hochstapler, der Ihnen mit
solchen "Eizes" das letzte Geld aus der Tasche zieht und Sie
infolge der unausweichlichen Enttäuschung in noch größere
Depression stürzt. Ein Ortswechsel bringt keinen magischen
Glückswechsel mit sich, sondern gehört in einen anderen
Zusammenhang, wie Maimonides schrieb: "Ferner wandere er
von seinem Heimatort aus, denn Verbannung sühnt Schuld, da
sie den Menschen veranlaßt, sich zu erniedrigen, bescheiden
und demütig zu werden" (Gesetze von der Umkehr 2,4).
Demnach ist es die moralische Auseinandersetzung mit dem
Ortswechsel, die zu einer Änderung der Persönlichkeit führt.
Und ebenso: "daß er seinen Namen ändere, um damit
gewissermaßen zu sagen, ich bin ein Anderer geworden und bin
nicht mehr der Mensch, der jene Handlung begangen hatte"
(ebda.). Auch der Namenswechsel hat keine magische
Wirkung, sondern gibt einer tiefgreifenden inneren Veränderung
den äußerlichen Ausdruck.

Wie verursacht man eine tiefgreifende innere Veränderung in
seiner Persönlichkeit? Durch Beschäftigung mit erhabenen
Zielen, wie Churchill für sein Volk und die Mutter für ihre Kinder.
Es muß nicht unbedingt alles auf einmal verwirklicht werden,
aber Schritt für Schritt.

Und warum es gerade Sie getroffen hat - ich weiß es nicht.
Vielleicht entstand Ihre Depression als Reaktion auf ein
bestimmtes Ereignis, eine Verletzung Ihrer Gefühle, Traurigkeit,
wiederkehrende negative oder ausgeprägte Gefühlswallungen,
seelische Überbelastung, Überarbeitung oder Sorgen. Auf jeden
Fall brauchen Sie Ruhe von jeglicher Bedrückung.

Aber vor allem sehe ich, daß Sie über einen großen Schatz
verfügen, mit dessen Hilfe Sie sich aus Ihrer Lage befreien
können: Sie finden sich nicht mit ihrem Zustand ab, Sie wollen
davon loskommen. Hauptsache wollen, sagte einmal Rabbi
Simcha Bunem aus Pschis-che. Und wenn der Mensch keinen
Willen hat, dann muß er einen wollen. Und wenn selbst das
nicht gelingt, dann muß er wollen, einen Willen zu wollen...

Ich warte auf Sie. Wenn Sie aus Ihrer Depression heraus sind,
geben Sie mir bitte Bescheid - um mir eine Freude zu machen.
 

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