DAS ZENTRUM FÜR
JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Ausgabe: R. Plaut
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-Archiv der
"Betrachtungen"
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den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT ZAW
Nr. 348
10. Nissan 5762
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
NEU: Jetzt auch Video!
desgleichen auf Französich
(audio)
Diese Woche in der Tora (Lev. 6,1
- 8,36):
Ausführungsvorschriften für
das Ganzopfer, Mehlopfer,
Sühnopfer, Schuldopfer, freiwillige
Opfer; Amtseinsetzung
Aharons und seiner Söhne als Priester
(Kohanim) und Heiligung
der Dienstgeräte, dazugehörige
Opfer.
Schabbat Hagadol
| Frage
und Antwort
Den Terror an der Wurzel packen Rav Schlomo Aviner
|
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Frage: Die Sicherheitslage ist schwer. Punktuelle Maßnahmen
zur Beseitigung der Chef-Terroristen nützen nichts mehr.
Anscheinend gibt es keine andere Lösung, als den Terror mit
Stumpf und Stiel auszurotten. Nur ist das nicht besonders
human für ein Volk der Ethik und der Gerechtigkeit; wir sind
doch keine Verbrecher!
Antwort: Den Terror mit Stumpf und Stil auszurotten ist kein
Verbrechen, sondern human; es ist sogar sehr human, Mörder
vom Angesicht der Erde zu bannen, die gute und unschuldige
Menschen töten, Männer, Frauen und Kinder.
Folgendes antwortete unser großer Lehrer, Rabbiner Zwi
Jehuda Kuk, einem hochrangigen Offizier der israelischen
Armee, wie mit Terroristen zu verfahren sei: "'Kommt einer dich
zu töten, komme ihm zuvor und töte ihn zuerst' (Brachot 58a
u.a.), 'über einen Verfolger, der seinem Nächsten nachläuft,
um
ihn zu töten, sagte die Tora: Rette das Blut des einen mit dem
Blut des andern' (Sanhedrin 72b), 'wie dein Schwert Weiber der
Kinder beraubt hat, so sei kinderberaubt vor Weibern deine
Mutter! [und Schemu'el hieb den Agag in Stücke vor dem
Ewigen in Gilgal]' (Schemu'el I, 15,33), 'verflucht, wer sein
Schwert dem Blute entzieht' (Jirmijahu 48,10); und wenn es so
schon von einem Einzelnen heißt, der einen anderen Einzelnen
töten will, dann doch erst recht von Vielen, die Viele töten
und
unsere Lebensrealität im Lande unserer Wiedererstehung
vernichten wollen" (Lehilchot Zibur §98).
Ein moralischer Mensch ist nicht jemand, der nur Vorträge über
Moral hält, sondern jemand, der gegen das Böse ankämpft.
Rabbiner Awraham Jizchak Kuk (Vater des Vorgenannten)
schrieb dazu: "Die reinen Denker, die den fundamentalen Kern
der Menschheit bilden, für die sie lebt, befinden sich im
ständigen Kampf gegen die böswilligen Menschen, die sich
das
böse, unreife Tier im Menschen zum Leitbild ihres individuellen
als auch gesellschaftlichen Lebens gemacht haben" (Ma'amarej
HaRa'aja S.508).
Einmal drang ein mit einem Messer bewaffneter Terrorist in eine
jüdische Siedlung ein und fiel über eine Frau mit Kleinkind
im
Kinderwagen her. Diese warf sich schützend über den Säugling,
und der Terrorist stach sie über zehnmal in den Rücken. Durch
ein Wunder kam ein Jude vorbei und schoß den Angreifer tot.
Später wurde er im Radio interviewt, wobei ihn der Reporter
niederträchtig fragte: Wie fühlen Sie sich, einen Menschen
getötet zu haben? Darauf antwortete er: Den ich getötet habe
-
das war doch kein Mensch!
Gegen Kopfjäger muß man mit Grausamkeit vorgehen. Selbst
der Barmherzigste der Barmherzigen muß in diesem Fall
Grausamkeit anwenden, und darin besteht die größte Gnade,
wie Rabbiner Kuk ausführte: "Grausamkeit gegenüber Anderen
zum Zwecke der Heiligung des göttlichen Namens als
Vergeltung gegen die Feinde G~ttes... denn sein ganzes
Bestreben... Gnade und das Beste für die ganze Welt, wenn er
die Dornen aus dem Weinberg entfernt... wie groß doch ist die
Kraft der Gnade, bis daß diese Gesetze im Vergleich zu ihr als
nebensächlich erscheinen und vielmehr in ihr inbegriffen sind,
und ebenfalls als Größe der Gnade angesehen werden"
(Ma'amarej HaRa'aja S.429-430).
Wir sind human, moralisch und nehmen es sogar ganz
besonders genau mit dem Maß der Gnade. Rabbiner Kuk
schrieb über die Kriege König Davids: "Es war absolut
ausgeschlossen, zu einer Zeit, als alle Nachbarn wahrhaft
hinterhältige Wölfe waren, daß nur Israel keinen Krieg
führe,
denn dann hätten sich jene zusammengerottet und g~ttbehüte
ihre Überlebenden vernichtet; im Gegenteil war es zwangsläufig
notwendig, den Wilden auch Angst einzuflößen, auch durch
grausame Maßnahmen, nur in der Erwartung, die Menschheit
ihrer eigentlichen Bestimmung näherzubringen, ohne es aber zu
übereilen" (Briefe Igrot I, S.100).
Dies konnte man jedoch nicht von König Scha'ul ("Saul") sagen,
der auf dem Schlachtfeld zu feinfühlig war. Rabbiner Akiva
Josef Schlesinger, eine der Toragrößen seiner Zeit, schrieb
dazu: "Die göttliche Bestimmung hat festgelegt, daß der
Maschiach auch von einer Moabiterin abstamme [=Ruth]... und
das ist die tiefere Bedeutung der 400 Söhne der "schönen
Frauen" König Davids, Friede sei mit ihm, jene gingen an der
Spitze von Truppen als Muskelmänner, wie es in der Gemara
Kiduschin 76b heißt, und die Dynastie Scha'uls hatte darum
keinen Bestand, da er vollkommen makellos war (Joma 22b),
genau wie man ein wenig [übelriechendes] Galbanum im
Tempelräucherwerk braucht" (Torat Jechi'el, Balak, §4).
Im
Talmud wird hervorgehoben, daß die genannten Muskelmänner
Schrecken verbreiteten, aber nicht aktiv an den Gefechten
teilnehmen mußten - so groß war ihre Abschreckungskraft.
Gerade weil wir Frieden lieben, müssen wir im Krieg mit
Nachdruck handeln und schnell eine endgültige Entscheidung
herbeiführen, ein für allemal.
"Zerschmettere die Lenden seiner Widersacher, und seine
Hasser, daß sie nimmer aufstehen" (Dt. 33,11). Rabbiner Naftali
Zwi Jehuda Berlin (Leiter der berühmten Woloschiner Jeschiwa
vor etwa 120 Jahren und Verfasser des Torakommentars
"Ha'emek Dawar") erklärte dazu, "die Lenden der Widersacher
zu zerschmettern", "damit ist nur das Schlagen und Vernichten
während des Krieges gemeint, aber es kann passieren, daß
sie
sofort wieder aufstehen und einen neuen Krieg beginnen. Doch
der Segen 'daß die Hasser nimmer aufstehen' bedeutet eine
solche Vernichtung, daß sie nie wieder aufstehen".
Zum Segen Bile'ams (Num. 24,8) "G~tt, der es aus Ägypten
geführt, wie die Pracht der Antilope ist er ihm; es wird verzehren
Völker, seine Dränger, und ihre Gebeine zermalmen und seine
Pfeile zertrümmern" - "Dieser Vers bezieht sich auf David, der
in
kurzer Zeit einen größeren Erfolg erzielte als ein erfolgreiches
Königtum, das sich mehrere Jahre bemüht", darum heißt
es
über ihn: "wie die Pracht der Antilope ist er ihm", er gleicht
der
Antilope, "die in ihrem natürlichen Gang gemächlich schreitet,
aber durch Riesenssätze enorm schnell vorankommt, so auch
David, obwohl er den natürlichen Weg ging und sich der
Muskelmännertruppe bediente, kam er in Riesensprüngen
voran". Darum "wird er verzehren Völker, seine Dränger" (s.o.)
-
"er wird nur Völker verzehren, die seine Dränger sind, aber
nicht
alle Völker der Welt", "und ihre Gebeine zermalmen".
"Bei König Scha'ul steht geschrieben: 'und überall, wo er
sich
hinwandte, verbreitete er Unruhe' (Schmu'el I, 14,47), und über
König David steht: 'und David war glücklich bei all seinen
Wegen' (Schmu'el I, 18,14). Beide Verse beziehen sich auf den
Erfolg in ihren Kriegen. Der Unterschied zwischen ihnen besteht
jedoch darin, daß einer im Kriege siegt, seinen Widersacher
jedoch nicht unter seine Herrschaft bringt, sondern ihn nur zu
Fall bringt und schwächt, mit dem Ergebnis, daß er seiner
eigenen Nation keinen Erfolg verschafft und nur den Gegner
verwüstet, der Andere aber siegt und beherrscht den Feind, und
damit bringt er seiner Nation Erfolg. Das ist der Unterschied
zwischen David und Scha'ul. Scha'ul schwächte und verwüstete
den Widersacher, und David eroberte und setzte seine
Gouverneure ein, in Edom, Moaw und allen Ländern, die er
eroberte".
König Scha'ul schwächte seine Feinde nur, darum mußte
er
unaufhörlich Krieg führen. So machte er sich an den Feinden
schuldig, ohne dabei seinem eigenen Volk zu nützen. Nicht so
David, der vollständig eroberte und Statthalter einsetzte, d.h.
für
israelische Oberhoheit sorgte. "Ihre Gebeine" - "das ist die
Stärke der Nichtjuden", "zermalmen (jegarem)" - "vom
Wortstamm gorer, 'zu sich ziehen', die er zu sich zog und sie
Israel unterordnete", d.h. er annektierte alle Länder, die er
eroberte.
So konnte der israelische Soldat nach dem Ende des Krieges
wirklich aufhören zu kämpfen "und seine Pfeile zertrümmern"
(s.o.), d.h. er brauchte sie nicht mehr.
"Und es gibt noch einen Unterschied zwischen den beiden Arten
der Eroberung: derjenige, der den Feind nur verwüstet,
schwächt ihn nur zeitweilig, bis er nach einigen Jahren wieder
zu Kräften kommt, und darum muß er vor ihm auf der Hut
bleiben... das ist nicht der Fall bei demjenigen, der vollständig
erobert und Statthalter einsetzt, er läßt ihnen keinen Spielraum,
wieder zu Kräften zu kommen und braucht sich nicht mehr vor
ihnen vorzusehen. Das ist es, was Bile'am über David
voraussah: 'und seine Pfeile zertrümmern', er werde die Pfeile,
mit denen er Krieg führte, zertrümmern können, weil
keine
Kriegsgefahr mehr bestehe, und so geschah es auch gegen
Ende der Regentschaft Davids und alle Tage Schlomos"
(Ha'emek dawar, ebda.).
Die Entschlossenheit Davids auf dem Schlachtfeld brachte uns
Frieden und ersparte den Feinden unnötiges Leiden. Rabbiner
Berlin schrieb weiter: "Schaul überwältigte die Feinde und
richtete große Verwüstung in deren Land an, und dazu war
er
gezwungen, damit sie nicht sofort einen neuen Krieg anfingen,
und das alles, weil er sie nicht unter seine Herrschaft brachte.
Aber David brauchte bei seinen Eroberungen keine solche
Verwüstung anzurichten, weil er die Eroberung zuendeführte
und seine Statthalter einsetzte. Darum heißt es bei David: 'und
David war glücklich bei all seinen Wegen'... und weil die
G~ttesfürchtigen keine Freude an der Zerstörung von
Ansiedlungen verspüren, selbst die seiner Hasser, darum steht
bei Davids Eroberung: 'Die dich fürchten, sehen mich und
freuen sich' (Psalm 119,74), weil er keine solche Zerstörung
angerichtet hatte" (Herchew dawar zu Dt. 33,11).
Den Feind vollständig zu schlagen und dann seine eigene
Oberhoheit einzusetzen, das ist das wahre Moralische und
Humane - nicht nur hinsichtlich der unschuldigen Opfer Israels,
sondern selbst in Bezug auf den Feind, da so weitere endlose
Kriege verhindert werden, und dieser Schritt bringt Frieden: man
kann die Pfeile zerbrechen, weil keine Sorge besteht, der Feind
könne sich wieder aufrappeln. Das ist das Verdienst der
Abschreckung. Gleich nach dem "Zertümmern der Pfeile" steht:
"Er läßt sich nieder, streckt sich gleich Leu und Löwin,
wer will
ihn aufreizen? Wer dich segnet, ist gesegnet, wer dich verflucht,
ist verflucht" (Num. 24,9). Hierzu erklärte Rabbiner Berlin: "'Er
läßt sich nieder, streckt sich gleich Leu' - seither
ließ er sich in
Ruhe nieder und brauchte seine Hand nicht mehr zum Kriege zu
erheben; 'wer will ihn aufreizen?' - selbst eine Nation, die
er
nicht erobert hatte, und er fürchtet nicht, daß sie mit
ihm Streit
anfange. 'Wer dich segnet, ist gesegnet, wer dich verflucht, ist
verflucht' - sie werden sich nicht nur vor dem aktiven Kampf
gegen Israel durch das Führen des Schwertes hüten, sondern
sich sogar fürchten, Israel durch Reden und Beschimpfungen zu
provozieren" (Ha'emek dawar ebda.).
Chasak chasak we'nitchasek!
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