DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
 
 
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT MATTOT-MASS'EH
Nr. 418
26. Tammus 5763
 

AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
"Ich bin ein Palästinenser"
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online,
desgleichen auf Französich
 

Diese Woche in der Tora (Num. 30,2-36,13):
Selbstauferlegte Verbote, Vernichtung der Midjaniter,
Landzuteilung an die Stämme Gad und Re'uwen, Liste aller
Reisestationen während der Wüstenwanderung, Gebot der
Austreibung der Ka'aniter, die 6 Levitenstädte, Gesetz von der
Zuflucht des Totschlägers, Bodenerbrecht für Frauen;
Ende des 4. Buches Moscheh.
 
 

Der Stand der Dinge...
Göttlicher "Fahrplan"
Rav Dov Begon
Leiter von MACHON MEIR

"Da sprach der Ewige zu Moscheh...: Sprich zu den Kindern
Israels und sage ihnen: Wenn ihr über den Jordan in das Land
Kana'an ziehet, so sollt ihr alle Bewohner des Landes vor euch
her vertreiben..." (Num. 33,50-52); Raschikommentar dazu:
"Wenn ihr auf dem Trockenen durch den Jordan ziehet, so zieht
ihr unter dieser Bedingung hinüber [die Bewohner zu
vertreiben]; wenn ihr dies aber nicht erfüllen wollt, so wird das
Wasser kommen und euch hinwegschwemmen, und so finden
wir auch, daß Jehoschuah zu ihnen sprach (J. 4,10)". "Als sie
sich noch im Jordan befanden, sprach Jehoschua zu ihnen:
Wisset, weshalb ihr den Jordan überschreitet: damit ihr die
Bewohner des Landes vor euch austreibet,... Wenn ihr danach
handelt, so ist es recht, wenn aber nicht, so wird das Wasser
kommen und euch mitreißen. - Was heißt 'euch'? - Mich und
euch" (Sota 34a). Und damit sie sich in allen Generationen
daran erinnern, daß sie auf sich nahmen, das ganze Land zu
ererben und nicht nur Teile davon, sagte ihnen Jehoschua:
"Ladet euch jeder einen Stein auf seine Schulter, nach Anzahl
der Stämme der Kinder Israels, damit dieses ein Wahrzeichen
unter euch sei, wenn eure Söhne künftig fragen und sprechen:
Was sollen euch diese Steine?" (J. 4,5-6) - "dies soll ein
Denkmal für die Söhne sein, daß die Väter den Jordan
überschritten haben" (Sota ebda.), mit dem Ziel und der
Verpflichtung, das ganze Land zu erben (siehe Raschi).

Nach dem Stand der Dinge besteht das göttliche Gebot auch
heute, das ganze Land zu erben, wie Nachmanides in seinem
Zusatz zum Buch der Gebote festlegte (Nr. 4): "Es wurde uns
geboten, das Land zu ererben, das der Ewige, gelobt sei er, uns
gab, und es nicht in den Händen einer anderen Nation oder öde
und unbewohnt zu lassen...und dies ist ein Gebot für alle
Generationen". Wer also glaubt, Teile des Landes an Araber
geben zu können, übertritt nicht nur ein göttliches Gebot,
sondern verursacht seinem Volk konstante Probleme, wie es in
unserem Wochenabschnitt heißt: "Wenn ihr aber nicht
austreiben werdet die Bewohner des Landes vor euch, so
werden die, so ihr verschonet von ihnen, zu Dornen in euren
Augen und zu Stacheln in euren Seiten, und sie werden euch
befeinden in dem Lande, in welchem ihr wohnet" (Num. 33,55) -
"sie werden für euch zum Schlechten sein; zu Stacheln, die
euch die Augen ausstechen" (Raschi ebda.), d.h.,
Uneinsichtigkeit der Führung, die nicht erkennt, was jedes
Kleinkind sieht, und die sich aus Furcht vor Terroristen hinter
Mauern und Zäunen verbarrikadiert. Vielleicht aber lösen wir die
Probleme, indem wir den Arabern einen Teil unseres Landes für
einen eigenen Staat abtreten und wir dafür Frieden erhalten?
Dazu erklärt der heilige Or-Hachajim Kommentar unsere Verse,
nicht nur, daß unsere Feinde an dem Teil des Landes festhalten
werden, den wir ihnen geben, sondern sie werden noch um den
Rest, den wir bewohnen, kämpfen und zu uns sagen: Steht auf
und geht hinweg aus dem Land.

Wenn wir wirklich in unserem Land in Frieden und Sicherheit
leben und unsere historische Aufgabe, ein Licht den Nationen
zu sein, verwirklichen wollen, dann sind wir verpflichtet, uns und
der Welt klarzumachen: Das ganze Land Israel gehört nur dem
Volk Israel, und so werden sich die Worte des Kalev ben
Jefunneh erfüllen: "Wohl werden wir hinaufziehen und es in
Besitz nehmen, denn wir können es bewältigen" (Num. 13,30).
In Erwartung der vollkommenen Erlösung,
Rav Dov Begon
 
 
Frage und Antwort

Verkaufe deine Seele nicht

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt

Frage: Von christlichen Freunden Israels, wie der "Jüdisch-
Christliche Freundschaftsfonds", "Fonds der Freunde
Jerusalems" und ähnliche Namen mehr, fließt viel Geld guten
Zwecken zu, an private, öffentliche und staatliche
Organisationen, zur Förderung der Einwanderung und der
Eingliederung, für die Erziehung und den Ankauf von
Lehrbüchern, für bedürftige Familien, an Jeschiwot und die
Verbreitung der Tora, an Menschen in Not und an
Armenküchen, an religiöse und an säkulare Vereinigungen,
Charedim und religiöse Zionisten, ein Drittel der jüdischen
Siedlungen in Judäa, Samaria und im Gasastreifen usw. usf. -
die Riesensumme von etwa 100 Millionen Dollar pro Jahr. Sie
unterstützen auch den Staat Israel und üben pro-israelischen
Druck auf die amerikanische Regierung aus. Sind die Christen
also nicht mehr gegen uns?

Antwort: Sie unterstützen den Staat Israel, weil sie darin eine
Stufe in der erneuten Offenbarung und der Wiederauferstehung
des Messias-Gott-Menschen sehen, an den sie glauben. Jene
fundamentalistischen "Freunde des Staates Israel" sind genau
jene Christen, durch deren Hände hunderttausende Juden
verbrannt und hingeschlachtet wurden, und durch G~ttes
Gnade über uns ist es ihnen schon nicht mehr möglich, unsere
Körper zu verbrennen, doch sie fahren fort, unsere Seelen zu
verbrennen. Wer jemanden zu sündigen verleitet, ist schlimmer,
als brächte er ihn um. Diese Sekten schicken jährlich 100
Millionen Dollar zur Unterstützung Israels, und gleichzeitig 200
Millionen Dollar zu missionarischen Zwecken in Israel - alles
unter einem Dach. Sie geben Geld und nehmen Seelen. Sie
organisieren jüdisch-christliche Begegnungen, Dialoge und
gemeinsame Seminare und verteilen bei dieser Gelegenheit
Unmengen missionarischen Materials.

Das ist ihr Generalplan, wie aus ihren Veröffentlichungen an die
großen Spender hervorgeht, um unser Vertrauen zu erwerben,
die Sperre der natürlichen jüdischen Abneigung zu
durchbrechen und Legitimität zu erzeugen. Wehe uns, wenn wir
mit eigenen Händen die Mächte der Unreinheit in unsere reinen
und heiligen Wohltätigkeits-Organisationen und Tora-
Institutionen einschleusen! Nebenbei bemerkt, die Mehrheit der
durch diese Christen unterstützten Neueinwanderer aus der
früheren Sowjetunion sind überhaupt Nichtjuden.

Manche wenden dagegen ein, "Hauptsache, die Kasse stimmt.
Was interessiert es uns, wo das Geld herkommt?! Viel
wichtiger, daß es schließlich für einen guten Zweck verwendet
wird!". Das erinnert an die Geschichte aus dem alten Rom, wo
einmal öffentliche WC's zur Benutzung gegen Gebühr
eingerichtet wurden. Einige Senatoren fanden dies anrüchig:
"Dafür sollen wir Geld nehmen?!" Der Kaiser jedoch gab die
berühmte Antwort: "Geld stinkt nicht!". Doch das Geld der
missionierenden Christen stinkt sehr stark, nach verbrannten
Körpern und verbrannten Seelen - bis auf den heutigen Tag.
Würden Sie vielleicht Geld von einer Organisation annehmen,
die direkt oder indirekt in den Handel mit minderjährigen
Mädchen verwickelt ist?! Worin besteht der Unterschied?

Zum Vers "Und ihr sahet ihre Scheusale und ihre Götzen, Holz
und Stein, Silber und Gold, die bei ihnen sind" (Dt. 29,16)
erklärte einmal ein Rabbiner: Am Anfang sieht der Götzendienst
abscheulich und widerlich aus, und kein normaler Mensch kann
sich damit abfinden; mit der Zeit gewöhnt man sich daran und er
sieht nur noch aus wie Holz und Stein, also nicht abstoßend,
und zum Schluß macht er sogar einen guten Eindruck, wie
Silber und Gold.

Bei diesen Dingen handelt es sich nicht um Moralpredigten und
Worte der Aufrüttelung, sondern um ausdrückliche Halachot
(Gesetze). So entschieden die großen Rabbiner unserer
Generation, z.B. Rabbiner Awraham Schapiro (früherer
aschkenasischer Oberrabbiner Israels), Rabbiner Josef
Schalom Elijaschiw (führender charedischer Rabbiner,
Jerusalem), Rabbiner Nissim Karelitz (dito, Bnej Brak), Rabbiner
Dov Lior (Oberrabbiner von Chevron/Kirjat Arba), Rabbiner
Schmu'el Auerbach (Tiberias), Rabbiner Simcha Hakohen Kuk
(Rechovot), das Bet Din der Eda Charedit, und entsprechend
wurde für diese Angelegenheiten ein besonderes Bet Din des
israelischen Oberrabbinates eingerichtet. Ebenso befassen sich
damit Rabbiner in den USA.

Wie gesagt handelt es sich um ein strenges halachisches
Verbot, und zwar aus vier Gründen, von denen jeder einzelne
ausreicht:
1. Wer in aller Öffentlichkeit Almosen von Nichtjuden annimmt,
verursacht damit eine Entweihung des göttlichen Namens
(Chillul Haschem);
2. Er begründet ihren Weiterbestand und die Fortdauer ihrer
Herrschaft ("Sind ihre Reiser dürr, werden sie abgebrochen",
Baba batra 10b/Jeschajahu 27,11).
3. Er bestärkt die christliche Religion, denn es geht hier ja nicht
um einen einzelnen, privaten christlichen Spender, sondern um
Kirchenorganisationen, und damit begibt er sich in das Umfeld
des Götzendienstes und die Würdigung des Götzen, da sie ihre
Unterstützung bekanntmachen und sich derer rühmen.
4. Er unterstützt und ermöglicht zukünftige Missionsaktivitäten
und wird damit zum Komplizen der Konvertierungen und von
Leuten, die für den Übertritt zum Christentum werben.
Wollen wir nicht ihre bis auf den heutigen Tag andauernden
Bestrebungen vergessen, uns alle zum Christentum zu
konvertieren. Jener Verband der christlichen "Freunde Israels"
zum Beispiel organisiert im Ausland Jugendlager für jüdische
Jugendliche aus Judäa und Samaria, denen dort fast jeden Tag
eine Flut von missionarischer Propaganda verabreicht wird
(siehe auch Ausgaben Nr. 230-231 der "Betrachtungen").

In diesem Zusammenhang kommt das Gespräch von Dr. Herzl
mit dem damaligen Papst am 8. Schwat 5664 (25. Jan. 1904) in
den Sinn. Nachdem der Papst die Bitte um Anerkennung von
Judentum und Zionismus weit von sich gewiesen hatte,
versprach er mit großem Zynismus: "Wenn Sie nach Palästina
kommen und dort Ihr Volk ansiedeln, werden wir mit Kirchen
und Priestern bereitstehen, sie alle zu taufen".

Vor ungefähr 80 Jahren befand sich die jüdische Bevölkerung
Israels und speziell Jerusalems in unbeschreiblicher Not durch
Armut und Krankheit. Damals fingen verschiedene christliche
Organisationen an, Medikamente und ärztliche Behandlung zu
verbilligten Preisen anzubieten. Rabbiner Awraham Jizchak
Hakohen Kuk, der damalige Oberrabbiner im Lande Israel,
veröffentliche folgenden "Warnbrief":

"Die Verführer sind die Plage des Landes Israel im Allgemeinen
und der Altstadt Jerusalems im Besonderen. Die Verführung,
die Jagd auf Seelen, konzentriert sich auf uns schädliche
Handlungen schon seit vielen Jahren". "Und siehe, in früheren
Tagen, besseren als heute, durchsetzt von starkem Geist und
dem Gefühl selbständigen Lebens Israels... da standen in den
Tagen des Leidens und der Not unsere heiligen Vorväter und
Lehrer wie eine eiserne Mauer... und mit strengsten Verboten
ermahnten sie das Volk, seine Wege von ihr zu entfernen und
sich nicht dem Tor ihres Hauses zu nähern und nicht den
geringsten Nutzen von ihr zu genießen... es gab Tage, in denen
es schwer war in Jerusalem und im ganzen Lande Israel, die
Hilfe eines Arztes und Heilmittel zu finden, und unter
Selbstaufopferung flohen unsere Vorväter im Lande Israel vor
der Falle". "Und jetzt, meine geliebten Lehrer und Brüder,
verdunkeln sich die Augen zu sehen, wie die ersten Risse
erscheinen... und jene, die mit Selbstgerechtigkeit reagieren,
wenn man sie daraufhin ermahnt... sie sind die
Mitverantwortlichen für jede verlorene Seele, die in den Abgrund
stürzt, indem sie das Heißbad des strikten Verbotes abkühlen...
und sie sind mitverantwortlich für alle missionarischen
Handlungen, die sich aus dieser niederen Anbiederung
ergeben". "Darum ruft meine Stimme, eine bittere und klagende
Stimme... laßt ab, meine Brüder, von jenen Wegen in den
Abgrund... vergegenwärtigt euch die furchtbaren und strengen
Verbote, deren Heiligkeit die Größen der Weisheit, Heilige der
Generationen, ihre Seelen in gesegnetem Andenken,
bekanntmachten, Verbote, die der Quelle der Heiligkeit
entstammen" (Igrot Hara'aja IV, S.74-76).

Zum Schluß eine kleine Geschichte: Vor etwa 20 Jahren
erschien bei mir plötzlich ein christlicher Geistlicher, der es im
Rahmen seiner Aktivitäten zur Förderung der vollkommenen
christlichen Erlösung für richtig hielt, den Bau des Tempels zu
unterstützen. Wegen des Namens unserer Jeschiwa "Ateret
Kohanim" glaubte er, daß wir uns mit der Ausbildung von
Priestern und der Erneuerung des Tempeldienstes
beschäftigten. Er machte folgendes Angebot: "In Amerika gibt
es 50 Millionen fundamentalistische Protestanten; jeder wird
euch pro Jahr einen Dollar für den Tempel spenden, das bringt
Ihrer Jeschiwa ein jährliches Budget von 50 Millionen Dollar".
Wissen Sie, was ich ihm antwortete? Nur ein Wort: "Nein".
 
 

Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen
Themen auf hebräisch im Internet (audio/online):
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