DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
 
 
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT BALAK
Nr. 467
14. Tammus 5764

Dienstag, 17. Tammus - Fasttag
Beginn der "Drei Wochen"
 
 

AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der ehemaligen Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 

Diese Woche in der Tora (Num. 22,2-25,9):
Balak, König von Moaw, fürchtet Invasion der Kinder Israels und
läßt Bil'am, den nichtjüdischen Propheten, kommen, um durch
dessen Flüche das Schicksal abzuwenden; auf der Reise
mißhandelt Bil'am seine Eselin, und sie beschwert sich; auf
G~ttes Befehl segnet Bil'am die Israeliten, statt zu verfluchen,
zu Balaks Mißfallen; das Volk macht sich an die Moabiterinnen
ran, göttliche Strafung durch Seuche; Pinchas, Enkel Aharons,
beendet das Treiben durch Aufspießen des Anführers und
seiner midjanitischen Gefährtin.
 
 
Am Schabbes-Tisch...

Es liegt in unsrer Hand...

Rav Se'ev Karov
Leiter der Jeschiwa in Karnej Schomron

Im Talmudtraktat Brachot (S. 12b) wird erzählt, daß die
talmudischen Weisen den Wochenabschnitt "Balak" dem
täglichen Schma-Gebet hinzufügen wollten, wegen der
Belastung der Öffentlichkeit aber davon absahen. Worin besteht
die große Bedeutung dieser Parscha?

Der Wochenabschnitt "Balak" lehrt uns drei Grundprinzipien des
Glaubens.
Das erste: Es liegt in den Händen des Einzelnen und des
Volkes, auf sein Leben Einfluß zu nehmen und selbst
gegen die normalen und gängigen Strömungen
vorzugehen. Manchmal fühlt sich der Mensch machtlos, über
sein Leben zu herrschen und die Richtung seines Lebensweges
zu bestimmen. Er fühlt sich den Beschränkungen der Realität
und vielleicht des Schicksals unterworfen. Da kommt G~tt und
sagt zu Bile'am: "Geh mit ihnen!" (Num. 22,20). Die
talmudischen Weisen lernen daraus, daß G~tt den Menschen
auf den Weg leitet, auf dem er zu wandeln wünscht (Makkot
10b). Auch wenn der Mensch nur ein kleines Rädchen ist,
verglichen mit der gesamten Existenz fast nicht vorhanden, hilft
der Schöpfer dem Menschen, den Weg zu gehen, den er sich
gewählt hat.

Diese Entscheidungsfreiheit, die uns der Schöpfer gewährt, hilft
uns bei unseren Taten und trägt in gewisser Weise zum Erfolg
unserer Wahl bei. Bile'am hatte zwar keinen Erfolg, Israel zu
verfluchen, allerdings gelang es ihm, durch seinen Rat
Verderbnis zu säen: "Und das Volk fing an zu buhlen mit den
Töchtern Moaws" (Num. 25,1).

"Wenn wir sagen, daß der Mensch nicht alleine ist, daß er von
der ganzen Welt Einfluß aufnimmt, so übt er doch Einfluß auf
sie aus, und sein Einfluß ist einzig und mächtig... d.h. nicht nur
jener beschränkte Einfluß, da wir sehen, wie der Mensch die
Kräfte der Natur bezwingt und nach seinem Willen nutzt, den
Dampf, das Feuer, das Wasser, den Strom, die alle seinem
Wort gehorchen, sondern auch das Wesen der Welt... steht in
einer Beziehung der Unterwerfung zu ihm und der
Aufsichnahme des Einflusses - so würde es die Lehre des
Verborgenen ausdrücken" (Rabbiner A.J. Kuk). Demnach gibt
es eine verborgene Wirkung der menschlichen Taten, neben
der, die wir offensichtlich erkennen können.

Das zweite Grundprinzip: Es gibt eine Grenze für das
menschliche Vermögen, seine Bestrebungen zu
verwirklichen. Das Resultat des Folgens seines Weges kann
entsprechend der göttlichen Moral und Gerechtigkeit
unterschiedlich ausfallen. Die Welt ist nicht sich selbst
überlassen. Die Menschen können die Welt nicht zerstören und
die Ziele des Schöpfers zunichtemachen. "Viele Gedanken sind
im Herzen des Menschen, aber der Ratschluß des Ewigen, der
hat Bestand" (Sprüche 19,21). G~tt berücksichtigt die
Gedanken des Menschen und seinen Willen, und er ermöglicht
diesem Willen die tätliche Umsetzung, doch die endgültigen
Konsequenzen werden vom Schöpfer der Welt bestimmt.
Bile'am gelang es, eine bestimmte Schwäche Israels
auszunutzen, doch sein Hauptanliegen, die Vernichtung Israels,
vermochte er nicht zu verwirklichen. Entsprechend kann auch
eine Regierung ihren Willen bekunden und Entscheidungen
verabschieden, aber das ist noch nicht "das letze Wort". Vorher
muß die Hürde des göttlichen Willens genommen werden. Das
Gerede von endgültigen, "unwiderruflichen"
Regierungsentscheidungen hält weder der Prüfung durch die
Realität noch der durch Wahrheit und Glauben stand.

Das dritte Grundprinzip: Der Mensch muß mit G~tt
zusammenarbeiten. Die einflußreichsten Taten des Menschen
sind jene, die dem Willen G~ttes entsprechen: "Erfülle seinen
Willen wie deinen Willen, dann wird er deinen Willen wie seinen
Willen erfüllen" (Mischna "Sprüche der Väter", 2.Kap.). So läßt
sich vielleicht der Schlußvers der Haftara erklären:
"...demutsvoll [wörtl.: verborgen] vor deinem G~tt zu wandeln"
(Micha 6,8) - auf jedem Weg, den du wandelst, verberge darin
deinen G~tt. Damit ist gemeint, das Ziel deines Weges und
deiner Taten sei auf den Willen des Schöpfers gegründet.
Es liegt in unseren Händen, aber mit G~ttes Hilfe.
 
 
Frage und Antwort

Unser Erlöser lebt

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt

Frage: Manche Rabbiner sagen, es werde keinen Rückzug
geben. Bekanntlich waren die gleichen Sprüche vor dem
Rückzug aus dem Sinai zu hören, die zu einer spirituellen Krise
führten. Woher also diesmal diese große Zuversicht, daß es
keinen Rückzug geben werde? Vielleicht handelt es sich dabei
um göttlichen Willen, und es kann gar nicht anders kommen?

Antwort: Die Aussage "Es wird keinen Rückzug geben" ist kein
Zauberspruch, der auf magische Weise wirkt. Es reicht nicht,
wenn Wenige so reden, selbst Rabbiner, vielmehr muß das
Volk das sagen. Ein Volk kann seine Meinung geschlossen,
einstimmig sagen, meistens jedoch beginnt ein Ideal bei einer
Minderheit und breitet sich langsam in der Nation aus. Früher
einmal hielt man jeden für übergeschnappt, der sich einen
eigenen jüdischen Staat vorstellte. Langsam aber sicher faßte
diese Idee Fuß, und darum haben wir heute einen eigenen
Staat.

G~ttseidank sind wir nicht alleine. G~tt bereitet uns den Weg,
indem er unfaßbare Wunder bei der Wiedererstehung unserer
Nation geschehen läßt: der Aufbau des Landes, die
Einsammlung der Verstreuten, die Gründung des Staates Israel,
die militärischen Erfolge, die Wiedervereinigung Jerusalems und
die Rückkehr der Tora in ihre natürliche Heimstatt.

Die göttliche Oberlenkung wirkt allerdings in Anpassung an die
Gelenkten. G~tt "läßt den Wind wehen und den Regen fallen",
aber wer nicht sät, kann auch keine Ernte erwarten. So war es
z.B. während des zweiten Tempels, als G~tt über den
Propheten verkünden ließ: "Juble und freue dich, Tochter Zion;
denn siehe, ich komme und throne in deiner Mitte, ist der
Spruch des Ewigen" (Secharja 2,14). Doch dann kam es nicht
so, weil das Volk nicht dem Ruf zur Rückkehr ins Land folgte,
wie Rabbiner Jehuda Halevi erklärte. "...denn die Göttlichkeit
kommt über den Menschen nur entsprechend, wie er sich dafür
vorbereitet hat - wenn wenig, wenig, und wenn sehr, sehr"
("Kusari" 2,24). Was für eine historische Chance wurde damals
verpaßt!

G~ttseidank haben wir diesmal unsere Chance nicht verpaßt
und folgen dem Ruf zur Rückkehr nach Zion, und durch die
große Gnade G~ttes werden wir erlöst. Im Großen und Ganzen
haben wir unsere Chance nicht verpaßt, aber hier und dort
schon ein wenig. Die göttliche Gabe der Sinai-Halbinsel mit dem
Gebiet um Jamit haben wir verpaßt. Zu dem göttlichen
Ausspruch, es werde keinen Rückzug geben, haben wir unsere
Ohren verstopft. Diesmal wird es uns jedoch vergönnt sein, zu
erfüllen: "Alles, was der Ewige geredet, wollen wir tun und
gehorchen" (Ex. 24,7), und uns vergegenwärtigen, daß unser
Erlöser lebt.

Frage: Vielleicht sollten wir gar nicht um den Verbleib im Katif-
Gebiet kämpfen? Die spirituelle und moralische Lage des
jüdischen Volkes befindet sich z.Zt. auf dem Tiefpunkt, und
vielleicht werden wir deswegen bestraft. Nach der Sünde der
Kundschafter berichtet uns die Tora von der Sünde der
Trotzigen, die nunmehr mit Gewalt in das Land einwandern
wollten, doch weil G~tt dagegen war, scheiterte ihr
Unternehmen, und sie wurden bestraft. Vielleicht ist G~tt auch
jetzt nicht mit unserer Anwesenheit im Lande zufrieden, und alle
unsere Mühen beruhen auf einem Irrtum?

Antwort: Was für eine Verleumdung G~ttes und seines Volkes!
Seit 120 Jahren schon baut das jüdische Volk sein Land mit
großer Opferbereitschaft für die Einwanderung, für die
Besiedlung und für die Armee - und das nennt sich "Tiefpunkt
der spirituellen und moralischen Lage"! Seit 120 Jahren wirkt
G~tt Erlösung für sein Volk durch große Wunder, alles blüht und
gedeiht, und das soll ein Zeichen sein für Unzufriedenheit
G~ttes mit uns?! Allerdings gibt es Komplikationen und
Probleme. Niemand hat uns versprochen, alles an einem Tag zu
erledigen. Dafür braucht man Glauben und Geduld. "Wer hat
solches gehört, wer dergleichen gesehen? Wird kreissen
gemacht ein Land an einem Tage, oder geboren ein Volk mit
einem Male? Daß schon gekreisst, auch geboren hat Zion ihre
Kinder?" (Jeschajahu 66,8). Manchmal wird eine Geburt von
Wehen begleitet, aber g~ttseidank gibt es dann eine Geburt.
"Sollte ich erschließen den Mutterschoß und nicht gebären
lassen? spricht der Ewige; oder sollte ich, der Zeugende,
verschließen? spricht dein G~tt" (ebda. 9), denn unser Erlöser
lebt.

Frage: Konzentrieren wir uns nicht zu sehr auf das Land Israel
und vernachlässigen andere, nicht weniger wichtige Themen?
Warum organisieren wir keine Demonstrationen gegen die
öffentliche Entweihung des Schabbat, gegen den Verkauf von
Schweinefleisch oder gegen gesellschaftliche Ungerechtigkeit?

Antwort: Wie wahr. Man muß an allen Fronten kämpfen, in
Wirklichkeit aber sind alle zusammen nur eine einzige Front,
nämlich für G~tt und sein Volk Israel. Das Land Israel wiegt die
ganze Tora auf - aber das befreit uns nicht von der Einhaltung
der ganzen Tora, sondern beflügelt uns zur Einhaltung der
ganzen Tora. Darum dürfen wir nicht von der Front für das Land
Israel ablassen, sondern müssen andere Fronten hinzunehmen,
"weil man beim Heiligen erhöht, aber nicht erniedrigt" (Joma
12b). Keine Angst, wir haben dafür genug Kraft, denn unser
Erlöser lebt doch.

Frage: Nach den Worten unseres Regierungschefs ist die
Mehrheit des Volkes für ein Verlassen des Katif-Gebietes.
Eigentlich können wir doch nicht gegen den Willen des Volkes
ankämpfen. Das Volk ist müde, dazu dem ständigen Druck der
Massenmedien in dieser Angelegenheit ausgesetzt, kurz
gesagt, unser ganzer Kampf ist für die Katz.

Antwort: Natürlich laufen alle unsere Unternehmungen mit dem
Volk, nicht gegen das Volk. Doch ist die Weltgeschichte und die
israelische Geschichte voll von entscheidenden Einflüssen von
Minderheiten auf historische Prozesse. Auch unsere
Staatsgründung verdanken wir einer Minderheit des jüdischen
Volkes. Ganz davon abgesehen, daß die Grundannahme nicht
stimmt. Das Volk ist nicht müde; das wurde bei der durch die
gesamte Bevölkerung gehenden Unterstützung für den Kampf
gegen die neueste Intifada deutlich. Vielmehr ist unser
Regierungschef müde. Es stimmt auch nicht, daß die
Massenmedien einen so entscheidenden Einfluß ausüben - die
zwischenmenschliche Kommunikation hat sich als wesentlich
stärker entpuppt, wie bei der Abstimmung der Likud-Mitglieder
deutlich wurde. Eine Minderheit mit starker Geisteshaltung hat
keine Angst vor Zahlen. Besonders, wo unser Geist der Geist
G~ttes ist, der auf seiner Nation ruht, denn unser Erlöser lebt.

Frage: Vielleicht sollten wir eine Alternative zum Plan der
"Abkoppelung" vorschlagen? Wir können nicht immer nur "Nein"
sagen, sondern müssen eine andere Lösung aufzeigen.
Vielleicht sollte man Kompromisse eingehen, vielleicht in
bestimmten Dingen nachgeben, um an anderer Stelle zum Ziel
zu gelangen, z.B. vereinzelte Siedlungen aufgeben, damit uns
die großen Siedlungsblöcke erhalten bleiben?

Antwort: Natürlich können wir eine Alternative bieten, sogar
eine ganz vorzügliche: Das Land Israel dem Volk Israel! Wir
erobern ja weder den Jemen noch Marokko, sondern kehren
bloß in unser eigenes Land zurück. Was ist an dieser Idee so
schlecht, auf deren Verwirklichung wir schon zweitausend Jahre
warten? Das Land Israel dem Volk Israel! Das ist eine überaus
moralische, religiöse, nationale, göttliche und realistische Idee.
Nun gibt es aber Nachbarn bei uns, die uns zusetzen? So ist
das überall auf der Welt. In Frankreich leben zwischen acht und
zwölf Millionen Araber. Na und? Deswegen werden sich die
Franzosen doch nicht auch nur vom kleinsten Stückchen ihres
Landes zurückziehen! In Frankreich und in den USA geschehen
mehr Morde als bei uns. Es stimmt, es gibt Terror, es gibt aber
noch schlimmere Dinge, für die nicht an den Grundfesten des
Staates gerüttelt wird, wie z.B. Verkehrsunfälle, jedes Jahr 600
Tote, oder Passivrauchen, dieses Jahr 1500 Todesopfer. Die
israelischen Verteidigungsstreitkräfte (Zahal) bekämpfen den
Terror ausgezeichnet und mit großer Opferbereitschaft, und
dies muß auch unserem Regierungschef als Verdienst
angerechnet werden, und mit den passenden Weisungen kann
Zahal noch besser durchgreifen. Wir dürfen uns vom Terror
nicht beeindrucken lassen, wir kehren in unser Land zurück,
denn unser Erlöser lebt.

Frage: Dürfen Teile des Landes Israel, die derzeit nicht von
Juden bewohnt werden, unter arabische Herrschaft gegeben
werden?

Antwort: Was für ein perfider Gedanke! Im Gegenteil,
unbewohnte Gebiete müssen an Juden gegeben werden, damit
sie diese besiedeln! In diesem Zusammenhang gibt es drei
Gebote: Einwanderung, Besiedlung und Ererbung, d.h.
israelische Staatshoheit. Wenn wir das Gebot der Besiedlung
nicht erfüllen, heißt das noch lange nicht, daß wir das Gebot der
Ererbung nicht zu befolgen brauchen. Im Gegenteil, wir müssen
dem noch hinzufügen, "weil man beim Heiligen erhöht, aber
nicht erniedrigt", denn unser Erlöser lebt.

Frage: Muß eine religiöse Partei die Regierungskoalition
verlassen, wenn die Regierung gegen den Willen G~ttes
vorgeht, die Tora ignoriert und das Land Israel aufgibt? Oder
sollte man weitermachen, um seine politische Macht zu
bewahren?

Antwort: Die Überlegungen einer Partei von Himmelsfürchtigen
über den Verbleib in der Regierung orientieren sich am Nutzen:
wo nützt die Partei mehr - drinnen oder draußen? Auch wenn
die Lage weniger als rosig aussieht, braucht man deswegen
noch nicht ins Oppositionslager zu wechseln, vielmehr muß man
sich bemühen, die Fehler auszumerzen. Demnach ist es unter
normalen Umständen besser, in der Regierung zu bleiben. In
der heutigen Situation übt eine himmelsfürchtige Partei nur
minimalen Einfluß aus, und durch ihr Zaudern schwächt sie den
Geist der Nation, indem sie an furchtbaren Entwicklungen Anteil
hat. Im Gegensatz dazu hebt sie die Moral, wenn sie die
Koalition verläßt, und eröffnet die Möglichkeit, kämpfend die
Nation spirituell Stufe um Stufe zu erheben, und das ist
bestimmt dem bißchen politischer Macht vorzuziehen. Denn
unsere Stärke liegt nicht in politischer Macht, sondern im Geist -
weil unser Erlöser lebt, lebt, lebt!
 

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