DAS ZENTRUM FÜR
JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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"Betrachtungen"
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den Rabbi" auf deutsch
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als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT CHAJE SARA
Nr. 380
27. Marcheschwan 5763
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Gen. 23,1-25,18):
Saras Tod, Kauf der Höhle Machpela
bei Chewron ("Hebron"),
Awrahams Hausverwalter Elieser auf Brautschau
für Jizchak,
bringt Riwka, Awrahams neue Frau Ketura
und ihre
Nachkommen, Awrahams Tod, seine Beerdigung
in der Höhle
Machpela durch Jizchak und Jischma'el,
Jischma'els
Nachkommen und Tod.
| Am
Schabbes-Tisch...
Ischma'el und seine Nachkommen Rav Jakov Halevi Filber |
"In jedem Zeitalter steht man gegen uns auf, uns zu vernichten,
und der Heilige, gelobt sei er, rettet uns aus ihrer Hand"
(Pessach-Hagada). In jeder Generation erhebt sich der jeweils
diensthabende Bösewicht und bedroht das jüdische Volk. Bis
zur Nazizeit und dem sowjetischen Kommunismus erfolgte der
Versuch der Vernichtung des Volkes Israel von seiten der
europäischen Antisemiten, und nun, in unserer Zeitperiode,
übernahm diese Rolle die ischma'elische Nation, die es erst mit
totalem Krieg, dann mit Terror versuchte, den jüdischen Staat
auszuradieren, der neu im Lande Israel erstand. Auch wenn die
heutigen moslemischen Nationen nicht von Ischma'el
abstammen sollten, so führen sie selber jedoch ihre Ahnenkette
auf ihn zurück. An Ischma'els Entstehung waren Drei beteiligt,
wie geschrieben steht: "Und dies sind die Nachkommen von
Ischma'el, Sohn Awrahams, den Hagar, die ägyptische,
Saras
Magd, geboren dem Awraham" (Gen. 25,12). Bezüglich seines
Stammbaums wird neben seinen leiblichen Eltern Awraham und
Hagar auch Sara erwähnt. Ischma'el hat seine Existenz nämlich
vor allem Sara zu verdanken, die nicht nur Hagar, ihre
Dienstmagd, dem Awraham gab, sondern diesen Vorgang
überhaupt initiierte. Und auch, wenn es unter den
Kommentatoren verschiedene Ansichten über Saras
Beweggründe gibt, so sind sie sich doch alle darüber einig,
daß
es sich bei ihrer Bereitschaft um ein Zeichen großer Demut
handelt; nicht nur bezüglich der Einführung einer Nebenfrau,
sondern auch in der damit verbundenen Möglichkeit der
Erlangung eines Vorteils, wenn es ihr tatsächlich gelingen sollte,
Awraham ein Kind zu gebären. Genau hierbei offenbarte sich
die Niederträchtigkeit Hagars gegenüber Saras Edelmut, wie
Hagar es ihr arrogant vergalt: "da ward gering ihre Gebieterin in
ihren Augen" (Gen. 16,4). Nicht nur, daß sie keine Dankbarkeit
zeigte, sie verleumdete ihre Herrin auch noch in aller
Öffentlichkeit: "Meine Herrin Sarai offenbart ihr wahres Innere
nicht nach außen hin; sie erscheint als Gerechte, ist aber keine,
denn seht nur, wieviele Jahre sie schon nicht schwanger wird,
und ich in einer einzigen Nacht..." (Midrasch raba 45,4).
Darüber regte sich Sara auf und sagte zu Awraham: "Gewalt
geschieht mir um dich" (Gen. 16,5), und der Midrasch fügt als
Erklärung hinzu: "Warum hörst du meine Schande an und
schweigst dazu?!" (M.r. 45,5).
Waren es die schlechten Eigenschaften Hagars, die Ischma'el
beeinflußten? Schon vor seiner Geburt nämlich sprach der
Engel zu Hagar: "Siehe, du bist schwanger und wirst einen
Sohn gebären... und er wird sein ein Wilder (pere-adam)
unter
Menschen, seine Hand gegen Alle, und die Hand Aller gegen
ihn, und vor all seinen Brüdern wird er wohnen" (Gen. 16, 11-
12). Ein "Wilder" ist kein Mensch, der sich wild benimmt, denn
dann hätte es "ein wilder Mensch" (adam-pere) heißen
müssen,
vielmehr ist die Wildheit sein entscheidendes Wesensmerkmal,
ein Makel, von dem er sich viel schwerer befreien kann, denn
es handelt sich nicht um eine erworbene Angewohnheit,
sondern um einen Teil seiner Natur. Einige Kommentatoren
deuten den Begriff pere-adam jedoch als Ausdruck gespaltener
Persönlichkeit von Gut und Böse: manchmal war er wild, und
manchmal Mensch. War er wild - "seine Hand gegen Alle, und
die Hand Aller gegen ihn", war er Mensch - "vor all seinen
Brüdern wird er wohnen" (Malbim-Kommentar). Solange
Ischma'el im Hause Awrahams wohnte, liebte ihn dieser, und
noch im Dreizehnjährigen sah Awraham seinen Erben und
Nachfolger; als G~tt ihm mitteilte, daß Sara ihm einen Sohn
gebären wird, gab er Ischma'el nicht auf und bat G~tt: "Wenn
doch Ischma'el lebte vor dir!" (Gen. 17,18). Auch wenn G~tt
seinen Bund Izchak vorbehielt, ließ er Awrahams Bitte nicht leer
ausgehen, sondern sagte ihm: "Auch wegen Ischma'el habe ich
dich erhört. Siehe, ich segne ihn und mache ihn fruchtbar und
mehre ihn über die Maßen... und mache ihn zu einem großen
Volke" (ebda.20). Einmal bemerkte mein großer Lehrer,
Rabbiner David Kohen ("HaNasir"), daß die uns von den
Ischma'eliten verursachten Leiden auf die Bitte Awrahams
zurüchzuführen sind, "Wenn doch Ischma'el lebte vor dir!".
Diese Worte fand ich später durch den Midrasch bestätigt,
wonach Awraham von der gemeinschaftlichen Seele Israels
(Knesset Israel) für diese Bitte heftig kritisiert wird:
"Kam
Awraham und sprach zu Knesset Israel: 'Erhebe dich und
erhalte den Becher des Trostes von G~tt, denn schon ist die
Zeit deiner Tröstung gekommen', dann wird sie ihm antworten:
'Von dir nehme ich keinen Trost entgegen, denn du ließest ab
von meinen Sprossen und batest für Ischma'el und dessen
Nachkommen und sagtest: "Wenn doch Ischma'el lebte vor
dir!", und sie vermehrten sich wie Sand am Meer und standen
gegen mich auf, quälten mich und plünderten all meine Mühen'"
(Midrasch hagadol Wajechi 50,21). Es fiel Awraham schwer,
sich von Ischma'el zu trennen, und Sara war es, die Anzeichen
der Gefahr für Izchak bei Ischma'el erkannte, worauf sie von
Awraham forderte: "Treib' aus diese Magd und ihren Sohn"
(Gen. 21,10). Das gefiel Awraham ganz und gar nicht, wie es
heißt: "Und leid war die Sache sehr in den Augen Awrahams um
seines Sohnes willen" (21,11). Er folgte ihr erst, als G~tt ihm
ausdrücklich sagte: "In allem, was Sara dir sagt, hör' auf
ihre
Stimme!" (21,12). Zu Ischma'els Gunsten läßt sich anführen,
daß er am Ende seiner Tage bußfertige Umkehr tat, wie der
Raschikommentar zu Gen. 25,9 erwähnt, und als Gerechter
starb (Raschi zu Gen. 25,17). Nur daß er vorher viele
Nachkommen in die Welt setzte, über die er keine Kontrolle
hatte, und jene waren es, die die Tradition des "seine Hand
gegen Alle, und die Hand Aller gegen ihn" fortführten - und auch
für die absehbare Zukunft zeichnet sich leider keine bußfertige
Umkehr in der Weise ihres Vorvaters ab.
| Frage
und Antwort
Ohne Brot keine Tora? Rav Schlomo Aviner
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Frage: Unser Sohn hat die Grundschule beendet, und wir
wollen ihn nun für weiterführende Ausbildung einschreiben
lassen. Wir überlegen uns, ob es nicht in diesen Zeiten besser
und gerechtfertigt sei, mehr an die Sicherstellung seiner
zukünftigen wirtschaftlichen Grundlage zu denken. Im Lichte der
wirtschaftlichen Entwicklung in unserem Lande scheint uns
keine andere Wahl zu bleiben, das "Brot" vor die Tora zu
setzen.
Antwort: Nicht ohne Grund heißt es in der Mischna: "Wer
kein
Mehl besitzt, hat keine Torakenntnis" ("Sprüche der Väter",
3.Kap.). Darum schrieben unsere Weisen, daß der Vater seinen
Sohn einen Beruf lehren muß (Kiduschin 29a), und "stets lehre
man seinen Sohn einen sauberen und leichten Beruf"
(Kiduschin 82a). Damit soll verhindert werden, daß sich der
Sohn nicht erhalten kann und zu einem Parasiten an der
Gesellschaft wird. "Größer ist der, der von eigener Mühe
genießt, als der Himmelsfürchtige" (Brachot 8a), "Wenn du
deiner Hände Arbeit genießt, Heil dir, und dir ist wohl"
(Psalm
128,2).
Damit wird nicht nur der Sorge um den Lebensunterhalt
Ausdruck verliehen, sondern auch der Sorge um die Tora:
"Jede Beschäftigung mit der Lehre, die nicht mit einer Arbeit
verbunden ist, hört schließlich auf und führt die Sünde
herbei"
("Sprüche der Väter", 2.Kap.), denn weil er kein Einkommen
hat, um sich zu erhalten, wird er seinen Lebensunterhalt auf
krummen Wegen zu erlangen suchen, und damit vergeht er sich
an der Tora.
Wenn dem so ist, wie konnte Rabbi Nehorai dann in der
Mischna (Kiduschin 82a) sagen: "Ich lasse lieber alle Berufe der
Welt und lehre meinen Sohn nichts als Tora"? Besonders wenn
wir berücksichtigen, daß "Rabbi Nehorai" mit Rabbi Meir
identisch ist, von dem die obige Lehre von "Vater und Sohn"
stammt?! Die Weisen lösten diesen Widerspruch dahingehend
auf, daß Rabbi Nehorai nur von seinem eigenen Sohn sprach,
da er bezüglich dessen zukünftiger Versorgung sicher war;
als
allgemeine Regel aber trat er für Berufsausbildung ein.
Diese Unterscheidung findet sich auch ausdrücklich im Talmud.
Rabbi Ischma'el lehrte über den Vers "Du wirst dein Korn
einbringen" - "verfahre außerdem nach der Landessitte", d.h.
arbeite. Rabbi Schimon bar Jochai aber sagte: "Ist es denn
möglich, daß ein Mensch zur Zeit des Pflügens nur pflüge,
zur
Zeit des Säens nur säe, zur Zeit des Mähens nur mähe,
zur Zeit
des Dreschens nur dresche und zur Zeit des Windes nur
worfele, was sollte aus der Tora werden!?" Nach seiner Ansicht
habe man sich nur mit dem Torastudium zu beschäftigen. Nach
wem wurde das Gesetz entschieden? "Abajje sagte: Viele
handelten nach Rabbi Ischma'el und es gelang ihnen, nach
Rabbi Schimon bar Jochai, und es gelang ihnen nicht" (Brachot
35b). Daraus lernen wir, daß der rechte Weg für die Masse
in
"Tora und Arbeit" besteht, für eine Minderheit jedoch "nur
Torastudium".
Diese Schlußfolgerung findet sich im Gesetzeskommentar
"Mischna Brura": "Viele handelten..." - Vielen gelang
es nicht,
aber Wenigen gelang es.
Unser großer Lehrer Rabbiner Zwi Jehuda Kuk sagte einmal,
unser Staat brauche Wirtschaftsfachleute und Kämpfer, und
nicht weniger Toragelehrte, Leute des Geistes und des
Glaubens. Keiner kann aber alles auf einmal sein, und darum
müssen die Rollen auf angemessene Weise verteilt werden.
Vielleicht glauben Sie, auch wenn das Kind hauptsächlich
weltliche Studien verfolgt, kann aus ihm immer noch ein
Toragelehrter werden, und so bleiben beide Möglichkeiten vor
ihm offen. Das ist allerdings nicht ganz so einfach, denn um ein
großer Toragelehrter zu werden, braucht man viel Zeit und
psychisches Durchhaltevermögen, und je mehr Zeit man für
weltliche Studien einsetzt, desto mehr beschränkt man seine
Möglichkeiten auf dem Gebiet der Tora.
Darum ist der zweite Weg zu bevorzugen, nämlich dem Kind
erst nur Tora beizubringen, und wenn sich im Laufe der Zeit
herausstellt, daß ihm dies nicht für das ganze Leben paßt,
dann
kann es immer noch einen Beruf lernen. So schrieb z.B. der
Talmudkommentar Chatam Sofer.
Jung waren wir, und sind gewachsen, und sahen bis heute
keinen Absolventen einer zionistischen Jeschiwa, der um Brot
betteln mußte. Alle verdienen einen würdigen Lebensunterhalt,
ob auf dem Gebiet der Tora oder in einem weltlichen Beruf.
Seinerzeit sagte Rabbiner Zwi Jehuda Kuk: "Merkas HaRav"
[die von seinem Vater gegründete und später von ihm geleitete
zionistische Jeschiwa in Jerusalem] ist kein Kollel [Jeschiwa
für
verheiratete Schüler, die Stipendien aus Spendengeldern
beziehen], wo man auf ewig sitzt und lernt, sondern eine
Jeschiwa, die Toragelehrte heranbildet, die Aufgaben in der
Nation übernehmen.
Die Regel lautet demnach: ein Kind, das sich zur Tora
hingezogen fühlt, sollte so weit wie möglich mit dem teuren
Licht
der heiligen Schrift angefüllt werden, das den Glauben erbaut,
gute Charaktereigenschaften und Himmelsfurcht und aus ihm
einen Segen für die Nation macht.
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