DAS ZENTRUM FÜR
JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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IL - 91032 Jerusalem ISRAEL Tel. +972 2 6511906 Fax +972 2 6514820 http://www.machonmeir.org.il |
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
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-Archiv der
"Betrachtungen"
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den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT KEDOSCHIM
Nr. 406
1. Ijar 5763
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Lev. 19,1-20,27):
Gebot und Versprechen, heilig zu sein;
div. Ge- und Verbote
und deren Strafen; Inbesitznahme des Landes
von Milch und
Honig.
+ Jom Ha'Azma'ut
| Am
Schabbes-Tisch...
Seid heilig! Rav Jakov Ari'el
|
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[aus dem Buch "Ohala schel Tora"]
"Heilig sollt ihr sein" (Lev. 19,2) - mit diesen Worten fordert die
Tora, laut Nachmanides, sich nicht mit dem formalen Erfüllen
der Gebote zu begnügen, sondern seine ganze Lebensweise im
Sinne der Tora zu heiligen. Eine rein formale Gebotsausübung,
ohne Identifizierung mit den Inhalten, ohne Verinnerlichung,
ohne ständiges Streben nach mehr Heiligkeit, kann den
Menschen zu einem "Schuft mit Erlaubnis der Tora" werden
lassen. Er kann es zum Beispiel mit den Koscher-Gesetzen
sehr genau nehmen und nichts anderes als "glatt" koscheres
Fleisch auf seinen Teller kommen lassen, das von einem
gottesfürchtigen und in den Gesetzen bestens bewanderten
Metzger genauestens geprüft wurde - doch hat er eben nichts
im Sinn außer dem Fleischverzehr. Das ist der Inhalt seines
Lebens. So ein materialistischer Mensch kann nicht "heilig"
genannt werden. Er ißt zwar nichts Verbotenes, ähnelt aber
eher einem "Esel, der eine Kuh ißt".
Entsprechend kommentiert Nachmanides auch den Vers "Im
siebenten Monate, am ersten des Monats sei euch eine Feier
[Schabbaton]" (Lev. 23,24): Ein Formalist könnte bei den
Schabbatgesetzen einen absurden Zustand konstruieren. Er
würde zwar alle in der Tora wörtlich erwähnten Arbeiten
peinlichst vermeiden - weder pflügen noch säen, dreschen
oder
Garben binden, mahlen oder backen - doch öffnet er sein
Geschäft am Schabbat, verkauft seine Waren, wiegt und mißt,
nimmt Geld an und gibt Wechselgeld heraus, handelt und
verdient sich eine goldene Nase. Alle diese Arbeiten werden
zwar nicht wörtlich in der Tora genannt, doch würde der
Schabbat durch sie seine besondere Seele verlieren. Darum
verlangt die Tora über die Einhaltung der formalen Gesetze
hinaus auch die Wahrung der Heiligkeit des Schabbats durch
Vermeidung aller Tätigkeiten, die den Menschen zur
Schabbatentweihung bringen könnten. Damit sind Aktivitäten
gemeint, die den Schabbat aushöhlen, abtöten und jeder Seele
berauben und ihn ohne jede Heiligkeit belassen...
Die regelrechte Erfüllung der Gebote bedingt ein Streben nach
Heiligkeit mithilfe der Tora, man darf sich also nicht mit dem
gewohnheitsmäßigen, oberflächlichen Erfüllen der
Gebotshandlungen begnügen. Das Gebot "Heilig sollt ihr sein"
birgt demnach das ganze Wesen der Tora.
...Echte Heiligkeit bedeutet volle Identifizierung mit dem Willen
G~ttes. Wer ernsthaft heilig-wie-G~tt sein will, versucht sich wo
immer möglich mehr zu heiligen und näher und anhängender
an
G~tt zu sein. Er kann sich nicht mit der einfachen
Pflichterfüllung begnügen. Er wird nach dem Rang der
Chassidut [nicht zu verwechseln mit Chassidismus] streben,
d.h. mehr als nur das formal Erforderliche zu leisten. Aus
diesem Streben nach Vollkommenheit reichen ihm nicht die 613
Gebote der Tora, er möchte vielmehr im Geiste der Tora ein
vollkommen heiliges Leben leben, ohne weltliche Hohlräume.
...Gleiches gilt für sein Verhältnis zum Lande Israel. Passives
Wohnen im Lande reicht nicht, formale Erfüllung des Gebotes,
vielmehr gilt auch hier nach dem Rang der Chassidut zu streben
und in aktiver Weise an der Besiedlung und dem Aufbau des
Landes teilzunehmen, und es der Länge und Breite nach von
der Öde befreien. Mit dem Bewohnen nur der als sicher
geltenden Landstriche erfüllt man das Gebot der Besiedlung des
Landes nicht. Das Streben muß der "Übererfüllung" und
der
Vollkommenheit gelten, soweit es sich bewerkstelligen läßt.
Das Gebot "Heilig sollt ihr sein" verpflichtet zum Streben nach
ausnahmsloser individueller und gesellschaftlicher
Vollkommenheit. Wer sich nur intensiv und einsatzvoll mit der
Besiedlung des Landes beschäftigt, oder nur Vollkommenheit
auf dem Gebiet der Nächstenhilfe anstrebt, kann nocht nicht die
Erfüllung des Gebotes geltend machen. Das Gefühl an sich
der
Zufriedenheit mit sich selbst, seine Pflicht getan zu haben,
widerspricht dem Wesen dieses Gebotes. Eine selektive
Einstellung verhindert die Vollkommenheit, stutzt ihre
Schwingen, bevorzugt das Stückwerk, setzt den Mangel gegen
die Vollkommenheit. Bedeutet doch dieses Gebot ein
unbegrenztes Streben nach Vollkommenheit. Heilig-sein-wie-
G~tt bedeutet Steigerung in allen Bereichen der
Gebotserfüllung. So wie G~tt unendlich ist, seien auch die
Bestrebungen des Menschen unendlich. Das Streben nach
Vollkommenheit muß in allen Kräften der Seele zum Ausdruck
kommen, in allen Aspekten der Persönlichkeit; Vollkommenheit
auf dem Gebiet der Tora, Vollkommenheit beim Dienst an G~tt,
Vollkommenheit bei guten Taten gegenüber den Mitmenschen,
persönliche Vollkommenheit, nationale Vollkommenheit,
geographische Vollkommenheit, Vollkommenheit bei allem.
Sechzehnmal (!) erscheint der Ausdruck "Ich, der Ewige" im
ersten Abschnitt unserer Parscha, um uns zu lehren, daß die
Heiligkeit des Menschen seiner Pflicht entspringt, sich G~tt
ähnlich zu machen. "Heilig sollt ihr sein, denn heilig bin ich,
der
Ewige, euer G~tt".
| HaRav
Aviner
Geh arbeiten! Rav Schlomo Aviner
|
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Geh arbeiten. Es gibt in unserem Lande zuviele Leute, die nicht
arbeiten. Hier ist nicht die Rede von denen, die ihr Leben mit
großem Fleiß, Tag und Nacht, dem Torastudium widmen und
damit dem Aufbau der Nation dienen. Vielmehr gibt es
zehntausende Jugendliche, die weder Tag und Nacht Tora
lernen noch jemals arbeiteten. In jeder Bevölkerungsgruppe gibt
es Müßiggänger. Der Durchschnitt der arbeitenden Bevölkerung
in unserem Land gehört zu den niedrigsten in der Welt.
Niedriger als Australien und Rumänien! Was für eine Schande!
Morgens stehen sie nicht auf zur Arbeit, produzieren nichts,
sondern bedeuten eine Belastung für die Gesellschaft.
Gibt es etwa nicht genug Arbeitsplätze? Warum importiert man
dann zehntausende Gastarbeiter?! Vielmehr halten sich unsere
Müßiggänger für zu gut für physische Arbeit.
Wo steht das denn
geschrieben, daß nur der Kaufmannsberuf ehrenwert ist????
Zweifellos braucht der Staat Kaufleute. Produktive Berufe sind
jedoch von höherem Rang. Es ist schon ein Skandal, wenn man
in unserem Lande kaum noch jemanden findet, der ein Auto
reparieren oder eine Mauer bauen kann. Es herrscht zu sehr
eine Atmosphäre des "wie kann ich das Meiste aus dem System
herausschlagen", eine Atmosphäre der stützungsbedürftigen
Gesellschaft, eine Atmosphäre, wie man sich mit Nichtstun
durchmogeln kann.
Die zionistische Bewegung war neben der Rückkehr nach Zion
von einer Atmosphäre der Arbeit und der Erzeugung
gekennzeichnet und sah darin das Ideal der Befreiung von der
Galut (Exil). Wir müssen zu dieser Geisteshaltung
zurückkehren.
Es kann nicht angehen, daß der Staat Israel mehr Geld ausgibt
als er einnimmt. Es besteht kein Grund dafür, daß Leute
in
Amerika für unsere Ernährung arbeiten. Das ist ein Chilul
Haschem, eine Entweihung des göttlichen Namens. Im
Gegenteil, wir müssen weniger ausgeben als wir einnehmen
und mit der Differenz die Schulden zurückzahlen, deren Zinslast
uns erdrückt.
Die Staatsausgaben müssen eingeschränkt werden. Natürlich
besteht eine Verantwortung gegenüber den Bedürftigen, aber
man kann auch nicht endlos die Reichen besteuern.
Gegenwärtig zahlen 10% der Bevölkerung 90% der Steuern.
Wenn die Steuerlast zu schwer wird, führt das entweder zu
Abwanderung, zur Transferierung von Betrieben ins Ausland, zu
Steuerhinterziehung oder zur Suche nach steuerlichen
Schlupflöchern - so oder so haben die Armen das Nachsehen.
Die Lösung besteht im Arbeiten, jede sich bietende Arbeit. Ganz
einfach arbeiten und dem Nächsten nicht zur Last fallen.
"Mache deinen Schabbat alltägig [bezüglich der Qualität
der
Speisen], nur sei nicht der Mitmenschen bedürftig" (Schabbat
118a). "Lieber vermiete sich der Mensch für Fremdendienst
[eine Arbeit, die ihm fremd ist], nur nicht seiner Mitmenschen
bedürftig werden" (Baba batra 110a).
Arbeit ehrt. "Größer ist, der von seiner Arbeit genießt,
als der
G~ttesfürchtige,... wie es heißt: 'wenn du von deiner Hände
Arbeit issest, Heil dir und wohl dir' (Psalm 128,2), Heil dir in
dieser Welt, und wohl dir in der kommenden Welt" (Brachot 8a).
Der Mensch muß mit seiner Arbeit glücklich sein und durch
produktive und ernährende Arbeit sein Leben mit innerer Freude
bereichern. Dann braucht er keine Unterhaltung. Statt Erfüllung
bei der Arbeit sucht man Unterhaltung, und auch die
Unterhaltung wird immer weniger wert; statt Freude über das
Zusammensein, das Gespräch, ein weises Torawort,
Eigeninitiative - zahlt man für Unterhaltungskünstler, damit
sie
uns amüsieren, und wir sitzen vollkommen passiv dabei.
Die Arbeit ist keine himmlische Strafe. Sie bedeutet weder
Sklaverei noch Zeitverschwendung, sondern Freiheit und
Produktivität.
Große Rabbiner wanderten aus dem Jemen ein und fanden
nichts Ehrminderndes bei einfacher Arbeit. Worin sahen sie ja
eine unentschuldbare Schande? In der Annahme von
Geschenken von Fleisch und Blut.
Im Hause meiner sel. Tante begegnete ich einmal einem
Treppenkehrer. Guten Tag, begrüßte ich ihn, wer sind Sie?
Ein
Neueinwanderer aus Russland, erwiderte er. Was waren Sie
dort von Beruf? -Arzt. -Stört es Sie nicht, hier Treppen zu
säubern? -Überhaupt nicht, sagte er, Arbeit ehrt, und ich
habe
auch Zeit zum Nachdenken.
Zwei Jahre später begegnete ich ihm wieder, diesmal im
Krankenhaus, und er trug einen weißen Kittel. Was tun Sie hier,
fragte ich ihn. -Ich bin Arzt, stellvertretender Stationschef.
Das ist das Prinzip - geh arbeiten. Es ist nicht redlich, wenn
Andere arbeiten, um dich zu ernähren. Und es ist erst recht ein
Chilul Haschem, wenn amerikanische Nichtjuden für unseren
Unterhalt arbeiten.
Geh arbeiten!
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