DAS ZENTRUM FÜR
JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Anschrift: Sderot Hame'iri 2, Kirjat Mosche
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Ausgabe: R. Plaut
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-Archiv der
"Betrachtungen"
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den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT BEHAR-BECHUKKOTAI
Nr. 460
24. Ijar 5764
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen
Oberrabbiner Israels
- Israelfreundliche
Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Lev. 25,1-27,34):
Gesetze des Siebentjahres, des Joweljahres
(alle 50);
Bodenrecht; Auslösung des Verarmten;
Zinsverbot; Sklaven-
und Arbeitsrecht; Götzenverbot; Schabbat
heiligen; Wohlstand
und Frieden bei Gebotsbeachtung, Armut,
Tod und Exil bei
Nichtbeachtung; Geldgegenwerte von dem
Tempel geheiligten
Personen und Sachwerten.
28. Ijar: Jom Jeruschalajim
Der
Stand der Dinge...
|
Am Tage der Befreiung der Westmauer ("Klagemauer", "Kotel")
war es Rabbiner Zwi Jehuda Kuk und Rabbiner David Kohen,
genannt "Hanasir", vergönnt, unter den Ersten zu sein,
die zur
Westmauer gelangten, zusammen mit den
Fallschirmspringertruppen, die den Tempelberg befreit hatten.
Damals verkündete Rabbiner Kuk mit Nachdruck: "Wir sind
nach Hause gekehrt, und von hier rücken wir nicht fort!". Wir
alle fühlten eine spirituelle Erhebung. Der historische Ausruf:
"Der Tempelberg ist in unserer Hand!", von Motta Gur, dem
Kommandeur der Fallschirmspringer, bewegte die Herzen der
Juden im Lande und auf der ganzen Welt. In jenen
Augenblicken war die Entschlossenheit im Ausruf Rabbiner
Kuks schwer zu verstehen, "und von hier rücken wir nicht fort!",
bedrohte uns denn etwa irgendjemand?! Waren wir doch
gerade erst dorthin zurückgekehrt. Allerdings heißt es:
"Wer ist
weise? Weise ist, wer die Folgen voraussieht" (Tamid 32a).
Rabbiner Zwi Jehuda sah tatsächlich die Folgen voraus. Er sah
voraus, daß unsere Feinde ringsherum und die Völker der
Erde
sich nicht mit der Tatsache unserer Heimkehr abfinden werden,
daß der Tempelberg und Jerusalem in unserer Hand sind.
Seitdem bekämpfen sie uns, bis auf den heutigen Tag, und
bemühen sich, uns g~ttbehüte aus Jerusalem zu vertreiben.
Sei
es durch Krieg, wie z.B. der Jomkippurkrieg, sei es durch
Intifada oder durch den gefährlichsten Krieg, die
"Friedensinitiativen", bei dem sie die Schwäche eines Teils
unserer Regierungspolitiker zu ihrem Vorteil ausnutzen, wobei
sie nur ein einziges Ziel verfolgen: Jerusalem zu erobern und
die Stadt dem jüdischen Volk zu rauben.
Nach dem Stand der Dinge geht der Kampf um Jerusalem
ununterbrochen weiter und findet seinen Ausdruck auch im
Streit um unsere Herrschaft über andere Teile des Landes, im
Katif-Gebiet, in Jehuda und Schomron, Golan, Galil, Negev
usw. Es gehört zu unseren Pflichten, unser Land zu verteidigen,
es aufzubauen, es zu stärken, darum zu kämpfen und an allen
seinen Gebieten festzuhalten. Woher werden wir den Mut und
das Selbstvertrauen schöpfen, für unser Land und Jerusalem
zu
streiten und zu kämpfen? Wenn wir uns und der Welt die wahre
historische und kosmopolitische Aufgabe Jerusalems
vergegenwärtigen: Jerusalem ist das Herz der Nation und das
Herz der Welt, "..denn dein Name wird genannt über deine
Stadt und über dein Volk" (Daniel 9,19). Über Jerusalem und
das Volk Israel offenbart G~tt seine Güte in der Welt, nach den
Worten unseres Lehrers Moscheh: "Laß mich doch
hinübergehen, daß ich sehe das schöne Land, das jenseits
des
Jordan, diesen guten Berg und den Lebanon" (Dt. 3,25) -
Raschikommentar: "diesen guten Berg: das ist Jerusalem, und
den Lebanon: das ist das Heiligtum".
Jerusalem ist ein Berg des Guten. Jerusalem ist das Licht der
Welt. Und dafür kämpfen wir gegen die Söhne der Finsternis
-
für das Gute und die Offenbarung des göttlichen Lichtes auf
der
Welt, und in Jerusalem werden wir diejenigen besiegen, die die
Welt verfinstern wollen, wie es heißt: "und der Sieg, das ist
Jerusalem" (Brachot 58a), Jerusalem ist der Sieg Israels
(MaHaRSchA-Kommentar).
In Freude über die Freude Jerusalems, und in Erwartung der
vollkommenen Errettung,
Rav Dov Begon
| Am
Schabbes-Tisch...
Ihr werdet eure Feinde verfolgen Rav Se'ev Karov
|
Dieser Satz, aus einem Vers (Lev. 26,7) unserer Parscha, sieht
leicht verständlich und gewöhnlich aus. Wenn es um Feinde
geht, die uns verfolgen und uns Schaden zufügen wollen,
werden wir sie verfolgen und schlagen, wie es heißt: "Wer
kommt, dich zu töten, komme ihm zuvor und töte ihn"
(Sanhedrin 72a).
Wenn wir uns aber die Verse einmal genauer betrachten,
erkennen wir einen ganz anderen Zusammenhang: Das Volk
Israel wohnt sicher in seinem Lande, und es erfüllt sich an ihm
"Und ich werde Frieden geben in das Land... und das Schwert
soll nicht durch euer Land gehen" (Lev. 26,6).
Trotz dieses Zustandes fährt die Tora fort: "Und ihr werdet eure
Feinde verfolgen, und sie werden fallen vor euch durch das
Schwert. Und es verfolgen fünf von euch hundert, und hundert
von euch verfolgen eine Myriade..." (V.7-8).
Wenn wir sicher im Lande wohnen und das Schwert nicht durch
unser Land geht, warum kämpft das jüdische Volk weiter? Wer
sind denn unsere Feinde, wenn kein Schwert durch unser Land
geht?
Einige der Kommentatoren erklären dazu, daß hier von einem
inneren Frieden die Rede ist, vom Frieden der Juden
untereinander. Alle Parteien werden vereint sein und in Frieden
miteinander auskommen. Der Krieg gegen die äußeren Feinde
aber geht weiter.
Der heilige "Or Hachajim" erklärt folgendermaßen:
"Unverständlich - nachdem [G~tt] Frieden und Sicherheit
versprach, wie kann es dann noch heißen und ihr werdet eure
Feinde verfolgen?
Vielmehr will er sagen, was er versprach, nämlich daß die
Völker Israel nicht schaden und nicht töten, aber nicht
umgekehrt... und das ist die Hauptsache bei dem wunderbaren
Versprechen, daß man nicht sage, Frieden und Sicherheit
bedeute, daß auch Israel nicht den Völkern schade und töte...
und was die Schrift jene Feinde nannte - will sagen Feinde
G~ttes; die Bösewichte der Völker heißen Feinde
G~ttes und
unsere Feinde".
Es gibt einen Krieg um Sicherheit, und es gibt einen Krieg um
moralische Werte. Beim Sicherheits-Krieg geht es darum, die
Sicherheit der Bekriegten zu stärken und die Gefahr von ihnen
zu entfernen. Dieser Krieg endet mit der Beseitigung der
Bedrohung.
Es gibt aber eine Art Krieg, die dem Willen entstammt, eine
moralische Bedrohung aus der Welt zu schaffen, die die Welt
verschmutzt und zerstört. Es gibt Leute, die moralisches Gift
in
der Welt verbreiten und die moralische Existenzgrundlage der
Welt bedrohen.
"Vertreibe alles Böse wie Rauch" (aus dem Gebet der hohen
Feiertage) bedeutet sowohl Gebet als auch eine
Herausforderung.
Es gibt derartige Bösewichte, bei denen es keinen Spielraum für
Verhandlungen gibt, noch nicht einmal für Dialog. Der einzige
Kontakt mit ihnen kann nur ihre Verfolgung und Vernichtung
sein. Eine Unterbrechung des Kampfes gegen sie wird als
Kapitulation der Moral ausgelegt. Ein Arrangieren mit solchem
Bösen bedeutet Arrangieren mit seinen Methoden.
Nur wessen Sinn für Moral "eingeschlafen" ist, kann solche
Bösewichte als seine Partner ansehen.
Manche sagen: "Frieden schließt man mit Feinden". Das ist
richtig. Es gibt aber auch Feinde, mit denen man keinen Frieden
schließt. Auch wenn das Schwert nicht durch unser Land geht,
müssen wir sie verfolgen und für ihren Fall sorgen.
Irgendwelche Verhandlungen mit Bestien, die auf ihre Fahnen
den Mord an Frauen, Kindern und Säuglingen geschrieben
haben, mit jenen, die Videofilme von der Tötung von Säuglingen
anfertigen, und nicht aus Versehen oder durch Zufall, bedeuten
eine furchtbare moralische Verirrung.
Als im Staate Israel eine harte und bittere Debatte über die
Annahme von Wiedergutmachungszahlungen aus Deutschland
geführt wurde, handelte es sich um das Deutschland nach dem
Kriege, das wenigstens nach außen hin seine Taten sühnen
wollte. Aber Abkommen abschließen und Verhandlungen führen
mit den Mördern selber und mit jenen, die alles daransetzen,
welche Juden auch immer zu töten?!
Wer ist es, der sich einen Friedensschluß mit Kreaturen
vorstellen kann, die mit Kindermord prahlen?! "Wenn ihr nach
meinen Gesetzen wandelt" (Lev. 26,3), wenn ihr auf euch
nehmt, den Wegen der göttlichen Moral zu folgen, wenn ihr
soviel Verstand habt, diesen Wegen auch zu folgen, wenn es
schwerfällt und nicht angenehm, aber moralisch richtig ist, dann
könnt ihr ein vollkommenes Leben leben und werdet von alleine
die Notwendigkeit des "und ihr werdet eure Feinde verfolgen"
verstehen. Erst dann "werde ich meine Wohnung unter euch
setzen... Und ich werde wandeln unter euch und werde euch ein
G~tt sein, und ihr sollt mir ein Volk sein" (ebda. 11-12).
| Frage
und Antwort
Freiheitsliebe Rav Schlomo Aviner
|
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Frage: Ich liebe die Freiheit. Nicht weil ich so genußsüchtig
wäre, sondern als Idealist, ich sehe in der Freiheit ein höchstes
Ideal - nicht aber im Brechen des Menschen durch eine Last
von Befehlen und Geboten.
Antwort: Es stimmt - die Einhaltung von Tora und Geboten ist
mit einem gewissen Zerbrechen verbunden. Der Mensch kann
nicht immer nur sein persönliches Interesse im Sinn haben,
vielmehr gibt es Pflichten im Leben, die er in Liebe aufsichnimmt
und dafür einen Preis zu zahlen bereit ist. Wie schon der Sohar
feststellte, "wahre Gerechte sind bereit, sich für die Ehre des
Heiligen, gelobt sei er, zu zerbrechen".
Natürlich gibt es kein Ideal von Schwäche und Unterwürfigkeit
gegenüber seinen Trieben. Es gibt kein Ideal, seinem Trieb
sklavisch zu dienen und sich in jede Richtung treiben zu lassen,
wohin er einen zieht. Rabbi Jehuda Halevi [aus der Periode der
Rischonim] schrieb: "Knechte der Zeit, Knechte der Zeit sind
sie. Nur ein Knecht G~ttes allein ist frei" (Lieder), denn er ist
seiner Seele treu, seiner selbst, seinem Ebenbild G~ttes. Die
talmudischen Weisen sagten: "Die Bösewichte sind ihren
Herzen hörig,... und die Gerechten - ihr Herz hört auf sie"
(Bereschit raba 34,10). Der Bösewicht läuft allem nach, was
ihm
sein Herz vorschlägt, ohne Gut und Böse zu unterscheiden.
Der
Gerechte hingegen, der sein Herz beherrscht, weiß, wann
zuzustimmen und wann abzulehnen, wann er seinen Trieb
brechen muß.
Es gibt aber eine noch höhere Stufe. Nicht den Trieb zu
brechen, sondern ihn zu bessern, zu konvertieren, ihn zu
mildern und mit dem Heiligen zu verbinden. Nicht auf dem
Wege des Krieges, sondern des Friedens. "Wenn der Ewige
Wohlgefallen hat an Jemandes Wandel, läßt er auch seine
Feinde mit ihm Frieden machen" (Sprüche 16,7). Ein erhabener
Dienst ist das, im Trieb den guten Funken zu sehen und ihn
dem Heiligen zurückzuführen. Nehmen wir zum Beispiel einen
streitsüchtigen Menschen. Dieser folge nicht unkontrolliert
diesem seinen bösen Trieb, sondern spanne ihn ein für folgende
Aufgaben: 1. Im Für und Wider beim Torastudium, 2. Im Kampf
gegen den bösen Trieb - seinen eigenen. Diesen Gipfel erreicht
man nicht so schnell, den Rabbiner A.J.Kuk den "Geraden"
nennt, gegenüber dem "Eroberer", es lohnt sich aber, auf jeden
Fall den Weg zu beginnen, auch wenn er sich in die Länge
zieht. Die Tora schwächt die Kräfte des Menschen - aber nur
am Anfang, am Ende gibt sie ihm Mut und Stärke. Dieser Weg
paßt in unsere Generation. Weiter schrieb Rabbiner Kuk: "Die
Unterwürfigkeit vor der G~ttheit... enthält weder Schmerz
noch
Selbstverleugnung, sondern Freude und Auferstehen,
Selbstbeherrschung und innere Kraft, gekrönt von aller
Schönheit" (Orot S.125).
[MJ105]
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