DAS ZENTRUM FÜR
JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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IL - 91032 Jerusalem ISRAEL Tel. +972 2 6511906 Fax +972 2 6514820 http://www.machonmeir.org.il |
Redaktion und Übersetzung der deutschen
Ausgabe: R. Plaut
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-Archiv der
"Betrachtungen"
-Kostenloser Antwortservice "Frag'
den Rabbi" auf deutsch
-früher aktualisiert (update)
als die Machon-Meir-Seite
Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PESSACH
Nr. 349
17. Nissan 5762
AUSSERDEM AUF DEUTSCH:
Was
ist TOLERANZ wirklich?
Über
die Lebensnotwendigkeit unserer Verbindung zum Lande Israel
Das
Gebot der Einwanderung nach Israel
Der
Holocaust
DAS
VOLK ISRAEL
Politik
und Judentum
Die
Tora und der Mensch
oder
"Wie wird ein Jude mit all den Geboten fertig?"
Die
Konvertierung (Gijur) und das Tora-Judentum
Invasion
"2000"-
Israel und das Christentum
- Briefe der Oberrabbiner
Israels
- Israelfreundliche
Christen?
Die
Sudeten von Palästina
König
Sweeney, Bin Laden und der Friedensprozeß
Der
Kampf um Israel
Wie
man sein Haus in einem halben Tag für Pessach vorbereitet
Wenn
Erew Pessach auf Schabbat fällt
"Jerusalem
Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals
jüdischen Eigentums
in Jerusalem - Ateret Kohanim
AUF HEBRÄISCH:
"Schall
und Ru'ach"
Kurze Vorträge von
Rabbiner Schlomo Aviner
zu den verschiedensten
Themen,
zum Zuhören
online;
NEU: Jetzt auch Video!
desgleichen auf Französich
(audio)
PESSACH
Der
Stand der Dinge...
|
"Wenn nun eure Kinder euch fragen: Was soll euch diese
gottesdienstliche Feier? So sollt ihr antworten: Ein
Überschreitungsopfer [Sewach Pessach] ist es dem Ewigen,
der
in Ägypten an den Häusern der Kinder Israels
vorübergeschritten, als er die Ägypter heimsuchte, der unsere
Häuser verschont hat" (Ex. 12,26-27). Das Pessachfest erhielt
also diesen Namen, weil G~tt die Häuser der Israeliten
"übersprang" und ausließ, d.h. überschritt und sie
von der
Erstgeborenenplage verschonte. "Ich überschreite: Er eilte über
die Häuser Israels hinweg zu den Häusern der Ägypter;
denn
sie wohnten untereinander; er überschreitet zwischen denen,
die getötet werden, andere überschreitet er und läßt
entkommen. Selbst wenn ein Ägypter im Hause eines Israeliten
war, entkam er nicht, und ein Israelit wurde sogar im Hause
eines Ägypters verschont" (nach Raschi zu Ex. 12,13). In
unserer heutigen Sprache würden wir von punktueller
Liquidation der Ägypter reden.
Dieses Geschehen rollte vor den Augen Aller ab, sowohl vor
den Israeliten als auch vor ihren Feinden, und die Größe
der
Gnade und Liebe des Schöpfers und Lenkers der Welt für
Israel, seinen Erstgeborenen, wurde deutlich erkennbar.
Nach dem Stand der Dinge muß sich jeder Jude in allen
Generationen so ansehen, als wäre er persönlich aus Ägypten
gezogen. Wir müssen uns diese Sache betrachten, verstehen
und anerkennen, daß so wie G~tt in Ägypten seine Gnade und
Liebe offenbarte, als er "an den Häusern der Kinder Israels
vorübergeschritten, als er die Ägypter heimsuchte, der unsere
Häuser verschont hat", er auch in unserer Zeit nach
zweitausendjährigem Exil uns seine Gnade zeigt, uns aus der
Finsternis des Exils führt und ins Land Israel bringt.
Ebenso wie in Ägypten die Feinde Israels von Plagen
heimgesucht und mit Finsternis geschlagen wurden, so ergeht
es auch unseren heutigen Feinden, die im Finstern in ihren
Häusern sitzen, während G~tt "ein neues Licht über Zion
aufleuchten läßt" (Morgengebet).
Mit Segenswünschen für ein freudiges Fest der Freiheit
Rav Dov Begon
| Frage
und Antwort
Echte und falsche Kabbalisten Rav Schlomo Aviner
|
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Frage: Als immer noch Unverheiratete und nicht mit besonderen
Geldmitteln Gesegnete wandte ich mich in letzter Zeit an
verschiedene Wahrsager und Kabbalisten, gab dafür viel Geld
aus - und nichts tat sich. Vor einiger Zeit nun schrieben Sie
einen Artikel gegen das Einholen von Ratschlägen von einem
einfachen Juden, dem übernatürliche Kräfte nachgesagt
werden
[siehe Jitro 5761/Nr.291]. Jetzt berichteten mir dessen
Anhänger, daß Sie Ihre Ansicht geändert hätten
und den
Besuch bei diesem Mann befürworten. Im allgemeinen kann ich
Ihnen zustimmen, daß es viele angebliche Kabbalisten gibt -
doch wie kann man einen echten von einem falschen
unterscheiden? Wie verhält es sich mit den verschiedenen
Talismanen, von denen geredet wird - haben sie einen Wert,
oder ist das alles Aberglauben?
Antwort: 1. Zunächst möchte ich festhalten, daß
ich nichts
gegen diesen Mann persönlich habe, denn ich liebe alle Juden,
auch wenn ich jemandem nicht zustimme. Doch seine Methode
ist nicht richtig; wozu hätte uns G~tt denn dann die Tora zu
geben brauchen? Warum bemühen wir uns im Torastudium
schon seit Tausenden von Jahren und opfern uns dafür auf?
Vielmehr muß man sich in spirituellen Angelegenheiten an einen
Toragelehrten wenden, so wie man sich in medizinischen
Dingen an einen Arzt wendet, in Geldfragen an einen
Finanzexperten und in Sicherheitsfragen an einen Offizier.
Meine bescheidene Meinung hat sich in keinem Punkte
geändert, im Gegenteil, leider mußte ich inzwischen von
weiteren traurigen Begebenheiten hören von der Art Ihrer
Erfahrungen, und meine Ansicht wird von Tag zu Tag bestärkt.
2. Worin unterscheidet sich ein echter Kabbalist von einem
nachgemachten? Die rabbinischen Autoritäten übermittelten
uns
einige Kriterien, wonach wir einen falschen Wunderrabbi, der
Amulette verkauft, sowie andere Hochstapler und Kabbalisten,
die es auf Vergrößerung ihres Ruhmes und ihres Kontos
abgesehen haben, von einem wahrhaft frommen Rabbiner
unterscheiden können.
a) Rabbiner Schmu'el Wosner (einer der Toragrößen in Bnej-
Brak) schrieb: "Wir kennen eine wichtige Regel: Bei jeder
Methode, die neu ist, oder verwunderlich, und nicht der Prüfung
und der Erfahrung der heiligen Toragrößen Israels unterzogen
wurde, die von der ganzen jüdischen Gemeinschaft in ihrer
Größe und Heiligkeit anerkannt waren, besteht eine große
Gefahr darin, dieser Methode zu folgen, und wem seine Seele
lieb ist, entferne sich davon" (aus dem Vorwort zum Buche
Temimim tihju von Rabbiner Jakov Hillel). Die Methode muß
über Generationen akzeptiert sein, doch damit nicht genug.
b) Die zweite Bedingung: gerechte Toragelehrte, die nicht dem
Geld nachlaufen, wie Rabbiner Ben-Zion Abba Scha'ul (einer
der bedeutendsten sefardischen Rabbiner der letzten Jahre)
schrieb: "Hiermit gebe ich meine Ansicht über den Skandal
bekannt, daß sich viele Ungelehrte als Rabbiner und
Wunderheiler ausgeben und Amulette, Segnungen und
Wundermittel verteilen. Dazu gibt es viele gutgläubige
Menschen, darunter besonders Verzweifelte und Qualen
Leidende, die sich zum Glauben an diese Leute verleiten
lassen. Darum gebe ich hiermit meine Ansicht kund, nachdem
ich viele von ihnen kennengelernt habe, und dabei gibt es Leute
fern von Tora und Himmelsfurcht, andere stellen Amulette aus,
wie sie es im Buche "Mareh Hajeladim" und ähnlichen gesehen
haben, während uns von unseren Lehrmeistern überliefert ist,
daß dieses Buch zwar für Amulette kopiert wird, doch die
darin
aufgeführten Namen absichtlich durcheinandergebracht wurden,
damit sich Unwissende nicht damit befassen. Darum muß man
in dieser Sache höchste Vorsicht walten lassen und sich nicht
auf Segnungen und Wundermittel dieser Leute verlassen, außer
wenn sie allgemein als fromme Toragelehrte bekannt sind, die
es nicht auf Geld abgesehen haben" (ebda.).
c) Genehmigung durch eine bekannte Toraautorität. Über diese
dritte Bedingung schrieb Rabbiner Jizchak Jakov Weiss
(früherer Vorsteher der charedischen Gemeinde Jerusalems):
"Ich bringe hiermit mein Urteil zum Ausdruck, das Toraurteil -
daß in allen Dingen, die mit dieser Angelegenheit zu tun haben,
niemand sich selbst eine Erlaubnis erteile, sondern sich an
einen autorisierten Rabbiner wende, wie man es in allen Fragen
um Erlaubtes oder Verbotenes tut, um nicht um Himmels willen
durch schwere Vergehen zu scheitern, die den reinen Glauben
berühren" (ebda.). Und kurz gefaßt, in einem Urteil des
Bet
Din
der charedischen Gemeinschaft: "In diesen Dingen darf man
sich nicht an jeden Beliebigen wenden, ohne vorher einen
Weisen und religionsgesetzliche Autorität gefragt zu haben"
(ebda.). Man braucht also eine Unbedenklichkeitsbescheinigung
von einer anerkannten Toraautorität, so wie bei anderen Dingen
auch, z.B. Hechscher für Nahrungsmittel.
Ein echter Kabbalist muß auch in Talmud und Gesetz sattelfest
sein und vollendete Charaktereigenschaften besitzen.
Nachgemachte Kabbalisten und Wunderheiler benötigen
hingegen folgende elementare Eigenschaften: Selbstvertrauen,
Intuition, kreativer Gebrauch aktuellster statistischer Daten,
Gebrauch mystischer Hilfsmittel wie Bücher über Kabbala oder
einer Kristallkugel, Aushorchen des Kunden, Abhören seiner
Gespräche, großzügiges Verteilen von Komplimenten und
Schmeicheleien, schnelle psychologische Auffassungsgabe,
Benutzung allgemein gehaltener Redewendungen, die auf
unterschiedliche Bevölkerungsgruppen passen. Natürlich muß
er über einen eindrucksvollen Bart verfügen. Solche
"Kabbalisten" sind schon viele enttarnt worden, unter ihnen
Neureligiöse, Unwissende, Nichtreligiöse und sogar ein
christlicher Araber.
Manche versteckten ein Mikrofon im Wartezimmer, hören die
Gespräche der Leute an, die einander von ihren Sorgen und
Nöten erzählen, und wenn der Betreffende dann zur Audienz
eintritt, erzählt ihm der Wunderrabbi Dinge, die ihm wie vom
Himmel zugeflogen sind. Andere beschäftigen in gleicher
Absicht einen Helfer, der die Leute im Wartezimmer zum Reden
ermuntert und die relevanten Informationen dann an seinen
Boss weiterleitet. Andere wiederum geben dem Bittsteller einen
mehrere Wochen entfernten Termin und beschaffen sich die
nötigen Informationen über einen "Hacker" von der
Krankenkasse, dem Einwohnermeldeamt und der Bank. Andere
"Kabbalisten" bringen dies live zuwege, über einen Ohrhörer
mit
dem Helfer im Nebenzimmer verbunden, der per Computer die
nötigen Datenbanken anzapft. Einmal schickte ein "Kabbalist"
seinen Helfer, sich in einer großen Firma anstellen zu lassen,
und erhielt von ihm Unterlagen über den Geschäftserfolg.
Der
Manager war von den genauen Kenntnissen des "Kabbalisten"
über seine Firma so beeindruckt, daß er ihm für seine
Institutionen gewaltige Summen spendete.
Die meisten Bittsteller kommen in Fragen der Partnersuche, und
bekanntlich finden die meisten Ledigen letztendlich einen
Partner - doch hier wird der Erfolg dann dem Wunderrabbi
angerechnet. Ebenso in Dingen der Fruchtbarkeit; der Glauben
an einen "Kabbalisten" kann psychosomatische Wirkungen
zeitigen, Ängste beseitigen, Selbstvertrauen stärken und
dergleichen mehr. Der "Kabbalist" gibt in der Regel eine
eindrucksvolle Vorstellung: Zukneifen der Augenlider, tiefste
Konzentration, Murmeln unverständlicher Sätze.
3. In Bezug auf mystische Wundermittel schrieb Rabbiner
Elasar Man Schach (kürzlich verstorbenes Oberhaupt der Bnej-
Braker Charedim): "Es ist absolut verboten, sich damit zu
beschäftigen und darauf zu vertrauen, wie es ausdrücklich
in
der Tora heißt: 'Untadlig sollst du sein gegen den Ewigen,
deinen G~tt' (Dt. 18,13)... und uns bleibt nichts anderes, als auf
den Ewigen zu vertrauen, und alles andere ist Unfug. Und
bezüglich der Zeichen, die du gesehen hast, gilt: 'auf dem Weg,
den der Mensch gehen will, treibt man ihn weiter' (Makkot 10b),
doch wer nicht darauf achtet, dem gibt G~tt Sicherheit, und du
brauchst dich nicht um das zu kümmern, was du gesehen hast"
(Vorwort zu Temimim tihju).
Diese Worte passen zu folgendem Talmudzitat: "Raba ben
Jizchak sprach zu R. Jehuda: In unserer Ortschaft gibt es einen
Tempel eines Götzen, der, wenn die Welt des Regens bedarf,
ihnen im Traume erscheint und zu ihnen spricht, daß sie ihm
einen Menschen schlachten sollen, sodann werde er Regen
kommen lassen. Dieser erwiderte: ... 'die der Herr dein G~tt
allen Völkern zugeteilt hat' (Dt. 4,19), dies lehrt, daß
er sie mit
Worten überredet hat (Raschi: d.h. G~tt bestärkt die
Götzendiener in ihrem Irrtum), um sie aus der Welt zu
verdammen ...'hat er mit Spöttern zu tun, so spottet er, den
Demütigen aber gibt er Gnade' (Sprüche 3,34), will einer
sich
verunreinigen, so stehen ihm die Türen offen, will einer sich
reinigen, so verhilft man ihm dazu" (Awoda sara 55a).
In diesem Sinne schrieb auch der bekannte Rabbiner Schlomo
Welwa: "Viele suchten in ihrer Unbedarftheit Antworten zu ihren
Zweifeln, Erleichterung für ihre Leiden, Stütze für
die Gegenwart
und Versprechungen für die Zukunft bei den diversen Mystikern.
Manche gelangten an einen der wenigen echten Kabbalisten,
andere fielen in die Hände von Scharlatanen und Betrügern,
die
sich mit dem Mäntelchen des Wissens um die Geheimlehren
umhüllen". Vielmehr sollte man sich direkt an den Herrn der
Welt wenden, "unser Vater im Himmel, der Gebete erhört".
"Warum den Segen an einer zweifelhaften Hintertüre suchen,
wo uns doch die himmlischen Tore des Gebetes aus tiefstem
Herzen und unter Tränen weit offenstehen. Wie gut wäre es
doch, wenn alle diejenigen von einer gewissen Charaktergröße,
an die sich die Hilfesuchenden wenden, sie einfach nur das
Beten lehrten..." (ebda.).
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