DAS ZENTRUM FÜR
JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
![]() |
Anschrift: Sderot Hame'iri 2, Kirjat Mosche
IL - 91032 Jerusalem ISRAEL Tel. +972 2 6511906 Fax +972 2 6514820 http://www.machonmeir.org.il |
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 2) 6519 780
e-mail: kimizion@012.net.il
separate Homepage:
http://www.kimizion.org
-Archiv der
"Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag'
den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT BERESCHIT
Nr. 431
29. Tischri 5764
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der ehemaligen
Oberrabbiner Israels
- Israelfreundliche
Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Gen. 1,1-6,8):
Schöpfung, Adam und Chawa, Schlange,
Vertreibung aus dem
Garten Eden, Kain und Hewel, die Generationen
bis Noach,
Planung der Sintflut.
Der
Stand der Dinge...
|
Bezugnehmend auf den ersten Mord der Weltgeschichte
schrieb Rabbiner Jehuda Halevi (zählt zu den Rischonim):
"Um
dieses Land [Israel] entbrannte der Streit und die Eifersucht,
zuerst zwischen Hewel ("Abel") und Kain, die klären wollten, wer
die Nachfolge Adams als Kernpunkt der Menschheit anzutreten
auserwählt sei, und damit auch der rechtmäßige Erbe
des
Landes wäre und damit aufs Engste mit der G~ttheit verbunden,
sein Bruder hingegen nur eine leere Hülse; und dann geschah,
was geschah: Hewel wurde getötet und das Königtum blieb
verwaist, wie es heißt: 'Und Kain ging weg vom Angesichte des
Ewigen' (Gen. 4,16) - das heißt, von diesem Lande, denn so
sprach Kain: 'Siehe, du vertreibst mich heute von diesem
Boden, und vor deinem Angesichte muß ich mich bergen' (ebda.
V.14)" (Kusari II,14).
Nach dem Stand der Dinge hat sich seit dem ersten Mord, des
Kain an Hewel, wegen des Neides und des Willens, über das
Land Israel zu herrschen, nicht viel geändert: Seit
Jahrtausenden morden die diversen Kaine die Juden aus
demselben Grunde: wegen der Eifersucht und dem Unwillen,
sich mit der Existenz des jüdischen Volkes abzufinden - dem
auserwählten Volk, G~ttes Wort in die Welt zu bringen - im
Allgemeinen, und mit seiner Herrschaft über das Land Israel im
Besonderen. Doch ebenso wie Kain aus dem Lande vertrieben
wurde, so auch alle Hasser Israels, sei ihnen kein Stützpunkt
und kein Bestehen im Lande Israel!
Das Hauptargument der Araber und ihrer Unterstützer, die
Israelis seien ein "eroberndes Volk", und "Eroberung verdirbt"
als Rechtfertigung für den Mord an Säuglingen, Kindern, Frauen
und Greisen, ja ganzen Familien, möge G~tt ihr Blut rächen,
ist
eine alte Lüge, die der Raschikommentar bereits zu Beginn der
Tora erwähnt: "Wenn die Völker der Welt zu Israel sprechen
sollten, ihr seid Räuber, denn ihr habt die Länder der sieben
Nationen eingenommen, so antworten sie ihnen, die ganze Erde
gehört dem Heiligen, gelobt sei Er. Er hat sie erschaffen und
dem gegeben, der gerecht in Seinen Augen (Jirmijahu 27,5)".
Das Land Israel wurde ausschließlich dem jüdischen Volk
gegeben, wie es heißt: "An jenem Tage schloß der Ewige
mit
Awram einen Bund und sprach: Deinen Nachkommen gebe ich
dieses Land" (Gen. 15,18). Nur durch jüdische Herrschaft über
alle Teile des Landes wird die Erlösung kommen, der Segen,
die Freude und das Licht für die gesamte Menschheit. Und die
Söhne der Finsternis, die sich gegen die Söhne des Lichtes
erheben, wie Kain gegen Hewel, werden wie Rauch verwehen.
In Erwartung der vollkommenen Erlösung,
Rav Dov Begon
| Frage
und Antwort
Tora und gute Eigenschaften Rav Schlomo Aviner
|
![]() |
Frage: Wie kommt es, daß man aus Kreisen des Torastudiums
manchmal von unmoralischen Verhaltensweisen hört? Die Tora
sollte doch aus jedem automatisch einen guten Menschen
machen!
Antwort: Das ist ein sehr schmerzlicher Punkt, der in den
Bereich der "Entweihung des heiligen Namens" (Chilul
Haschem) gehört. Die talmudischen Weisen sagen: Wenn ein
Mensch Tora lernte, aber kein moralisches Verhalten an den
Tag legt, keinen milden Umgangston pflegt, sondern verletzt,
beleidigt und über andere Leute herzieht, wenn man sich im
Geschäftsleben nicht auf ihn verlassen kann und er das in ihn
gesetzte Vertrauen mißbraucht, wenn er lügt und betrügt
und
seinen Zahlungsverpflichtungen nicht pünktlich nachkommt -
was sagen die Leute von ihm? Wehe dem, der Tora lernte,
wehe seinem Vater, der ihn Tora lehrte, wehe seinem Rabbiner,
der ihn Tora lehrte, seht jenen, der Tora lernte, wie abstoßend
seine Taten sind! Dadurch ergibt sich eine Entweihung des
heiligen Namens, weil die Leute sagen: Was ist denn seine
ganze Tora denn überhaupt wert! Wenn aber jemand Tora
lernte, milden Umgangston pflegt und man sich auf ihn
verlassen kann, dann sagen die Leute von ihm: Glücklich ist
derjenige, der Tora lernte, glücklich sein Vater, der ihn Tora
lehrte, glücklich sein Rabbiner, der ihn Tora lehrte, und der
Name G~ttes wird geheiligt (Joma 86a; Maimonides, Gesetze
von den Grundlagen der Tora, Ende des 5. Kap.).
Eine schwere Frage also. Wie kann jemand Tora lernen, aber
nicht Anständigkeit? Das liegt an der Vielfalt der Tora. Wer sich
in ein bestimmtes Gebiet vertieft, weiß damit noch nichts von
einem anderen Gebiet. Wer die Schabbatgesetze studiert,
kennt sich dadurch noch lange nicht in der Kaschrut aus, und
wer Kaschrut lernt, weiß dadurch noch lange nicht über die
Anständigkeit und die guten Charaktereigenschaften Bescheid.
Was man nicht lernt, weiß man auch nicht. Zum Beispiel klagte
der Prophet Jirmijahu bitterlich: "Die Handhaber des Gesetzes
wußten nichts von mir [von G~tt]" (2,8), sie wissen viele
großartige, heilige Dinge, doch von G~tt wollen sie nichts
wissen, denn sie lernten nicht die inneren Prinzipien des
Glaubens. In den Anmerkungen zum Gesetzeswerk des Rabbi
Moscheh ben Maimon (Maimonides) schrieb Rabbiner Awraham
ben David (RaAvaD), daß es zu seiner Zeit große Rabbiner
gab, die G~tt irrtümlich eine gewisse Körperlichkeit beimaßen
(Gesetze von der Umkehr, 3.Kap., Hal.7). In den Tikkunej Sohar
erscheint der Begriff von der "trockenen Tora", wenn man sich
nicht mit den inneren Prinzipien des Glaubens beschäftigt
(Tikun 30).
Man muß also lernen, um zu wissen. Wohl sind die Dinge in der
Tora miteinander verwoben, "aus einem Guss", sozusagen, und
durchsetzt von Morallehren und guten Eigenschaften, doch muß
man sich manchmal besondere Mühe geben, um die Dinge
herauszufiltern. Darum verfaßte Maimonides eine spezielle
Schrift zur Besserung der Eigenschaften, die sog. "Acht Kapitel"
[Einleitung zu seinem Kommentar der Mischna "Sprüche der
Väter"], und verließ sich nicht auf die übrigen Lehren
der Tora.
Er schrieb dort u.a., wenn sich der Mensch nicht
ununterbrochen mit der Kontrolle und Verbesserung seiner
Eigenschaften beschäftigt, läuft er Gefahr, auf diesem Gebiet
zu
scheitern. Er bringt dazu ein exzellentes Beispiel vom
Oberhaupt aller Propheten und Weisen, dem Auserwählten des
Menschengeschlechtes aller Generationen, unserem Lehrer
Moscheh, der wegen seines Ausrufes "Höret doch, ihr
Widerspenstigen" (Num. 20,10) schließlich in Zorn geriet [eine
der von G~tt besonders kritisierten schlechten Eigenschaften]
(4.Kap.).
Auch Rabbiner Moscheh Chajim Luzatto klagte lautstark über
die Angewohnheit, sich wohl mit den verschiedenen heiligen
Gebieten der Tora zu beschäftigen, dabei aber das Studium der
guten Charaktereigenschaften zu vernachlässigen. Woran liegt
das? Wollte etwa jemand behaupten, diese seien unwichtig?!
Keinesfalls, über deren herausragende Bedeutung sind sich alle
einig - nur hält man allgemein ein gezieltes Erlernen von guten
Eigenschaften für überflüssig, weil jeder von frühester
Kindheit
an bereits über sittliches Verhalten Bescheid wisse. Nur leider
stimmt das nicht. Moralisches Verhalten ist eine Wissenschaft
für sich, die gründlich erlernt werden will, so wie die
Himmelsfurcht eine zu erlernende Weisheit darstellt (aus der
Einleitung zu "Messilat Jescharim", "Der Weg der Frommen").
Darum kann es durchaus gerechte und gelehrte Toraschüler
geben, die sich auf diesem Gebiet nicht auskennen. In der
Jeschiwa von Rabbi Akiva zum Beispiel brachten die Schüler
füreinander nicht den nötigen Respekt auf (Jewamot 62b).
Da
gab es üble Nachrede und ein Herziehen einer über den
anderen (MaHaRSchA zur Stelle). Und das, obwohl von Rabbi
Akiva der bekannte Ausspruch stammt: "Liebe deinen Nächsten
wie dich selbst - das ist eines der Grundprinzipien der Tora"
(Talmud jeruschalmi Nedarim, 9.Kap., 4.Hal.), nur ist gar nicht
sicher, daß sie dies von ihm lernten. Sicher besserte seine
Erziehung jene, die mit stark negativen Veranlagungen
begannen, brachte sie aber nicht zu vollkommener
Charakterbesserung. Einmal war einer seiner Schüler krank,
aber niemand kam ihn besuchen. Da trat Rabbi Akiva ein und
säuberte und fegte das Zimmer. Da sprach der Schüler: "Rabbi,
du hast mir das Leben wiedergegeben!" Seltsam - der Rabbiner
kommt zu Besuch, aber nicht die Schüler!
Was man nicht lernt, weiß man auch nicht. Aber auch Lernen
allein reicht nicht, man muß das Erlernte auch in die Tat
umsetzen, um nicht in solch ernste Lagen wie Do'eg der
Edomiter zu geraten, dem "Obersten der Hirten" (Schmu'el I,
21,8), d.h. Vorsitzender des Sanhedrins (Raschikommentar) -
der üble Nachrede verbreitete (Sanhedrin 93b, Raschi). Nach
den talmudischen Weisen existierte seine Toraweisheit nur von
den Lippen auswärts (ebda. 106b). Das Lernen guter
Eigenschaften alleine reicht also nicht, wenn sie nicht in den
Charakter eindringen.
Einmal bat jemand seinen Bekannten um einen Gefallen. Der
reagierte wütend: "Siehst du nicht, daß du störst?!
Ich bin mitten
im Verfassen eines Buches über die Mildtätigkeit!".
Man muß sich sowohl für das Studium der guten Eigenschaften
Zeit nehmen, wie auch für die eigene Besserung. Genau dafür
wurde das Buch "Der Weg der Frommen" verfaßt: Zuerst lernt
man die entsprechende Eigenschaft unter ihren allgemeinen
und speziellen Aspekten, was dem Erlernen anderer Themen
ähnelt, dann allerdings lernt man über die Wege zum Erwerb
dieser Eigenschaft, und dann über das Vermeiden allerlei
störender Einflüsse, die zum Abnutzen dieser Eigenschaft
führen, denn nicht alles, was wir erst einmal erworben haben,
bleibt uns für immer erhalten. Ersteinmal muß man den Wert
guter Eigenschaften und deren tätliche Umsetzung im täglichen
Leben lernen, und dann braucht man praktische Anweisungen
für die Arbeit, diese Eigenschaften zu einem organischen
Bestandteil der Persönlichkeit zu machen.
All dies benötigt Zeit. Man sieht es einem Menschen an, sogar
einem Toragelehrten, ob er für das Lernen der guten
Eigenschaften und die Arbeit an sich selbst Zeit aufwandte oder
nicht. Sicher hat jedes Torastudium einen postiven Einfluß auf
den Charakter, doch für diesen Bereich der Tora muß man
sich
extra Zeit nehmen.
Ein Rabbiner besuchte einmal Rabbiner Kaniewski, eine der
Toragrößen der vorigen Generationen, der auch unter dem
Namen "der Steipler" bekannt war. Jener Rabbiner war auf der
Suche nach einem geeigneten Ehemann für seine Enkeltochter
und wollte vom "Steipler" wissen, welche Vorzüge der Kandidat
aufweisen sollte. Antwortete der "Steipler": "Ausdauer beim
Torastudium, gesunden Menschenverstand und einen guten
Charakter". Über diese Antwort wunderte sich der Besucher:
"Wenn jemand ausdauernd Tora lernt, hat er doch automatisch
einen guten Chrakter?". "Nicht unbedingt", gab Rabbiner
Kaniewski zurück, "ein ausdauernder Schüler verbringt Jahre
in
der Jeschiwa an seinem Buchständer. Der Ständer ist ein sehr
umgängliches Gerät, niemals wird er von seinem Benutzer
irgendeine Hilfsleistung verlangen, wie z.B. den Müll
runterbringen oder Einkaufen gehen. Er zieht nie eine böse
Miene. Der Ständer ist niemals schlechter Laune und verlangt
nach Aufmunterung. Er ist niemals krank, darum braucht man
ihn auch nie gesundzupflegen. - Dieser Schüler soll nun
plötzlich mit einem anderen Menschen zusammenleben,
nämlich seiner Ehefrau, der all diese Dinge passieren können,
und dafür braucht er die guten Charaktereigenschaften". Der
Besucher gab sich damit noch nicht zufrieden: "Macht die Tora
aus ihm nicht schon einen gutherzigen Menschen?" - "Sicher",
antwortete der "Steipler", "es gibt nämlich solche, die ohne
Torastudium wie reißende Wölfe wären, und durch
ausdauerndes Lernen wurden sie zu einigermaßen zivilisierten
Menschen, aber das nennt sich noch lange nicht 'ein guter
Charakter'; dafür muß man lange an sich arbeiten, viele
Bücher
lesen, ständige Selbstkontrolle üben, seine Triebe beschränken
und schlechte Eigenschaften ausmerzen - dann kann man von
einem guten Charakter reden".
Sagte einmal Rabbi Pinchas aus Kuritz: "Zu Himmelsfurcht
gelangte ich erst nach tausendmaligem Lesen der
'Herzenspflichten'". Wir begnügen uns mit weit weniger: Hundert
Mal "Messilat Jescharim".
Weitere Kommentare
von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen
Themen auf hebräisch
im Internet (audio/online):
http://www.a7.org
- auch englischsprachige
Sendungen und Nachrichten aus Israel:
http://www.israelnn.com
- auf russisch:
http://www.sedmoykanal.com
MACHON MEIR
Jüdische Studien in Hebräisch und Englisch in jeder Schwierigkeitsstufe,
Anfängerkurse auch auf Russisch und
auf Französisch
Tanach, Mischna, Gemara, Themen der jüdischen Weltanschauung
-gelockerte Atmosphäre
-religiöser Zionismus
-Emuna nach den Lehren Rav Kuks
-Anerkannte Hebräisch-Kurse (nachmittags)
Bitte richten Sie Ihre Anfragen an obige
Anschrift von
Machon Meir
SPENDEN
Überweisungen an:
MACHON MEIR, Konto bei Postal Bank, Jerusalem, Konto Nr. 4-16179-3
oder per Scheck direkt an
MACHON MEIR
P.O.B. 34107
JERUSALEM 91340
ISRAEL
oder via Kreditkarte nach telefonischer Absprache mit dem
Büro von Machon Meir (+972 2 6511906)
Lichterzünden/Schabbatausgang
in:
Jerusalem: 16.22/17.34
Tel Aviv: 16.40/17.36
Haifa: 16.31/17.34