DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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den Rabbi" auf deutsch
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als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJEZE
Nr. 331
9. Kislev 5762
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
NEU: Jetzt auch Video!
desgleichen auf Französich
Diese Woche in
der Tora (Gen. 28,10 - 32,3)
G~ttes Versprechen an Jakow, ihn im Exil
zu schützen,
Begegnung mit Rachel, Jakow in Charan
bei Lawan, Leah, die
vertauschte Braut, Hochzeit mit Rachel,
Geburt der Stämme,
Lawans Betrügereien und göttliche
Wende zu Jakows Vorteil,
beschleunigte Abreise nach Kana'an und
Showdown mit Lawan
auf dem Wege.
Der
Stand der Dinge...
|
Die Abreise unseres Vorvaters Jakov aus Be'erschewa wurde
von einem Traum begleitet, der dem jüdischen Volk in allen
Generationen treu blieb. In diesem Traum versprach G~tt: "Das
Land, auf dem du liegst, dir werde ich es geben und deinen
Nachkommen... und siehe, ich bin mit dir, und werde dich
behüten, wo du auch immer gehest, und dich zurückführen
in
dieses Land..." (Gen. 28,13/15).
Dieser Traum gab Jakov G~ttvertrauen und Sicherheit - und
trotz aller auf dem Wege zu erwartenden Schwierigkeiten "fiel
ihm der Weg leicht, denn sein Herz beflügelte seine Füße"
(Raschikommentar zu Gen. 29,1).
Zwei Möglichkeiten begleiten den Menschen auf seinem
Lebensweg. Die eine, wonach das Herz die Füße beflügelt,
ein
Herz voller G~ttvertrauen und sicherem Wissen um die
Richtigkeit seines Weges und vor allem des Zieles. Dieser
Zustand gibt den Füßen die Kraft voranzugehen, auch auf
einem schwierigen und gewundenem Wege, so wie die Füße
Jakovs ihm den Weg leicht machten. Wenn aber nur Zweifel
über die Richtigkeit seines Weges das Herz füllen, weiß
der
Mensch nicht wohin und warum überhaupt seinen Lebensweg
zu richten. Dann wird er sich nur mühsam voranschleppen,
selbst wenn der Weg gerade und gut befestigt ist.
Nach dem Stand der Dinge erfüllen sich vor unseren Augen die
Versprechungen, die G~tt unserem Vorvater Jakov bezüglich
der Rückführung seiner Nachkommen ins Land Israel gemacht
hatte, wie es heißt: "Als der Ewige zurückführte die
Weggeführten Zions, waren wir gleich Träumenden" (Psalm
126,1). Nur ist es schon kein Traum mehr, sondern handfeste
Wirklichkeit. Allerdings hat sich das göttliche Versprechen noch
immer nicht vollständig erfüllt, "das Land, auf dem du liegst,
dir
werde ich es geben und deinen Nachkommen". Im
Raschikommentar dazu heißt es: "Da faltete der Heilige, gelobt
sei er, unter ihm das ganze Land Israel zusammen, um ihm
anzudeuten, daß es leicht durch seine Nachkommen
einzunehmen sein wird".
Doch auch dieser Traum wird bald in Erfüllung gehen, trotz
Jener, die uns jene Träume vergessen machen wollen, in derem
Lichte wir seit Jahrtausenden leben, aber es wird ihnen nicht
gelingen, denn es heißt: "..denn ich werde dich nicht verlassen,
bis daß ich getan, was ich geredet habe zu dir" (Gen. 28,15).
Und das wieder zum Leben erwachte Volk Israel geht weiter
sicheren Herzens und voller G~ttvertrauen nach dem Lande
Israel und im Lande Israel, bis sich die Verheißung in ihrer
Gänze erfüllt hat: "Deine Nachkommen sollen wie der Staub
der
Erde sein, und du sollst dich ausbreiten nach Westen, nach
Osten, nach Norden und nach Süden, und mit dir und deinen
Nachkommen sollen sich alle Geschlechter auf Erden segnen"
(Gen. 28,14).
In Erwartung der vollständigen Erlösung,
Rav Dov Begon
| Frage
und Antwort
Der Tod der Gerechten Rav Schlomo Aviner
|
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[Zum Andenken an Rina Didowski,
Jahrzeit am 11. Kislev]
Frage: Meine Mutter sel. wurde von Terroristen umgebracht. Sie
war ganz der Erziehung verschrieben, mehrere Generationen
von Schülern gingen durch ihre Hände und erwarben gute
Charaktereigenschaften und Himmelsfurcht. Sie hatte einen
segensreichen Einfluß auf die Jugendlichen, voller
Barmherzigkeit. Warum nimmt G~tt solche Gerechte von uns?
Wie können wir die Lücken füllen?
Antwort: Das ist wirklich eine schwere Frage, und wir wissen
darauf keine Antwort. Wir kennen nicht die Geheimnisse
G~ttes, und wir kennen nicht die Geheimnisse der Seelen, z.B.
warum die eine Seele viele Jahre im Körper verweilt und die
andere nur eine kurze Zeit. Wir wissen nur, daß die Welt nicht
dem Zufall überlassen ist und daß G~tt diese Dinge bestimmt,
wie uns die talmudischen Weisen im Prinzip "Jahre der
Generationen" übermittelten (Jewamot 50a), d.h. wie lange der
Mensch leben wird. Doch G~ttes Kriterien, warum er manchmal
einen Bösewicht lange Jahre am Leben läßt und einen
Gerechten nur kurze Zeit - die kennen wir nicht.
Wir wissen nur ganz allgemein, daß als Strafe für Adams Sünde
der Tod über die Menschheit kam. Natürlich straft G~tt nicht
aus
billigem Zorn oder Rachsucht, sondern zur Besserung. Es ist
nur zum Besten des Menschen, sich in die nächste Welt zu
begeben, wenn seine Zeit gekommen ist. Die Lebensspanne
wird nicht danach festgelegt, was den Menschen recht und billig
erscheint. Wir kennen nicht alle Hintergründe, weder die ganze
Vergangenheit und erst recht nicht die Zukunft.
Der Herr der Welt führt genauestens Buch, wann eine Seele zu
nehmen ist, auch eine der Gerechten. "'Mein Geliebter ist
hinabgegangen nach seinem Garten, zu den würzigen Beeten,
zu weiden in den Gärten und Rosen zu suchen' - jene [Rosen]
sind die Seelen der Gerechten, die er von dort entfernt" (Talmud
Jeruschalmi Brachot 2.Kap.,Hal.8, zu Hohelied 6,2). Es sind
wunderbare Rosen, und trotzdem pflückt sie G~tt, wenn ihre
Zeit um und ihre Aufgabe erfüllt ist.
Wir wissen nicht, welche Aufgabe G~tt ihnen vorbestimmt.
Jeder hat seine eigene Aufgabe in dieser Welt. Auch die
Bösewichter, die G~tt am Leben erhält, dienen einem wenn
auch negativen Zweck, und auch diese werden letztendlich in
die Ordnung der himmlischen Vorsehung integriert. Hauptsache,
der Mensch erfüllt seine Aufgabe nach bestem Vermögen. So
wird vom Perserkönig Darius erzählt, daß er seine
Familienmitglieder darum bat, ihn nach seinem Tode nicht zu
betrauern, solange nicht jemand komme und etwas Schlechtes
von ihm berichte. Wie es dann soweit war, kam wirklich
niemand, und seine Familie verstand, daß die Trauer nicht
hauptsächlich das Dahinscheiden des Menschen zum Thema
hat, sondern sein Sterben in Sünde.
Zum Beispiel verabschieden sich Eltern tränenreich von ihrem
geliebten Sohn, der eine lange Reise antritt, doch besteht ein
Riesenunterschied, ob er in die Verbannung fährt, ins
Arbeitslager nach Sibirien, oder zur Erholung, zum Besuch
seiner Braut und zur Hochzeit, oder um eine wichtige und
segensbringende Aufgabe zu übernehmen. Das sind nicht
diegleichen Tränen.
Ein Gerechter, der stirbt, fährt nicht in die Verbannung, sondern
erhält eine andere Aufgabe. Die Frage ist nur, wie finden wir
unseren Weg ohne den Kapitän, der uns verließ - eine legitime
Frage. Hier entsteht wirklich ein Mangel ohne Entsatz. Doch
auch im Jenseits wird er gebraucht.
Einst starb einer der Weisen und erwachte nach kurzer Zeit
wieder zum Leben. So erzählte er, wie es im Jenseits vorgeht:
In dieser Welt gibt es wichtige Leute, die dort gar nichts gelten;
unbedeutende Leute hier, und dort sehr wichtig; die
Toragelehrten sind dort wie hier wichtig (Pessachim 50a).
Daraus können wir entnehmen, daß es auch in der jenseitigen
Welt Wichtigkeit gibt, ebenso Arbeit und Aufgaben.
Wie einst Rabbi Jehuda der Fürst sterbenskrank war, "erfaßten
die Gewaltigen und die Stützen die heilige Lade"
(Ketubot
104a), die "Gewaltigen" - die Engel, zogen ihn nach oben, und
die "Stützen" - die Gerechten, das Fundament der Welt, zogen
ihn wie ein Mann nach unten. - Anscheinend brauchen ihn auch
die Engel bei sich.
Der Gerechte wird um einen Rang befördert. Hier ist er ein
Gruppenleiter, dort ein Abteilungsleiter. Wir trauern natürlich
über seinen Fortgang, doch zweifellos geht es ihm dort besser.
Warum weinen wir also? Weil wir ihn lieben, weil er uns fehlt.
Der Tod bedeutet für die Gerechten einen Aufstieg. Darum
heißt es: "Kinder seid ihr des Ewigen eures G~ttes; machet
euch keine Schnitte und scheret keine Glatze zwischen euren
Augen um einen Toten" (Dt. 14,1). Was haben Anfang und
Ende des Verses miteinander zu tun? Es ist verboten, auf
übertriebene Weise zu trauern, weil der Tote nicht in die
Verbannung geht, sondern zum Herrn der Welt, "Kinder seid ihr
des Ewigen eures G~ttes", G~tt ist euer Vater. Zwar hast du
hier deinen Vater oder deine Mutter verloren, dort aber
bekommst du dafür einen viel größeren Vater. Das stört
natürlich weder Vater noch Mutter hier. Im Gegenteil, als
Verdienst, daß sie dich hier gut erzogen haben, erhälst
du sie
dort dann in vollkommener Verfassung.
Trauere nicht mehr als nötig. Der Herr der Welt ist gut zu Allen,
"und sein Erbarmen ist über all seine Werke" (Psalm 145,9),
"und bei all ihrer Bedrängnis war ihm leid" (Jeschajahu 63,9).
Wenn wir leiden, leidet auch er. Wenn G~tt in seiner Weisheit
es für richtig hält, zum Guten und zum Segen, daß ein
bestimmter Mensch noch ein Jahr oder noch hundert Jahre
leben soll, dann hätte er das bestimmt veranlaßt. Doch G~tt
kalkuliert anders als wir. "Ein G~tt der Treue ohne Trug, gerecht
und gerad' ist er" (Dt. 32,4).
Wenn der Ewige in seinen Garten hinabsteigt, um Rosen zu
pflücken, scheint es an Gerechtigkeit zu fehlen. "Und mancher
wird unschuldig hinweggerafft" (Sprüche 13,23). Die Weisen
weinten, wenn sie diesen Vers lasen (Chagiga 4b/5a). Hier
herrscht doch g~ttbehüte kein Durcheinander! Es gibt Recht
und Richter, alles ist gerecht. Rabbiner Elijahu ["der Gaon"] von
Wilna unterschied zwischen Gerechtigkeit und Recht ("Ewen
Schlema", 10.Kap.): "Recht" bezieht sich auf Lohn und Strafe
für Vergangenes, "Er vergilt dem Menschen Gnade nach
dessen Werk und erteilt die Strafe dem Bösewicht nach dessen
Lasterhaftigkeit" ("Jigdal"-Gebet), und ein Gerechter oder eine
Gerechte, die nach dem Recht beurteilt würden, wären nicht
"hinweggerafft" worden. Es gibt aber außer dem Recht noch
eine andere Rechnung. Der Gruppenleiter wird nicht aus Recht,
als Strafe zum Abteilungsleiter befördert, sondern aus
Gerechtigkeit, mit dem Blick auf die Zukunft. Wenn der
Gerechte aus Gerechtigkeit von uns genommen wurde, ist es
gut für die Welt und gut für den Betroffenen selbst.
Vielleicht möge jemand einwenden, daß es dem Gerechten
wohl besser ergeht, aber uns geht es dadurch gar nicht besser,
denn wir sind die Hinterbliebenen, die Waisen! In Wirklichkeit ist
der Waise jedoch nicht alleine: der Herr der Welt, Vater aller
Waisen, wacht über sie und nimmt sich ihrer an. Du hast deine
Mutter verloren, und manche ihren Vater - du erhälst aber einen
höheren Vater, den Herrn der Welt, der dich sofort adoptiert.
G~tt wacht auch über diejenigen, die noch beide Eltern haben,
denn Dreie sind an der Schöpfung und der Aufzucht des
Menschen beteiligt: Vater, Mutter und der Herr der Welt. Und
jetzt ist der Herr der Welt Vater der Waisen.
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