DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
 
 
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT CHUKKAT
Nr. 466
7. Tammus 5764
 

AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 

Diese Woche in der Tora (Num. 19,1-22,1):
Wasser mit Asche der roten Kuh zur Beseitigung von
Leichenunreinheit im Tempel; Mirjam stirbt, Brunnen versiegt,
Volk murrt; Moscheh eröffnet neue Quelle, aber nicht genau wie
von G~tt befohlen; Edom verweigert Durchreise; Aharon stirbt
nach Übertragung der Hohepriesterschaft auf seinen Sohn
Elasar; Kana'aniter greifen an und werden geschlagen; Volk will
kein Manna mehr, Strafung durch Giftschlangen; kupferne
Schlange; Volk singt Loblied; Eroberung von Moaw und
Baschan (Transjordanien und Golan).
 
 
 
Am Schabbes-Tisch...

Zurück zu den Ursprüngen

Rav Asri'el Ari'el
Ortsrabbiner der Siedlung "Ateret"

"Abkoppelung von der Siedlungsräumung - Verbindung mit den
Ursprüngen" - dieser Aufkleber prangt stolz auf vielen
Autofenstern im Lande als deutliche Deklaration der Treue zu
unseren Wurzeln im Katif-Gebiet. Als ich diesen Aufkleber das
erste Mal sah, hob ich noch die Augenbrauen. Welche
"Wurzeln" haben wir denn im Katif-Gebiet bzw. Gasastreifen?
Immerhin kam dort einmal Schimschon ("Samson") zu Besuch,
der die Stadttore als Andenken mitnahm. Es gab Zeiten, in
denen Juden in Gasa lebten, wie z.B. Rabbiner Israel
Nadschara, der Autor des Schabbatliedes Ja ribon, und Nathan
Ha'Asati, und in Kfar Darom. In Gasa befindet sich die größte
antike Synagoge des vorderen Orients. All dies scheint jedoch
etwas entfernt von tiefen historischen Wurzeln, im Gegensatz
zu Jerusalem und Hebron, Schilo und Sch'chem (Nablus).

Eine überzeugende Grundlage für die Berufung auf unsere
historischen Wurzeln im Lande finden wir ausgerechnet in
unserem Wochenabschnitt, der sich mit den ersten Kriegen zur
Eroberung des Landes beschäftigt. Fast nebensächlich erzählt
uns die Tora die Geschichte von Cheschbon, der Stadt Sichons:
"Denn Cheschbon ist eine Stadt Sichon's, Königs des Emori"
(Num. 21,26). Doch war sie das nicht immer gewesen: "denn er
hatte gestritten gegen den früheren König von Moaw, und hatte
sein ganzes Land abgenommen bis zum Arnon" (ebda.). Dem
Volke Israel war verboten, die Länder Ammon und Moaw zu
erobern, doch Cheschbon und Umgebung - obwohl es einmal zu
Moaw gehörte - wurde nicht den Moabitern abgenommen,
sondern den Emoritern, weshalb es als "Land der Emoriter" galt.
Die talmudischen Weisen sagten: "Ammon und Moaw wurden
durch Sichon erlaubt gemacht" (Gittin 38a), d.h., durch die
Eroberung Moaws durch Sichon war es nicht mehr das Land
Moaw, sondern das Land der Emoriter.

Der Talmud lernt daraus einen Rechtsgrundsatz, nämlich daß
ein Land durch kriegerische Eroberung erworben wird. Wenn
allerdings ein Einzelner seinem Nächsten ein Grundstück raubt,
gilt der Grundsatz: "Boden kann nicht durch Raub erworben
werden" und kann unter keinen Umständen oder Bedingungen
Eigentum des Räubers werden. Die kriegerische Eroberung
durch eine Nation unterscheidet sich darin von individuellem
Raub. Das eroberte Land wird zum Eigentum des Eroberers,
und alle Grundrechte der früheren Grundstücksbesitzer gelten
damit als null und nichtig.

Diese Umstände rücken in der Haftara wieder auf die
Tagesordnung, wo wir Zeugen werden von spannenden
Verhandlungsrunden zum Thema "Gebiete gegen Frieden". Der
König von Ammon fordert die historischen Rechte seines Volkes
am Gilead-Gebiet ein. "Weil Israel mein Land genommen, als es
aus Ägypten heraufzog... nun gib es zurück in Frieden" (Richter
11,13). Die Antwort Jiftachs [Richter, Anführer der Juden im
Lande Israel] läßt nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig: Ich
erkenne eure "historischen Rechte" nicht an. "Israel hat nicht
genommen das Land Moaw und das Land der Söhne Ammon...
und so hat denn der Ewige, der G~tt Israels, den Emori
ausgetrieben vor seinem Volke Israel, und du willst es
einnehmen?!" (Richter 11,15/23).

Diese rechtliche Bestimmung - auf die sich Jiftach in seinem
Streit mit den Söhnen Ammons berief - entzieht einer der
fundamentalsten Behauptungen des Zionismus die Grundlage,
nämlich unser historisches Recht am Lande (neben der
einfachen Behauptung, die mir gegenüber ein arabischer
Student aus Rafiach äußerte: Wenn ihr die Anerkennung
historischer Grundrechte fordert, warum gebt ihr das Land nicht
den Kana'anitern zurück? - Und was hätte ich darauf antworten
sollen? Daß die Kana'aniter nicht mehr existieren, um ihr Land
einzufordern, weil wir sie "sowohl gemordet als auch beerbt"
haben?!).

Die Antwort geben zwei unserer Toragrößen - Rabbiner David
Friedmann aus Karlin (Sche'ilat David, Kuntres Haschwi'it) und
der "Chason Isch" (Siebtjahrgesetze 21,5), und beide erwähnen
dasselbe Prinzip. Jedes Volk erwirbt sein Land durch
Eroberung, außer einem: das Volk Israel. Das Eigentum des
Volkes Israel an seinem Lande rührt nicht von der Eroberung
des Landes durch Jehoschua ben Nun her, sondern vom
Schwur G~ttes an unseren Vorvater Awraham beim "Bund der
Opferteile": "Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land..."
(Gen. 15,18). Der Erwerb durch den Bund, dieser göttliche,
ewige Erwerb, besitzt größere Strenge als jede andere Art des
Erwerbes, dem Händewerk Sterblicher, sowohl beim Erwerb
durch Privatleute als auch bezüglich historischer Rechte,
internationaler Abkommen und Deklarationen. Selbst ein im
Lande Israel wohnender Jude kann die Eigentumsrechte an
seinem Feld nicht vollständig an einen anderen übertragen,
auch wenn beide Seiten noch so sehr an dem Geschäft
interessiert sind: "Und das Land soll nicht so verkauft werden,
daß es verfallen bleibe; denn mein ist das Land; denn
Fremdlinge und Beisassen seid ihr bei mir" (Lev. 25,23).

Wenn wir uns von der geplanten "Abkoppelung" distanzieren
wollen, so sind dies die Wurzeln, mit denen wir uns verbinden,
jene Wurzeln, gepflanzt im ewigen Bund zwischen dem G~tt
Israels, dem Volk Israel und dem Lande Israel.
 
 
HaRav Aviner

Religiöser Feminismus

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt

Man muß die feministischen Bewegungen loben, die für die
Rechte der Frau kämpfen. Natürlich für wirkliche Rechte, nicht
für das unsinnige Begehren, dem Manne zu gleichen. Der Mann
braucht nicht der Frau zu gleichen und die Frau nicht dem
Mann. Bekanntlich gibt es in der Tora das Verbot, eine für das
jeweilig andere Geschlecht typische Kleidung anzulegen; jeder
Mann in seinem Lager und jeder Mann bei seiner Fahne, und
jede Frau in ihrem Lager und jede Frau bei ihrer Fahne (frei
nach Num. 1,52).

Darum ist es bedauerlich, wenn es die feministische Bewegung
manchmal in die falsche Richtung zieht, wie zum Beispiel
Minjanim für Frauen, Frauen, die aus der Tora oder die Megilla
vorlesen, Anlegen von Tallit und Tefillin - als ob ihre Seligkeit
von diesen Dingen abhänge.

Manchmal werden obendrein die wahren Streitfragen
vernachlässigt, wie z.B. die Belästigung von Frauen und der
Mißbrauch von Mädchen, von ihren Ehemännern geprügelte,
mißhandelte und erniedrigte Frauen, Mädchen, die von ihren
Vätern oder anderen männlichen Mitgliedern der Familie
ausgenutzt werden, Frauen, die mit Vollzeitarbeit überlastet sind
und sich nicht leisten können, zuhause zu bleiben, aber keine
Halbtagsbeschäftigung finden, Frauen, die keine
Verhütungsmittel benutzen, wenn es erlaubt ist, die keine
rabbanitisch erlaubte Abtreibung vornehmen, die keine
Eheberatung erhalten, die mit der Kindererziehung nicht
klarkommen, die Hilfe bei ihrer Scheidung brauchen,
alleinstehende Mütter, der Handel mit Ausländerinnen zwecks
Prostitution im Lande - alles furchtbare, schwerwiegende
Probleme.

Bezüglich der Streitigkeiten auf dem Gebiet der Halacha
verfügen wir glücklicherweise über die Entscheidung des
berühmten Rabbiners Moscheh Feinstein (1895-1986, USA),
einer der Weltgrößen seiner Zeit, der wie folgt schrieb (Igrot
Moscheh O.C. IV, §49): "Zuerst muß man wissen, daß es zu
den Hauptprinzipien unseres reinen Glaubens gehört, daß die
gesamte Tora, ob schriftliche oder mündliche, vom Heiligen,
gelobt sei er, selber am Berge Sinai durch unseren Lehrer
Moscheh, Friede sei mit ihm, gegeben wurde, und es ist
unmöglich, auch nur ein Deut daran zu ändern, nicht zur
Erleichterung, und nicht zur Erschwerung".

Es kommt schon ab und zu vor, daß die Weisen eine
Sonderregelung treffen oder eine Bestimmung erlassen, aber
nur unter zwei Bedingungen: 1) Sie behaupten nicht, daß ihre
Regelung direkt aus der Tora stammt, sondern geben bekannt,
daß es sich um eine rabbanitische Verordnung handelt, um
einen Mißstand zu beheben oder um ein Toraverbot außer
Reichweite zu rücken; 2) die Weisen des Sanhedrins hatten die
Macht, Verordnungen für das jüdische Volk in allen
Generationen zu treffen, aber heutzutage haben Rabbiner diese
Macht "nur an ihrem Ort und nur für kurze Zeit".

Und nun sehen wir, daß die Tora die Frauen von den an eine
bestimmte Zeit gebundenen Geboten befreite. Wenn G~tt dies
so angeordnet hat, ist das ein Zeichen, daß es so recht und gut
ist. Die Gebote der Tora haben verborgene Bedeutungen, tief
wie das Meer, und es gibt auch offenbarte Bedeutungen. Auf
den Frauen "lastet die Aufzucht der Jungen und Mädchen, und
diese Arbeit ist G~tt und der Tora am Wichtigsten", darum
"erleichterte er ihnen, sie nicht zum Torastudium und zu den
zeitlich bedingten Geboten zu verpflichten". Diese Worte von
Rabbiner Feinstein stützen sich auf Äußerungen der Rischonim
(siehe Wochentagsgebete, Rabbiner David Awudraham, Kol bo
§73).

Darum "nützt kein Krieg, denn es gibt keine Macht, sogar mit
Einverständnis der ganzen Welt auch nur irgendetwas zu
ändern, und die Frauen, die sich darauf versteifen und kämpfen
und Änderungen bewirken wollen, werden als Widerspenstige
gegen die Tora angesehen".

Vielleicht möge jemand glauben, es soll doch gar keine
Änderung der Tora bewirkt werden, denn es ist den Frauen ja
erlaubt, auch die Gebote der Tora zu erfüllen, zu denen sie
nicht verpflichtet sind, und es steht ihnen dafür Lohn zu, und
nach der Ansicht der Aschkenasim dürfen sie sogar den
Segensspruch "...der uns geboten hat..." darüber sprechen, so
wie es unser Brauch ist bei Schofar und Lulaw. Warum sollte es
einer Frau also nicht erlaubt sein, einen Tallit zu tragen, der
allerdings eine besondere, der weiblichen Kleidung angepaßte
Form haben müßte, um nicht das Verbot des Tragens von
Männerkleidung zu übertreten?

Hierbei nun kommt Rabbiner Feinstein zum Kernpunkt unserer
Frage: "Es versteht sich von selbst, daß dies nur gilt, wenn sie
sich in ihrer Seele danach sehnt, Gebote zu erfüllen, auch wenn
sie nicht dazu verpflichtet wurde; da aber diese Absicht nicht
vorliegt, sondern dem Groll auf G~tt und gegen seine Tora
entspringt, handelt es sich dabei überhaupt nicht um
Gebotserfüllung, sondern im Gegenteil um die Übertretung
eines Verbotes, das Verbot der Ketzerei, indem sie bestimmte
Gesetze der Tora für änderungsbedürftig hält, und schlimmer
noch, daß sie dies durch Taten untermauert".

Es hängt alles von der Einstellung ab. Wenn die Frau glaubt,
Moscheh und seine Tora seien die Wahrheit, die ganze
schriftliche und die ganze mündliche Tora, bis hin zum letzten
Paragraphen, daran glaubt, daß G~tt sie in seiner Weisheit von
bestimmten Geboten befreit hat, ihr aber ein Schlupfloch ließ,
diese Gebote zu erfüllen, wenn sie dies wünscht - dann erhält
sie dafür Lohn. Wenn sie allerdings einen Groll gegen die Tora
hegt, und weil sie glaubt, da sich die Zeiten geändert haben, sei
die Tora nicht mehr zeitgemäß und ein Update nötig - dann
handelt es sich um Ketzerei.

Diese Worte muß man im Zusammenhang mit dem sehen, was
Rabbiner Moscheh ben Maimon ("Maimonides") an anderer
Stelle schreibt: "Nachdem die Einsetzung eines Königs Gebot
ist, warum war der Heilige, gelobt sei er, es nicht zufrieden, als
[das Volk] einen von Schmu'el verlangte? Weil sie aus Groll
verlangten, und nicht darum baten, um ein Gebot zu erfüllen,
sondern weil sie vom Propheten Schmu'el genug hatten, wie es
heißt: 'denn nicht dich haben sie verschmähet, sondern mich
haben sie verschmähet' (Schmu'el I, 8,7)" (Gesetze von
Königen und Kriegen 1,2). Ebenso im Talmud: "Die Ältesten des
Zeitalters forderten wie es sich gehört, wie es heißt: gib uns
einen König, der uns regiere (Schmu'el I, 8,6); die Leute aus
dem gemeinen Volke aber arteten aus, denn es heißt: wir
wollen allen anderen Völkern gleichen, und unser König soll uns
Recht sprechen und unser Anführer sein" (ebda. V.20;
Sanhedrin 20b). Wie gesagt: auf die Einstellung kommt es an.

Um zum Thema zurückzukommen, wie entgegnet man
eigentlich dem Groll dieser Frauen bezüglich der Ungleichheit
von Mann und Frau in der Tora? Deutet denn die Befreiung von
vielen Geboten nicht auf eine bestimmte Minderwertigkeit? Um
G~ttes willen, antwortet Rabbiner Feinstein: "Man muß wissen,
daß dies nichts mit einer niedereren Stufe der Heiligkeit der
Frauen als die der Männer zu tun hat. Was die Heiligkeit betrifft,
gleichen sie den Männern, in Hinblick auf die sie betreffende
Verbindlichkeit der Gebotspflicht, denn nur aus der Heiligkeit
des Volkes Israel entspringt der Befehl zu den Geboten".
Zusammenfassung: Von seiten der Heiligkeit des Volkes Israel
gibt es keinen Unterschied zwischen Mann und Frau, und weil
die Gebote dieser Heiligkeit entstammen, haben die Frauen
daran anteil, auch wenn sie ihnen nicht geboten wurden, und sie
können sie ausführen.

Rabbiner Feinstein fährt fort: "Auch den Frauen wurden alle
Verse der Heiligkeit gesagt unter den ersten Bedingungen bei
der Übernahme der Tora, so sollt ihr mir ein Eigentum sein, ihr
sollt mir ein heiliges Volk sein; sprich zum Hause Jakov, damit
sind die Frauen gemeint (Raschi), und verkünde den Kindern
Israel, damit sind die Männer gemeint (Raschi), ...und ihr werdet
heilig sein, ...seid heilig, ..denn ein heiliges Volk bist du dem
Ewigen deinem G~tt, und an jeder Stelle, wo von Heiligkeit
Israels die Rede ist, gilt das auch für die Frauen. Und darum
sprechen auch die Frauen den Segensspruch ...der uns durch
seine Gebote geheiligt hat, genau wie die Männer, auch über
die Gebote, zu denen sie die Tora nicht verpflichtet hat, nur weil
es eine Erleichterung ist, für die G~tt seine Gründe hat, der den
Frauen wie erwähnt erleichtern wollte, aber nicht, g~ttbehüte,
wegen irgendwelcher Minderwertigkeit. Und was die
Verpflichtungen zwischen dem Mann und seiner Frau angeht,
gibt es die Pflicht des Respektes des Mannes gegenüber seiner
Frau und der Frau gegenüber ihrem Manne ohne jeglichen
Unterschied. Es gab viele Frauen, die Prophetinnen waren, und
für sie gelten genau die gleichen Prophetengesetze wie für ihre
männlichen Kollegen, und in vielen Dingen wurden sie in der
Tora, und mehr noch in den Worten der talmudischen Weisen
lobend erwähnt, mehr als die Männer, und es ist nicht als
Mißachtung ihrer Würde oder sonst etwas anzusehen, daß sie
vom Torastudium und von den zeitabhängigen Geboten befreit
sind, und es gibt überhaupt nicht den geringsten Grund,
dagegen einen Groll zu hegen".

Heiligkeit - ja. Prophetie - ja. Anteil an Tora und Geboten - ja.
Gegenseitiger Respekt - ja. Änderungen an den heiligen
Bräuchen Israels - nein.

Rabbiner Feinstein beendete seine Worte folgendermaßen: "Es
gilt..., mit Nachdruck und Stärke auf seinem Standpunkt zu
bestehen, der den Gesetzen der Tora entspricht, nämlich gegen
jede Änderung irgendeines der heiligen Bräuche Israels zu
protestieren".
 
 

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