DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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den Rabbi" auf deutsch
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als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJISCHLACH
Nr. 332
16. Kislev 5762
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
NEU: Jetzt auch Video!
desgleichen auf Französich
Diese Woche in
der Tora (Gen. 32,4 - 36,43)
Jakows Heimkehr nach Kana'an, Kampf mit
dem Engel,
Geschenke an Eßaw, Jakow trifft
Eßaw, Landkauf bei
Sch'chem, Entführung Dinas durch
Herrscher von Sch'chem,
Scheinvertrag, Tötung der Verantwortlichen
durch Levi und
Schimon, Jakow>Israel, Beschränkung
des Awraham und
Jizchak gegebenen Versprechens des Landes
Israel auf Jakow
und seine Nachkommen, Tod Rachels bei
der Geburt
Benjamins.
Der
Stand der Dinge...
|
Wir müssen uns auf drei Dinge vorbereiten:
Geschenk, Gebet und Gefecht.
Vor seiner Begegnung mit Eßaw bereitete sich Jakov auf diese
drei Dinge vor:
1. Geschenk; "Und das Geschenk ging ihm voraus" (Gen. 32,22).
2. Gebet; "G~tt meines Vaters Awraham und G~tt meines
Vaters Jizchak... Rette mich doch aus der Hand meines
Bruders, aus der Hand Eßaws, denn ich fürchte ihn, daß
er
nicht komme und mich schlage, Mutter samt Kindern"
(Gen. 32, 10/12).
3. Gefecht; "Wenn Eßaw kommt über das eine Lager und
schlägt es, so bleibt dem übriggebliebenem Lager Entrinnung"
(Gen. 32,9).
Nach dem Stand der Dinge dienen die Taten der Väter als
Beispiel für die Nachkommen. Auch das in seinem Land
wiedererstehende jüdische Volk muß sich auf jene drei Dinge
vorbereiten.
Auf Geschenke - Wir müssen in wirtschaftlicher und
technologischer Hinsicht stark sein, um unseren Nachbarn wie
der ganzen Welt zu zeigen, daß der Staat Israel seinen Beitrag
leisten kann und der Menschheit auf dem Gebiet der Wirtschaft,
der Wissenschaft und der Technologie weiterhilft, und es werde
sich lohnen, mit uns in Frieden zu leben, weil ihnen dadurch nur
Gutes widerfährt.
Auf Gebete - Gleichzeitig müssen wir zu G~tt beten und Gnade
erbitten, daß der Ewige den Ratschluß unserer Feinde und
die
Gedanken unserer Hasser vereitelt.
Auf das Gefecht - Vor allem müssen wir auf die Möglichkeit
des
Krieges vorbereitet sein, und zwar durch die Stärkung der
israelischen Verteidigungsstreikräfte (Zahal), damit sie unsere
Feinde abschrecken können, und durch die Stärkung der Moral
von Nation und Armee, die zur Verteidigung des Staates
antreten.
Wir alle müssen wissen, wofür und warum wir kämpfen,
daß
unser Kampf einn Kampf der Kinder des Lichtes gegen die
Kinder der Finsternis ist. Am Ende werden wir einen großen
Sieg davontragen, und dadurch wird der himmlische Namen in
der Welt erhöht und geheiligt werden.
In Erwartung der Erlösung,
Rav Dov Begon
| Frage
und Antwort
Seine Gnade über Allem Rav Schlomo Aviner
|
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Frage: In der ersten Folge ["Die Vorsehung steckt im Detail"]
lernten wir, wie G~tt die Geschicke jedes Menschen bis in die
kleinste Kleinigkeit lenkt, sein ganzes Leben lang, und rein gar
nichts bleibt dem Zufall überlassen. Gilt das auch für die
Tierwelt?
Antwort: Die talmudischen Weisen erzählten von Rabbi
Schimon bar Jochai und seinem Sohn Elasar, die sich dreizehn
Jahre lang in einer Höhle vor den Römern versteckten, welche
sie zum Tode verurteilt hatten. Dort ernährten sie sich von
Carob (Brotfrucht), bis sie Rost ansetzten. Nach dreizehn
Jahren sprach Rabbi Schimon: 'Sollte ich etwa nicht
hinausgehen, um zu sehen und zu hören, was in der Welt
vorgeht?' So trat er hinaus und setzte sich am Eingang der
Höhle nieder. Da sah er einen Vogelfänger, der eine Falle
aufbaute und Vögel jagte. Wenn er eine Hallstimme hörte,
die
sagte: "Gnade und Milde", entkam der Vogel und war gerettet,
und wenn er eine Hallstimme hörte, die "Tötung" sagte, so
wurde der Vogel gefangen und getötet. Darauf sprach er: Wenn
selbst ein Vogel nur durch göttliche Fügung erjagt wird,
erst
recht doch eine Menschenseele. So machte er sich auf den
Weg und fand heraus, daß sich die Angelegenheiten beruhigt
hatten, der Kaiser war inzwischen gestorben und das
Todesurteil aufgehoben worden (Talmud Jeruschalmi Schwi'it,
9.Kap., Hal.1).
In dieser Geschichte erkennen wir die individuelle Vorsehung
selbst über Vögel, welche leben und welche sterben werden,
welcher an seinem natürlichen Ende und welcher nicht an
seinem natürlichen Ende. Rabbiner Moscheh ben Maimon
("Maimonides") stimmte dieser Deutung jedoch nicht zu. In
Bezug auf Tiere hielt er es vielmehr mit der Ansicht des
griechischen Philosophen Aristoteles, wonach sich die göttliche
Oberaufsicht nicht über jede Einzelheit erstreckt, sondern nur
in
genereller Weise die jeweilige Tierart erfaßt. Wenn eine Spinne
eine Fliege fängt oder eine Mücke in einer Pfütze ertrinkt,
habe
das nichts mit göttlicher Vorsehung zu tun, sondern geschah
zufällig.
Zum Beweis führte Maimonides die Worte des Propheten
Chabakuk an, der die furchtbare Grausamkeit Nebukadnezars
im Hinmorden unzähliger Menschen mitansah und diese mit
Fischen und Insekten verglich, die keiner göttlichen Vorsehung
unterliegen: "Und machst die Menschen gleich den Fischen des
Meeres, wie das Gewürm, darüber kein Herr ist" (Chabakuk
1,14). Im Gegensatz dazu heißt es dort über den Menschen:
"..Ewiger, der ihn zur Strafe eingesetzt, und der Hort, der ihn zur
Züchtigung bestellt?" (1,12), d.h., sie wurden nicht von der
göttlichen Vorsehung verlassen, sondern für ihre Sünden
gerecht bestraft.
Hinsichtlich der Verse "Er gibt dem Vieh seine Nahrung" (Psalm
147,9), "Die jungen Löwen brüllen nach Raub" (104,21), "Du
öffnest deine Hand und sättigst alles Lebendige seines
Verlangens" (145,16), oder die Worte der talmudischen Weisen
"der Heilige, gepriesen sei er, sitze und speise [alle Geschöpfe]
von den gehörnten Büffeln bis zu den Eierläusen" (Schabbat
107b) erklärte Maimonides so, daß es dabei um die generelle
Vorsehung gehe, wie G~tt in seiner Gnade jeder Tierart alles
Nötige zur Verfügung stelle. Warum wurde demnach Bil'am
kritisiert, der seine Eselin grundlos schlug (Num. 22,32), und
warum entschieden die Weisen, daß Tierquälerei nach der
Tora
verboten sei [und nicht nur aufgrund rabbanitischer
Bestimmungen] (Baba mezia 32b), was andeutet, daß es für
jedes einzelne Tier gilt, und nicht nur für die Art in ihrer
Gesamtheit? Dazu erklärte Maimonides, diese Dinge sollen uns
zu größerer Barmherzigkeit gegenüber jedem Geschöpf
erziehen, damit wir keines quälen.
Am Ende fragte Maimonides: Warum wacht G~tt denn nun
eigentlich nicht über jedes Tier wie über jeden Menschen?
Und
er antwortete: Dann kann man auch gleich fragen, warum er
ihnen nicht Verstand gegeben hat, wie ihn der Mensch erhielt
("Führer der Unschlüssigen" 3.Teil, Kap.17) [d.h., Unterschiede
in der Schöpfung sind letztendlich Geheimnisse des Schöpfers].
Demgegenüber lehren die für ihre Kenntnisse auf dem Gebiet
der Kabbala bekannten Rabbiner, daß G~tt über jedes einzelne
Geschöpf genaueste Aufsicht führt, wie zum Beispiel Rabbiner
Moscheh ben Nachman ("Nachmanides"), und Funken
menschlicher Seelen in leblosen Gegenständen anzutreffen
sind, in Pflanzen, Tieren und Menschen anderer Völker und
Generationen.
Demnach besteht zu diesem Thema eine
Meinungsverschiedenheit zwischen Maimonides und den
Kabbalisten. Das Gesetz folgt den Letzteren, und zwar aus zwei
Gründen: 1. Die Rabbiner der letzten Generation folgten dieser
Linie, und bekanntlich wird das Gesetz nach den späteren
Rabbinern entschieden, da sie alle Argumente ihrer Vorgänger
gegeneinander abwiegen konnten und somit über gründlicher
erläuterte Quellen verfügen. 2. Maimonides stützte seine
Lehrmeinung auf logische Schlüsse aus dem Erlernten,
wohingegen die Kabbalisten ihre Informationen zum Teil aus
heiliger Inspiration beziehen. - Womit läßt sich das vergleichen?
Wenn ein Rabbiner anhand logischer Schlüsse beweist, daß
ein
Verschollener als tot zu gelten hat und seiner Frau nunmehr die
Ehe mit einem Anderen erlaubt sei, und dann kommt ein
Augenzeuge und berichtet, den Verschollenen kürzlich lebendig
gesehen zu haben. Entsprechend sind die Lehren der
Kabbalisten als Augenzeugenberichte anzusehen, so wie Rabbi
Schimon bar Jochai, der eine Hallstimme bezüglich der Vögel
gehört hatte. Ebenso war Nachmanides die heilige Inspiration
vergönnt und das Erscheinen des Propheten Elijahu, wie der
große Kabbalist Ari sel. bezeugte.
Zu den Beweisen des Maimonides nahm Rabbiner Awraham
Jizchak Kuk in seinen weltanschaulichen Werken Stellung: Er
ließ die Frage nicht zu, warum denn G~tt den Tieren keinen
Verstand gab - weil sie auch ohne Verstand gut leben, warum
sollten sie also leiden. Zu dem Zitat aus dem Talmud
Jeruschalmi über den Vogelfänger schrieb er, daß G~tt
sicherlich über jedes Geschöpf wacht, daß es nicht
zu Schmerz
und Schaden komme, ob groß oder klein, und daß jedes seine
Nahrung finde. Er stimmte aber zu, daß Maimonides' Worte in
der überwiegenden Mehrheit der Fälle zutreffen, weil ein
Tier
nicht so wichtig ist, um genaueste göttliche Aufsicht zur Lösung
eines jeden seiner Probleme zu rechtfertigen. Dabei reiche die
allgemeine göttliche Aufsicht aus. Die Menschen jedoch
unterscheiden sich ganz außerordentlich einer vom anderen,
und jeder benötigt genaueste göttliche Vorsehung zu seiner
bestmöglichen Entwicklung in spiritueller Hinsicht. Das trifft
natürlich auf Tiere nicht zu, die mehr oder weniger auf eine
Richtung eingestellt sind. Wenn dabei jedoch eine
außergewöhnliche Abweichung vorkommen sollte, so wird sich
G~tt auch dieses Tieres besonders annehmen. Darum geht es
auch bei dem Vers um die "Fische des Meeres", bei denen
individuelle göttliche Lenkung äußerst selten vorkommt,
weil
ihre Angelegenheiten fest vorgegeben sind. Beim Menschen
erkennt man jedoch deutlich die lenkende göttliche Hand.
"Meiner bescheidenen Meinung nach besteht prinzipiell eine
individuelle göttliche Vorsehung in jedem Fall… denn Alle sind
Geschöpfe des Schöpfers, gelobt sei er, vielmehr wurde uns
von der Vorsehung über den Menschen offenbart, wohingegen
die Vorsehung über die Tiere vor uns verborgen gehalten wird -
wegen der großen und tiefen Bedeutung dieser Angelegenheit"
(Ozrot Hara'aja II S.950).
Wie dem auch sei, eins steht fest, über den Menschen waltet
die göttliche Vorsehung. Ob das nach unserem großen
Lehrmeister Maimonides in jedem Fall gilt - das werden wir in
der nächsten Folge erörtern.
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