DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
 
 
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT TRUMA
Nr. 343
4. Adar 5762

AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was ist TOLERANZ wirklich?
Über die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das Gebot der Einwanderung nach Israel
Der Holocaust
DAS VOLK ISRAEL
Politik und Judentum
Die Tora und der Mensch
    oder "Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion "2000"- Israel und das Christentum
                          - Briefe der Oberrabbiner Israels
                          - Israelfreundliche Christen?
Die Sudeten von Palästina
König Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der Kampf um Israel
Wie man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn Erew Pessach auf Schabbat fällt

"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim

AUF HEBRÄISCH:
"Schall und Ru'ach"
Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten Themen,
zum Zuhören online;    NEU: Jetzt auch Video!
desgleichen auf Französich (audio)

Diese Woche in der Tora (Ex. 25,1 - 27,19):
Sachspendenaktion zum Bau des Wüstenheiligtums
(Bundeslade, Tisch der Schaubrote, Leuchter, Stiftszelt,
umgebende Trennwand, Vorhänge, Altar), Maße und
Anordnung der einzelnen Teile.
 

Der Stand der Dinge...
Guter Willen
Rav Dov Begon
Leiter von MACHON MEIR

"Rede zu den Kindern Israel, daß sie mir Hebe (Truma) bringen,
von jeglichem, den sein Herz dazu treibt, nehmet meine Hebe"
(Ex. 25,2). Der Raschikommentar vermerkt dazu: "'den sein
Herz dazu treibt' - ein Ausdruck der Freigebigkeit, ein Ausdruck
guten Willens".

Das Wüstenheiligtum (Mischkan) wurde von freiwilligen,
gutwilligen Spenden des ganzen Volkes Israel erbaut, und
dieser gute Willen bildet das Fundament für den Aufbau und
das Bestehen des Mischkans und des Tempels.

Auch das private Haus des Menschen läßt sich mit Mischkan
und Tempel vergleichen, wenn dessen Bewohner einander
guten Willen entgegenbringen, d.h. Liebe, Brüderlichkeit,
Frieden und Freundschaft, wodurch sich das Licht G~ttes
offenbart, das auf die ganze Umgebung und natürlich auf die
Bewohner selbst abstrahlt.

Nach dem Stand der Dinge entstand auch unsere nationale
Heimstatt, der Staat Israel, mit G~ttes Hilfe durch den guten
Willen, den große Teile der Nation an den Tag legten, die sich
im richtigen Augenblick zusammentaten und den Staat
gründeten, trotz des Überfalls arabischer Staaten und anderer
schier unüberwindlicher Probleme. Auch heute ist es uns trotz
aller Komplikationen vergönnt, die überwiegende Mehrheit der
Nation voll guten Willens zu sehen, was bei den großartigen
Soldaten von Zahal zum Ausdruck kommt, die unser Land
schützen, oder bei den Millionen Juden, von denen manche
unter großen Schwierigkeiten im Lande leben, oder bei den
Hunderttausenden Siedlern, die tagtäglich ihr Leben für unseren
Anteil am Lande unseres Lebens riskieren, oder bei den
Toraschülern an jedem Ort, die mit großer Selbstaufopferung
Tora lernen, und bei den Scharen des jüdischen Volkes, die
Mildtätigkeit üben und gegenseitig freiwillige Hilfe in kleinen wie
in großen Dingen leisten.

Glücklich der, der einen guten Willen und gute Taten vorweisen
kann - denn damit folgt er den Wegen G~ttes: "gütig ist der
Ewige gegen alle, und sein Erbarmen ist über all seine Werke"
(Psalm 145,9).
 
 
 
Frage und Antwort

Unsere Sünde

Rav Schlomo Aviner
Oberrabbiner von Bet El und Rosch Jeschiwa von "Ateret Kohanim" in der Jerusalemer Altstadt

Frage: Die Lage in Jescha [Jehuda, Schomron, 'Asa = Judäa,
Samaria, Gasastreifen] ist schwierig, Leute werden vom Terror
getroffen, und man leidet. Wie schon unsere Weisen sagten:
"Wenn der Mensch sieht, daß ihn Züchtigungen überkommen,
prüfe er seine Taten, wie es heißt: 'Durchforschen wir unseren
Wandel und ergründen ihn'" (Brachot 5a/Klagelieder 3,40).
Warum "durchforschen" wir nicht?! Auch Maimonides schrieb zu
Beginn der Fastengesetze, im Falle von Leiden müsse man
beten, flehen und reumütige Umkehr (Tschuwa) tun: "Wenn sie
jedoch nicht flehen und lärmblasen, sondern sagen: diese
Sache ereilte uns im Lauf der Welt, und dieses Problem ist ein
Zufall, so ist dies ein Verhalten der Grausamkeit und verursacht
ihnen, an ihren üblen Wegen festzuhalten, worauf ihnen noch
mehr Probleme entstehen werden, wie in der Tora steht: 'wenn
ihr mir widerwärtig wandelt, so werde ich mit Grimm euch
zuwider wandeln'" (Fastengesetze 1.Kap., Hal.3/Lev. 26,27-28).
Man darf nicht einfach stöhnen: Diese Welt ist voller Probleme;
also müssen wir nach den Gründen suchen und für unsere
Sünden Umkehr tun!

Antwort: Das stimmt hundert Prozent. Man muß nachforschen,
warum geschah, was geschah, und dann Umkehr tun. Wir
haben tatsächlich schon nachgeforscht und den Grund auch
gefunden: Das kommt davon, wenn man den Arabern Waffen
gibt. Das ist die Sünde! Die Sünde besteht darin, daß man sie
Unruhen inszenieren läßt, sie toben, aufhetzen und morden
läßt, ohne sie zu bestrafen. Die Sünde besteht darin, daß man
nicht nachdrücklich auf seinem Standpunkt besteht und
verkündet: Das Land Israel gehört uns, und wir werden nicht
einen Millimeter davon abrücken. Stattdessen sagt man:
Vielleicht ist es unser, vielleicht euer, vielleicht Tauschobjekt,
vielleicht geben wir euch Jescha, vielleicht 80% oder 95%... Das
ist ein furchtbares Vergehen!

Warum sollen wir die Sünde in der Ferne suchen!? Der Fall ist
doch sonnenklar! Das ist die Sünde, für die wir reumütige
Umkehr tun müssen.

Und nicht nur das; der Kommentar "Ijun Jakov" (Ejn Jakov) zur
obengenannten Talmudstelle "..daß ihn Züchtigungen
überkommen, prüfe er seine Taten" hebt hervor, "daß hier von
Leiden die Rede ist, die ohne erkenntliche Ursache über den
Menschen hereinbrechen, aber nicht von jenen, die sich der
Mensch selber verursacht, wie z.B. durch übermäßiges Essen
oder übertriebene Selbstzüchtigung. Vor letzteren warnte uns
die Tora durch das Gebot "hütet sehr eure Seelen" (Dt. 4,15),
und man sollte sich selbst die Schuld für dessen Übertretung
zuschreiben und braucht nicht woanders zu suchen, aber wenn
über den Menschen Leiden von alleine hereinbrechen, dann
muß er seinen Lebenswandel durchforschen". Wenn ein
Mensch durch seine Freßsucht krank wird, was soll er dann
seinen Lebenswandel nach den Ursachen durchforschen - er
weiß doch ganz genau, womit er sich das eingebrockt hat!

Zum gleichen Thema, zur schweren Lage, machen manche
Leute den Vorschlag, als Zeichen bußfertiger Umkehr
irgendetwas im täglichen Leben zu ändern, um nicht
vorzugeben, die Welt gehe ihren normalen Gang. Zum Beispiel
jeden Tag einige Psalmen zu beten, jeden Tag ein wenig
Religionsunterricht zu besuchen und gemeinschaftliche Gebete
zu organisieren. - Das ist alles gut und schön. So wie die erste
Frage die Allgemeinheit betraf und diese letzteren Vorschläge
den Einzelnen, all diese wohlgemeinten Vorschläge wie jede
kleine Änderung sind zu empfehlen und bringen Segen. Doch
besser wäre eine große Änderung.

In Wahrheit hat eine große Änderung schon stattgefunden. Es
gab eine Zeit, als wir in Jehuda, Schomron und im Gebiet um
'Asa in Ruhe und Beschaulichkeit lebten, und jetzt leben wir dort
mit großer Opferbereitschaft und laufen nicht weg. Das ist eine
große, ja riesige Änderung. In der Tora gibt es nichts Größeres
als die Opferbereitschaft.

Einen Psalm beten? Ich bin dafür. Etwas mehr
Religionsunterricht? Da bin ich noch mehr für. Sich zum
gemeinschaftlichen Gebet treffen? Bin ich auch für. Kann man
das aber mit der Opferbereitschaft, in Jescha zu wohnen,
vergleichen? Welch gewaltige Änderung, daß die Leute hier
bleiben und sich aufopfern - für eine Sünde, die sie gar nicht
selbst begangen haben, sondern Andere! Andere sündigten,
und wir zeigen Opferbereitschaft, tun bußfertige Umkehr,
werden sensibler und entwickeln uns spirituell weiter. G~tt sieht
das alles, und sicher bereitet ihm das große Freude.

Jescha ist Frontgebiet; nicht nur für dessen Bewohner, sondern
für den ganzen Staat Israel. Ein Frontsoldat kämpft nicht um
sein eigenes Haus oder sein Leben, sondern bevollmächtigt von
und stellvertretend für die ganze Nation. Einmal fragte jemand
den berühmten Rabbiner, nach einem seiner Werke "Chason
Isch" genannt (der kein Zionist im Sinne von Armee/Staat war):
Ich wohne nahe der Grenze, vielleicht sollte ich lieber ins
Landesinnere umziehen? Darauf antwortete der Rabbiner:
Wenn das Alle täten, würde ja das Landesinnere zum
Grenzgebiet werden!

Jescha von heute und in seinem Zentrum die Altstadt von
Jerusalem - sie sind unsere Front, sowohl in praktischer wie in
ideeller Hinsicht.

In praktischer Hinsicht: Wie im Raschikommentar zu Dt. 33, 28
"Eisen und Kupfer dein Riegel" (Dt. 33,25) steht: "..ihre Helden
werden in den Städten an der Grenze wohnen und diese
verschließen, daß die Feinde nicht in sie eindringen können, als
wenn sie mit Schlössern und Riegeln von Eisen und Kupfer
verschlossen wäre".

Und in ideeller Hinsicht: Weil sich jetzt in aller Schärfe die Frage
vor uns auftut: Gehört das uns oder nicht? Ist dies das Land
Israel oder nicht? Ist dies der Erbbesitz unser Vorväter
Awraham, Jizchak und Jakov, oder ist er es nicht? Ist dies das
Land, das uns der Herr der Welt gab, oder nicht? Führen wir
unsere Geschichte weiter, oder laufen wir vor ihr davon?

Als unser Volk bei den letzten Wahlen entschied, entschied es
sich für eine bestimmte Richtung, offen oder verdeckt, bewußt
oder unbewußt: Ja - das ist unser Land! Wir führen unsere
Geschichte weiter. Darum sagen wir alle jetzt zu den
Bewohnern Jeschas: Ihr seid unsere Gesandten, Fleisch von
unserem Fleische, Gebein von unseren Gebeinen (nach Gen.
2,23), Geist von unserem Geiste. Wir sind mit Euch, wo immer
Ihr hingeht, mit unserem ganzen Herzen, mit unserer ganzen
Seele und unserem ganzen Vermögen.

Mit unserem ganzen Herzen - durch Unterstützung, Solidarität,
durch Anteilnahme und Besuch bei Euch an Schabbattagen und
während der Woche;
mit unserem ganzen Vermögen - durch finanzielle Unterstützung
von in Not geratenen Familien;
mit unserer ganzen Seele - wir werden uns selber nach Jescha
begeben und dort wohnen.

Die Zeit ist reif dazu! Das ist unsere Herausforderung! Von
Jescha bringen wir Rettung (Jescha) für unser Volk und
unseren Erbbesitz!
 

Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen
Themen auf hebräisch im Internet (audio/online):
http://www.a7.org
- auch englischsprachige Sendungen und Nachrichten aus Israel:
http://www.israelnn.com
- auf russisch:
http://www.sedmoykanal.com
 

Mit einem kleinen Lächeln

Bei einer dringend einberufenen Versammlung beklagte ein
Redner nach dem anderen die Schwere des Problemes,
dessentwegen die Versammlung stattfand. Einer übertraf den
anderen in der Schwarzmalerei über die schlimme Situation und
die noch zu erwartende Verschärfung. Zu einem bestimmten
Zeitpunkt bat der örtliche Rabbiner ums Wort und sagte:
Die talmudischen Weisen erklärten, der Schwiegervater von
Moscheh wurde Jitro genannt, weil "durch ihn ein zusätzlicher
Abschnitt in die Tora eingefügt (jiter) wurde". Welcher
Abschnitt? Die Weisen sagen, ab "Und du ersiehe aus dem
ganzen Volk tüchtige Männer..." (Ex. 18,21), also der Ratschlag,
Vorsteher über 1000, 100 usw. einzusetzen. Jitro hatte aber
doch schon vorher gesprochen, als er nämlich zu Moscheh
sagte: "Es ist nicht gut was du tust" (18,17)?!

Vielmehr lernen wir daraus, daß "Es ist nicht gut was du tust"
noch keinen besonderen Abschnitt der Lehre darstellt. Erst
wenn man sagt, was wirklich getan werden soll - das hat eine
Bedeutung.
 

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Jerusalem: 16.48/18.02
Tel Aviv: 17.06/18.04
Haifa: 16.57/18.02