DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
Anschrift: Sderot Hame'iri 2, Kirjat Mosche
IL - 91032 Jerusalem ISRAEL Tel. +972 2
6511906
Fax +972 2 6514820
http://www.machonmeir.org.il
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 2) 6519 780
e-mail: kimizion@012.net.il
separate Homepage:http://www.kimizion.org
-Archiv der
"Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag'
den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJECHI
Nr. 336
14. Tewet 5762
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
NEU: Jetzt auch Video!
desgleichen auf Französich
(audio)
Diese Woche in
der Tora (Gen. 47,28 - 50,26)
Jakov segnet Josef und seine anderen Söhne
vor seinem Tode
in Ägypten; der Segen bezeichnet
die Charaktereigenschaft
eines jeden der 12 Stämme; großer
Trauerzug und Begräbnis in
der Machpela-Höhle; Josef prophezeit,
daß G~tt die Kinder
Israels ins Land der Vorväter zurückbringen
wird und bittet,
dann seine Gebeine zum Begräbnis
dort mitzunehmen.
| Am
Schabbes-Tisch
Der Segen für Schimon und Levi Rav Jakov Ari'el
|
![]() |
In diesem Wochenabschnitt kritisiert unser Vorvater Jakov das
Vorgehen seiner Söhne Schimon und Levi in der Stadt
Sch'chem. Zum besseren Verständnis der Dinge wollen wir uns
zunächst mit der Episode von Sch'chem befassen, und darauf
aufbauend mit der Einstellung Jakovs dazu.
Der MaHaRaL (der "Hohe Rabbi Löw" aus Prag) definierte in
seinem Kommentar "Gur Arieh" zum Wochenabschnitt
Wajischlach den Krieg als eine öffentliche Feindseligkeit
zwischen Völkern. Wenn Sch'chem (der Landesfürst, der
Jakovs Tochter Dina entführt und mißbraucht hatte) sündigte
-
worin bestand dann die Schuld der übrigen Bewohner? Und er
antwortet: "Mit zwei Nationen verhält es sich anders, [nämlich]
wie die Kinder Israels und die Kana'aniter, also zwei Nationen,
wie es heißt: 'und wir werden zu einem Volke' (Gen. 34,16),
vorher waren sie demnach nicht ein Volk [sondern zwei Völker],
und darum war ihnen erlaubt, gegen eine andere Nation zu
kämpfen, die die Tora dazu preisgegeben hatte... und so verhält
es sich mit allen Kriegen".
Seiner Ansicht nach ging es hier nicht um eine Privatfehde
zwischen Schimon und Levi auf der einen und Sch'chem und
Chamor auf der anderen Seite. Sch'chem und sein Vater
Chamor standen stellvertretend für alle ihre Bürger. Sie
weihten
alle Bürger in ihre Pläne ein und brachten Sie dazu, die
Beschneidung durchzuführen. Auch Schimon und Levi sahen
sich als Stellvertreter aller Israeliten jener Zeit. Der Kampf
ähnelte dem von David und Goliat, die, obwohl Einzelpersonen,
stellvertretend für ihre jeweiligen Armeen antraten.
Rabbiner Awraham Jizchak Kuk (erster Oberrabbiner Israels)
folgte dieser Ansicht in seiner Responsen-Sammlung "Mischpat
Kohen" (S.335) und schrieb, daß Kriegsangelegenheiten
allgemeiner Natur seien und die Nation betreffen, und in einem
jeweils zu einer bestimmten Notlage zu treffenden Beschluß ist
es der öffentlichen Autorität erlaubt, zum geistigen oder
materiellem Wohle der Nation in den Krieg zu ziehen. D.h., nur
eine organisierte Öffentlichkeit verfügt über die notwendige
Autorität, einen Notfall-Beschluß zum Kriegseintritt zu
fällen. Ein
Individuum verfügt über keinerlei solche Autorität.
Ohne diese
Autorität hat kein Einzelner das Recht zu morden und damit das
Leben anderer Juden zu gefährden.
Schimon und Levi hielten sich für Inhaber dieser öffentlichen
Autorität ("Gur Arieh") und demnach zu kämpfen berechtigt.
Darüber entbrannte Jakovs Zorn, da sie sich nicht vorher mit
ihm beraten und die Auswirkungen ihrer Taten für den Rest der
Familie mit kühlem Kopf vorbedacht hatten. Es kann auch sein,
daß er sie wegen der unterlassenen Beratschlagung für nicht
autorisiert hielt, ihre gesamte Familie zu vertreten, höchstens
sich selber, und damit war ihr Krieg moralisch nicht
gerechtfertigt. Dieser Umstand machte sie in seinen Augen zu
einfachen Mördern statt zu erhabenen Kämpfern, obwohl als
unmittelbares Resultat ihrer Taten "ein Schrecken G~ttes über
die Städte kam, die rings um sie, daß sie den Söhnen
Jakovs
nicht nachsetzten" (Gen. 35,5). Noch viele Jahre später hatte
sich Jakov mit der Sache nicht abgefunden, und noch auf dem
Totenbett segnete er sie wie folgt: "Verflucht ihr Zorn, der so
gewaltig, und ihr Grimm, der so hart! Ich will sie unter Jakov
verteilen, und sie zerstreuen unter Israel" (Gen. 49,7).
Allerdings widersetzte sich Jakov nicht ihren Taten, und sah
darin, für sich genommen, auch kein Fehlen von Moralität.
"Selbst in der Stunde der Zurechtweisung verwünschte er nur
ihren Zorn" (Raschikommentar ebda.) - d.h. die Art und Weise
des Vorgehens von Schimon und Levi, in Zorn und Wut, ohne
Abwägung und Beratung mit ihrem Vater, führten zur Ablehnung
durch Jakov. Wegen dieser Art und Weise beseitigten sie den
Status der Öffentlichkeit und damit das Fundament der
ethischen Berechtigung für ihre Tat.
Wir werden noch sehen, daß bei ihnen nach Jakovs Ansicht die
Rache über den Gerechtigkeitssinn siegte. Wenn die
Notwendigkeit, ihre Schwester aus den Händen ihres Entführers
zu retten, ihr einziges Motiv gewesen wäre, hätte er bestimmt
anders reagiert. Darum kritisierte er am Ende seiner Tage auch
nicht die Tat an sich, sondern nur ihren unkontrollierten
Gefühlsausbruch. "Verflucht ihr Zorn, der so gewaltig, und ihr
Grimm, der so hart!" (s.o.). "Das Faß war klar, und ihr habt
es
getrübt" - er wollte ihnen sagen: der Wein, Symbol der Weisheit,
muß klar sein, und wenn Jugendliche in ihrem Eifer am Faß
rütteln, schwimmt die Hefe nach oben und trübt den Wein.
Darum muß man in Ruhe überlegen, das Faß an seinen
Ruhepunkt zurückbringen, damit sich die Hefe setzt. Das Faß
muß klar sein, doch sie, in ihrem wilden Geiste, machten es
trübe.
Doch auch hierbei muß man unterscheiden, nämlich zwischen
Schimon und Levi. Levi wurde von erhabeneren Beweggründen
motiviert. Sein Eifer für die Heiligkeit des Volkes konnte nicht
die Verunreinigung seiner Schwester übergehen.
Demgegenüber sah Schimon eher die individuelle, familiäre
Seite und weniger die ideelle Seite. (Es ist kein Zufall, daß
Pinchas aus dem Stamme Levi in heiligem Eifer den Simri von
den Nachkommen Schimons tötete; siehe Num. 25,7-14).
Als Jakov seinen beiden Söhnen die Erinnerung an ihre Taten
bewahrt und sie im Volke Israel verstreut, hat er allerdings
andere Absichten im Sinn: Schimon soll vollständig in den
anderen Stämmen aufgehen, die Zerstreuung Levis hingegen
gilt der Nutzung seines reinen Eifers für spätere bedeutende
historische Gelegenheiten, die seiner harren. Allerdings muß
er
auch dann aufs rechte Maß achten. So ein Eifer tut in kleiner
Menge Gutes, in großer schadet er. "Ich will sie unter Jakov
verteilen, und sie zerstreuen unter Israel", ein wenig hier und ein
wenig da.
| Frage
und Antwort
Nehmt ihnen die Gewehre weg Rav Schlomo Aviner
|
![]() |
Frage: Welche Lösung gibt es für das schwere
Sicherheitsproblem, unter dem wir seit den "Oslo-
Friedensabmachungen" leiden, wobei tagtäglich Männer,
Frauen und Kinder von gnadenlosen Mördern verletzt oder
getötet werden?
Antwort: Es gibt eine ideale Lösung nach den Gesetzen
der
Tora, und es gibt eine Zwischenlösung, die sich nach den
gegebenen Umständen auch tatsächlich verwirklichen läßt.
Die ideale Lösung folgt dem Beispiel Jehoschua ben Nuns:
"Drei Schreiben sandte Jehoschua, bevor er ins Land
hereinkam: Im ersten Schreiben sandte er ihnen: Wer
weglaufen will, laufe weg. Und er sandte noch ein Schreiben:
Wer Frieden schließen will, schließe Frieden. Und er sandte
noch ein Schreiben: Wer Krieg führen will, führe ihn" (Talmud
Jeruschalmi, Schwi'it 6,1, Maimonides "Mischne Tora" Gesetze
von Königen und Kriegen, 6.Kap., Hal.5). Die Girgaschiter
verließen ihr Diebesgut und zogen in ein anderes Land, die
Chiwiter schlossen Frieden, und der Rest kämpfte. "Es gab
keine anderen, die noch mit mit den Kindern Israel Frieden
schlossen, außer den Chiwitern, Bewohner Giv'ons" (ebda.,
Hal.4). Wir müssen den Arabern sagen: Ihr könnt hier nur
bleiben, wenn ihr die Oberhoheit des Staates Israel akzeptiert
und bereit seit, friedlich und ohne Mordtaten zu leben. Wenn ihr
dazu nicht bereit seid, begebt euch bitteschön in eines der 22
arabischen Länder...
Doch nun zur sofort möglichen Zwischenlösung: Sämtliche
Waffen, die den Arabern im Zuge der Friedensabmachungen
übergeben wurden, sind ausnahmslos wieder einzusammeln,
ebenso alle Waffen, die sie zusätzlich eingeschmuggelt haben.
Nach der Halacha darf man keine Waffen an Nichtjuden
verkaufen, weil sie damit Unheil anrichten könnten ("Mischne
Tora", Gesetze vom Götzendienst, 9.Kap., Hal.8). Weiter heißt
es dort: "Wenn Israeliten unter den Nichtjuden wohnen und mit
ihnen ein Bündnis schlossen, dürfen sie an die Bediensteten
des Königs und sein Heer Waffen verkaufen, weil sie damit
Krieg gegen die Bedränger des Landes führen und es retten,
und damit schützen sie uns, da wir doch bei ihnen weilen"
(Hal.9). Das trifft auf unsere Situation natürlich überhaupt
nicht
zu, denn wir leben nicht in irgendeinem fremden Lande auf der
Welt, sondern in unserem eigenen, selbständigen Staat. Die
Abgabe von Waffen an Lügner, Diebe und Mörder jedoch ist
ein
Verbrechen und eine Sünde, die in der Weltgeschichte nicht
ihresgleichen kennt, und die für diese Tat Verantwortlichen
müssen in einem öffentlichen Verfahren zur Rechenschaft
gezogen werden. Wenn diese 50.000 Gewehre an
Kollaborateure gegeben worden wären, die über die Jahre ihre
Treue zu uns gehalten haben, hätte man das noch irgendwie
verstehen können. Sowieso dürfen wir sie nicht ihrem Schicksal
überlassen, sondern müssen ihnen Schutz bieten, so wie es
Jehoschua ben Nun mit den Chiwitern in Giv'on hielt, als sie von
den übrigen kana'anitischen Völkern angegriffen wurden. Doch
Waffen an jene zu verteilen, die Tag und Nacht ihre Absicht in
die Welt hinausposaunen, uns unseren Erbbesitz abzunehmen,
den wir von G~tt erhalten haben über unsere Vorväter
Awraham, Jizchak und Jakov, und die sich mit Mordanschlägen
beschäftigen - das ist doch ein Verbrechen ersten Ranges.
Sicher hatten unsere Politiker, die diese Tat verantworten
müssen, gute Absichten, aber bekanntlich ist der Weg zur Hölle
mit guten Vorsätzen gepflastert; zudem gab es schon damals
genug warnende Stimmen aus allen Teilen des Volkes, solch
eine Untat nicht zu begehen -auf die sie aber nicht hören
wollten. Es reicht auch nicht, sie vor Gericht zu stellen und ihrer
gerechten Strafe zuzuführen - sie müssen sich auch bei allen
Eltern entschuldigen, die Kinder bei Anschlägen verloren haben,
bei den Witwen und Waisen, und ich bin mir gar nicht sicher,
wie sie es jemals vollbringen werden. Hauptsache aber, daß die
schlimme Lage ab sofort bereinigt wird.
Das Einsammeln der Waffen liegt durchaus im Bereich des
Machbaren, ohne Opfer auf unserer Seite und ohne Araber zu
schädigen, die keine Mörder sind. Natürlich wird so
eine Aktion
eine gewisse Zeit dauern, wobei jeden Tag eine Straße oder ein
Stadtviertel abgeriegelt und dann von Waffen gereinigt wird. So
geht es Stufe um Stufe voran; hier ist natürlich nicht der Ort,
die
Arbeit im Detail zu schildern, es reicht uns vollkommen, wenn
hochrangige Armeeangehörige sie für ausführbar halten.
Alle
Kreise im Staate Israel würden so einer Maßnahme zustimmen,
und auch die Völker der Welt würden uns Beifall zollen und
daraus für die Lösung ähnlicher Probleme bei sich zuhause
lernen. Nichts steht der reumütigen Umkehr entgegen, wo ein
Wille ist, ist auch ein Weg. Wir müssen sofort mit dem
Einsammeln der Waffen beginnen, was uns ein Leben in
Frieden in unserem Lande ermöglichen wird. Das wird zwar
noch immer nicht der große Frieden sein, von dem bei unseren
Propheten die Rede ist, aber nicht tagtäglich hingemordet zu
werden ist auch schon ein ganz ehrbares Ziel, das man in
gewisser Hinsicht Frieden nennen kann.
Weitere Kommentare
von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen
Themen auf hebräisch
im Internet (audio/online):
http://www.a7.org
- auch englischsprachige
Sendungen und Nachrichten aus Israel
http://www.israelnn.com
- auf russisch:
http://www.sedmoykanal.com
MACHON MEIR
Jüdische Studien in Hebräisch und Englisch in jeder Schwierigkeitsstufe,
Anfängerkurse auch auf Russisch
Tanach, Mischna, Gemara, Themen der jüdischen Weltanschauung
-gelockerte Atmosphäre
-religiöser Zionismus
-Emuna nach den Lehren Rav Kuks
-Anerkannte Hebräisch-Kurse (nachmittags)
Bitte richten Sie Ihre Anfragen an obige
Anschrift von
Machon Meir
SPENDENKONTO
Postal Bank, Jerusalem, "Machon Meir", Konto Nr. 4-16179-3
oder per Scheck direkt an obige Anschrift
Lichterzünden/Schabbatausgang
in:
Jerusalem: 16.07/17.23
Tel Aviv: 16.25/17.24
Haifa: 16.15/17.21