DAS ZENTRUM FÜR
JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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IL - 91032 Jerusalem ISRAEL Tel. +972 2 6511906 Fax +972 2 6514820 http://www.machonmeir.org.il |
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"Betrachtungen"
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den Rabbi" auf deutsch
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als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJISCHLACH
Nr. 383
18. Kislev 5763
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Gen. 32,4
- 36,43):
Jakovs Heimkehr nach Kana'an, Kampf mit
dem Engel,
Geschenke an Eßaw, Jakov trifft
Eßaw, Landkauf bei
Sch'chem, Entführung Dinas durch
Herrscher von Sch'chem,
Scheinvertrag, Tötung der Verantwortlichen
durch Levi und
Schimon, Jakov>Israel, Beschränkung
des Awraham und
Jizchak gegebenen Versprechens des Landes
Israel auf Jakov
und seine Nachkommen, Tod Rachels bei
der Geburt
Benjamins.
Der
Stand der Dinge...
|
Zweimal täglich sagen wir im Schma-Gebet: "Und lehret sie
eure Kinder, davon zu reden, wenn du in deinem Hause sitzest
und wenn du auf dem Wege gehest, und wenn du dich hinlegst
und wenn du aufstehst... Auf daß sich mehren eure Tage und
die Tage eurer Kinder auf dem Erdboden, den der Ewige
geschworen euren Vätern, ihnen zu geben, - wie die Dauer des
Himmels über der Erde" (Dt. 11,19-21).
Es besteht eine Verbindung zwischen dem Lernen der Tora, der
Art und Weise des Lernens und der Mehrung unserer Tage im
Lande, wie der Raschikommentar zur Stelle erklärt: "Wenn ihr
dies tut, werden sie sich mehren, wenn nicht, werden sie sich
nicht mehren". Nach der Deutung des Nachmanides: Wir
müssen unsere Kinder so lehren, daß sie zu jeder Zeit von
der
Tora sprechen, damit sie sie kennen und verstehen, und auch
den Sinn verstehen.
Rabenu Nissim (RaN), Nachmanides und andere bedeutende
Rabbiner jener Generationen erkannten durch ihr intensives
Torastudium die lebendige Verbindung zwischen dem jüdischen
Volk und dem Lande Israel. Sie beließen ihre Erkenntnisse nicht
auf theoretischer Ebene, sondern machten sich auf und zogen
um nach Israel, trotz aller Schwierigkeiten und Gefahren. Unter
ihnen Rabbi Jehuda Halevi, Maimonides, Ari sel. und andere
große Kabbalisten, die sich in Zfat (Safed) niederließen,
desgleichen Rabbiner Josef Karo (Verfasser des "Schulchan
Aruch"), die Schüler des "Ba'al Schem Tov" (Begründer des
Chassidismus) und viele andere Toragrößen aller
Generationen.
Nach dem Stand der Dinge können wir überdeutlich
wahrnehmen, wie sich die Verbindung zum Lande Israel gerade
bei denen entwickelt und stärkt, die ganz allgemein mit dem
Torastudium, und speziell mit den esoterischen Lehren
verbunden sind. Andererseits wird die Verbindung zum Lande
leider umso loser, je weiter man sich von den jüdischen Wurzeln
entfernt. Darum muß der Kampf um unser Festhalten am Lande
nicht nur auf politischer Ebene geführt werden, sondern
hauptsächlich auf den Gebieten von Erziehung und Kultur in
Israel. Und nicht nur, um in den Genuß der "Mehrung unserer
Tage auf dem Erdboden" zu kommen, wie es G~tt unseren
Vorvätern und uns zugeschworen hat, sondern auch, um die
israelische Gesellschaft zu einigen. Bekanntlich besteht die
Einheit des Baumes in der Wurzel, und nicht in den Zweigen.
Ebenso einigt sich unsere Nation in ihren Wurzeln. Alle jene
Kräfte, die die Rückkehr zu den jüdischen Wurzeln in
Liebe und
Glauben auf ihre Fahnen geschrieben haben, müssen gestärkt
und geeint werden. Dadurch werden wir sicher auf unserem
Wege voranschreiten, bis wir mit eigenen Augen sehen werden:
"Kein Mann soll euch Stand halten; Angst und Furcht vor euch
wird der Ewige euer G~tt legen auf jegliches Land, darauf ihr
tretet, wie er euch verheißen" (Dt. 11,25).
In Erwartung der vollkommenen Erlösung,
Rav Dov Begon
| Frage
und Antwort
Wo steht das geschrieben? Rav Schlomo Aviner
|
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Frage: Wo steht in der Tora, d.h. in den fünf Büchern
Moscheh,
etwas vom Maschiach ("Messias"), von der Erlösung, vom
Weiterleben der Seele nach dem Tode und von der
Wiederauferstehung? Nicht etwa in Andeutungen und
Hinweisen, sondern wörtlich? Woran erkennen wir den
Maschiach?
Antwort: 1. Die Erlösung wird im 30. Kapitel des 5. Buches
erwähnt: "So wird der Ewige dein G~tt deine Gefangenen
zurückführen und sich dein erbarmen, und dich wieder
sammeln... denn der Ewige wird sich wieder über dich zum
Guten freuen" (30,3+9). Dort wird ausdrücklich die Rückkehr
nach Zion und die Wiedererstehung der jüdischen Nation in
ihrem Lande erwähnt.
2. Der Maschiach ist im gleichen Abschnitt inbegriffen, d.h. nicht
als Andeutung oder Auslegung, sondern als selbstverständliche
Annahme. Verspricht uns G~tt doch die Einsammlung der
Verstreuten und die Erneuerung unserer Tage wie ehedem.
Damit meint er natürlich nicht, daß wir hier in unserem
Lande
unter Fremdherrschaft leben werden, sondern unter israelischer
Herrschaft. Und nicht unter einem korrupten Regime, sondern
mit einer idealen Regierung nach den Gesetzen der Tora, denn
genau das kennzeichnet den Maschiach: "Der zukünftige König
Maschiach wird das davidische Königtum wie zu dessen Zeit
wiedererstehen lassen" (Maimonides "Mischne Tora", Gesetze
von Königen und Kriegen, 11.Kap.,Hal.1). Obwohl also der
Begriff "Maschiach" nicht in obigem Abschnitt erscheint, so ist er
dennoch zwingend in der vollkommenen Erlösung inbegriffen,
wie Maimonides weiter ausführt: "Denn die Tora selbst bezeugt
ihn, wie es heißt: 'So wird der Ewige dein G~tt deine
Gefangenen zurückführen und sich dein erbarmen und dich
wieder sammeln usw.', 'Wenn deine Verstoßenen sein
werden
am Ende des Himmels usw.' und '...wird dich bringen in das
Land usw.'" (Deut.30,3-5).
3. Dadurch wissen wir auch den Maschiach zu identifizieren.
Maimonides führt in kompakter Weise die Bedingungen auf,
nach denen wir Jemanden "mit einiger Sicherheit für den
Maschiach halten" können (11,4). Der hierfür verwendete
Terminus "beCheska" bezeichnet den Fall, wenn sich etwas
nicht hundertprozentig bestimmen läßt und man darum auf
den
gesetzlichen Status Quo vertraut, solange nicht das Gegenteil
erwiesen ist. Danach führt Maimonides die weiteren
Bedingungen an, nach denen er mit Sicherheit der Maschiach
ist. Für "Cheskat Maschiach" muß der Betreffende
als
Alleinherrscher, d.h. König, an der Spitze des Volkes Israel
stehen und der davidischen Linie entstammen, die für seine
Aufgabe nötigen Schriftverse usw. studieren und die Gebote
entsprechend der schriftlichen und mündlichen Tora einhalten.
Er leitet die Nation nach den Gesetzen der Tora und bekämpft
unsere Feinde. Der sichere Maschiach hat mit dem
Vorgenannten Erfolg, d.h. er führt den Staat nach den Gesetzen
der Tora, nachdem er alle Feinde beseitigt, alle Verstreuten
Israels eingesammelt und den Tempel an seinem Orte erbaut
hat (11,4). - All dies ist im 5. Buch Moscheh 30. Kapitel in der
Prophezeiung vom Wiedererstehen der jüdischen Nation
enthalten.
4. Für das Fortbestehen der Seele nach dem Tode bringt
Maimonides Beweise aus dem Talmud (Gesetze von der
Umkehr, 8.Kap.). Man könnte sagen, daß diese Annahme in
den Versen unterschwellig vorhandenen ist, da sie von einer
Strafe nach dem Tode sprechen, z.B. "Jedoch das Blut eures
Lebens werde ich fordern" (Gen. 9,5), ein Zeichen, daß es
Jemanden zu bestrafen gibt. Das ist allerdings eine sehr
generelle Ansicht, die auch aus vielen anderen Stellen in der
Tora hervorgeht, wie Rabbi Jehuda Halevi im Buch "Kusari"
schrieb. Die Tora spreche z.B. von der Möglichkeit, G~tt
anzuhängen, und gebietet dies auch. "Ihr aber, die ihr an dem
Ewigen, eurem G~tte hanget, seid alle heute am Leben" (Dt.
4,4). Auch heute, wo wir im Körper leben, haben wir eine
Anhänglichkeit an G~tt. Dazu stellt sich die Frage: hilft der
Körper oder stört er bei der Anhänglichkeit an G~tt?
Natürlich
stört er, außer es gelingt, ihn extrem zu sensibilisieren.
Dennoch ist uns die Anhänglichkeit möglich, nämlich
durch die
Seele. Darum wird uns die Anhänglichkeit an G~tt erst recht
nach dem Tode des Körpers möglich sein (Kusari V,12).
Die Erklärung anhand unterschwelliger Annahme kann nicht als
Ausweichen vor der Frage ausgelegt werden, sondern stellt im
Gegenteil eine weit tiefergehende Antwort dar. Bei der
Übergabe der Tora erschien die göttliche Präsenz für
Alle
sichtbar, Propheten weilten unter uns, und die
körperunabhängige Existenz der Seele wurde gar nicht erst
infragegestellt. Ein einfacher Beweis dafür ist das Verbot der
Tora, mit den Toten zu kommunizieren. Ob man nun wirklich mit
den Toten sprechen kann oder nicht ist dabei nicht maßgeblich.
Wenn die Tora dies verbietet, so ist das vielmehr ein Zeichen,
daß man im Volke Israel der Meinung war, es gebe mit
jemandem zu sprechen (Kusari I,115). Darüberhinaus gab
es
viele Totenbeschwörer, ein Zeichen, daß das Volk daran
interessiert war. Erst viel später, als sich die verschiedenen
materialistischen Strömungen der Zadokim ("Saduzäer")
ausbreiteten, fingen die Leute an, die erhabenen, einfachen
Weisheiten anzuzweifeln, und die talmudischen Weisen sahen
sich gezwungen zu betonen, daß es allerdings Leben nach dem
Tode gebe.
5. Bezüglich der Wiederauferstehung der Toten nennen die
Weisen deutliche Hinweise aus einigen Versen, doch auch
diese sind unterschwellige Annahmen. Vielmehr gilt es hierbei
zwischen unseren Lehrmeistern, den Rischonim [Rabbiner der
Periode vor etwa 700-1000 Jahren] zu unterscheiden. Wir
haben es nämlich einerseits mit der Welt der Seelen zu
tun, wo
sich die Seele nach dem Tode ohne Körper aufhält und die
schon heute existiert, und die Welt der Wiederauferstehung,
eine körperliche Existenz nach der Wiederauferstehung der
Toten, die erst in der Zukunft stattfinden wird. Nach Maimonides
ist die Welt der Seelen Hauptsache und die Welt der
Wiederauferstehung eine lediglich temporäre Erscheinung,
wobei der Mensch wiederaufersteht und später wieder stirbt, um
dann auf ewig in der Welt der Seelen fortzubestehen. Nach
Rabbiner Awraham ben David (RaAwaD) und Nachmanides ist
die Welt der Wiederauferstehung Hauptsache und die Welt der
Seelen temporär, ein Zustand bis hin zur Wiederauferstehung
der Toten, wobei der Mensch zum Leben erweckt wird, um nie
wieder zu sterben.
Nach der ersten Ansicht gehört die Wiederauferstehung zum
Glauben an Lohn und Strafe. Zwar stellt der Aufenthalt in der
Welt der Seelen das höchste Gut dar, doch auch dem Körper
gebührt ein gewisser Lohn, denn auch er mühte sich, G~tt
zu
dienen, und diesen Lohn erhält er in der Welt der
Wiederauferstehung. Insofern ist die Welt der
Wiederauferstehung als unterschwellige Annahme im Glauben
an Lohn und Strafe inbegriffen.
Nach der zweiten Ansicht wird die Wiederauferstehung von dem
großen Ideal der Heiligung G~ttes in den Niederungen der
materiellen Welt abgeleitet. Demnach handelt es sich bei der
Welt der Seelen nur um einen zeitweiligen Aufenthaltsort zur
Reinigung der Seele, wobei die Welt der Wiederauferstehung
das große Ziel des Dienstes an G~tt in unserer Welt darstellt.
Die Wiederauferstehung der Toten wird demnach unterschwellig
assoziiert mit "Wir wollen deinen Namen auf Erden heiligen, wie
man ihn in den Himmeln der Höhe heiligt" (Keduscha).
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