DAS ZENTRUM FÜR
JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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-Archiv der
"Betrachtungen"
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den Rabbi" auf deutsch
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als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT PINCHAS
Nr. 362
19. Tammus 5762
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
"Ich
bin ein Palästinenser"
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
NEU: Jetzt auch Video!
desgleichen auf Französich
(audio)
Diese Woche in der Tora (Num. 25,10-30,1):
G~ttes Friedensbund mit Pinchas, dem Priester;
Musterung der
Kinder Israels vor Jericho; Auslosung
der Anteile am Lande
Israel; auch Töchter erben Land;
Jehoschua zum Nachfolger
Moschehs erwählt; Opfergesetze für
Wochentage, Schabbat,
Neumond und Feiertage.
17. Tammus - Fasttag,
Beginn der drei Wochen bis Tischa Be'Aw
Der
Stand der Dinge...
|
Am 17. Tammus wurde das Volk Israel von folgen Kalamitäten
betroffen:
1. Zerbrechen der Gebotstafeln, als Moscheh vom Sinai
herabstieg;
2. Aussetzung des täglichen Opfers im ersten Tempel;
3. Das Schlagen einer Bresche in die Stadtmauer Jerusalems
während des zweiten Tempels;
4. Verbrennen einer Torarolle durch den Bösewicht Apostomus;
5. Aufstellen eines Götzenbildes im Heiligtum (Schulchan Aruch,
O.C. §549,1, Mischna Brura).
Schon die talmudischen Weisen machten darauf aufmerksam,
daß die Fasten- und Trauerbräuche in den drei Wochen bis
Tischa Be'Aw die Herzen zur reumütigen Umkehr aufrütteln
sollen, damit wir uns durch diese Dinge bessern; nicht das
Fasten sei die Hauptsache, sondern die dadurch erzielte
Bereitschaft zur Reue (ebda.).
Nach dem Stand der Dinge müssen wir aus den Übeln der
Vergangenheit unsere Lehren ziehen, unsere Taten in der
Gegenwart zu bessern, um in Freude und Sicherheit zur
zukünftigen vollkommenen Erlösung zu gelangen.
Das Zerbrechen der Gebotstafeln und die Sünde um das
goldenen Kalb lehren, uns mit Glauben, Mut und Geduld zu
gürten angesichts der schweren Zeiten, die wir gerade
miterleben, und nicht den "leichten Problemlösungen" zu
verfallen, den goldenen Kälbern von heute, wie es das Volk in
der Wüste tat, als Moscheh nicht pünktlich vom Berg
herunterkam.
Das Absetzen des "beständigen Opfers" lehrt uns, die Einigkeit
im jüdischen Volk zu stärken. Das tägliche Opfer wurde
von und
für die Öffentlichkeit dargebracht, wodurch Tag für
Tag das
gesamte Volk Israel wie ein Herz und eine Seele gemeinsam
einen Anteil am Tempeldienst hatte. Durch grundlosen Haß
wurde der letzte Tempel zerstört, und durch bedingunslose
Liebe wird er wiedererbaut werden; mögen bald die Priester zu
ihrem Dienst, die Leviten zu ihrem Gesang und die übrigen
Israeliten auf ihre frühere Stufe zurückkehren.
Die Stadtmauer Jerusalems war nicht nur damals eine
Herausforderung für die Feinde Israels, sie ist es auch heute.
Deren Bemühungen zur Spaltung der Stadt sollen uns
schwächen und letztendlich zur Zerstörung Jerusalems und
des
Staates Israel führen (was ihnen niemals gelingen wird!). Wir
müssen vielmehr verstehen, daß Jerusalem das Herz unserer
Nation ist, und wie man sein eigenes Herz höchst sorgfältig
vor
jedem Schaden schützt, müssen wir auch für die Unversehrtheit
Jerusalems und des Landes Israel mit höchster
Opferbereitschaft und Todesverachtung sorgen.
Der üble Apostomus verbrannte die heilige Tora mit dem Ziel,
das jüdische Volk vom Lernen und Erfüllen der Tora abzuhalten.
Leider gibt es auch heute viele und gute Menschen in Israel, die
keinerlei Torastudium nachgehen und fern von Tora und
jüdischer Tradition leben. Für sie ist die Tora wie verbrannt,
und
die Besserung dieses Zustandes liegt darin, das ganze Volk
Israel in Liebe und Glauben der Tora und den Geboten
näherzubringen.
Das Aufstellen eines Götzenbildes im Heiligtum, sinnbildlich
dem Herzen der Nation und des Menschen, bedeutet, etwas
Fremdes, Oberflächliches und Unwahres im Herzen
aufzunehmen, eine fremde Kultur und schlechte Eigenschaften
wie Zorn, Gier u.ä. Darum müssen wir zur Beseitigung von
Eigenschaften wie Stolz, Zorn, Geldgier und Ehrgeiz antreten
und der Tradition Israels folgen und auf diese Weise das
Götzenbild aus unseren Herzen und unserer Mitte entfernen.
Wenn wir die Gründe für die Probleme der Vergangenheit und
der Gegenwart Israels beseitigen, werden wir mit eigenen
Augen sehen, wie die Tage der Trauer und des Kummers zu
Tagen "der Wonne und Freude und zu fröhlichen Festzeiten
werden, aber Wahrheit und Frieden liebet" (Secharja 8,19).
| Frage
und Antwort
Maschiach - zum Schluß Rav Schlomo Aviner
|
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Frage: Ich möchte im voraus um Verzeihung bitten, daß
ich hier
schwere Anklagen erhebe, aber es zerreißt mir das Herz im
Leibe angesichts der furchtbaren Lage. Es vergeht fast kein
Tag, an dem nicht jüdisches Blut vergossen wird, und Knesset
und Regierung erfüllen nicht ihre Pflichten. Ich kann mir nicht
mehr anhören, wir lebten im Zeitalter des "Beginns der
Erlösung", "des ersten Sprossens der Erlösung" und
dergleichen Ausdrücke mehr. Es tut mir leid, aussprechen zu
müssen, was ich von einem in der Kabbala bewanderten
Rabbiner hörte, der behauptete, daß hier verantwortungslos
erhabene, verborgene Begriffe wie "Maschiach" auf ein Niveau
von gemeinem Zionismus heruntergezogen würden, wo selbst
der Begriff "Zionist" schon nicht mehr auf die Führer unseres
Staates paßt, sondern eher der Begriff "verachtenswert". Nicht
nur ein Verachtenswerter, der die Toragesetze zu seinem
Nutzen beugt, sondern wirklich nichtswürdig. Wer den Schabbat
nicht hält, nicht koscher ißt, die Gesetze der Familienreinheit
übertritt und darüberhinaus sich nicht darum kümmert,
wenn
Juden ermordet werden, ist für mich absolut nichtswürdig.
Was
soll die Begeisterung über Einwanderung und "Einsammlung
der Verstreuten", wenn nur mehr und mehr Nichtswürdige
dazukommen. Ich will den Maschiach, den echten Maschiach,
nicht "die Leiden des messianischen Zeitalters" und nicht "die
Schritte des Maschiach", nur er wird uns aus der Not erlösen
und allem Leid und Schmerz ein Ende setzen.
Antwort: Sicher haben Sie recht, wenn Sie sich mit dem
jetzigen Zustand nicht zufriedengeben und das Kommen des
Maschiach erwarten - dazu pflegte unser Lehrer Rabbiner Zwi
Jehuda Kuk zu sagen: Freue dich über das Erreichte, aber
begnüge dich nicht mit dem Erreichten. Darum haben Sie recht:
für alles, was wir noch nicht erreicht haben, müssen wir
beten
und hoffen. Daneben muß man verstehen, daß es eine Ordnung
der Zielpunkte gibt. In jeder Generation gibt es einen Zielpunkt
und eine bestimmte Ordnung für den Ablauf der Erlösung. So
schrieb Rabbiner Elijahu ("Gaon") von Wilna: "In jeder
Generation herrscht eine andere Eigenschaft (von den
Eigenschaften G~ttes, mit denen er die Welt lenkt), und von ihr
aus ändern sich die natürlichen Gegebenheiten und alle Taten
der Generation und ihre Verhaltensweisen und ihr
Lebensunterhalt, alles richtet sich nach der Ausrichtung dieser
Eigenschaft, in Abhängigkeit von der Wahl zwischen Gut und
Böse... Ebenso gibt es in jeglicher Generation Zielpunkte
entsprechend dem Stande der reumütigen Umkehr und der
besonderen Verdienste dieser Generation" (Ewen schlema 11,9).
Zu jener Zeit, vor etwa zweihundertundzwanzig Jahren, begann
das Volk Israel schon nach Zion zurückzukehren - "Einen
aus
der Stadt und Zwei aus dem Geschlechte [und bringe euch
nach Zion]" (Jirmijahu 3,14), und seit etwa 120 Jahren in
Massen. Die Erlösung kommt Stufe um Stufe voran,
entsprechend der zugehörigen Ordnung für diesen Ablauf.
Maschiach ben Josef kommt vor Maschiach ben David. Auch
der Prophet Schmu'el salbte zwei Könige [Scha'ul und David].
Bezüglich des Königtums Scha'uls wude am Verhalten des
Volkes Kritik geübt: "denn mich [G~tt] haben sie verschmähet,
daß ich nicht über sie regiere" (Schm.I, 8,7), d.h. sie
bevorzugten den Materialismus.
So wie erst danach König David kam, wird auch der endgültige
Maschiach erst am Schluß kommen; siehe Raschikommentar zu
den Versen "Dem Sangmeister. Von David, zu erinnern. G~tt,
zu meiner Rettung, Ewiger, zu meinem Beistand, eile!" (Psalm
70,1-2) - "im Midrasch zu den Psalmen sah ich ein Gleichnis
vom König, der über seine Herde zürnte und das Gehege
forträumte und die Herde samt Hirten hinausschickte. Nach
einiger Zeit holte er die Herde zurück und baute das Gehege
wieder auf, machte aber keine Bemerkung über den Hirten. Da
sagte der Hirte: 'Die Herde wurde zurückgeholt und das Gehege
wiedererbaut, und ich werde nicht erwähnt'; so wurde schon
vorher über dieses Thema gesprochen [am Ende des
vorangegangenen Psalmes, Nr.69, 36-37] 'denn G~tt wird Zion
helfen', 'und die seinen Namen lieben, darin wohnen' - also ist
das Gehege gebaut und die Herde eingesammelt, aber der Hirte
[David] nicht erwähnt; darum heißt es: 'Von David, zu erinnern.
G~tt, zu meiner Rettung'". Demnach wird zuerst die "Herde",
das jüdische Volk, eingesammelt und das "Gehege", das Land
Israel, erbaut, und zum Schluß kommt der "Hirte" aus dem
Hause Davids, der Maschiach.
Was nun die Behauptung angeht, daß zu den an unserer Spitze
Stehenden und den unzähligen Neueinwanderern die
Bezeichnung "nichtswürdig" paßt, so wußten wir das
schon
vorher; im Hinblick auf das Ende der Tage heißt es nämlich:
"und an seinem Ende ist er ein Verachteter" (Jirmijahu 17,11).
Schon vor etwa 500 Jahren schrieb Rabbiner Ari sel. (größter
Kabbalist jener Periode bis heute): "'Erhebe rings deine Augen,
und siehe, sie alle sammeln sich, kommen zu dir' (Jeschajahu
49,18) - die Anfangsbuchstaben der Worte 'sammeln sich,
kommen zu dir' ergeben [im Hebräischen "nawal"] 'nichtswürdig'.
Und die Bedeutung, wie bei uns im Kapitel über die
Seelenwanderung geschrieben wurde: daß alle
körperverbundenen Seelen vor der endgültigen Erlösung
vervollkommnet werden, und selbst der kleinste Funken
irgendwelcher Heiligkeit wird nicht abgewiesen werden, denn
sogar Bile'am, in dem ein kleiner Funken Heiligkeit war, kehrte
in Gestalt von Nawal Hakarmeli (siehe Schmu'el I, 25.Kap.)
wieder, und von da an wurden alle seine Funken Heiligkeit
vervollkommnet. Auf gleiche Weise wird es mit den Wurzeln
aller Seelen gehen, alle werden sie vor der endgültigen
Erlösung vervollkommnet werden, und dann werden sie erlöst.
Und dann 'erhebe rings deine Augen, und siehe', daß alle
Funken der Seelen Deiner Kinder, die zwischen den Schalen
verstreut waren, eingesammelt wurden und zu dir zurückkehrten
in Heiligkeit und Vollkommenheit. Sogar die Funken des
Bile'am, die über Nawal wanderten, der nicht menschlich
dachte, 'sammeln sich, kommen zu dir'" ("Kapitel der Verse" zu
Jeschajahu 49).
"'Sammeln sich, kommen zu dir' - Anfangsbuchstaben 'nawal'.
Bereits erwähnte ich, daß Bile'am in Nawal wiedergeboren
wurde, und es konnte sich noch niemand vorstellen, wie einmal
aus so großer und überwältigender Unreinheit Heiligkeit
hervorgehen werde. Doch seit seiner Läuterung in Nawal
begann er sich zu bessern, und alle weiteren Seelen, die
danach aus ihnen hervorgehen werden - wenn sie in die
kommende Zukunft gelangen, wird die ganze Welt über sie
staunen, wie es tatsächlich möglich ist, Reinheit aus Unreinheit
hervorzubringen. Zu der Zeit 'erhebe rings deine Augen, und
siehe' wie ein Mensch, der staunend seine Augen erhebt und
ein wundersames Ding erblickt, das ihn erschüttert" (Sefer
Likutej Tora zu Jeschajahu 49).
Ebenso schrieb er: "Der Sohn Davids, d.h. der Erlöser, kommt
nicht eher, als bis alle Seelen im Körper vervollkommnet
wurden, und darauf deuten die Anfangsbuchstaben des Verses
'[Aber für Zion kommt er als] Erlöser für die sich bekehret
von
Schuld' (Jeschajahu 59,20; go'el uleschawe fescha,
guf=Körper), das deutet darauf hin, daß der Erlöser
nicht eher
nach Zion kommt, als bis alle körperverbundenen Seelen am
Ende und vervollkommnet sind, 'und sich bekehret von Schuld'"
("Kapitel der Verse" zu Jeschajahu 59).
Aus alledem entnehmen wir, daß selbst die gefallenen Seelen
vervollkommnet werden müssen, bevor unser Erlöser kommen
kann. Man darf also nicht aufgeben; auch jemand, der uns
heute nichtswürdig erscheint, wird sich am Ende "von Schuld
bekehren", und höchste Heiligkeit wird die spirituelle Unreinheit
ersetzen.
So sagte doch der Prophet Jeschajahu: "Erhebe rings deine
Augen, und siehe, sie alle sammeln sich, kommen zu dir",
inklusive Nawal, der Nichtswürdige (s.o.), "So wahr ich lebe!
-
ist der Spruch des Ewigen, - daß du sie alle wie einen Schmuck
anlegen wirst, und sie dir umwinden, wie eine Braut" (49,18).
Alle werden als wunderbare Juwelen glänzen.
Weitere Kommentare
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