DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
 
 
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT BESCHALLACH
Nr. 446
15. Schwat 5764

Schabbat Tu Bi'Schwat

AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 

Diese Woche in der Tora (Ex. 13,17 - 17,16):
Ägypter verfolgen die Kinder Israels nach dem Auszug; Spaltung
des Schilfmeeres; Übergang der Israeliten, Untergang der
Ägypter; 2 Lobgesänge; erste Beschwerden; Man ("Manna");
freitags doppelte Menge, reicht auch für Schabbat; wiederum
Zank um Trinkwasser; Moscheh schlägt den Felsen; Überfall der
Amalekiter; Gebot, Amalek in allen Generationen zu bekämpfen.
 
 
 
Am Schabbes-Tisch...

Keine Verhandlungen mit dem Bösen

Rav Se'ev Karov
Leiter der Jeschiwa in Karnej Schomron

Der Auszug aus Ägypten wurde von G~tt "höchstpersönlich"
dirigiert. Er schlug die Ägypter mit den Plagen, er versenkte
Pharao mit Ross und Reiter im Meer. "Der Ewige wird für euch
streiten und ihr möget still sein" (Ex. 14,14), sagte Moscheh zu
den Kindern Israel, und so geschah es auch.

Im Gegensatz dazu gab es beim Krieg gegen Amalek ein
ausdrückliches Gebot zu kämpfen. "Und Moscheh sprach zu
Jehoschua: Wähle uns Männer und ziehe aus, streite gegen
Amalek" (Ex. 17,9). Hier heißt es nicht "Der Ewige wird für euch
streiten und ihr möget still sein", sondern "ziehe aus, streite".

Woher dieser Wandel? Warum erfolgte ausgerechnet gegen
Amalek der ausdrückliche Befehl "ziehe aus, streite"?

Die Verwunderung steigt nur noch weiter, wenn man sich die
Worte G~ttes an Moscheh am Ende des Wochenabschnittes
vergegenwärtigt: "Schreibe das zum Andenken in das Buch, und
lege in die Ohren Jehoschuas, daß ich rein auslöschen will das
Gedächtnis Amaleks unter dem Himmel" (Ex. 17,14). Offenbar ist
es doch G~tt, der Amalek auslöschen wird, und warum befahl er
dann "ziehe aus, streite"?

Amalek repräsentiert den Ursprung alles Schlechten auf der Welt.
"Da kam Amalek und stritt gegen Israel" (Ex. 17,8). Warum kam
Amalek zum Kampf gegen Israel? Hatten ihn die Israeliten etwa
gestört oder unerlaubt sein Gebiet betreten? Amalek "riecht" die
Moralbotschaft Israels für die Welt schon im voraus, und diese
stört ihn. Er symbolisiert den Willen, die Welt moralisch zu
versumpfen und in einen kalten und entfremdenden Ort zu
verwandeln. Das Böse will die Welt um jeden Preis verfinstern.

Daher das so bedeutsame und umfassende Gebot, Amalek
sowohl zu bekämpfen und auszulöschen als auch an seine Taten
zu erinnern und sie nicht zu vergessen. Solange noch das Böse in
der Welt existiert, bleibt sie ein Ort der Finsternis und der
Verseuchung.

Dem Bösen darf man in nichts nachgeben oder mit ihm
Verhandlungen führen. Jegliche Nachgiebigkeit auf diesem Gebiet
und jede Rücksichtnahme festigen seinen Halt in der Welt, die
dadurch Schaden nimmt. Das bekam König Scha'ul zu spüren, als
er sich Amaleks erbarmte.

Das Gebot, zu erinnern und niemals zu vergessen, entstammt
dem festen Willen, die Welt in Reinheit zu erhalten und sie vor
einem Wiederaufleben des Bösen zu schützen.

Dieses Gebot widerspricht keineswegs einer der fundamentalen
Eigenschaften des jüdischen Volkes, "Barmherzige Nachkommen
von Barmherzigen". Einerseits wurde das jüdische Volk zur
Barmherzigkeit und zur Mildtätigkeit erzogen, dem Willen
entsprechend, die Eigenschaften des Schöpfers nachzuahmen,
über den es heißt: "sein Erbarmen ist über all seine Werke"
(Psalm 145,9). Die talmudischen Weisen lehrten uns bereits: "wie
er gnädig und barmherzig ist, sei auch du gnädig und barmherzig"
(Schabbat 133b). Diese Eigenschaft hat sich tief in die jüdische
Natur eingeprägt, seit über den Vorvater der Nation Awraham
gesagt wurde: "Du wirst... Gnade erweisen Awraham" (Micha
7,20). Andererseits wurde uns geboten, gegenüber Amalek
keinerlei Barmherzigkeit zu zeigen. Hier liegen keine zwei
widersprüchlichen Gebote vor, sondern Weisungen, die einander
ergänzen. Wer der Welt Gutes tun will, wer an Erhebung
interessiert ist, muß mit voller Macht das Böse bekämpfen. Das
Gebet an den hohen Feiertagen "..und alle Bosheit wird wie Rauch
vergehen" muß ihren Ausdruck in der Praxis entsprechend
unseren Kräften finden, nach den Weisungen der Tora.

"Solange die Geschichtsbücher der Menschheit den Häuptern der
Helden des Schwertes Siegeskränze winden, solange die Würger
und Mörder des Glückes des Menschen nicht der Vergessenheit
anheimfallen, werden Generationen der Söhne mit Achtung auf die
Größen der brutalen Gewalt schauen, und ihr Andenken wird den
Willen erwecken, es ihnen durch Taten von Gewalt und Huld
gleichzutun" (Rabbiner S.R.Hirsch).

Auch wenn wir die genaue Identität Amaleks nicht kennen und wir
nicht dem Gebot unterliegen, seine Nachkommenschaft zu
vernichten, so ist es uns dennoch geboten, das Böse zu
bekämpfen, und jede Schwäche hinsichtlich des Bösen ist ein
Verbrechen gegen die Moral, das die Welt verfinstert.

Verhandlungen mit dem Bösen, Nachgiebigkeit, auch um
irgendeinen Nutzen zu erzielen, oder aus Barmherzigkeit, gibt den
Bösewichten der Welt das Gefühl der Anerkennung der
Richtigkeit ihrer Methoden und einen Sieg über jene
Nachgiebigen. Neben der Tatsache, daß das Böse sein Haupt
erhebt, wird die moralische Reinheit der gegen das Böse
Nachgiebigen und mit ihm Verhandelnden befleckt. Jeder, der
gegen die Grausamen Barmherzigkeit zeigt, übt am Ende
Grausamkeit gegen Barmherzige. Es kann nicht sein, daß ein
menschliches Verhalten gegenüber dem Bösen und den
Grausamen nicht irgendwelche Einflüsse auf die sich so
Verhaltenden zeitigt. Wer dem Bösen Raum läßt, wird selber
böse.

Der kompromißlose Kampf gegen das Böse auf der Welt ist ein
langwieriger Kampf mit Höhen und Tiefen. Uns ist die Vernichtung
Amaleks geboten, doch nach der Natur der Dinge auf der Welt
wird es uns nicht gelingen, ihn vollständig zu beseitigen. Der
endgültige Sieg über Amalek wird nur mithilfe des Heiligen, gelobt
sei er, errungen; "daß ich rein auslöschen will das Gedächtnis
Amaleks unter dem Himmel".
 
 
HaRav Aviner

Das Hüten des Mundwerks (I)

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt

Es gibt viel zu verbessern, viele Taten, viele Eigenschaften, wir
alle haben etwas zu verbessern, wir alle müssen reumütige
Umkehr tun, jeden Tag. "Kehre einen Tag vor deinem Tode [zum
Ewigen] zurück" (Mischna "Sprüche der Väter" 2,10) - weiß denn
der Mensch, wann er sterben wird?! Vielmehr kehre er jeden Tag
zurück.

Am Wichtigsten aber ist das Hüten des Mundwerks. Manche
"Umkehrer", die von nun an ein religiöses Leben leben wollen,
sündigten viele Jahre lang, bis sie sich eines Tages entschlossen,
zum rechten Weg zurückzukehren, und suchen Mittel, zu sühnen
und sich zu bessern: Fasten. Psalmen lesen, Gelübde. Rabbiner
Elijahu ("der Gaon") von Wilna empfahl dazu zwei Dinge vor allen
anderen: Torastudium und das Hüten der Zunge (Toßfot Ma'aße
raw). Das Torastudium hilft dem Menschen in allen Lebenslagen
und beleuchtet seinen Weg - und gleichzeitig das Hüten des
Mundwerks.

Die üble Nachrede ist der gefährlichste Schädling menschlicher
Gesellschaft, tödlich für die ganze Nation, verursacht Streit und
Schmutz in unvorstellbaren Ausmaßen. Der zweite Tempel wurde
wegen allgegenwärtiger übler Nachrede zerstört. Der Talmud
bezeichnete diesen Sachverhalt mit "grundlosem Haß" (Joma 9b),
wie der "Chafez Chajim" in der Einleitung seines Buches zeigt.
(Rabbiner Israel Me'ir Hakohen aus Radin, nach seinem Werk der
Gesetze gegen die üble Nachrede "Chafez Chajim" genannt, lebte
vor ca. 100 Jahren). Grundloser Haß findet in übler Nachrede
seinen Ausdruck.

Bei Josef ben Matitjahu gibt es Schilderungen, wie Einer den
Anderen anschwärzte und über ihn herzog, sowohl auf
persönlicher als auch auf politischer Ebene. Manche Leute
würden auf persönlicher Ebene nie ein schlechtes Wort über den
Nächsten äußern, was aber das öffentliche Leben angeht,
erlauben sie sich, ganze Gruppen, Strömungen und Parteien in
den Schmutz zu ziehen. Auf diese Weise zersetzen sie die
Nation, schrieb der "Chafez Chajim" in der Einleitung, und
verursachen himmlische Anklage gegen das Volk Israel.
Zerstörerische Kräfte, antinationale Bakterien, lösen es auf.

Darum ist das Hüten des Mundwerks so außerordentlich wichtig.
In der Jeschiwa "Merkas Harav" war unser Lehrer, Rabbiner Zwi
Jehuda Kuk, für Freiheit des Lernens. Jeder Schüler durfte lernen,
was er wollte, wie er es wollte, mit wem er wollte und wann er
wollte, natürlich innerhalb des allgemeinen Rahmens des
Jeschiwestudiums. Aber ohne Zwang - bis auf eine Ausnahme:
jeden Mittag eine halbe Stunde die Gesetze vom Vermeiden der
üblen Nachrede. Als einmal diese Regel immer weniger
Beachtung fand, hörte er auf zu unterrichten und begann zu
fasten. Seine Schwester, die ihm den Haushalt führte, fragte ihn
über den Grund seines Verhaltens. Er erklärte: "Wenn jemand
Himmelsfurcht besitzt, werden seine Worte gehört; meine Worte
werden aber nicht gehört, also ein Zeichen, daß mir
Himmelsfurcht fehlt und ich nicht würdig bin, zu unterrichten. Ich
muß reumütige Umkehr tun und fasten". Unser Lehrer sah das
Studium des Vermeidens übler Nachrede für wichtiger an als alle
anderen ethischen Werke zusammengenommen.

Das Buch "Chafez Chajim" besteht genaugenommen aus zwei
Büchern: 1. "Chafez Chajim" - Gesetze, 2. "Schmirat Halaschon"
[wörtl. das Hüten der Zunge] - die moralischen Aspekte. Beide
sind notwendig: die Gesetze, damit man weiß, was erlaubt und
was verboten ist, und die moralischen Aspekte zum Anreiz, die
Gesetze auch anwenden zu wollen. Wer den zweiten Teil lernt,
weiß nicht nur, daß üble Nachrede an sich schlecht ist, sondern
sie widert ihn an, er kann gar nicht mehr so reden.

"Chafez Chajim" - Gesetze: Manche Leute behaupten, es handele
sich dabei nur um Verschärfungen, nur für besonders Fromme,
"man darf doch reden!" - Ihnen wird in diesem gelehrten Buch in
ausführlicher Weise bewiesen, daß hier nicht Verschärfungen
vorgebracht werden, sondern reguläre, für alle Juden gültige
Gesetze. Ich wundere mich über Leute, die beim koscheren
Essen genau aufs Gesetz achten, ja sogar bestimmte Hechscher
verlangen, aber überhaupt nicht die Gesetze der üblen Nachrede
beachten. Ich wundere mich über Leute, die es mit den
Schabbatgesetzen peinlich genau nehmen, mit dem Hüten des
Mundwerks aber gar nicht. Besonders verwunderlich ist, daß es
sich dabei um ernsthafte Menschen handelt! Sind diese Gesetze
doch nicht weniger streng, sondern eher mehr! Die talmudischen
Weisen bestimmten: Diese Gesetze wiegen in ihrer Bedeutung
Blutvergießen, Götzendienst und verbotene
Geschlechtsbeziehungen auf (Archin 15b). Welche Beweise
brauchen sie noch?! Das sind doch schon die schwersten
Sünden!

Darüberhinaus gibt es Leute, bei denen die üble Nachrede schon
zur festen Gewohnheit wurde, ("Ba'alej Laschon Hara"; siehe
Maimonides "Mischne Tora", Sittengesetze, 7.Kap.). Tagtäglich
brauchen sie ihr Quantum übler Nachrede - durch Radio,
Fernsehen und Zeitung. Unermeßliche Mengen übler Nachrede,
als ob den Journalisten üble Nachrede erlaubt wäre. Absolute
Gesetzlosigkeit. Man behauptet, die Öffentlichkeit habe ein "Recht
auf Information". Woher stammt diese Idee? Das Recht der
Öffentlichkeit auf Ernährung, auf Unterhalt, auf Arbeit, auf
Lebensstandard, auf Torastudium. Sie hat allerdings kein Recht,
zu wissen, was beim Nachbarn vorgeht. Wenn man über Sie, den
Journalisten, oder über Sie, der Sie dessen Produkte
konsumieren, öffentlich schlechte Dinge verbreitete, wären Sie
darüber glücklich? Was du nicht willst, das man dir tu, das füg'
auch keinem andern zu. Das ist die ganze Tora, auf den
einfachsten Nenner gebracht (siehe Schabbat 31a). Bevor Sie mit
dem ganzen Buch "Chafez Chajim" durch sind, beherzigen sie
ersteinmal dieses Sprichwort. Das reicht aber nicht auf Dauer.
Darum muß man sich hinsetzen und alle Gesetze lernen (ebda.).
Wer aber diese Regel konsequent anwendet, hat die Hauptarbeit
schon geschafft. Jedesmal bevor Sie etwas tun oder sagen wollen
- Halt! Parole! - Wären Sie glücklich, wenn man mit Ihnen
verfährt, wie sie es gerade vorhaben?

Üble Nachrede ist eine schwere Krankheit, eine Krankheit der
Psyche, eine Krankheit des Geistes. Zur Zeit der Tora hätten Sie
davon eine Hautkrankheit bekommen. Ihre Charakterschwäche
wäre damals für jedermann offen sichtbar gewesen. Ein verfaulter
Charakter breitet sich nach außen hin aus, bis daß die Haut
verfault, sogar die Kleidung, sogar die Wände. Entferne dich aus
der Stadt, bevor deinetwegen die ganze Gesellschaft verfault.
"Außerhalb des Lagers sei seine Wohnung" (Lev. 13,46). Doch
wir geben Sie nicht auf, Sie sind ja ein Jude. Der Priester wird Sie
behandeln.

Wenn Sie so begabt im Kritisieren sind, dann haben wir einen Job
für Sie: richten Sie diese Begabung auf sich selber. Sitzen Sie
draußen vor dem Lager, dort gibt es über niemanden zu reden,
dort können Sie über sich selbst üble Nachrede reden und
reumütige Umkehr tun.

Die vielen Weisungen, die wir in den Büchern moralischer
Erbauung finden, sollen nicht anderen Leuten unter die Nase
gerieben werden, sondern dienen dem Eigengebrauch.

Wer Laschon Hara redet, bei dem ist etwas innerlich faul, darum
drückt er sich so aus. Die talmudischen Weisen zogen dazu einen
Wortvergleich heran: Mezora (der Aussätzige) = mozi schem ra
(erzählt Lügen über jemanden) (Talmud jeruschalmi, Sota 2.Kap.,
Hal.1). Wenn er es nicht in sich hatte, wie kann er es dann
hervorbringen?! Vielmehr drängt der Aussatz von innen nach
außen.

Wie kann man nun seine Innenwelt reparieren? Das ist möglich,
aber keine leichte Arbeit. Man muß von außen anfangen und erst
lernen, Mund und Lippen zu beherrschen; das wirkt sich dann auf
den Geist aus und reinigt schließlich den Charakter.

Warum, werden nun Manche fragen, ist denn gerade das Hüten
des Mundwerkes so furchtbar wichtig, es gibt doch noch andere
wichtige Themen und schlechte Eigenschaften zu verbessern?!
Das stimmt wohl, doch Laschon Hara überragt alles. Wenn
jemand lernt, seine Zunge zu beherrschen, wirkt sich das
segensreich auf seine ganze Persönlichkeit aus.

Im alten Rom gab es hohe Strafen für Verleumdung: hohe
Geldstrafen, Gefängnis, Exil, Zwangsarbeit. Die Römer waren
zwar verdorben, wußten jedoch genau, daß man jemanden wegen
verbaler Gewalt genau wie wegen physischer Gewaltanwendung
vor Gericht stellen muß. Die Römer strebten nicht unbedingt nach
einer idealen Gesellschaft, doch das Prinzip der ausgleichenden
Gerechtigkeit war in ihren Gesetzen verankert. Wer Laschon Hara
redet, muß teuer bezahlen! Selbst jene Nichtjuden verstanden den
Ernst dieser Sache. (Fortsetzung folgt)
 

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