DAS ZENTRUM FÜR
JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Anschrift: Sderot Hame'iri 2, Kirjat Mosche
IL - 91032 Jerusalem ISRAEL Tel. +972 2 6511906 Fax +972 2 6514820 http://www.machonmeir.org.il |
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Ausgabe: R. Plaut
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-Archiv der
"Betrachtungen"
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den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJAKHEL
Nr. 397
27. Adar I 5763
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Ex. 35,1
- 38,20):
Kein Feuermachen am Schabbat; Aufruf zu
Materialspenden für
alle Teile des Heiligtums; künstlerische
Fertigung und genaue
Beschreibung des Stiftszeltes, der Bundeslade,
des Tisches der
Schaubrote, des Räucheraltars und
des Wasserbehälters.
+Parschat Schekalim
| Am
Schabbes-Tisch...
Die Krone der Tora Rav Asri'el Ari'el
|
Drei Tempelgeräte werden durch Umkränzungen geschmückt:
die Bundeslade, der goldene Räucheraltar, und der Tisch der
Schaubrote [siehe Artikel zu Parschat Truma, Nr. 394]. Nach
dem Talmud (Joma 72b) symbolisieren diese drei Kränze die
drei Kronen Israels: die Krone der Tora (Bundeslade), die Krone
des Priestertums (Altar), und die Krone des Königtums (Tisch).
Die Krone der Tora unterscheidet sich jedoch in wesentlichen
Punkten von den anderen Kronen: erstens im Standort - die
beiden anderen Kronen befinden sich im häufig besuchten
Heiligtum, die Krone der Tora hingegen versteckt und
verborgen im Allerheiligsten, und zweitens in ihrer Beziehung
zum Gerät: bei den zwei anderen Kronen/Kränzen heißt
es in
Parschat Truma ve'assita lo ("mache ihm.."), und bei dem Kranz
der Bundeslade heißt es ve'assita alav ("mache darauf..").
"Mache ihm" bezieht sich auf den Gegenstand selbst, auf den
Räucheraltar und den Brottisch, und der Zierkranz wird zum
Bestandteil davon. Wenn es aber bei der Bundeslade heißt:
"Mache darauf einen goldenen Kranz ringsum" (Ex. 25,11),
dann erkennen wir, daß diese Krone auf der Lade thront und
nicht als integraler Bestandteil angesehen wird.
Entsprechend unterscheidet sich die Krone der Tora von allen
anderen Kronen, mit denen das Volk Israel gekrönt wurde. Sie
ist die erhabenste. Keine Ehre gleicht der Ehre der Tora.
Niemand gilt bedeutender als ein Toragelehrter. Allerdings
können die Besonderheiten des Kranzes auf der Bundeslade zu
einem Gefühl der Hilflosigkeit führen. Ist er doch im
Allerinnersten verborgen, wo kein einziger Mensch eintreten
darf, außer dem Hohepriester, und auch der nur an Jom Kippur.
Wie können wir dieser Krone begegnen? Auch wenn wir zum
Heiligen streben, uns mit der Tora beschäftigen, "zu begreifen
und zu verstehen, zu hören, zu lernen und zu lehren"
(Segensspruch vor dem Schma-Gebet), werden wir die Krone
der Tora nicht erlangen. Sie schwebt über uns, vielleicht wird
sie uns berühren, aber unser Eigentum - vollständiger Erwerb
-
wird sie niemals sein.
Nun schlagen wir das Gesetzeswerk des Maimonides (Mischne
Tora) auf, bei den Gesetzen über das Torastudium (§3,1)
und
finden dort genau das Gegenteil: "Mit drei Kronen wurde Israel
gekrönt - mit der Krone der Tora, mit der Krone des
Priestertums und mit der Krone des Königtums. Die
Priesterkrone erhielt Aharon... die Königskrone erhielt David...
die Krone der Tora liegt bereit und steht ganz Israel zur
Verfügung, wie es heißt: 'Das Gesetz hat uns geboten
Moscheh, vererbt an die Gemeinde Jakovs' (Dt. 33,4) - wer nur
will, komme und bediene sich".
Die Königskrone bleibt auf ewig David und seinen Nachkommen
vorbehalten, die Priesterkrone nur Aharon und seinen
Nachkommen, den Kohanim, "Bund eines ewigen Priestertums"
(Num. 25,13). Für die Tora ist kein großartiger "Stammbaum"
nötig; in greifbarer Nähe wartet die Tora auf jeden Juden,
daß
er diese Krone ergreife. Doch wie stelle er es an? "Aber die
Weisheit, wo wird sie aufgefunden, und wo ist die Stätte der
Erkenntnis?" (Ijow "Hiob" 28,12).
Helfen wir uns mit einem einfachen Gleichnis. Was steht uns
näher - die Sonne, deren Licht aus der Ferne zu uns gelangt,
oder das elektrische Licht der Lampe des Nachbarn? Natürlich
ist uns die elektrische Lampe näher. Doch weil sie uns so nahe
ist, läßt sich ihr Licht auch leicht verdecken. Sie erhellt
nur ihre
allernächste Umgebung. Nur die Hausbewohner genießen ihren
Schein, wer draußen steht, bleibt im Dunkeln. Ganz anders das
Licht der fernen Sonne. Keiner kann sie anschauen, und sich
schon gar nicht nähern. Was nahekommt, wird versengt und
verglüht. Doch genau darum erleuchtet sie Alle. Niemand kann
ihr Licht auf sich alleine lenken und vom Nachbarn fernhalten.
Darin besteht der Vorzug der Tora. Alle Vorzüge des Menschen,
sein Stammbaum und das Verdienst seiner Väter, gelten bei ihr
gar nichts. Gerade weil sie so fern ist, ist sie für Alle da.
Hier gelangen wir zu einem großen Paradox. Aus eigenen
Kräften kann der Mensch sich nicht der Tora nähern und ihrer
Krone habhaft werden. Die in ihr verborgenen Tiefen der
unendlichen göttlichen Weisheit kann niemand ergründen.
"..denn mich schauet kein Mensch und bleibt leben" (Ex. 33,20).
Darum muß jeder vor dem Lernen einen Segensspruch sagen,
über den, "der sein Volk Israel Tora lehrt", und von dem "Geber
der Tora" erbeten, daß er von seiner Weisheit denen abgibt, die
ihn fürchten. Denn dann, auch wenn man nur oberflächlich
versteht, sogar wenn man sich irrt, beschäftigt man sich
dennoch mit dem Worte G~ttes. Die offenbare Seite ist ihm in
die Hand gegeben. Die verborgene Seite ist niemandem
zugänglich. Doch auch die innere, verborgene Seite befindet
sich vor ihm innerhalb des offenbaren Teiles, den Alle verstehen
können. Wenn einer kommt und entscheidet, daß er "an der
Lehre des Ewigen seine Lust hat" (Psalm 1,2), und er ihr
anhängt und sich mit ihr beschäftigen will, wird er entdecken,
daß es "seine" Tora ist, "über seine Lehre sinnet
er Tag und
Nacht" (ebda.).
Durch die differenzierte Betrachtung des Zustandes vor dem
Lernen gegenüber dem Lernen selber und danach, löst sich
der
Widerspruch zwischen den Wochenabschnitten Truma und
Wajakhel. Während es in der Parscha des Gebotes, Truma,
über die Krone der Tora/Kranz der Bundeslade ve'assita alav
("mache darauf..") heißt, also darüber, etwas entfernt,
so heißt
es in der Parscha der Umsetzung in die Praxis, Wajakhel, wie
über die anderen Kronen ve'assita lo ("mache ihm.."),
ein
Kranz, der sich vollkommen mit ihm verbindet.
| Frage
und Antwort
Eine schönre Frau Rav Schlomo Aviner
|
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Frage: Meine Frau gefällt mir nicht mehr, weder gefühlsmäßig
noch körperlich. Ich habe mich in ein junges Mädchen verliebt,
mit dem ich eine tiefe und wunderbare Verbindung aufgebaut
habe. Darum habe ich mich entschieden, mich scheiden zu
lassen, um meine neue Liebe zu heiraten. Das teilte ich bereits
meiner Frau und den Kindern mit, die diesem Entschluß mit
Verständnis begegneten. Ich befürchte jedoch irgendwie eine
himmlische Strafe.
Antwort: Wir werden Sie nicht mit Gewalt im Hause halten.
Wenn Sie gehen wollen - gehen Sie. "Rabbi Akiva sagt: Selbst
wenn er eine andere schöner als sie findet, denn es heißt:
'wenn sie keine Gunst in seinen Augen findet'" (Dt. 24,1, Gittin
90a, Mischna). Wenn Sie in Ihrer Frau nichts anderes als einen
teuren Haushaltsgegenstand sehen, können Sie ihn gegen
einen schöneren tauschen. Im Sefer HaChinuch [Erläuterung
aller 613 Ge- und Verbote der Tora] wird allerdings betont, daß
Ihre Frau im Ebenbilde G~ttes geschaffen wurde, mit Augen, die
sehen, mit Ohren, die hören, und mit einer verständigen Seele.
"Es gehört sich nicht, sie ohne gravierende Ursache von sich
fortzuschicken, etwa wie geschrieben steht: 'weil er an ihr etwas
Schändliches gefunden' (Dt. 24,1)" (Gebot 579). Doch werden
wir Sie natürlich nicht mit Gewalt zurückhalten.
Sie sollten sich allerdings bewußt sein, welch großen Schaden
Sie damit Ihren Kindern zufügen, besonders den kleinen, die
zuhause einen Aba und eine Ima brauchen, die harmonisch
zusammenleben. Damit zerstören Sie ihren Glauben an die
Menschen, denn sie werden sich sagen: Seht euch diesen
Vater an; aus so einem Grund verläßt er die Mutter. Es wird
ihnen nicht mehr leicht fallen, zwischenmenschliche
Beziehungen aufzubauen, erst recht nicht eheliche. Das braucht
man nicht durch statistische Untersuchungen zu belegen, der
gesunde Menschenverstand und ein fühlendes Herz reichen
dazu vollkommen aus. Sie werden damit weder vor dem
himmlischen Gericht noch vor dem Tribunal ihrer Kinder
schuldfrei davonkommen. Diese haben zwar ihr Einverständnis
erklärt, verstehen sie aber etwas von der Tiefe des Risses?
Manchmal gehen sich die Eltern ständig an den Kragen,
versuchten schon zig Eheberater, und alles erfolglos. In so
einem Fall macht eine Scheidung Sinn, denn die Kinder dürfen
nicht auf einem Schlachtfeld aufwachsen. Aber nicht, nur weil
der Mann eine Schönere gefunden hat.
Deshalb müssen Sie sich entscheiden: entweder für sich, oder
für die Kinder. Nur müssen Sie einen Unterschied
berücksichtigen: für Ihre Kinder geht es um eine Lebensfrage,
für Sie um einen Luxus, ein Extra - um romantische Liebe. 85%
aller Ehepaare leben ohne romantische Liebe, die sich meist im
Laufe der Ehe abnutzt. Das gilt für nicht-religiöse und
durchschnittlich-religiöse Ehepaare. Bei den Charedim gibt
es in
den meisten Fällen keine Probleme mit der Abnutzung
romantischer Liebe, aus dem einfachen Grunde, daß sie von
vornherein nicht existierte. Man brachte Ihnen bei, die Ehe sei
ein wichtiges Gebot, um Kinder zur Welt zu bringen. "Das ist ein
guter Junge, der ein guter Ehemann und ein guter Vater sein
wird", "das ist ein gutes Mädchen, das eine gute Partnerin und
eine gute Mutter sein wird" - "Masal Tov!". Sie durchleiden
keine
Krise der Abnutzung, sondern sind stets gute Freunde und
Partner. Ebenso blieben viele Ehepaare gute Freunde und
Partner, auch wenn sie die Krise der Abnutzung durchmachten.
Die romantische Liebe ist eine angenehme Sache, und jedem
durchschnittlich-religiösen Paar, das mich danach fragt,
antworte ich, nicht ohne ein Minimum davon zu heiraten. Sonst
wird sie eines Tages vermißt, und es kommt zur Krise. Doch
eine Scheidung deswegen ist unmoralisch. Zerstöre nicht das
Leben der Kinder wegen eines Extras. Oder wie Rabbiner
A.J.Kuk es ausdrückte: "Es ist ein Gebot, eine Frau zu heiraten;
die in seinen Augen beste Frau zu heiraten ist eine
Ausschmückung des Gebotes" (Mischpat Kohen, S.352).
Natürlich sollte man die Gebote in der schönstmöglichen
Weise
erfüllen - aber dafür sich scheiden zu lassen und die Kinder
ins
Unglück zu stürzen?!
Auch ist noch gar nicht raus, daß sich nicht auch Ihre neue
Liebe im Laufe der Zeit abnutzt. Tiefschürfende
Seelengespräche sind leicht, mit dem tagtäglichen
Zusammenleben sieht das schon ganz anders aus. Der
Philosoph Schopenhauer schrieb einmal ein Lehrbeispiel von
einem Mann, der eine außerordentlich interessante Frau auf
einem Maskenball traf und mit ihr bis spät nachts tiefgeistige
Unterhaltungen führte. Nun, endlich hatte er eine gefunden, die
ihn so richtig verstand - nicht wie jene Klaffte, mit der er
verheiratet war. Als jedoch schließlich um Mitternacht die
Glocke schellte und die Masken fielen - da sah er, daß er die
ganze Zeit mit seiner eigenen Frau geredet hatte! Ja, Reden ist
einfach.
Besonders, wo Ihre Liebe in Sünde geboren wurde. Ein
verheirateter Mann in einer Beziehung mit einem jungen
Mädchen! Das ist auch gegenüber dem Mädchen nicht fair.
Sie
sind verheiratet, haben Kinder, und nebenbei halten Sie sich ein
Mädchen für Seelengespräche. Sie aber muß doch
heiraten und
sich nicht in fruchtloser und unmöglicher Liebe an einen
verheirateten Mann binden. Daß Sie sie durch Zufall getroffen
haben und sie Gefallen in Ihren Augen fand - daran tragen Sie
keine Schuld. Aber mit "Seelengesprächen" hätten Sie nach
der
Halacha erst gar nicht beginnen dürfen.
Was Ihre teure Frau betrifft, so läßt sich die Abnutzung
reparieren, vielleicht sogar eine Liebe aufbauen, die noch nie
existiert hatte, unter der Bedingung, daß Sie die Sache nicht
mit
überhöhten Erwartungen angehen, außer Ihre Frau zu
lieben
und die schöne und anziehende Seite ihrer Persönlichkeit
zu
sehen. Auch die intime Seite läßt sich verbessern. Alles
läßt
sich machen. Im Laufe der Jahrtausende hat sich eine enorme
Erfahrung angesammelt, es handelt sich schließlich nicht um ein
neuartiges Problem. Sie können sich aufs Neue in Ihre Frau
verlieben, der erloschene Vulkan kann von Neuem ausbrechen.
Dazu müssen Sie viel an sich selbst arbeiten. Das ist eine
Prüfung, eine Herausforderung, die Ihnen der Herr der Welt
schickt, eine innere Erhebung und eine Läuterung der Seele.
Sie werden große Reinheit und Freude verspüren.
Lernen Sie von den Frauen, die mehr Verantwortlichkeit zeigen,
die auch wenn sie leiden, verzweifeln und verachtet werden -
dem Hause treu bleiben.
Wir sind in dieser Welt, um unsere Charaktereigenschaften zu
bessern, sagte Rabbiner Elijahu (der "Gaon") von Wilna (Ewen
Schlema 1,1). Das gemeinsame, harmonische Leben mit Ihrer
Frau bildet den Höhepunkt dieser Besserung.
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