DAS ZENTRUM FÜR
JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Ausgabe: R. Plaut
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-Archiv der
"Betrachtungen"
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den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT CHUKKAT
(außerhalb
Israels KORACH)
Nr. 415
5. Tammus 5763
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online,
desgleichen auf Französich
Diese Woche in der Tora (Num. 19,1-22,1):
Wasser mit Asche der roten Kuh zur Beseitigung
von
Leichenunreinheit im Tempel; Mirjam stirbt,
Brunnen versiegt,
Volk murrt; Moscheh eröffnet neue
Quelle, aber nicht genau wie
von G~tt befohlen; Edom verweigert Durchreise;
Aharon stirbt
nach Übertragung der Hohepriesterschaft
auf seinen Sohn
Elasar; Kana'aniter greifen an und werden
geschlagen; Volk will
kein Manna mehr, Strafung durch Giftschlangen;
kupferne
Schlange; Volk singt Loblied; Eroberung
von Moaw und
Baschan (Transjordanien und Golan).
TAL
CHERMON zum Wochenabschnitt
HaRav Schlomo Aviner
Der Maschiach kommt nach Kriegen
Zum Thema Cheschbon, der Stadt Sichons, die von unserem
Lehrer Moscheh erobert wurde, macht uns die Tora auf eine
besondere Tatsache aufmerksam: "Denn Cheschbon ist eine
Stadt Sichons, Königs des Emori; denn er hatte gegen den
früheren König von Moaw gestritten, und hatte ihm sein ganzes
Land bis an den Arnon abgenommen" (21,26). Dazu stellt sich
die Frage, was kümmert uns überhaupt die Geschichte von
Cheschbon, und was interessiert es uns, daß es einmal zu
Moaw gehörte ?!
Natürlich hat G~tt nichts einfach nur so in die Tora geschrieben.
Die talmudischen Weisen vermerken: "Rabbi Schimon ben
Lakisch sagte: Es gibt viele Schriftverse, die [scheinbar] gleich
den Büchern der Minäer verbrannt werden sollten, und eben
diese sind Bestandteile der Tora" (Chulin 60b). Sie scheinen
überflüssig zu sein und ganz unnötig erwähnt, und
sollten
darum eher verbrannt werden, weil es eine Schande sei, sie
neben Heiligem aufzuführen. In Wirklichkeit aber verbergen sich
dahinter wichtige Prinzipien. Weiter heißt es in diesem
Talmudzitat: "Zum Beispiel: 'Denn Cheschbon ist eine Stadt
Sichons, Königs des Emori; denn er hatte gegen den früheren
König von Moaw gestritten usw.' Was geht hieraus hervor? Der
Heilige, gelobt sei er, hatte zu den Israeliten gesagt: 'Du sollst
Moaw nicht befehden' (Dt.2,9). Daher sprach der Heilige, gelobt
sei er: Mag Sichon kommen und es Moaw abnehmen, und dann
die Israeliten kommen und es Sichon abnehmen [da sie es ja
nicht direkt von Moaw nehmen durften]. Das ist es, was Rav
Papa sagte: Ammon und Moaw wurden durch Sichon gereinigt."
Und diese Antwort gab auch Jiftach HaGiladi dem König von
Ammon auf dessen Gebietsforderungen hin. Jiftach war einer
der Richter Israels und stammte selber aus Gilead, dem Erbsitz
des Stammes Gad und ehemaligem Besitze Ammons [siehe
dieswöchige Haftara aus dem Buch der Richter, 11. Kapitel;
Parallelen zur aktuellen Lage im Nahen Osten sind nicht von
der Hand zu weisen]. Der König von Ammon behauptete: Ihr
habt unsere Gebiete besetzt! Jiftach, Fachmann ersten Ranges
in politischer Verhandlungsführung, gab zur Antwort: Bei uns
seid ihr an der falschen Adresse, wir haben euch nichts
abgenommen: "Israel hat nicht genommen das Land Moaw und
das Land der Söhne Ammon" (Richter, 11,15) - wir nahmen es
von Sichon!
Das ist das Besondere an dieser Geschichte: Wir hören von
einem Krieg zwischen zwei Völkern, zwischen den Emoritern
und Moaw, mit dem Israel scheinbar nicht das Geringste zu tun
hat. In Wirklichkeit aber hat es sehr viel damit zu tun, wie unser
Lehrer Rabbiner Zwi Jehuda HaKohen Kuk die Worte der
Weisen erklärt: Wenn Staaten einander bekämpfen, erwarte
das Kommen des Maschiach. Alle Kriege bereiten das
Erscheinen des Maschiach vor.
| HaRav
Aviner
Gesetze der Siedlungsräumung Rav Schlomo Aviner
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Im Verlaufe der Leiden, die den göttlichen Prozeß unserer
Erlösung begleiten, begegnen wir wiederum diesem
schrecklichen Aufeinanderprallen von Brüdern bei der Räumung
von jüdischen Siedlungen, und wir können uns nicht einfach
der
Pflicht entziehen, diese Vorgänge im Licht der Tora zu
betrachten, die sowohl dem Einzelnen als auch der Nation den
rechten Weg weist, sowohl für den gesunden Normalzustand
als auch für krankhafte Sonderfälle. Das genannte Problem
hat
drei verschiedene Aspekte: 1. Regierung, 2. Bürger, 3. Soldaten.
1. Die Regierung
In Fragen der Gebietsnutzung und der Stadtplanung liegt die
Entscheidungsgewalt bei der Regierung. Wenn es aber um die
grundsätzliche Frage geht, ob ein bestimmtes Gebiet dem Volke
Israel oder einem anderen Volk zusteht, so gehört diese in
einen Rahmen, der über die Regierung hinausreicht, nämlich
in
die Kompetenz des Herrn der Welt, der Tora, der jüdischen
Überlieferung und der Weltgeschichte. Auch die Regierung
unterliegt dem Gebot in Bezug auf das Land Israel, "es ist uns
geboten, es nicht in den Händen anderer Völker oder öde
zu
belassen" (Nachmanides, Anmerkungen zum Gebot Nr. 4 des
Maimonides). Dieses Gebot steht über der Regierung, im
Gegenteil, die Regierung schöpft hieraus ihre Macht und ihre
Autorität. Die Räumung einer jüdischen Siedlung ist
daher eine
große Sünde und ein furchtbares Verbrechen, das nicht
seinesgleichen in der ganzen jüdischen, ja Weltgeschichte
kennt, und erst recht ist die Einrichtung eines fremden Staates
mitten in unserem Land ein nationales Verbrechen, jenseits der
Grenzen von Verstand und Ethik.
So lautet die Entscheidung unserer großen Rabbiner, der
Vorsitzenden der "Vereinigung der Rabbiner für das Volk Israel
und das Land Israel" - absolute Ablehnung der Gründung eines
fremden Staates oder Abgabe von Teilen des Landes Israel an
Fremde.
Wollen wir hoffen, daß unsere Regierung schnellstens
aufwacht, ihre Gedanken abschüttelt und auf den Pfad der
Wahrheit und des Mutes zurückkehrt.
2. Die Bürger
Jeder Jude ist zum Kampf für die Rückgängigmachung dieser
schlimmen Verordnungen verpflichtet. Das ganze Volk muß wie
ein Mann und eine Seele aufstehen und gegen seine
versagende Regierung streiten, die es auf einen Irrweg leitet.
Allerdings ist dieses Gebot, wie jedes andere auch, ohne das
gleichzeitige Begehen von Sünden auszuführen. Vor der
Staatsgründung bestimmte unser Lehrer Rabbiner Zwi Jehuda
Hakohen Kuk die "roten Linien" für die politischen Kämpfe
in
unserem Lager: Ohne die Hand gegeneinander zu erheben,
ohne Verleumdungen, ohne Haß (Lenetiwot Israel I). Das
gilt
auch für Kämpfe um die Unantastbarkeit unseres Landes, bei
denen uns unser großer Lehrer niemals angewiesen hat, die
Hand gegen unsere Brüder zu erheben, sie zu verleumden oder
zu hassen. Darum flucht keinem Polizisten, Soldaten oder
Offizier. Beleidige niemanden, leiste keinen gewaltsamen
Widerstand bei der Räumung, klammere dich nicht an Felsen,
vielleicht wirst du verletzt werden, vielleicht wird der Soldat
verletzt werden. Spiele nicht "Fangen" mit den Soldaten.
Die Räumung einer jüdischen Siedlung ist eine Entheiligung
des
göttlichen Namens. Füge dem nicht noch weitere Entheiligung
vor den Linsen der Fernsehkameras des In- und Auslandes
hinzu, wo man dann sieht, wie ein jüdischer Soldat einen Juden
aus einer jüdischen Siedlung schleift.
Und wenn du einen Soldaten nötigst, dich aus einer Siedlung zu
schleppen, stelle dich nicht unschuldig und schreie "Warum
übst du Gewalt?!" Verursache ihm nicht noch obendrein diesen
Schmerz.
Zu Beginn der jüdischen Wiederbesiedlung Hebrons tanzten
einmal unsere Freunde mit einer israelischen Fahne in der
Machpela-Höhle. Die Wachsoldaten verlangten, mit der Fahne
aufzuhören, und als man ihre Weisung nicht beachtete, ergriffen
sie die Fahne. Nun zog eine Gruppe von hier und die andere
von dort, bis die Fahne riß. Dazu sagte uns Rabbiner Kuk, was
ihr gemacht habt, war trefener als Schweinefleisch, ihr habt
unsere Freunde, die Soldaten, in eine unangenehme Situation
gebracht, um eure Sache voranzubringen.
In unserem Fall fühlen sich viele Soldaten angewidert. Viele von
ihnen wohnen selber in Siedlungen und Vorposten.
Hütet euch vor Provokateuren, die sich mit starken Worten
hervortun und zu allerlei Unheil anstiften, und meldet sie der
Polizei. Schicke keine Kinder vor, sie können in diesen
Situationen nicht gleichzeitig die Liebe zu Land und Volk Israel
und zur Armee erfassen.
Erinnere dich daran, wie Rabbiner Zwi Jehuda Kuk vorneweg im
Kampf um Jehuda, Schomron und 'Asa ("Jescha"; Judäa,
Samaria, Gasa) marschierte und mit lauter Stimme verkündete:
"Um Jehuda und Schomron wird es Krieg geben!", "Nur über
unsere Leichen!", niemals aber erlaubte er Jemandem, gegen
einen Soldaten oder Polizisten Widerstand zu leisten, ihn
wegzustoßen oder zu beleidigen.
Jeder, der einmal Halacha lernte, kennt die Grundregel: "Man
folgere keine Halacha (Gesetz) aus dem Studium noch aus dem
Ereignisse, sondern nur, wenn gesagt wird, es sei eine Halacha
für die Praxis. Wenn einer gefragt und man ihm eine Halacha
für die Praxis gesagt hat, so gehe er und handle danach" (Baba
batra 130b). Der Ausspruch "Um Jehuda und Schomron wird es
Krieg geben!" ist als Lehre zu verstehen, eine große, erhabene,
heilige und scharf formulierte Lehre, aber nicht als Anweisung
für die Praxis. Rabbiner Kuk war gegen jede Spaltung des
Volkes und sagte: "Ich will keinen Bruderkrieg".
Zusammenfassung der Halacha für die Praxis, entsprechend
der Entscheidung unserer großen Rabbiner, den Vorsitzenden
der "Vereinigung der Rabbiner für das Volk Israel und das Land
Israel": "Verhalten mit äußerster Vorsicht, Enthaltung von
jeglicher physischen oder sprachlichen Gewaltanwendung
gegen unsere Brüder, die Soldaten", und in Würdigung der
Öffentlichkeit muß gesagt werden, daß sie bis auf
seltene
Ausnahmen die Weisungen der Rabbiner befolgt.
3. Soldaten
Auch der Soldat ist ein Bestandteil der jüdischen Allgemeinheit
und damit zum Kampf um die Vollkommenheit unseres Landes
unter Einsatz aller Kräfte verpflichtet. Das gilt erst recht,
wenn
er einen hohen Offiziersrang bekleidet, der ihm Einfluß auf die
Vorgänge in Armee und Regierung verschafft. Doch auch er
darf kein Gebot mithilfe einer Sünde erfüllen. Die Untergrabung
unserer Armee ist sicher eine große Sünde. Unsere Armee
steht auf dem Fundament der Einigkeit, Einer für Alle, Alle für
Einen. Eine untergrabene Armee ist nichts wert und gefährdet
die ganze Nation. In der Armee gibt es kein Rechts und Links,
Mitte, Fraktionen und sonstige Parteienwirtschaft. Anderenfalls
wären die ganze Nation, der Staat und das Land in Gefahr.
In der Armee offenbart sich die Seele der israelitischen
Gemeinschaft wieder in vollem Umfange. Ein Dolchstoß in den
Rücken der Armee bedeutet das Gegenteil von unserer
nationalen Wiedererstehung.
Denke daran - obwohl Rabbiner Kuk die Scharen der Siedler in
Jescha anführte, hörte niemals ein Soldat aus seinem Mund
die
Weisung zur Befehlsverweigerung!
Der einzelne Soldat fällt auch nicht in die gesetzlichen
Kategorien "Beteiligter an einer Sünde", "Bote zur Ausführung
einer Sünde" oder "Helfer bei der Ausführung einer Sünde".
Die
Sünde der Regierung wurde bereits vollbracht und
abgeschlossen, und wer danach noch damit befaßt ist, "mahlt
gemahlenes Mehl, zündet ein abgebranntes Haus an". Rabbiner
Kuk veröffentlichte zahlreiche Bekanntmachungen gegen die
Aufgabe von Teilen des Landes Israel, aber niemals rief er zur
Befehlsverweigerung auf.
* * *
"Viele Gedanken sind im Herzen des Menschen, aber der
Ratschluß des Ewigen, der hat Bestand" (Sprüche 19,21).
Jedes Mal der gleiche Plan, nur mit einem anderen Etikett. Wir
haben schon UNO-Resolution 242 überstanden, Gunnar
Jarring, Resolution 338, Henry Kissinger, Genfer Konferenz,
den Autonomie-Plan, Reagan-Plan, Schultz-Initiative, Londoner
Vereinbarungen, Madrid-Konferenz, die bilateralen Gespräche,
James Baker, Oslo I, Mitchell-Report, Oslo II, Scharm-el-
Scheich-Konferenz, Dennis Ross, Wye-Vereinbarungen, Camp-
David Gipfeltreffen, Taba-Gespräche, Clinton-Entwurf, George
Tennet, General Zini und die saudiarabische Friedensinitiative.
Ebenso werden wir auch mit dem "Fahrplan" fertigwerden.
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