DAS ZENTRUM FÜR
JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Ausgabe: R. Plaut
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-Archiv der
"Betrachtungen"
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den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT TASRIA
Nr. 402
3. Nissan 5763
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Lev. 12,1-13,59):
Das Gebot der Beschneidung; Geburtsunreinheit
und
Reinigungsopfer; Ausschläge, deren
Bedeutung auf den
Reinheitsstatus des Befallenen, die Begutachtung
durch den
Priester und die Behandlung; Reinigungsprozedur
und
zugehörige Opfer; entsprechende Behandlung
eines vom
Aussatz befallenen Kleides.
| Am
Schabbes-Tisch...
Gute Nachricht für Mensch und Fleisch Rav Asri'el Ari'el
|
In unserem Wochenabschnitt kommen zwei Aussätzige vor. Der
erste trägt den Namen "Adam" (Mensch) - "wenn bei einem
Menschen auf der Haut seines Fleisches eine Geschwulst
entsteht, oder eine Flechte oder ein Fleck.." (Lev. 13,2). Der
zweite heißt "Bassar" (Fleisch) - "Und Fleisch,
so an der Haut
davon eine Entzündung entsteht und heilt" (Lev. 13,18). Der
Name A-dam hat große Bedeutung. "Geliebt ist der Mensch,
denn er ist im Ebenbilde (seines Schöpfers) erschaffen... so
heißt es: Denn im Ebenbilde G~ttes schuf er den Menschen"
(Mischna "Sprüche der Väter" 3,18). Auch seine Buchstaben
(alef-dalet-mem) zeugen für ihn. alef
[Zahlenwert 1] - E-lohim,
G~tt, der Welteine, der der menschlichen Seele den
Lebensgeist einhaucht. Das Bassar dagegen gilt als unendlich
niederer, ohne eigene göttliche Seele, die dem Blute ("dam")
innewohnt. So heißt es in der Schrift: "Nicht soll mein Geist
walten in dem Menschen für immer - in ihrem Wahn wird er
Fleisch.." (Gen. 6,3). Die talmudischen Weisen drücken es noch
schärfer aus, in dem sie die Deutungen der Einzelbuchstaben
einander gegenüberstellen (Sota 5a). alef-dalet-mem: Während
der Mensch nur aus "Staub-Blut-Galle" besteht, wird beim
Fleisch bet-schin-resch "Scham - Unterwelt (Grab, Hölle)
-
Gewürm (Maden)" genannt [diese Worte fangen mit den
jeweiligen Buchstaben an]. In unserem Wochenabschnitt wird
Bassar allerdings über dam erhoben. Und in der genannten
Talmudstelle machte bereits Rabbi Sera darauf aufmerksam,
das der Ausdruck "und heilt" ausgerechnet beim Fleisch
erwähnt wird, und nicht beim Menschen; "Und Fleisch, so an
der Haut davon eine Entzündung entsteht und heilt".
Um auf diese Merkwürdigkeit zu antworten, wollen wir uns der
Hilfe des "Hohen Rabbi Löw" aus Prag (MaHaRaL) bedienen
(sein Talmudkommentar zur Stelle), welcher schrieb, wenn der
Mensch in seinen eigenen Augen niedrig und sich seiner Fehler
bewußt ist, dann wird G~tt seinen Makel heilen. Wenn sich aber
ein Mensch für fehlerlos hält, dann ist er nicht offen für
G~ttes
Hilfe. Oder wie es einmal Rabbi Mendel aus Kozk ausdrückte:
Es gibt nichts Vollkommeneres als ein gebrochenes Herz... wie
ein Tongefäß, das rituell unrein wurde; es kann nur durch
Zerbrechen rein werden.
Kommen wir nun auf die tiefere Bedeutung der Erklärung des
MaHaRaL zur Demut zurück. Der stolze Mensch weiß zwar, daß
er nur Mensch ist, doch lebt er in einem Gefühl der Wichtigkeit,
als habe er von sich aus einen bestimmten Wert. Wenn es nach
ihm ginge, könne ihn G~tt in Ruhe lassen, und er würde
ungestört sein Leben leben. Der Demütige fühlt sich
dagegen
unbedeutend. Er steht vor seinem Schöpfer und sagt: "Mein
G~tt, bevor ich gebildet wurde, war ich nichts wert, und auch
jetzt, da ich gebildet worden bin, ist es ebenso, als wäre ich
nicht gebildet worden... Siehe, ich bin vor dir wie ein Gefäß
voll
Scham und Schmach" (aus dem Jom-Kippur Gebet; Brachot
17a). Dann kann er allerdings zu sich sagen: Da ich aber
trotzdem existiere, dann doch nur, weil mich mein Schöpfer
jeden Moment am Leben erhält. Wenn der Mensch also
erkennt, daß er kein wichtiger "Adam", sondern nur "Bassar"
ist,
und nur die göttliche Kraft in ihm ihn zum Menschen macht,
dann öffnet sich sein Herz zum Empfang des göttlichen Segens
und er ist guter Nachrichten (bessorot towot) würdig. Nur
wenn
er sich niedrig wie "Fleisch, an dem eine Entzündung entsteht"
fühlt, wird er "geheilt".
Das entspricht der Bemerkung Rabbi Chiskijas zu Beginn der
obigen Talmudstelle im Traktat Sota: "Das Gebet eines
Menschen wird nur dann erhört, wenn er sein Herz zu Fleisch
macht, denn es heißt: 'und je von Neumond zu Neumond und
von Schabbat zu Schabbat wird alles Fleisch kommen, um sich
vor mir niederzuwerfen, spricht der Ewige' (Jeschajahu 66,23)".
| HaRav
Aviner
Weibliche Kleidung Rav Schlomo Aviner
|
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Folgend einige Halachot zum Thema Frauenkleidung:
Allgemeines: Zurückhaltung, Einfachheit und Sittlichkeit sind
keine Verschärfung der besonders Frommen, sondern
absolutes Gesetz. Freiwillig gehaltene strengere Maßstäbe
der
besonderen Frömmigkeit werden als solche gekennzeichnet
("FF").
Kopfbedeckung: Die Kopfbedeckung dient der Verhüllung
weiblicher Schönheit. Eine verheiratete Frau muß ihre
Schönheit eher verhüllen als eine unverheiratete und nicht
versuchen, Gefallen in den Augen anderer Männer zu finden.
Darum darf auch die Kopfbedeckung selber keine
Aufmerksamkeit erregen.
Frisur einer Unverheirateten: Einfache Frisur, die keine Blicke
auf sich zieht wie z.B. Haar, das auf die Schulter reicht oder
immer ins Gesicht fällt. Freiwillige Frömmigkeit, aber empfohlen:
durch Klammer, Spange, Gummi o.ä. immer
zusammengehaltenes Haar (Zopf, Pferdeschwanz).
Der Hals gehört in diesem Zusammenhang zum Kopf und darf
daher unbedeckt bleiben. Das angrenzende Gebiet muß jedoch
bedeckt werden und darf auch nicht ein kleines bißchen oder
nur kurzzeitig entblößt werden. FF: Teilweise oder vollständige
Bedeckung des Halses durch hohen Kragen.
Das Brustbein gehört nicht zum Hals, sondern zum Körper, und
muß darum bedeckt werden. Der obere Rand des Hemdes muß
das darüberbefindliche Grübchen bedecken. An den Seiten
endet der Hals dort, wo die Schrägung der Schulter beginnt,
und dort muß die Kleidung bis auf Höhe des Brustbeins reichen.
Der zu bedeckende Rücken reicht bis über den höchsten
Wirbel, den man bei vorgebeugtem Kopf ertasten kann. Wegen
der genannten anatomischen Gegebenheiten sollten keine
elastischen Trikot-Hemden getragen werden, weil sich mit
dieser Art Material eine Entblößung der Halsgegend kaum
vermeiden läßt, und auch wegen anderer Gründe, die
weiter
unten behandelt werden. Knöpfbare Blusen sind zu bevorzugen.
Vorsicht ist geboten bei Tragetaschen mit einem
Schulterriemen, der den Kragen zur Seite ziehen und damit die
Schulter entblößen kann. Bei auf dem Rücken geknöpften
Blusen ist auf hermetischen Schluß zu achten, damit sich die
Zwischenräume zwischen den Knöpfen nicht weiten und die
darunterliegende Fläche entblößen. Gegebenenfalls sind
zusätzliche Druckknöpfe in den Zwischenräumen anzubringen.
Arm: Der Arm muß bis über den Ellenbogen bedeckt werden,
und dieser darf unter keinen Umständen entblößt werden,
auch
nicht zufällig, z.B. beim Anheben der Hand; wenn der Ärmel
runterrutscht, darf er nicht weiterrutschen als bis 10cm
unterhalb des Ellenbogens. Ein weiter Ärmel rutscht mit
Leichtigkeit, darum muß seine Öffnung durch Knöpfe,
Manschetten oder Gummiband verengt werden. FF: Ärmel bis
über das Handgelenk, der von dort auch bei Anheben der Hand
nicht wegrutscht.
Bluse: Die Bluse muß den ganzen Körper, auch den Bauch, in
jeder Lage bedecken. Ob sie nun in oder über dem Rock
getragen wird, muß sie lang genug sein, um Bauch und Rücken
auch beim Anheben der Hand oder beim Bücken zu bedecken.
Der Blusenstoff muß vollkommen undurchsichtig sein, auch
gegen die Sonne oder bei starker Beleuchtung. "Durchsichtig"
bedeutet, daß man den Körper darunter erkennen kann, oder
die Farbe der Haut. Darum muß unter einer hellen, dünnen
Sommerbluse ein weiteres Kleidungsstück getragen werden,
das alle zu bedeckenden Stellen bedeckt. Ein normales
Unterhemd reicht dazu nicht.
Es ist auch nicht damit genug, daß man die Haut nicht sieht,
vielmehr gilt es, auch die Form der Körperteile zu verdecken
und ein Herausragen zu verhindern. Darum darf kein zu kurzes
oder zu kleines Hemd getragen werden, sondern nur eines von
ausreichender Weite. Aus dem gleichen Grund muß
enganliegendes, elastisches Material wie Trikot oder
Strickwaren vermieden werden. Eine über dem enganliegenden
Trikotstoff getragene offene Jacke oder ein Jackett nützen
nichts, da sie die enganliegenden Stoffe nicht verbergen.
Besondere Vorsicht vor T-Shirts aus enganliegendem Material,
die manchmal wie Unterhemden wirken.
Rock: Die meisten religionsgesetzlichen Autoritäten bestimmten,
daß die Beine bis zu den Füßen bedeckt werden müssen.
Eine
Minderheit beschränkte sich auf das Bedecken bis unterhalb
des Knies. Wer nach der strikteren Halacha verfährt, bringt
damit Segen über sich, und wer sich an die erleichternde
Entscheidung hält, kann sich jedenfalls auf eine halachische
Basis berufen. Nach der ersten Ansicht muß der Rock bis unter
die Knie reichen, und dann Strümpfe, besser ist es natürlich
wenn der Rock lang genug ist, um die Knöchel zu bedecken.
Das Knie muß in jeder Lage durch den Rock bedeckt sein,
Strümpfe, selbst undurchsichtige, reichen nicht. Da der Rock
durch verschiedenen Bewegungen hochrutschen kann, z.B.
beim Sitzen mit übereinandergeschlagenen Beinen, beim
Einsteigen in Bus oder Bahn, beim Treppensteigen oder beim
Bücken, muß er mindestens 10cm unters Knie reichen. Nach
der strikteren Halacha dürfen Strümpfe auch nicht
ein wenig
durchsichtig sein. Da auf die Denier-Angabe dabei kein Verlaß
ist, muß jeder Einzelfall auf Durchsichtigkeit geprüft werden,
ob
Farbe der Haut, Haare oder Adern durchscheinen. Braun ist
eine geeignete Farbe, schwarz oder blau weniger, wenn das
Material zu dünn ist, weil dann die helle Haut durchscheint.
Ebenfalls sind keine glänzenden Strümpfe zu verwenden (z.B.
aus Glanz-Lycra), und bunte oder gemusterte, die die
Aufmerksamkeit auf sich lenken. Auch hautfarbene Strümpfe
sind zu vermeiden, weil der Fuß unbedeckt scheint.
Da der Rock den Körper rundum bedecken muß, darf er nicht
von Knöpfen zusammengehalten werden. Einmal wegen des
oben bereits erwähnten Problems der sich öffnenden
Zwischenräume, andererseits, weil sich die Knöpfe selber
öffnen können, oder manchmal vergessen wird, alle zu
schließen. Ein Wickelrock gibt häufig den Blick auf die
Beine
frei und ist deshalb zu vermeiden, auch wenn dies nur unterhalb
des Knies geschieht, weil es Aufmerksamkeit erregt. Gleiches
gilt für einen Rock mit Schlitz, auch wenn sich dieser nur
unterhalb des Knies befindet, weil der sich beim Gehen ständig
öffnende und schließende Schlitz die Blicke auf sich zieht.
Wie die Bluse muß auch der Rock die Form der Körperteile
verbergen und ihre Betonung verhindern. Deshalb darf auch
hier kein anliegendes Material verwendet werden oder zu kleine
Größen, sondern eher etwas zu groß. Enge oder gerade
Röcke
dürfen nicht getragen werden, da sie die Form der Hüfte und
den Schritt nicht verbergen, beim Gehen, Ein- und Aussteigen
aus dem Auto usw. und beim Sitzen, sondern liegen dann
besonders eng an. Ein Rock muß auf Höhe des Beckens und
der Oberschenkel mindestens 10cm weiter als der
Körperumfang sein, und bis zu den Knien stufenweise
mindestens weitere 40cm, damit er überall locker ist und unter
keinen Umständen eng anliegt. Gleichfalls darf kein dünner
Rock getragen werden, der sich beim Gehen dem Körper
anschmiegt, außer, wenn darunter ein weniger flexibler
Unterrock getragen wird, der auch die Durchsichtigkeit vor
Sonnen- und Gegenlicht verhindert.
Farben und Muster: Es darf kein Kleidungsstück roter Farbe
getragen werden, oder in Hautfarbe, wenn es den Eindruck
erweckt, als wäre diese Stelle unbedeckt; schreiende,
leuchtende oder fluoreszierende Farben; Schriftzüge, Bilder,
Knöpfe und Verzierungen, die ins Auge springen; die eine Hälfte
des Kleides in einer, die andere in einer anderen Farbe;
besonders vorsehen muß man sich an den eher verborgen zu
haltenden Stellen: keine wechselnden Farben an der
Vorderseite der Bluse, die diese Stelle besonders andeuten,
Knöpfe, Bilder oder Muster, auch eingewebt, desgleichen in der
Mitte des Rockes vorne. FF: über allen Kleidungsstücken ein
zusätzliches, einteiliges Oberkleid, von stiller Farbe, etwa wie
ein Umhang.
Mädchen: Mit sittsamer Kleidung fangen die Frommen mit drei
Jahren an, und wer erleichtert, mit dem erziehungsfähigen Alter,
d.h. mit fünf-sechs Jahren.
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